Die Meteorologen nennen diese eigentümliche Form der Linie, die durch das Ansteigen der Form einer Nase gleicht, die Gewitternase. Nach fo raschem Ansteigen des Luftdrucks folgt in der Regel rasche Aufheiterung und wieder schönes, warmes Wetter, nach dem allerdings bald wieder, in einem oder zwei Tagen, ein neues Ge⸗ witter kommen kann. Geht das Barometer während des Gewitters nicht in die Höhe, dann war es nur eine örtliche Gewitterentladung. Ueber die Entstehung des Donners gibt es eine Anzahl von Erklärungen, die voneinander abweichen. Noch in der Schule haben wir gelernt, daß der Blitz eine Verdünnung der Luftschichten erzeugt, die er durchfährt, weshalb die übrigen Luftmassen in diese verdünnte Bahn einbrechen und in der Folge den Lärm verursachen, den wir Donner nennen. Man verglich die Wirkung der Ver⸗ dünnung der Luft und das Nachstürzen der dichteren Luftmassen mit der Wirkung eines Schusses. Er verursacht zuerst eine Verdichtung der Luft, der eine dünne Luftschicht nachfolgt. In sie dringen die dichteren Luftmassen ein, wodurch der Lärm des Schusses entsteht.
Beim Donner trifft aber diese Erklärung, so glaubhaft sie scheinen mag, nicht ganz zu. Wohl verdünnt die Hitze des Blitzes die Lust an den Stellen, durch die er eilt, und die rasch nachfolgen⸗ den Blitze nehmen manchmal denselben Weg, den ein unmittelbar vorangegangener Blitzstrahl durchfuhr. Man sieht dies sehr gut auf photographischen Aufnahmen, daß manchmal in bständen von wenigen Sekunden ein Blitz dem anderen, sast in derselben Luftbahn folgt. Eine Photographie zeigt dann zuweilen zwei bis drei Blitze nebeneinander.
Nun versagen aber für diesen Fall diese alten Erklärungen für die Ursache der Entstehung des Donners, denn der Durchschnitt der Luftbahn, die der Blitz zurücklegt, ist oft so dünn, daß er nicht größer erscheint als etwa ein Zwei- bis Dreimarkstück; man hat bei Blitz⸗ spuren gefunden, daß der Durchschnitt der Blitzeintritts- oder Aus⸗ trittsstelle nicht größer ist. Rechnet man noch die Explosionswirkung des Blitzes hinzu, die in der Luft seine Bahn noch verbreitert, so ist damit noch immer nicht überzeugend dargetan, daß die gewal⸗ tigen Donnerschläge, die man manchmal hört, dem Nachsinken dich⸗ terer Luft in die schmale Blitzbahn ihr Entstehen verdanken können.
Vor einigen Jahren fand der Engländer Trowbridge eine Er klärung für die Entstehung des Donners, die recht glaubhaft klingt. Er zeichnet den Donner als einen Explosionsschall, der aus den oberen Luftschichten kommt, wenn der Blitz sie zur Explosion bringt. Wie ist das möglich? wird mancher fragen. Die Luft kaun doch nicht ohne jeden Zündstoff explodieren?
Und doch ist dies sehr wahrscheinlich, wenn man der Erklärung von Trowbridge folgt. Er sagt: Durch den Blitz findet in den Luft— stellen, die der Blitz durchfährt, eine gewaltige Erhitzung statt. Der Blitz hat ja eine Hitze von mehreren tausend Graden. Durch diese plötzliche Erhitzung der Luftschichten werden diese in die einzelnen Gase zerlegt. Es bilden sich aus ihr und dem Wasserdampf Wasser— stoff, Sauerstoff, Stickstoff. Die nachfolgenden elektrischen Teilchen des Blitzes bringen dieses Gemenge von Gasen zur Entzündung, und nun folgt die Explosion. Diese gewaltigen Zündschläge, die sich in der Luft abspielen, sind die Donnerschläge, die wir hören, und die von ihnen ausgehenden Schallwellen werden an den dichteren Luftwellen zurückgeworfen und Nachrollen hörbar. Wo also der Blitz die Luft durchfährt, bringt er sie zur Zersetzung in ihre beiden Hauptgase: Sauerstoff und Stickstoff. Er zerlegt aber auch den in der Luft enthaltenen Wasserdampf in seine Be standteile: den Sauerstoff und den Wasserstoff. Aus der Schule wissen wir noch, daß Sauerstoff und Wasferstoff in Ga orm, unter bestimmten Verhältnissen gemischt, ein sehr gefährliches Gemenge darstellen, das sich in der Hitze zu Knallgas verbindet Es entzündet sich an einer Flamme unter gewaltigen Explostonserscheinungen.
Nicht anders vollzieht sich dieser Vorgang in der Luft während des Gewitters. Die e Hitze des Blitzes bewirkt die Entzündung der von ihm durch rsetzung gebildeten engen von Sauerstoff und Wasserstoff; es entstehen in der Luft K gasexplosionen, deren Lärm der Donner ist.
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schnell sinkender Temperatur ein. Diese ab sinkende kalte Luft vo bringt nun dieselbe Arbeit wie im Sommer. Sie mehrt die e trische Ladung der Luft, die sich den Schneeteilchen mitteilt. gleichzeitig auch eine entsprechend starke Ladung der Er. wird die Luft und der Schnee zum Ausgleich der ho gebracht, je weiter die elektrische Spannung gewachsen ift. Viele haben schon von elektrischen Erscheinungen während ei Schueefalls gelesen und die Meteorologen messen regelmä Stärke der Luftelektrizität, die im fallenden Schnee enthalten wie sie an den Anstalten auch Aufzeichnungen über die in der Luf vorhandene elektrische Spannung machen. 2 Also auch in der kalten Jahreszeit werden schwere, dichte Luft⸗ massen, die aus den Höhen herabsinken und noch kälter sind als die Bodenluft, die elektrische Spannung mehren und schließlich zu Vlitz⸗ bildung und Donner führen. b Ein solches Wintergewitter, das sich im Februar 1908 in exeignete, ist mir als eines der jüngsten dieser Art in Erinnern Es war ein trüber, mäßig kalter Wintertag, an dem sich am N mittag dunkle Wolken einstellten, als wollten sie ausgiebigen Schm. bringen. Nun begann es zu schneien; der Schneefall ging nach einen halben Stunde in Graupeln über. Plötzlich zuckte ein Blig, dann
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wieder einer. Eine Weile dauerten Blitze und Donnerschläge an, 1 dann vermehrte sich der Graupelfall, es gab harten Schnee; die Temperatur sank ungemein schnell, in kurzer Zeit waren alle Leute dick in Schneemänner verwandelt und der Boden mit glattem Schuce not überzogen, fast wie wenn es Glatteis gegeben hätte. Am nächsten 0 Tage wurde es klar, und dann gab es starken Frost. ud 1 Küch 3 Mut 9 5 5 lat, Aus unserer Sammelmappe. dot Vögel und Flugmaschinen. Daß ein genaues Studium 0 kann Vogelfluges wichtige Aufschlüsse für die Konstruktion der Flu Nan maschine geben kann, ist eine Ueberzeugung, die alle Bahnbrecher auf diesem Gebiete gehabt haben, die ihre Arbeit stets mit einer ache eingehenden Beobachtung der fliegenden Vögel begannen. Auch die Stel Wissenschaft hat sich dieses Problems bemächtigt, und neuerdings wut hat besonders der französische Forscher Magnan eine Reihe von iti Untersuchungen an Vögeln durchgeführt, die bemerkenswerte Er⸗ 5 gebnisse gezeitigt haben. Er hat festgestellt, daß bei allen fliegenden Nase Vögeln die Verhältnisse ihrer Körpermaße gleich bleiben und in kurt
einer regelmäßigen Beziehung zu dem Gewicht, das sie zu befördern haben, stehen. Die Natur würde danach einen wertvollen Finger⸗ zeig für die Flugkunst liefern, da man die Maßberechnung der Vögel
auf den Bau der Flugmaschine übertragen könnte. Magnan bat g* 200 Vögel, die zu 76 Arten gehörten, untersucht, und zwar im de Naturzustande, ohne daß sie im Käfig gelebt hätten; alle wu 2
mit der Bichse aus der Luft heruntergeholt und sofort nach dem 0 1
Tode genau gewogen und ausgemessen. Die Oberfläche ihrer Flügel wurde genau in Quadratzentimetern aufgezeichnet und auß die Einzelgewichte genau in Grammen sestgestellt. Dabei zeigte sich,
daß die charakteristischen Werkmale des Vogels varlieren, se nach⸗ 9 dem er den Gleitflug, den Segelflug oder den Rudererflug ausübt,
.
daß aber diese Merkmale bei den Individuen derselben Gruppe so I lt gleichmäßig wiederkehren, daß man sie für die Praxis als konans ben
zmen kann. Magnan klassifiziert dabei die Vögel solgender⸗ In maßen: Raubvögel, die vor allem den Gleitfing ausführen, 1 Schwimmvögel, die den Segelflug ausüben, und Nudervögel wis 5 85 Sperlinge und Hühnerarten. Es sind nun die Vögel der erden 85 Gruppe, deren Flug sich am meisten dem der Flugmaschinen, und 5
zwar der Eindecker, nähert. Da nun in dieser Gruppe ein Vogel 5 von 500 Gramm dieselben Verhältnisse in seinen Körpermaßen aufe g N00 weist, wie ein Vogel von 10 Kilogramm, so muß man annehmen, 1 s Tups der Gleitflieger, der 500 Kilo wiegen. 1 vürde, dieselben Verhältnisse zeigen würde. Auf Grund dieser me hat Magnan berechnet, welche Maße ein solcher Rien ⸗ zel von 500 Kilo, der also etwa das Gewicht eines Einen K hätte, haben müßte, und er ist zu folgenden Zahlen gelangt: Nine“ che 14070 Quadratmeter, Gewicht der Flügel 98,5 Ales
1 Vogel diesee
0
2
„ „Spannweite 10,5 Meter, Breite des Flügels 187 Meter, 1
Länge des Schwanzes 2,00 Meter, Länge des Apparates 407 Meter.
Abgesehen von der Länge, die erheblich geringer ist als die unse ren
tigen Flugmaschinen, sind diese Maße in der Tat nicht sehr ve. schieden von denen der üblichen Typen. Das Gewicht ist freilich sehr verschieden je nach den Baustossen, und man sucht natürlich zu mer immer größeren Leichtigkeit der Maschinen, bei gleichbleibenden Wlderstandskraft, zu gelangen, da eln Ueberschuß an Kraft ein 1 6 Vermehrung der Unsicherheit bedeuten würde..
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