licher Leidenschaft, nicht das Gefühl des Christentums. Wir 1 unsere Schuljugend nicht mehr auf die Richtstätte, damit sie lerne, wie das Laster ende. Es wird die Zeit kommen, wo die Todesstrafe mit gleichem Entsetzen betrachtet und verabscheut wird, wie in unseren Tagen die Folter und andere grausame Instrumente.

Die tapfere Haltung des Landtages und die Abstimmung riefen allgemeinen Jubel hervor. Namentlich unter den Juristen war die Freude besonders lebhaft, da allgemein angenommen wurde, wenn dieser erste Hauptschlag nicht mit Erfolg pariert, auch die Axt an das rhei e Ziwilrecht gelegt werden würde. Der Präsident des Assisenhofes in der Metropole des Rheinlandes lud sogar die Ge⸗ schworenen zu einem Freudenmahle ein, bei dem es, als der Wein die Zunge gelöst hatte, hoch herging. Dann wurden in aller Stille zwei der größten Dampfer gemietet und die Gäste aus den Wein⸗, Bier- und Schnapshäusern sowie die Bülrger aus ihren Wohnungen auf die Dufte sse geholt, um dem noch versammelten Landtage für sein trotzige Votum einen Fackelzug zu bringen, worüber die

7

Kölnische Zei tung die alte Rheinische Zeitung war bereits im Frühlahr unterdrückt worden großen. anstimmte. N Gestern abend 6 Uhr so schrieb die alte Wetterfahne

sah man zwei der größten Dampfschisse der Kölnischen Gesell⸗ schaft,König undStadt Koblenz, hochbewimpelt und bunt⸗ beflaggt unter dem Donner der Böller eine Fahrt antreten, die auf den ersten Blick und dem lauten Jubel sowie den rauschenden

Tönen der an Bord befindlichen Musikkorps eine Lustfahrt ge⸗ schienen. Aber keine Frauen und Mädchen schmückten die Schifse. Männer nur füllten dichtgedrängt die weiten Räume der Ver decke. Die Schiffe flogen unter dem tausendstimmigen Zurufe der am Ufer zurückgebliebenen Menge gen Düsseldorf. Die Kunde von dem Beschlusse des rheinischen Landtages, wodurch der Strafgesetzentwurf einstimmig abgelehnt worden, hatte wie

5 Laufseuer sich verbreitet und das Gefühl der Freude und des

ankes und edlen Stolzes ob solcher Einigkeit in aller Herzen 25 Der erste Impuls rief jene Fahrt hervor, die um 12 Uhr mittags in einer Versammlung auf der Börse angeregt, sechs Stunden nachher von mehr denn 1000 Bürgern angetreten wurde. Bei einbrechender Dunkelheit begrüßten Musik, Schüsse, Raketen, Feuersäulen von den Schissen den Sitz des Landtages und nun wälzte sich aus den Dampfern eine unübersehbare

Doppelreihe von Fackelträgern durch die dichte Menge der freudig bewegten, zujauchzenden Düsseldorfer, welche in aller Eile alle möglichen Vorkehrungen zum herzlichen Empfang unserer Bürger getroffen hatten und durch Aufstellung eines Musikkorps, durch Aufhissen der Flaggen und durch Völlerschüsse ihre Freude über den sestlichen Einzug an den Tag legten. Eintretend in die Stadt, am Tor, wurden die Kölner in einem Spalier von Düssel⸗ dorfer Bürgern, die sich in augenblicklicher Improvisation zu einem Fackelzuge zusammengefunden hatten, mit lautem Jubel empfangen, aus deren Reihen ein Wortführer eine begeisterte Begrüßung aussprach und unter anderem sagte:Köln ist unsere wahrhaft Metropole; Köln verdient uns voranzugehen, wir er kennen ihm diesen Beruf gern und ohne Neid zu. Alaaf Köln! Eine Deputation aus Köln, deren Sprecher Holthof, liberreichte an den Landtagsmarschall eine der es

u. a. hieß: Mit gespannter Erwartung sah man der Entschließung des

Justigrat Adresse, in

Landtages entgegen und der einheitliche Pulsschlag des rheinischen Volkes hat durch den einstimmi gen Beschluß seiner Vertreter den würdigten Ausdruck gesunden. Die Kunde davon eilte von

Munde zu Munde, die Freude, der Jubel wälzt ich von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf. Die höchsten Güter des Bürgers, das Recht gesetzlicher Gleichheit, das Recht eigener Rechtsprechung

sind gewahrt. seiner die

Mit Stolz blickt das Volk auf Vertreter, Jusicherung furcht

V

die Versammlung

denen Kölns Bürger die Gefühle des Dankes,

ihres sesten, unwandelbaren Vertrauens ehr⸗

voll darzubringen, heute in Massen gekommen sind.

ei einem am 4. Juli in Düsseldorf abgehaltenen Festmahle

sagte der Dandelskammeruräsident Hecker aus Elberfeld u. a.:

Mit gespannten Erwartungen sahen die Einwohner unserer

Provinz auf ihre wackeren Vertreter, die in ihrem Namen sich über die Zulässigkeit jenes Gesetzes zu erklären hatten, und mit allgemeiner, an Begeisterung daes Freude wurde daher ihr glänzendes, sast ohne Beispiel dastehendes Votum begrüßt. Und auch diesem Votum gilt das berrliche Fest. Darum ein volles Glas der Gleichheit vor dem Gesetz, dem Geschworenengericht, der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsversahrens. Die Einheit der rheinischen Gesetzgebung soll leben.

Da das rheinische Bürgertum damals noch aufrechten Ga war und aus seinem Herzen keine Mördergrube machte, auch den Regierungsprästdenten von Düsseldorf und den Oberpräsi⸗ denten der Rheinprovinz Ju einem Fesimahle geladen, die der Ein ladung gesolgt waren. Der Haß gegen die Reaktion suchte sich in offener und versteckter Weise Luft zu machen, worauf der Vize⸗ Landtagsmarschall von Groote aus Köln die Gemüter zu beschwich⸗ tigen suchte, aber am Weitersprechen gehindert wurde. Der Spek⸗ takel wurde so groß. daß der Regierungspräsident und der Ober⸗ präsident unter 1 den e verkleben.

Am 18. Juli erließ edrich Wilhelm 44 hinsichtlich der Vor⸗ bänge bei dem Festmable fol gende Philippik

Ich würde von den Austritten, welche bei dem sogenannten Festmahle am 4. d. M. in Düsseldorf stattfanden, der Beachtung wenig wert gehalten haben, wenn Ich nicht ersahren hätte. daß mehrere Beamten der an sie ergangenen

nges hatte man

die

ie Nachricht

solche nur imstande seien, fluß auf seine Entschließungen und den Gang seiner Regierung aus⸗ üben zu können, so mußte er doch, durch die 9 gezwungen, wohl oder übel, sowohl von der Veseitigung des öffent⸗ lichen und mündlichen Gerichtsverfahrens, der Prügelstrafse Abstand nehmen.

und den Rhei nländern suchte man auf einem anderen? kommen. Aus Zeitung großen soziale Frage ventiliert und die mobil gemacht welches bis zu

ganzen Rheinprovinz nur auf 700 Abonnenten und hatte jedes Jahr nicht weniger als 18 000

mußte vertretung mitreden lassen, die verpönten rheinischen Institutionen, das öffentliche und mündliche Gerichtsversahren

schworenengerichte! in ganz Preußen einführen, nachdem die aun des 18. März d

Einladung gefolgt wären. Ich erkenne die gute Absicht, dieselben hierbei geleitet hat und welche sich auch dadurch gegeben, daß sie mit lobenswerter Erkenntnis ihrer Ste sofort das Fest bei dem ersten Ausbruch einer verwerf Tendenz verließen, wofür Ich ihnen Meinen Beifall zu erkennen gebe. Dieser Vorfall hat aufs neue den Unwert solcher Demon⸗ strationen ins klarste Licht gestellt. Sie sind nur imstande, Lärm zu erzeugen, ohne irgendeinen Einfluß auf die Sache, auf Meine Entschließung und den Gang Meiner Regierung üben zu können. Um so mehr ist es Mein Wille, daß Meine Beamten sich von solchen Manisestationen sernhalten und nicht hierdurch entweder dazu beitragen, den letzteren wider ihren Willen eine unverdiente Bedeutung zu geben oder gar, wenn deren wahrer Charakter hervortritt, in den Fall zu kommen, das Ansehen der Regterung durch die Gegenwart ihrer Organe zu kompromittieren.

Und trotzdem der König betonte, daß Demonstrationen wertlos, Lärm zu erzeugen, ohne irgendeinen Ein⸗

Macht der Verhältnisse wie der Unterdrückung Selbstverständlich wurde

im übrigen Preußen weiter geprügelt Wege beizu⸗ Die Regierung suchte nun den Teufel mit dem Belzebnd Sie gründete nämlich im Jahre 1844 in Köln eine Formates, den Rheinischen Beobachter, in dem die Arbeiter gegen das S werden sollten, was kläglich mißlang. Das Blatt, den Februartagen 1848 erschien, brachte es in der

zutreiben.

Taler verschlungen. Nachdem diese. von der Bildfläsche verschwunden, der König hinsichtlich seiner Eutschließung sogar die Volks⸗

die Ge⸗

und

n Weg dazu geebnet hatten.

aus unserer Sammelmappe. Der kleinste Gegenstand auf den Mond. Der Abbe Morenx,

der Leiter der Sternwarte in Bourges, der sich namentlich um die Planetensorschung mancherlei V zerdienste erworben hat, erörtert im Pariser Kosmos die Frage, habe, der sich mit den heutigen Hilfsmitteln der Astronomie auf dem Mond noch wahrnehmen ließe stellung ab, um wieviel ein Fernrohr den Mond zu vergrößern und dem Auge scheinbar näher zu rücken vermag. lere Entsernung des Mondes von der Erde zu 383 000 Kilemeter an, so würde ihn eine zehnfache Vergrößerung so zeigen, als ob er nur 38 500 Kilometer entfernt wäre. rung würde ihn also auf 3850, eine tausendsache auf nähern. Fernrohren bei einer Mondbeobachtung gar nicht, und doch lehrt die Erfahrung, daß wir mit bloßem Auge in einem Abstand von 88 Kilometern eigentlich überhaupt nichts mehr erkennen können, oder sicher nur ganz grobe Umrisse ohne jede Einzelheit. sich, daß sich auf der Mondoberfläche nur ganz große Gegenstände, also ungeheure Bergmassen, und Das war wenigstens der Schluß, zu dem der berühmte Phystker Arago gelangte. Punkt, daß sich ein Vergleich zwischen unserm Sehvermögen auf der Erdoberfläche und demjenigen gegenüber Himmelskörpern, die hoch über dem Horizont stehen, gar nicht ziehen lasse.

welche Ausmaße der kleinste Gegenstand

Die Antwort hängt von der Fest⸗ Nimmt man die milt⸗ Eine hunder ache Vergröße⸗

385 Kilometer Eine tausendfache Vergrößerung gibt es nun mit unsern

Daraus ergibt

Krater von sehr großem Durchm sser andere Gebilde von gewaltiger Ausdehnung unterscheiden lassen.

Moreux übt eine Kritik an diesem Urteil in dem

Der aufwärts ge⸗ chtete Blick hat selbstverständlich eine viel geringere Schicht der

Atmosphäre zu durchdringen als das wagerecht gerichtete Auge. Die Atmosphäre aber ist gerade in ihren untern Teilen ein staxkes Hindernis für die Sehschärse, ein mehr oder weniger dichter Vor⸗ hang, der durch seine Beladung mit Staub und Wasserdämpfen und außerdem noch durch heftige Bewegungen die Reichweite des Auges erheblich einschränkt. Wege beizukommen. Vergrößerung einen Fleck von einer Bogensekunde, die im

punkt der Mondscheibe etwa einer Länge von 1830 Metern en spricht, aber eine viel stärtere Vergrößerung erreichen, und es müßte mit einem Fernrohr von einem Meter Oeffnung möglich sein, auf dem

Monde sogar einen Gegenstand von nur 18 Metern Durchmesser zu erkennen.

Morenx hat versucht, der Frage auf anderm Die Erfahrung lehrt, daß schon eine dosache

sichtbar macht. Mit noch größern Fernrohren kaun man

K

.

.