i Rede ist, für welche es ja gerade erforderlich, nicht hin⸗ din lich ist, Ausländer zu sein.
Vollständig verschwindet derselbe nach der von dem hohen atsministerium in der Kammer abgegebenen Erklärung. Denn durch dieselbe daran festgehalten wird, daß alle mehr als zehn Ihre abwesenden, Flüchtlinge— und in dieser Lage sind freilich — Ausländer geworden sind, so kann es selbstredend
das Motiv ihres Charakters als Ausländer nicht mehr an⸗ men. Und wollte man dennoch auf das Motiv, warum gnand Ausländer(geworden) ist, zurückgehen, so wäre ja auch der bei Marx der politische Konflikt und die force majeure „höhere Gewalt“) einer Verhaftung, die ihm bei seiner Rückkehr reußen bevorstand, das Motiv feines Ausländertums, seine
ige also auch in bezug auf bas, wiewohl ganz gleichgültige, Motiv gez identisch mit der fämtlicher zehn Jahre abwesenden und urch zu Ausländern gewordenen Flüchtlinge. Indes muß gichwohl bemerkt werden, daß Marx die im Jahre 1845 verlorene Lalität eines Preußen im Jahre 1848 wiedergewonnen hat. (Fortsetzung folgt.)
Die deutschen Arbeiter⸗Bibliotheken.
Das proletarische Bildungswesen hat in den letzten ihren einen mächtigen Aufschwung genommen, seitdem n den in Frage kommenden Organisationen in wachsendem Unfange besondere Bildungsausschüsse eingesetzt wurden. id das war durchaus notwendig! Denn woher soll die lebeiterschaft die zur Führung des Klassenkampfes unbe⸗ beigt notwendige Klassenbildung bekommen, wenn nicht durch von ihr selbst geschaffene Einrichtungen? Daß die Ulksschule in dieser Frage vollständig versagt, ist natürlich. as klägliche Wissensquantum, das sie vermittelt, vermag lum über die alltäglichen Aufgaben des Lebens hinwegzu—
Ifen. Späterhin, wenn der Arbeiter mitten im Daseins-
kmpfe steht, versiegt ohnehin dieser spärliche Quell, er hat line Zeit mehr, Schulen zu besuchen. Diesem Mangel eben chte die Arbeiterschaft durch Einrichtung von Bildungs⸗ shulen, Leseklubs, Diskussionsabenden usw. abzuhelfen. Das ind alles Einrichtungen, in denen nicht Elementar-, sondern llassenbildung, d. h. das Wissen, welches der Arbeiter im Massenkampfe braucht, vermittelt wird.
Von größter Bedeutung sind natürlich— oder sollten e doch sein— die von den Arbeiterorganisationen eingerich— Iten Bibliotheken. Leider genügen diese bei weitem nicht
m bestehenden Bedürfnis. Zudem leidet unser Bibliothek—
hesen unter einer großen Planlosigkeit. Die Büchereien sind zem größten Teile aus Schenkungen von Parteigenossen her— wrgegangen und tragen daher das Merkmal der Zufällig— kit. Die Ergänzung des Bücherbestandes wurde unter dem besichtspunkte der Sparsamkeit vorgenommen. Man be⸗ Uitzte etwa eine sich zufällig bietende Gelegenheit, alte Kücherbestände billig zu erwerben. Hin und wieder kaufte han auch einige Neuerscheinungen— und glaubte damit des (uten genug getan zu haben. Auf diese Weise wurden die Cammlungen zwar sehr umfangreich— aber nichts weniger gels wie gut und wertvoll.
Ein anderer großer Uebelstand ist die Zersplitterung der Fibliotheken. An vielen Orten haben die Zahlstellen und lweigvereine der Gewerkschaften„eigene Büchereien“ und ene Parteibibliothek ist gewöhnlich auch noch vorhanden. o kommt es, daß sich in den meisten Ortschaften ein halbes Dutzend Bibliotheken der oben geschilderten Art befinden, die tatürlich auch in verschiedenen Lokalen untergebracht sind. daß dabei die Benutzung sehr leiden muß, ist klar.
Ein wahrhaft abschreckendes Beispiel bietet in dieser deziehung Berlin. Hier gibt's rund 50 Bibliotheken, die iber 50—60 000 Bände verfügen und alle unabhängig von⸗ (nander ihr Dasein fristen. Jeder Bibliothekar arbeitet lach„seinen“ Grundsätzen— und dabei entsteht der schönste Virrwarr. Einen genauen Ueberblick über das gesamte Libliothekwesen zu bekommen, ist daher trotz mancher Ver⸗ suche noch nicht gegsückt.
Und doch ließe sich durch Zusammenlegung der vorhan⸗ enen Bücherbestände zu einer großen Bibliothek Großes affen. Nur dann wäre mehr als wie bisher eine Möglich⸗ hit gegeben, geschulte Bibliothekare heranzuziehen, die mit Ceschick und Interesse ihres Amtes walten könnten. Heute ercßalten ihren Posten vielfach Genossen, die da meinen, dre Aufgabe bestünde nur in
der Herausgabe und dem Um⸗!
tausch der Bücher. Ihre wichtigste Arbeit soll aber die Be⸗ lehrung und Anleitung der Leser sein, und nur wirklich durchgebildete Genossen können sie leisten.— Vielfach sind auch die Bibliothekräume unzureichend, sie befinden sich oft in Kneipen und setzen die Besucher der Notwendigkeit aus,
eventl. alkoholische Getränke genießen zu müssen, was natür-
lich nicht im Sinne unserer Bildungsbestrebungen liegt. Helle, geräumige Zimmer brauchen wir für unsere Biblio— theken, dazu Arbeitsräume, in denen alle, die zu Hause dazu nicht die nötige Ruhe finden, ungestört schaffen zu können. Alle notwendigen Reformen ließen sich bei einer gegenseitigen Verständigung der in Betracht kommenden Instanzen sehr wohl durchführen.
Leider war es bisher noch nicht möglich, genaue Daten über die Anzahl der in Deutschland vorhandenen Arbeiter— bibliotheken und ihre Bücherbestände zu erhalten. Schätzungs⸗ weise besitzen jetzt Partei- und Geberkschaftsorganisationen rund 750 Büchereien mit zirka 1½ Mill. Bänden, auf die etwa 2 Millionen Entleihungen entfallen.
Alle Orte, welche die Zentralisation ihrer Bibliotheken einführlen, konnten einen gewaltigen Aufschwung in der Benutzung verzeichnen, so u. a. Magdeburg, Elberfeld, Hag burg, Breslau, in welchen Städten neuerdings auch Berufs- bibliothekare angestellt wurden. Macht die Zentralisations- bewegung auch jetzt Fortlschritte: vieles bleibt noch zu tun übrig; wenn unsere Büchereien ihren Zweck, Stätten der
Belehrung und Erhebung zu sein, voll und ganz erfüllen sollen! Max Kette.
Wie die Gewitter entstanden.
Von Gu stav Walter.“)
Wie die Gewitter und der Hagel entstehen, ist vielen Leuten unbekannt. Sie sehen nach einem schwülen Tage plötzlich schwarge Wolken aufsteigen, zerfetzte Gebilde über den Himmel jagen. Plötz⸗ lich bricht der Sturm los. Rasch. Dann blitzt und kracht es, der Regen schießt herab, und es wird angenehm kühl oder auch nicht. Hier spielt sich ein Naturereignis ab, das ebenfalls durch das Ab⸗ sinken kalter Luft zur Ausbildung kommt. Schon durch die starke Wärmeeinstrahlung an einem heißen Tage sind die Bedingungen dafür gegeben. Je mehr Dunst am Morgen am Boden lag und je mehr Wasserdampf die Luft enthält, um so eher ist die Gewitter⸗ bildung möglich. Vorwiegend sind es natürlich elektrische Ent⸗ ladungen, die sich beim Ausbruch eines Gewitters abspielen, wenn die elektrische Ladung zwischen den Wolken und der Erde zu einer großen Spannung elektrischer Energie geführt hat. Man spricht in der Schule immer nur davon, daß die elektrische Ladung von Luft und Erde die Ursache von Gewittern set. In Wirklichkeit liegen die Vorgänge tiefer.
Die elektrische Ladung ist zwar für das Auge die Haupterschei⸗ nung bei Gewittern, weil der Spannungsausgleich unter lebhaften Feuererscheinungen als Blitz vor sich geht. Doch fällt dabei vielen dem Auge unsichtbaren Vorgängen im Luftraum, die wir meteoro⸗ logische Vorgänge nennen, eine größere Rolle zu, als viele Leute ahnen mögen. Mit dem raschen Aufsteigen stark erwärmter Luft, die eine verhältnismäßig reichliche Menge von Wasserdampf enthält, findet eine rasche elektrische Ladung der Luft statt. Die aufsteigende Luft bildet Wirbel, sie reißt ein förmliches Loch in die höheren, gleichmäßiger gelagerten Luftschichten, und in diese Wirbel strömt von obenher— weil es ja in der Regel oben kälter ist als an der Erde— kalte Luft nach. Dieses Nachfließen in den Luftwirbel bringt immer mehr kalte, schwere Luftmassen herbei, die sich in den Luftschlund nach unten senken. Dadurch findet auch eine raschere Abkühlung der unteren Luftschichten und eine größere Reibung der Luftschichten und der Staubteilchen, die in ihnen enthalten sind, statt. Die Spannung steigt, die ersten Blitze zucken. Gleichzeitig bewirkt die Abkühlung der Luftschichten erstens die Verdichtung des Wasser⸗ dampfes zu Regen und zweitens die rasche Abnahme der Hitze. Es wird kühl, der Regen strömt, der Donner rollt.
Kommen die kalten Luftmassen als ein mächtiges Gebiet Luftoͤrucks von Westen her, dann ist die Abkühlung in der stärker, der Regen ausgiebiger. witter oft Hunderte Landgebiet. Es tritt dann schon nach dem Gewitterausbruch ein schnelles Steigen des Barometers ein, weil die herabsinkenden kalten Luftmassen schwer sind und dadurch auf die leere Metalldose des Aneroidbarometers drücken, wodurch dessen Zeiger nach rechts geht. An Registrierbarometern, die mit einer Feber den Gang des Luft⸗ drucks plötzlich um 1 bis 2 Millimeter senkrecht in die Höhe 1 und erst dann geht die Kurve weiter wagrecht oder schräg aufwärts.
*) Wir entnehmen diesen Abschnitt dem Buche: Die Wette r⸗ kunde von G. Walter. Verlag Dietz(Stuttgart),
Na tegel In solchen Fällen zieht das Ge⸗ Kilometer weit gegen Osten über ein rlesiges


