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Daß bies so geworden ist, das verdankt die Meuschheit sast ausschließlich einem Manne, dessen bellsehender Geist in dieser so schwierigen Frage der Mitwelt und der Nachwelt die Bahn erleuchtete. Dieser Mann war Charles Darwin. Es geziemt sich daher, an dieser Stelle den Lebens lauf und die Persönlichkeit dieses hervorragenden Mannes in wenigen Worten darzustellen.
Vom Petroleum. (Nachdruck verbolen.)
Wie letzt die Elaktrizität und noch immer das Gas, so hielt einst das Petroleum seinen Siegeszug durch die Welt. Während aber Gas und Elektrizität noch immer an Terrain gewinnen und wohl auch noch lange gewinnen werden, hat das Petroleum einen sesten Stand erreicht, der sich zwar immer noch ausdehnt, aber nicht mit so großer Intenstität, daß er als auffallende Erscheinung auch äußerlich belonders bemerkt wllrde. Zwar war das Petroleum als Beleuchtungsmittel schon im Altertum bekannt, allein der richtige Brennstoff für alle Oellampen war in der Hauptsache das Rüböl, an dessen Stelle erst im Jahre 1958 das Petroleum trat. Den An⸗ stoß dazu gab die Erbohrung einer Erdölquelle durch den amerikani- schen Farmer Drake in Dadeville in Pennsylvanien, die er beim Anlegen eines Brunnens fand. Er hatte ein ergiebiges Oellager angebohrt, da jedoch seine Quelle nicht„sprang“, so bedurfte es noch einiger Zeit, bis man den ersten„üiberfließenden Brunnen“ ent⸗ deckte. Das geschah im Jahre 1861, und die Nachricht davon rief ein wahres Oelfteber hervor, das ähnlich dem„Goldfieber“ viele packte und nach Vennsylvanien fog.
Jeder versuchte natürlich, den aus der Petroleumgewinnung erhofften Goldstrom in seine Taschen zu leiten. Vielen gelang es, aber es trat eine ungeheure Verschwendung der wertvollen Natur- schätze ein, denn man bohrte viel mehr Quellen, als man ausnutzen konnte. Bald mangelte es nicht nur an Transportgelegenheit, son⸗ dern auch an Jässern und Gefäßen, so daß die Quellen einfach liefen und das wertvolle Naß sich einen Abfluß suchte, wo es ihn sand. Es benutzte dazu zum großen Teile die natürlichen Abflußkauäle, die Bache und Flüsfe und bedeckte sie oft ganz und gar. Nicht selten kam es sogar vor, daß sich die Quellen durch die Unachtsamkeit der Ausbeuter entzündeten, so daß ganze Bäche und Flüsse sich flammend durch das Land wälzten, die schauerliche Brände und Verwüstungen in Feld, Wald und Stadt aurichteten. Es ist unglaublich, welche Zustände in den Erdölquellgebleten einrissen. Sie hatten aber das Gute, die Ausbeute so stark zu hemmen, daß sich, die meisten wieder abwandten und nunmehr geregeltere Zustände Platz griffen. Auch der Bau von Rohrleitungen, Transportgelegenheiten und Tanks schuf Abhilse. Die Ausbeuter taten sich zusammen und steckten ge⸗ waltige Kapitalien in die neue Industrie. Die Rohrleitungen führten oftmals Hunderte von Kilometern durchs Land bis zur Küste, und eine dieser riesigen Leitungen, eine 15 Zentimeter weite und etwa 680 Kilometer lange Rohrleitung, hat nicht weniger als acht Millionen Mark gekostet. Das beförderte zugleich den Abbau der Pelroleumguellen durch größere Gesellschaften. So bekam das Großkapital schon frühzeitig diesen Zweig der Mineralgewinnung in die Hand; es war auch die einzige Möglichkeit, so vorzugehen, weil eben nur große Einrichtungen vermögen, diese Schätze wirt⸗ schaftlich zu erschließen.
Die Gewinnung des Petroleums geschieht auf zweierlei Weise. Man bohrt dort, wo man Petroleum vermutet, Löcher in die Ede, die man mit Röhren ausfilttert. Entweder steht die Quelle durch die eingeschlossenen Gase, die ich immerwährend bilden, oder man muß das Oel herauspumpen. Das ist nicht immer so einfach. Schon die Bohrungen miüssen oft bis zu beträchtlicher Tiese geffihrt werden. Während in Amerika die Vetroleumlager oft bis 1 Kilometer und tleser liegen, trifft man sie in Rußland melst nur 150 bis 200 Meter unter der Erdoberfläche an. Und da man dort auch zumeist sandigen Boden bat, der das Eintreiben weiterer Röhren gestattet, so ist der Abbau im allgemeinen leichter. Aber auch bier in Europa muß man oft tief mit dem Bohrer eindringen, bevor man zu Quellen gelangt. Eo Überschreiten in Galizien eine große Zahl von Bohr⸗ löchern 1200 Meter Tiefe, eins, bei Borxyslaw, ist sogar 1853 Meter Uef.
In größerem Maßstabe wurde Petroleum zuerst in Amerika gewonnen, wozu erst später noch andere Länder traten, so nament⸗ lich Kanada, Rußland, Oesterresch⸗Ungarn, dort besonders längs des Nordrandes der Karpathen in einer Zone, die aus der Gegend von Gdow in Westgalizlen über Limanow, Dukla, Sanott, Droho⸗ bycz bis gegen Suczawa in der Bukowina zu versolgen ist, ferner, wenn auch minder reichlich, in Ungarn, Siebenbürgen, Bulgarien und Numänien. Außerdem kommen von der Halbinsel Apscheron in der Nähe von Baku, an der Westküste des Kaspischen Meeres und von der an der Ostküste liegenden Insel Tschelelen große Mengen 9 Petroleum in den Ddandel. Auch auf der Halbinsel Krim be
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zer auch Kalifornien und Südamerika treten
durch ihre Schätze an einöl in den Wettbewerb der Länder ein der nur durch die wirtschaftlichen Machenschaften der großen Truste, durch die unzulänglichen Transporimittel und die sonstige wirt⸗ schaftliche Unerschlossenl 1 cher Gegen la halten wird.
Aus den Quellen fließt ein Rohprodukt, das erst noch der Ver⸗
den mannigfachen Zwecken benußzt werden kann, die sich das Steindl bereits erobert hat. Daß Roh⸗ petroleum hat le nach den Le
edelung bedarf, bevor es zu Lagern, in denen es gefunden wird,
größte Verschlebenartigkeit der Zusammensetzung, die in seiner Eut⸗ stehung zu suchen ist. Während man früher glaubte, daß Steinbl sei unorganischen Ursprungs, sei durch Stoffverbindungen aus dem glühenden Erdkerne entstanden(Nendeleleff), nimmt man heute all⸗ gemein an, daß das Petroleum aug organischen Resten entstanden ist, die sich in mächtigen Lagern in der Erbe finden. Bei— 2004 durch den Druck der Überlagernden Gesteine und den
abschluß bie Verwesung anders vor sich, als wir's zu beobachten — find. Es tritt eine langsame Zersetzung ein. die trotz der ungeheuren Zeiträume, während welcher die fossilen Stosse dort unten liegen, noch nicht beendet ist. Die Bildung des Steinöls er- folgt in den sogen. ulschlammgesteinen, die sich immerwährend in abflußlosen großen Gewässern, an den Flachküsten der Meere, in
abflußlofen Gebieten bilden. Es ist daher kein Wunder, daß gerade
dort, wo auch große Salzquellen 34 sich grohe Vetroleumlager vorfinden, und auch in Amerika wurde 1809 die erste Vetroleum⸗
quelle, ein springender Brunnen mit einem Strahl von 4 Meter
Höhe, beim Suchen nach Salzquellen in Burkeville entdeckt.
Die Verschledenartigkeit der organischen Neste und der um⸗ lagernden Gesteine bedingen also die Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung des Robproduktes. Alle Erdöle sind aber Gemische verschiedener Kohlenwasserstoffe, in denen jeweils besondere Ver- bindungstruppen vorherrschen. Das Rohpetroleum findet als solches nur wenig und selten Verwendung. Fast stets wird es einem chemischen Trennungsprozeß unterworfen, der neben dem Petroleum noch eine ganze Reihe anderer Stoffe liefert. Die hauptsächlichsten Bestandteile des Rohöls sind Rohbenzin, Leuchtöl. Gasöl, Schmieröl
und Paraffin. Als Rest bleibt noch ein Teer übrig, der so sange in
den Retorten eingedampft wird, bis er eine koksaxtige Beschaffen⸗ heit erhält, die ihn zur Fabrikation von elektrischen Bogenlicht⸗ kohlen sehr begehrt macht, weil er eine sehr gleichartige Beschafsen⸗ heit besitzt. Je nach dem Gehalt der verschiedenen Stoffe verarbeitet man das Rohöl vorzugsweise zu Leucht⸗ oder zu Schmieröl. Das Leuchtöl bedarf aber noch der Reinigung, weil es beim Verbrennen rußt und stinkt. Man raffiniert es zu dem Zwecke durch Behand- lung mit Schwefselsäure, Natronlauge und Wasser. Je nach dem Grade des Raffiniereus erhält man die Qualitäten. Es ist für die Verbrennung des Petroleums in der Lampe nicht gleichgültig, wie gut oder wie schlecht es raffiniert ist, denn es ist erwünscht, daß das Lampenbl recht gleichartig ist. Mangelt es daran, so tritt eine fehr unangenehme Erscheinung auf. Die verschiedenen Bestandteile haben eine verschiedene Fähigkeit, sich zu erhitzen und zu sieden. Die leichter siedenden Bestandteile steigen im Lampendochte leichter auf als die anderen, die schwerer siedenden bleiben zurlick und das Bassin bekommt mit der Zeit immer schwerer siedende Stoffe, die den Docht stark verkohlen und die Leuchtkraft sehr vermindern.
Die wertvollsten und am höchsten im Preise stehenden Erzeug- nisse find die Schmieröle, was sich ja auch durch die langwierige und die größte Sorafalt erfordernde Herstellung erklärt. Sie sind um so besser, je mehr sie ihren Zweck, die Reibung der sich gegen⸗ einander bewegenden Teile zu vermindern, erfüllen. Und die An⸗ forderungen, die in dieser Hinsicht gestellt werden, sind je nach der Verwendung verschieden, je nachdem man verhältnismäßig kalte Stoffe zu schmieren hat oder heiße, etwa Dampfzylinder, oder gar Heißdampfzylinder und Zylinder von Explostonsmotoren.
Wieder andere Benutzungsarten des Petroleums, etwa u für Kochzwecke, zum Betriebe von Petroleummotoxen oder als Vertil⸗ gungsmittel für Ungeziefer, erfordern andere Zusammensetzung und Eigenschaften. Gutes Leuchtpetroleum ist wasserhell, gelblich oder auch blau und violett fluoreszierend, hat sehr schwachen Geruch, darf sich nicht entzünden, wenn man rasch ein brennendes Hölzchen in die Flüßfigteit taucht, und muß in entsprechend konstruierten Lampen mit hell leuchtender, nicht rußender Flamme ohne Rückstand verbrennen Um den Wert von Lampenpetroleum zu beurteilen, mißt man den Entflammungspunkt des Petroleums. Man versteht darunter den Wärmegrad, bei dem sich die üder der Oberfläche des Petroleums bildenden Dämpfe an einer Flamme entzünden. niedriger dieser ist, desto größer ist die Explosionsgesahr des Petro⸗ leums. Aus diesem Grunde werden die aus dem Auslande einge⸗ führten Oele in den deutschen Hafenstädten in besonderen„Test⸗ bureaus“ mittels des Abelschen Apparates auf ihren Entflam⸗ mungspunkt geprüft. In Deutschland gilt 21 Grab als niebrigster Entflammungspunkt, in England 23 Grad, in Oesterreich 87,5 Grad.
Das Petroleum, von dem Ende der fünfziger Jahre in Amerika die erste Quelle spraug, ist unterdessen ein Welthandelsartikel ge⸗ worden, dessen fährlicher Produktionswert in die Milliarden läuft. Produzierte doch allein schon die Unlon im Jahre 1010 40 Mil- llarden Liter Vetroleum im Wert von Über einer halben Millsarde Mark. Und die Steigerung der Produktion ist ven Jahr zu Jahr gewaltig. Im Jahre 1906 betrug die Vetroleumfahreser zeugung der Union erst 24,1 Milliarden Liter im Wert von 888 Millionen Mark, sst also innerhalb vier Jahre um 15,9 Milliarden Liter ge⸗ stiegen. Das macht nicht weniger als 6 Prozent in der Erzeugung und fast 38 Prozent im Werte aus.
Von den enropäischen Ländern tritt neuerdings auch Italien den Kreis der erbölproduzierenden Länder ein. Bis vor kurzem war die Beförderung dort noch ganz unbedeutend. Nachdem man aber degonnen hat. die Bohrlöcher tieser zu treiben, entwickelt sie lich. Die ergiebigsten Erde(felder liegen in den Provinzen Piacenza, Parma und im Tale des Liri⸗Flusses in Sizilien. Immerhin elt Italtens Vetroleumprobuktion im Welthaushalte dieses Ar⸗ titels noch keine erbebliche Rolle Was ung hier jedoch am meisten interefftert, find die Berbältnisse in Deutschland. Oier wurde in
den achtziger Jahren in der Nähe von Pannever in dem danach de⸗
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