sofern en nder König— es damals merkwü chte 1 und ar wurden auch die ner redikt trüe erschleude⸗ rung die Dome Gelde n Ertrag sowie mit der Ste eute der Staatsk lüchten würde. Als Stein im Frühjahr 1808 über die Pfandbriefbürgschaften verhan⸗ delte, bewilligten die märkischen Junker eine Bürgschaft in der Höhe von 20,6 Millionen Franken, sie forderten aber nicht etwa nur die Verpfändung löniglicher Domänen, sondern die förmliche
Ueberlassung von Domänen im Werte von 44,4 Millionen Mark. Die allergetreueste Ritterschaft der Alt⸗ und Neumark, die man heute als„die Märler“ zu begrüßen pflegt, forderte allein für sich als Entgelt für eine lediglich formelle Haftung einen genau so großen Domänenbesitz von ihrem eigenen König, wie ihn Napoleon ursprünglich verlangt, dann aber darauf verzichtet hatte! Und Stein gestand damals diese Konfiskati königlichen Besitzes durch die feudalen Vasallen tatsächlich zu!
Die grausamste Kontribution aber, die der preußische Adel in
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der Zeit der schweren Not dem Vaterlande auferlegte, war der un- geheuerliche Raub des Bauernlan des, der nach 1806 be⸗ gonnen und nach den Freiheitskriegen, nach der Wiedererrichtung
der unumschränkten Junkerherrschaft, schamlos vollendet wurde. Es gab schließlich nach den Regulieredikten weniger spannfähige, das heißt Zugvieh haltende Bauern in Preußen als nach dem bauern mörderischen dreißigjährigen Krieg. Wir haben immer noch keine ausreichende Statistik über den Umfang des damaligen Bauern raubs. Aber man erhält eine Vorstellung von der Bedeutung dieses Junker-Feldzuges, dieses inneren Krieges gegen die Bauern, wenn man aus einer neueren sorgfältigen Berechnung von Hans Gold schmidt erfährt, daß nur in der Kurmark rechts der Elbe, in der Neumark und in Hinterpommern, trotz der inneren Kolonisation, die seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wieder Bauern
ansetzte, im Jahre 1907 der bäuerliche Besitzstand um 1100900 Morgen geringer war als 1806. Vor hundert Jahren wurde bei Großgütern der Morgen etwa auf 20 Taler geschätzt.
Legt man nur diese Zahl auch für Bauerngüter zugrunde, so wäre das eine von preußischen Junkern aus preußischen Bauern er— preßte Kontribution von mehr als 20 Millionen Talern, oder 70 Millionen Franken nur für diese drei Gebiete des König— zeichs und in der Zeit nationalen Elends! Sicher erreicht und übersteigt diese ganze Kontribution, die die Junker vor und nach
den Freiheitskriegen den Bauern auferlegten, die sabelhasten Milliarden Max Dunckers.
Was waren das schließlich für Leistungen und Opfer, mit denen das Junkertum in jener harten Zeit das Vaterland zu retten
suchte? Die großartige Leistung bestand darin, daß sie sich jeder Steuerpflicht opferwillig entzogen! Bis 1806 war der preußische Adel bis auf eine winzige seudale Lehenspferdeabgabe frei von allen direkten und sogar von allen indirekten Abgaben. Da Preußen damals zu mehr als vier Fünfteln vom Ackerbau lebte und die leistungsfähigen Güter ausschließlich dem König— in Ostpreußen besaß er die Hälfte des Landes und dem Adel gehörten, so be⸗ deutete diese Steuerfreiheit die beispielloseste Steuerausraubung der Bauern und der Städter. Die Bauern wurden außer durch die Feudal- und Militärlasten durch eine wirre Fülle von Kopfsteuern Jahr für Jahr bis auf die Haut gebrandschatzt, die armseligen Bürger der Städte erstickten in der Unzahl sich stetig steigernder und vermehrender Abgaben auf den Gebrauch und in den zahllosen Stempelsteuern. Die adeligen Grundbesitzer aber leisteten nur in Ost⸗ und Westpreußen eine geringe Grundsteuer. In Pommern zahlten sie nicht nur keine Steuern, wie sie auch klüglich unter⸗ ließen, die Zinsen für die ihnen von Friedrich II. geschenkten großen Meliorationssummen zu entrichten; sie schluckten sogar gewisse Staatssteuern, die auf den Bauern lasteten
Das war nach 1806 die wichtigste und entscheidendste Frage der leren Resorm, die allgemeine Steuerpflicht nach der Leistungssähigkeit durchzuführen, die„Exemtionen“, wie man die Steuerbefreiungen damals mit einem verhüllenden Fremdwort als
ein gewährleistetes Recht bezeichnete, von Grund aus und für immer 1 0 daß die Exemtionen solange be⸗
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zu beseitigen. Es zeigte sich bald standen, wie man die Eximierten nicht selbst ausrottete. Die onen wie die Eximierten bestehen heute noch! Die
Exemti ganze Finanz. und Steuerpolitik d deutschen Reiches ist nichts des Großgrundbesitzes.
anderes wie eine tributzahlende Exemtion
(Fortsetzung solgt.)
Aus unserer Sammelmappe.
Kalk im Brot? Zwei Münchener Gelehrte von ernstem wissen⸗ schaftlichem Rufe sind wieder einmal der Leidenschaft verfallen, das Steuerrad der Natur in die Hände zu nehmen. Sie haben herausgefunden, daß DO
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wenn er die Auswahl seiner ug dem Standpunkt aus trifft, wieviel Kalk in ihnen enthalten ist. Nach il er 0 1
ingesähr 1 Gramm Kalk Professoren an, man nd so dem Organis
ene 2 Ar 7 neue Sache. Man hat
zu uns solle Brot mi
beispringen.
schon bei Blutungen und zur Erhöhung der Blutgerinnbarke Leuten, bei denen die kleinsten Wunden unstillbar strömen, bei den sogenanten Blutern, Kalk verordnet— man ist davon abgekommen Man hat bei den Knochenerweichungen der Schwangern schon Kalk
verordnet— man hat keine dauernden Erfolge davon gesehen. Mn
hat bei Lungentuberkulose schon Kalk verordnet— man ist davem wieder abgekommen, und es dürfte aus dem Gesichtswinkel heraus daß in Ernährungsfragen die Natur keine Präzeptoren braucht, in Bälde eine Abkehr von der neuen Schulmeisterei erfolgen. Je tiese⸗ wir in das Wesen des Organismus eindringen, desto mehr müssen wir seine Weisheit bewundern und seine wunderbare Klugheit, se sich immer das Richtige zu wählen. In der Geschichte der Medi hat es schon oft Neuerer gegeben, die der Schöpfung die Arbeit abs nehmen wollten, und alles besser wußten als der Körper. Man her den Leuten Blut zu trinken gegeben, wenn sie blutarm waren, abe; diese Methode ist längst vergessen. Man hat sie Gehirn essen lassen wenn sie dumm waren. In diesem Beispiel leuchtet die Naspitz am ersten ein. Man hat die merkwürdigsten Beihilfen leisten wollen, aber die gewollte Zuführung solcher Mittel ist immer mz eine Modesache gewesen und später verschwunden. Wenn der Körpa Flüssigkeiten braucht, so schafft er den Durst, der zum Trinken auff fordert; wenn er Salze und Gewürze braucht, leitet er die Menschen scharfe saure Sachen zu genießen; wenn er Kohlehydran braucht, so stellt sich ein Hunger nach Süßigkeiten und Gebäck enn usw. Daraus kann man mit zwingender Notwendigkeit schlleßer daß, wenn der Körper Kalk braucht, er diese Forderung in Wünsche und Handlungen der Menschen hineinfligt. Solange mu Laboratoriumsversuche eine solche Forderung ergeben— möge sie noch so sauber und exakt bearbeitet sein— wird nich! Bleibendes von solchen Dingen ersprießen.(Aus der populle medizinischen Monatschrift Hyg, Verlag Volksmedizin, München.
Natur, Halbmonatsschrift für alle Naturfreunde. 4. Jahrgang Heft 15. Theod. Verlag, Leipzig. Jährlich 2 rest illustrierte Hefte und 5 wertvolle Blicher zum Preise von zusammen nur 6 Mark.
Ein ungemein interessantes und reichhaltiges Heft bietet un diese ausgezeichnete Zeitschrift hier wieder. Der treffliche Arth von Kurt Scheibener„Grindwaljagd auf den Faeroer“ wird sebe durch die frische und anschauliche Schilderung, welche noch durch seß, gut wiedergegebene Abbildungen belebt ist, fesseln. Dr. E. Schem Aufsatz„Naturwissenschaftliche Studienreisen“ atmet eine solen töstliche Freude an der Natur und ihren Erscheinungen, daß wa allen Lesern die Lust ankommen wird, derartige Wanderungen ele mal mitmachen zu können. Es wird ihnen leicht gemacht. De Deutsche Naturwissenschaftliche Gesellschaft veranstaltet jahrlich eim Anzahl von Exkursionen, welche für die Mitglieder der Gesellsche nur mit ganz geringen Kosten verbunden sind. Unsere Leser können also nichts Besseres tun, als sich dieser Gesellschaft anzuschlleßen Der Aufsatz von Scheu ist gleichzeitig auch ein Bericht über bet Osterwanderung der D. N. G. in die sächsische Schweiz; er sowelt wie die prächtigen Bilder lassen ahnen, welchen reichen Gewinn lu Körper und Geist derartige sachkundig geleitete Ausflüge den Ten nehmern bieten. Viele sind gewohnt, sich in den Osten Deutschlanle ein weites Oedland vorzustellen; diese werden durch den Artil von E. Wernicke„Die Tucheler Heide“ eines Besseren belehrt. uus endlich reizvolle Landschaftsbilder weisen jene Gegenden auf, W deutlich auch aus den 3 Abbildungen zu dem Artikel zu ersehen* Wer seine Mußestunden gern mit physikalischen Experimenten dio bringt, wird in dem Aufsatze von Dr. O. Frey„Die Stahlkugel 1 dilfsmittel für lehrreiche physikalische Versuche“ eine Fülle 2 neuen und interessanten Anregungen finden, die die Lust erwede⸗
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und
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sich mehr und mehr mit diesen Dingen zu beschäftigen. Das ist mx ein kleiner Teil des reichen Inhaltes dieses Heftes. Da der Le
zugspreis der Zeitschrift wirklich ein außerordentlich geringer 6 nennen ist, können wir unseren Lesern ein Abonnement
empfehlen, umsomehr als sie dadurch Mitglieder der Deutsch.⸗ Naturwissenschastlichen Gesellschaft werden, deren mannigfache Bas sie ohne jede weitere Verpflichtung genießen. 7 meldungen können bei der nächsten Buchhandlung oder der
schäftsstelle der D. N. G., Leipzig, Königstraße 3, aufgegeben werber,
günstigungen
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