tsmittel ganz neue Anfordeküngen. Eine Reihe großer, ammenliegender Städte hat schon die Initiative er⸗ und eigene Bahnen auf eigenen Bahnkörpern gebaut, nen der das Eisenbahnmonopol ausübende Staat nicht riedigung der Verkehrsbedürfnisse gewährt. Die dtebahnen zwischen Köln und Bonn, zwischen Köln üsseldorf, zwischen Frankfurt und Wiesbaden sind Bei⸗ dafür. Städte wie die genannten aber haben wir schon ele, und die neuen Städtebahnen stellen nicht die nordentlichen Mittel dar, die in den Ausnahmefällen der kädte zur Anwendung kommen müssen, nach denen die Altnisse in London, Newyork, Berlin und Paris schreien. niesigen bebauten Flächen dieser Städte verlangen noch nehr, und die preußische Staasbahnverwaltung ist ihnen zum Teil dadurch entgegengekommen, daß sie z. B. den gangsverkehr der früher über Berlin ging, zum Teil Umgehungsbahnen abgelenkt hat. Das wird e länger desto mehr erforderlich machen und nicht bloß Güterverkehr beschränkt bleiben.
Schlimmer aber als mit dem von außen heranflutenden hrsstrom ist es mit dem Verkehr in den Riesenzentren der nicht bloß aus der wachsenden Bevölkerung, sondern aus sich selbst heraus immer neue Anforderungen ge— Das Städtebild besteht, und die alten Teile, die dem ach verfallen sind, sind aus den modernen Städten schon Nenz verschwunden. So ist fast nirgends noch Erhebliches N em Baubilde zu verändern und die neu zu schaffenden ahrsmittel müssen sich diesem Bilde unbedingt einfügen. 9 Stadtteile müssen natürlich von vornherein mit Rück— auf die vorauszusehenden Verkehrsbedürfnisse angelegt N n— eine schwierige Sache, weil eben niemand voraus— N kann, welche Anforderungen nach einem halben Jahr— N rt dort auftreten werden.
Diel⸗brennender aber sind die Fragen des Verkehrs er City der Weltstädte, der dort schon bedroh— N
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Formen annimmt. Baurat Eugen Faßbender hat sich Tage in Wien in einem öffentlichen Vortrage damit üstigt und versucht, die Mittel zur Befriedigung dieses hrs anzugeben. Er bezeichnet es als selbstverständlich, die reinen, nicht an die Oeffentlichkeit gebundenen Be— Msanlagen außerhalb des bebauten Stadtgebietes zu ver— sind. Als außerordentliche Maßnahmen bezeichnet er zenüber⸗ und Unterführungen, namentlich Gehtunnel frequentierte Plätze, Taubengänge(Arkaden) in den lässen(wie in einem Teile der Berliner Friedrichstraße). Straßenbahnen will er ausschließlich als Untergrund— en mit zwei Gleispaaren ausgeführt wissen, deren eins Vokal-, deren anderes den Durchgangsverkehr bewältigen N Sie müssen eine Zugfolge von mindestens einer Minute wisen. Für den Stadtbahnverkehr verlangt er drei ge— rte Liniensysteme, die einem Radial⸗-Ring⸗ und Seg⸗ lwerkehr dienen. Diese Liniengruppen sind im Bau und etrieb vollständig voneinander zu trennen. Kreuzungen eicher Höhe und Gleisverschlingungen verpönt er durch— und will lieber Umsteigeverkehr mit Treppen, Aufzügen Behtunneln anwenden. Das Umsteigesystem hält er für als den direkten Uebergang der Züge. Diese Anreg— für die er eine große Menge Erfahrungen anführt, gen in manchen Punkten von anderen Verkehrstechnikern uten. So sagen die amerikanischen Ingenieure, daß eine kwahnmäßig betriebene Schnellbahn einer Untergrund— immer überlegen sein müsse. Aber die amerikanischen kungen sind nicht ohne weiteres auf europäische Ver⸗ tisse zu übertragen. Da spielen oft noch ganz andere ten eine bestimmende Rolle, Faktoren, die auf alles an⸗ ene sind, nur nicht auf die Erfüllung der Verkehrs-
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Der Völkerkrieg der Fürsten.
1813/15. Von Kurt Eisner⸗ 1. VI. waren die Edelleute von Reisachs Rasse, die sich am meisten ö 1. berech bedrückt fühlten. Freilich legten die un⸗
mußte, die Kriege, durch die England das 3 Festland aneinander rieb, den Staaten schwere Lasten auf. Und die Fürsten von Napoleons Gnaden, die sich in würdelosen Schmeicheleien und Treuschwüren gegen den Mächtigen überboten, unterließen auch nicht im Interesse ihre Popularität die Verantwortung für Maß⸗ nahmen, die die besitzenden Untertanen kränkten, auf Frankreich zu schieben. So begann ein Steueredikt des Königs von Württemberg aus dem Jahre 1812 mit den Worten:„Liebe Getreue! Um den großen Aufwand bestreiten zu können, welchen der durch die neuesten Kriegsereignisse erlittene bedeutende Verlust herbeiführt, sahen wir uns gezwungen, umsomehr zu außerordentlichen Hilfs- mitteln zu schreiten, als die Ausgaben, die seit dem Anfang des gegenwärtigen Krieges auf unserer Staatskasse lasten, die gewöhn⸗ lichen Einnahmequellen erschöpfen. Wenn wir hierdurch unseren, guten und getreuen Untertanen unverschuldete Lasten aufzulegen genötigt sind, so fühlen wir nur zu sehr, wie schwer ihnen unter den gegenwärtigen Verhältnissen diese Opfer werden müssen!“ Es wurde durch dieses Edikt eine geradezu mustergiltige Vermögens⸗ steuer und eine Steuer für die höheren Beamten und Pensionisten ausgeschrieben. Die Besteuerung der Amtseinkommen begann erst mit zweitausend Gulden, die Besteuerung der Vermögen wurde auf den niederen Stufen auf je hundert Gulden(nach Abzug der Schulden) mit dreißig Kreuzern belastet; der Satz stieg bei mehr, als zehntausend Gulden auf fünfundvierzig Kreuzer, bei mehr als fünfzigtausend Gulden auf einen Gulden, bei mehr als hundert⸗ tausend Gulden auf einen Gulden und dreißig Kreuzer. Solche Pro⸗ gressionen war man weder vorher noch nachher gewöhnt, wo der Grundsatz galt, daß die Steuern auf die sozial Schwächsten abge⸗ wälzt werden. Dieses Steueredikt mußte auf die Besitzenden höchst aufreizend wirken, und mit Fug beschwerte sich Napoleon bei dem König, der der Schwiegervater Jeromes war, daß er durch das Edikt die Mißstimmung auf Frankreich habe ablenken wollen, das doch weit größere Verluste habe als Württemberg. Diese besitzenden Steuerzahler wurden natürlich dann Patrioten gegen die Fremd⸗ herrschaft, ebenso wie die Großkaufleute, die durch die Kontinen- talsperre litten; Zusammenbrüche einzelner Handelshäuser haben später wesentlich zu den Ausbrüchen nationaler Leidenschaft beige⸗ tragen.
Die Steuerlasten zu benutzen, um den Haß gegen Napoleon zu entzünden, rät einmal auch Gneisenau in einem Briefe vom Juni 1811— zur Zeit des preußischen Junkerauf⸗ standes gegen die den Adel belastenden Abgaben!— dem Freihecrn vom Stein: Man hätte die Abgaben, die durch Tribut an Frank⸗ reich, Unterhaltung der Festungen und Kriegsschulden nötig wur⸗ den, sorgfältig von den übrigen sondern müssen,„damit der Be⸗ lastete wisse, wofür und wem er die neue Auflage zahle. Dies würde den Unwillen gegen den fremden Herrscher und seinen kaiser⸗ lichen Jakobinismus rege erhalten, und dieser Unwille könnte der⸗ einst Früchte tragen“. Der Ausdruck Jakobinismus deutet auch hier darauf hin, daß es die Besitzenden und Bevorrech⸗ teten waren, die sich durch Heranziehung zu den öffentlichen, Lasten bestimmen ließen, in Napoleon den Quell aller Uebel zu ver⸗ abscheuen.
Aber die große Schicht der Gebildeten, der Gelehrten und der, Beamten priesen noch später diese Zeiten freien Atmens, mit ihrer frohen Tätigkeit auf allen Gebieten der Wirtschaft, des Schul⸗ und Bildungswesens, der Rechts⸗ und Sozialreformen, als die glück⸗ lichste Zeit ihres Lebens; und keineswegs nur die Juden und jüdischen Literaten, die in der kurzen Zeit der Franzosenherrschaft, als gleichberechtigte Menschen geachtet wurden; bis zum heutigen Tage ist in Deutschland diese Gleichberechtigung des Judentums für alle Tätigkeiten und Aemter nicht wieder gewonnen worden. Für die breiten Massen aber war es die Zeit der Erlösung. Während der Zeit der französischen Okkupation wurden die besitzlosen Klassen der Städte zum erstenmal durch Erzwingung niedriger Getreide- preise von dem Wucher des Getreideadels befreit. Diebstahl und Bestechung, Verschlechterung von öffentlichen Mitteln war im acht⸗ zehnten Jahrhundert durchweg bureaukratische und diplomatische⸗ Sitte, an der auch die höheren Offiziere teilnahmen. Napoleon war überall bemüht, auch in dieser Hinsicht die Staatsidee gegen die privaten Eingriffe zu verteidigen und die Integrität der öffentlichen Funktionäre zu erzwingen: freilich vielfach ohne Erfolg, gerade il diesem Zeitalter, da in dem Umsturz alles Bestehenden die bedrohten Interessen Ströme Goldes in willige Taschen fließen ließen Immerhin, so tief die Massen damals in Deutschland noch standen/ sie hatten doch ein dunkles Gefühl für das Neue und Große. 0 dem Aufstand des Obersten von Dörnburg im Jahre 1808 leisteten Soldaten und Bauern den hessischen Aufrührern keine Folge. Auch Schill und Katt wurden links der Elbe im französischen 1 50 nicht unterstützt. Es war zumeist nur Gesindel, das damals deiß Patrioten folgte. 5
Aus dem System Napoleons folgt, 1 7 es ihm durchaus nicht um die Vergrößerung Frankreichs zunächst zu tun war, Die innere und innerliche Einheit sonst selbständiger Staaten war das Ziel seiner Politik. Wenn er 1810 das Rheins bundsgebiet zerriß und die Mündungen der großen deutschen Flüsfe, die Hansastädte Frankreich einverleibte, so tat er das unter de N Zwang jener wirtschaftlichen Weltpolitik gegen England, auf streungeren Durchführung der Kontinentalsperre, bei der ihm die befreundeten Mächte im Stiche ließen. Das Versagen dieser Konz tinentalpolitik, dieses in der Idee gewaltigen, aber in der Dur führung unmöglichen Mittels, ließ das System Napoleons ve bluten. Der umfassende Schmuggel durchkreuzte die Absichten, und
Wich irsege, die Napoleon in der Abwehr führen! Napoleon felblt mußte ichließlich durch das Sustem der Lltenzen


