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0 geeignete Festräume zur Verfügung. Zur Zeit ist noch ein sichtige Bau in der Aufführung begriffen, der den Arbeitern gute ulllerische Genlisse. Theater⸗ und Opernaufführungen vermitteln 1 Alle Baulichkeiten des„Vooruit“ werden von der sozialistischen sbuktivgenossenschaft der Bauarbeiter ausgeführt. Das sozia⸗ che Organ„Vooruit“ wird in der der Genossenschaft gehörenden cböruckerei hergestellt. In der Druckerei sind 73 Setzer und ucker und 30 Hilfsarbeiter beschäftigt, ste druckt 22 gewerkschaft⸗ ze und sozialistische Wochenblätter.
So ist die Ausstellung der sozialistischen Genter Konsum⸗ und roduktipgenossenschaft ein imponierendes Zeugnis für die Tatkraft i Arbeiterschaft. Sind es doch ausschließlich Arbeiter, die diese kachtenswerten Leistungen vollbracht haben.
Mensch und Buch.
Ueber den Umgang mit Büchern hat Stephan Großmann im en Jahrgang des Stroms, Organ der Freien Volksbühne in en, die nachfolgenden sehr beherzigenswerten Worte veröffent- at. Da die Winterlesezeit wieder einsetzt, scheint es uns sehr gebracht, diese Ausführungen hier abzudrucken. Sie lauten:
Vor allem: Hast du überhaupt Bücher, mit denen du umgehst? icht nur der Arme muß darauf oft schweren Herzens nein sagen, ch der kleine Bürger ist bei uns oft blicherlos, und der Bourgeois itzt oft genug Bücher, mit denen er aber keinen Umgang pflegt. gibt nichts Kläglicheres als so eine unbenutzte Bibliothek, rechts gen die Bände des Konversationslexikons(dessen Notwendigkeit
Hause lange Zeit vielfach überschätzt wurde), links daneben hethe, Schiller, Lessing in goldgepreßten Prachtbänden. Im untern ache kugeln ein paar Reclambändchen, der dicke Band eines omans, das Kochbuch und eine leere Zigarrenkiste herum. Wie t schmücken solche Idyllen des Bürgers Heim! Zuweilen hat er gar einen Bücherkasten, hinterm Glas lugen die glänzenden wünde hervor, aber der Schlüssel des versperrten Kastens ist abge⸗ Agen, kein Fremder soll hier eindringen dürsen, der Besitzer selber „ach Gott, wo hat der Zeit, Schiller zu lesen?... Da lob ich ir den Mann ohne Bücherkasten, ohne goldgeschmückte Bücher, der mer nur einen Band im Hause hat und den nicht sein Eigen ennt, sondern dem Vereinsbesitz entliehen hat. Bücher besitzt man icht im Kasten, Bücher besitzt man im Hirn.
Dennoch: Einige Bücher sollte jedermann im Hause haben. Es bt für jeden ein paar Bücher, mit denen er leben soll. Dies ist un die wichtigste Regel für den Umgang mit Büchern: Suche dir us der ungeheuren Flut die paar Bände aus, die dir persönlich wertvoll find. Das müssen durchaus nicht immer die sachlich be— eutendsten sein. Besondere Erlebnisse, namentlich Jünglings⸗ rlebnisse, können ein Buch mit einem besonderen, unzerstörbaren Zauber umgeben. Mir ist so der Roman„Der Absturz“ von Jontscharow(bei Reclam erschienen) zu einem bedeutungsvollen Jerk geworden, bloß weil sich tausend Jugenderlebnisse um diesen Moman spinnen. Ein anderer wird aus anderen Büchern die leistige Musik seiner Jugend hören. Solche mit der eigenen Eut⸗ wicklung verwachsenen Bücher soll man vor allem besitzen. Natür⸗ ch, wenn's geht, nicht nur sie. Aber im großen ganzen soll man nur solche Bücher bei der Hand haben, die einem auch innerlich nahe iind. Der rein äußerliche Vesitz von Büchern ist ein typisches Merk⸗ mal der Bourgeois.
N 1 Selbstverständlichkeiten: Die guten Bücher lies oft! Andersens Märchen lesen sich mit neun Jahren anders als mit dreißig Jahren übrigens mit dreißig Jahren weitaus genußreicher). Friedrich Niesche liest man mit neunzehn Jahren anders als mit vierzig Amit vierzig Jahren richtiger, ungläubiger, lächelnder, zurückge⸗ dogener), und nur wenige keruhafte Autoren(Schopenhauer, Kleists „Michael Kohlhaas“, Maupassant) findet man mit siebzig Jahren gerabeso nahrhaft wie mit zwanzig. An diesen Lieblingsschrift⸗ sellern, zu denen man immer wieder ohne Enttäuschung, ohne llebersättigung zurückkehrt, kann der einzelne sich selbst erkennen. leberdenk, welchen Dichtern und Denkern du unwillkürlich treu lebst, und du wirst ein weniges mehr über dich selbst wissen!
9 Wie soll man mit Büchern umgehen? Mit dem kleinen Kreise der eigens erwählten anders als mit
Ich habe zu Hause einen alten„Ecker⸗
gehöte. Der hat da auf Seite, die besonders zu ihm sprache, seine Striche, am Rande zuweilen kurze Bemerkung gemacht. Les ich in
diesem Buche, so unterhalte ich mich zugleich mit meinem toten Bruder. Ich finde es dumm, daß ich in ein mir wertvolles Buch keine Spur meiner Anwesenheit eintragen soll. Willst du was anstreichen in deinem Buch, so tu's getrost(versteht sich, nicht im entliehenen Bibliotheksbuch). Ein Buch soll geistig verzehrt werden, dies ist das wichtigste. Ob's nun dabei äußerlich ein wenig beschdigt wird, ist Nebensache. Das nächste Mal, wenn du dasselbe Buch liest, bist du gewachsen und ein anderer geworden, und kanst an dem Striche sehen, wo du vor soundso viel Jahren gehalten hast.
6 Soll man Biicher verleihen? Wieder muß man den Grenzkreis ziehen. Die Bücher, die mein persönlichster, innerlichster Besitz sind, leihe ich nicht her. Keinem! Aber die Bücher des weiteren Kreises sollen in der Runde ver— trauenswürdiger Menschen— vertrauenswürdig ist jener Entleiher, der sich die Hände wäscht, ehe er ein Buch zur Hand nimmt— zirkulieren. Eine gewisse Kreditwürdigkeit muß der Entleiher be⸗ sitzen, ich meine nicht eigentlich ökonomischen als vielmehr mora— lischen Kredit. Es gibt ia noch immer freche Patrone, die meinen, Bücher seien nichts so Wesentliches, daß man sie zurückgeben miisse oder wenigstens micht in anständigem Zustand. Solche Kerle ver⸗ sündigen sich am ungeschriebenen Genossenschaftsgesetz und erzeugen Kleinlichkeiten und Besorgtheit. Aber jeder bessere Mensch läßt sich durch diese gemütlichen Defraudanten nicht weiter beirren und leiht weiter. Bücher sind da. um zu zirkulieren! Ein Buch, das jahre⸗ lang ungelesen im Kasten steht, verdorrt. Blücher sollen von Hand zu Hand gehen, nur müssen die Hände sauber sein. 0
Zuviel lesen ist vielfach eine viel drohendere Gefahr als zu⸗ wenig lesen. Es aibt Leser, die beim Essen, bei Einschlafen, bei den trivialsten Verrichtungen lesen müssen. So entsteht jenes unphan⸗ tastische, bildlose Lesen, das nichts als eine Diarrhöe des Geistes ist, ein Aufnehmen ohne Behalten. Auch das danken wir großenteils den Zeitungen, die ja nur selten rechtschaffener Aufmerksamkeit würdig sind. Der Kaffeehausmensch, der täglich zwei Dutzend Journale durchschnuppert, wird des tieferen Umgangs mit Büchern unfähig.
Wie eine neue Menschenrasse eutsteht. Von Dr. A. Lanick. Die Völkerfamilien unserer Tage sind etwas Gegebenes, etwas Vollendetes, denn ihre Entwicklung haben wir nicht mit erleben können. Umso wertvoller ist es für das heutige Geschlecht, daß sich ihm die Gelegenheit bietet, die Entstehung einer neuen Menschenrasse zu beobachten. Es ist das erste Mal seit Bestehen der Menschheit überhaupt, daß wir mit Bewußtsein diesen hochinteressanten Vorgang verfolgen lönnen. Und an diesem Anfängertum liegt es, daß noch sehr viele Punkte des ganzen Vorganges in Dunkel gehüllt sind, daß vor allem über die Ursachen noch so gut wie nichts Be⸗ stimmtes verlautet. Wir wollen deshalb jetzt nur einen kurzen Blick auf die Tatsachen werfen. Jedem von uns wird
B C s aufgefallen sein, daß man den Nordamerikaner sofort als
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solchen erkennt, ganz abgesehen von seiner Kleidung und Barttracht. Der Nordamerikaner ist eine Rasse für sich. Die
Entstehung dieser besonderen Art führte man zunächst zurück auf die Vermischung der verschiedenen Rassen der Einwan⸗ derer; aber es hat sich herausgestellt, daß diese Vermischung, wenn sie vielleicht auch mitgewirkt hat, doch jedenfalls nicht der einzige Faktor zur Herausbildung einer neuen Rasse ge⸗ wesen ist. Die Nachkommen der Einwandererfamilien zeigen selbst dann merkliche Rassenveränderungen, wenn eine Ver- mischung mit fremdem Blut nicht eingetreten ist.
Im Auftrag der Einwanderungskommission der Ver⸗ einigten Staaten hat Prosfessor Franz Boas von der Ko⸗ lumbia⸗Universität Untersuchungen der typischen Merkmale der Einwanderer vorgenommen. Wegen der verfügbaren kurzen Zeit beschränkte sich der Gelehrte darauf, die Verhält⸗ nisse der Stadt Newyork zu untersuchen. Es kamen in Be⸗ tracht Böhmen, Slovaken, Pommern, Polen, Juden, Sizilier,
dem großen der fremden. (Gespräche mit Goethe), der einem jung verstorbenen
Bruder
Neapolitaner, Italiener und Schotten. Bei allen mit. Aus-
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