Ausgabe 
8.7.1913
 
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alle fremden Studenten entfernt hat. Der König leugnet weiter zebe Verbindung mit Rußland.

Noch am 23. Mai 1813 versichert der Kaiser von Oesterreich: Ew. Majestät legen in meine Hände den Schutz Ihrer Ehre. An dem Tage, da ich E. M. meine Tochter gegeben habe, ist diese Ehre die Meinige geworden, und ich werde sie mit Ihrer Hilfe sie wie die Meinige zu verteidigen wissen.

Dann aber verließen den Stürzenden und Gestürzten alle.

Neues über die Bewohnbarkeit der Welten.

Die Frage der Bewohnbarkeit anderer Gestirne hat, selden ihre freimütige Beantwortung Giordano Bruno zu Rom auf den Scheiterhausen brachte, immer wieder das menschliche Gemüt er⸗ regt und angezogen. Zwei Ansichten standen sich dabei, soweit diese Dislussion wissenschaftlich geführt wurde, von je gegenüber. Dic eine ging von der Ueberzeugung aus, daß die Naturgesetze der Erde keinen Spezialfall darstellen, sondern, da sie im ganzen Universum gleich wirksam, bei der fast unbegrenzten Zahl der Himmelskörper bie Verhältnisse der Erde wiederholt hervorgebracht haben und da⸗ mit auch dieMenschheit, so wie bei einem Würsfelspiel dieseibe Kombination wiederkehren muß, wenn man nur genügend lange spielt.

Die andere Ansicht schätzt die Zahl der Entwicklungsmöglichkeiten eines Gestirnes so hoch ein, daß es für sie ausgeschlossen ersche int, bei der immerhin nicht unendlichen Zahl von Gestirnen sich die Kom⸗ binationLeben oder garirdisches Leben nochmals verwirklicht zu denken.

In diesem Streit der Meinungen greift nun als eine der hie bei beachtenswertesten Persönlichkeiten Svaute Arrhemus, dessen Weit⸗ entstehungshypothese jetzt allgemein als die befreundigendste ange⸗ seben wird, ein, indem er sich in denAnnalen der Naturphilosophie hierzu mit etwa folgenden Gedanken äußert:

Die Frage des Lebens fällt zusammen mit jener der Atmosphäre. Wir sehen, daß alles irdische Leben eines Gemisches von Gasen be⸗ darf, in dem der Sauerstoff eine maßgebliche Rolle hat und das zulr Luft nennen, müssen also annehmen, daß wo keine Luft ist, auch kein Leben möglich sei. Ueber die Atmosphäre anderer Gestirne können wir aber nicht viel erfahren. Nur die wenigen Planeten unsercs Sonnensystems lassen sich hierüber befragen. Die Fixsterne des Himmels sind Sonnen; die Spektralanalyse zeigt uns, daß sie cine ähnliche chemische Zusammensetzung besitzen wie unsere Sonne, und das ist so ziemlich der einzige Anhaltspunkt, um den Analogieschluß zu stützen, daß auch sie ebenso über ihre Heerschar von Planeten ge⸗ bieten wie die Sonne unseres Sustems. Wie aber sene Planeten be schafsen sind, kenn sich die Phantasie in voller Freiheit ausmalen

Relativ gut unterrichtet ist dagegen die Astronowie über die Ni- mosphäre der Planeten und ihrer Trabanten.

Keine Atmosphäre scheint der Mond zu besitzen und wahrscheln⸗ lich auch kein Wasser. Und dies erscheint nicht verwunderlich an⸗ gesichts seiner geringen Größe. Dasselbe gilt für den Merkur. Alle diefe kleinen Gestirne können mit ihrer geringen Anziehungs⸗ kraft so leichte Gase wie Wasserstoff und Helium nicht halten. Diese zerstreuen sich in den Weltenraum. Die anderen Gase müssen aber, da Merkur und Mond eine Seite ständig von der Sonne abkehren, bei der dort herrschenden Temperatur in Gestalt von Eismassen ais seste Körper existieren, wenn sie vorhanden sind.

Dagegen scheint die Atmosphäre der Venus jener der Erde sehr ähnlich zu sein. Aber, da man ihre mittlere Tempera auf 65 Grad annehmen muß, kann auf ihr kein Zustand des Leber ert⸗ schen, der dem irdischen auch uur irgendwie ähnlich. Anders auf dem Mars, auf den seit Flammarion auch die Dichter und Phantasten am häufigsten ihre Utopien verlegt haben Seine At mosphäre soll nach Sliphers Beobachtungen Sauerstoff er dagegen haben die neuen Bestimmungen von Campbell behauptete Vorhandensein von Wasserdan ir. bestätigt. Jedenfalls muß seineLuft sehr dünn sein entsprechen, wenn man di gkeit der irdischen Lust zu 100 ver⸗ auschlägt

Nun hat mau tatsächlich Wolken und Nebel auf dem Mars sehen, an seine* auch weiße Flecken, die man nur als Reif oder Schnee d 0 Die Existenz einer Atmosphäre und daher

Vorha nsein irgen nerBelebung auf dem Mars er⸗

daher n alle Freiheit hat, sich die Art serBelebung ie irdische vorzustellen

Alle übrigen

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nne besitzen, noch belebt sein

Nach der Ueberzeugung von Arrhensus if Mars, dem er Belebung zutraut,

die ihm z

Jo zwingen se Sch gegen sie doch verschiedene widerspre führen. Als wichtigste er usschen Folgerungen gantsmen der Atmospf deshalb an aerob, we sondern das nötige Oxugen aus chemischen Verbindungen zieht. Vie uun einlachste Organismen nach Art der Spaltpilze de

Ausgangspunkt der Lebensentwicklung auf der Erde waren, so durchaus denkbar, daß auch ihre angerben Formen Stamme einer Entwicklungsreihe dort sein können, wo es nicht zur B ö einer ähnlich sauerstoffreichen Atmosphäre kam, wie auf der rie Das Leben, das einst auch die widrigsten Verhältnisse auf der e in ihren Urzeiten siegreich überwunden hat, ist so vsel und unerschöpflich in seinen Mitteln, daß viel mehr dafür als

spricht, daß es überall, wo auch es in seiner einsachsten Form gefaßt hat, siegreich ähnlichen seiner selbst bewußt gewordenen Em faltungen und Höhepunkten zustrebt, wie es sie auf unserer Erie erreicht hat.

Aus unserer Sammelmappe.

Die Temperaturen in den höchsten Höhen. Der Direktor dez unn

Observatoriums von Pavia, Professor Pericle Gamba, veröffentlich jetzt die Ergebnisse seiner Messungen der Temperatur in großen Höhen. Einer der von ihm ausgesetzten Registrierballons exreschn (wie seinerzeit auch hier berichtet wurde, d. R.) die gewaltig: Höhe von 37000 Metern. Dieser mit Wasserstoff gefünn Kautschukballon, der einen Durchmesser von 19 Zentimetern hatte registrierte in den verschiedenen Höhenlagen folgende Temperaturen; bei 12385 Metern Höhe 55,5 Grad Celsius, bei 19 730 Metern Höhe 56,90 Grad(Minimum) und bei 97 700 Metern Höhe 51 Grad Celsius. Damit bestätigt sich die schon früher gemachte Be obachtung, daß die tiesste Temperatur keineswegs mit der

Döhe zusammenfällt; in einer Höhe von 10 bis 12 Kilometern

der Erboberfläche befindet sich eine mehrere Kilometer breite Lu schicht, die Temperaturgleichheit aufweist. Jeuseits von ihr

die Temperaturschwankungen nur noch gering. Der barometr Druck in der Höhe von 37 700 Metern betrug nur noch 3 Millimeter. Der Registrierballon erreichte diese gewaltige Höhe in der kurzen Zeit von nur 1 Stunde 18 Minuten. Dann platzte der Ballon, und die Gondel mit den Registrierapparaten senkte sich an ihrem Fall schirm langsam hinab. Sie erreichte 40 Kilometer von der Aufstieg

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stelle entfernt unbeschädigt wieder den Erdboden. 1. Natur, Halbmonatsschrift für alle Naturfreunde. 4. Jahrgang, 1499

Heft 18. Teod. Thomas Verlag, Leipzig. Jährlich 24 reich illustrier Hefte und 5 wertvolle Bücher zum Preise von zusammen nur 0 Mark. Immer bewußter läßt sich erkennen, mit welchem sflarkes Willen diese treffliche Zeitschrift darnach strebt, ihren Lesern ten wertvollere und gediegenere Kost zu bieten, immer neue Milan beiter von hoher Bedeutung an sich heranzuziehen. Der trefflich ArtikelZwei nordische Zauberwelten des bekannten Järber⸗ un Island-Forschers M. Phil. Carl Küchler, welcher wohl Uberhaug das beste darstellt, was in dieser Form über jene Inseln des hohen

Nordens geschrieben wurde, eröffnet das Heft. Und wahrlich, 1

eine märchenhafte Zauberwelt werden wir geführt, in welcher det atemraubende wilderhabene Größe der Natur neben dem Hehl

Idyll steht, wo an trotzig aufsteigenden Felswänden winzige Dit

wie Vogelnester kleben, wo Taufende von Strandvögeln wahrt Höllenkonzerte aufführen, Wasserfälle tosend in ungehenre Tieses f stürzen und Lavaströme und heiße Quellen hochauf aus dem Boden brechen. Diese prächtigen Schilderungen werden von 10 Abbildung begleitet, welche den Worten sich anpassen und sie zur vollen Wirkung heben. Einen gewaltigen Schritt müssen wir tun, bis bin zus Kaukusus, aus welchem uns Professor C. KellerNaturwissensches, liche Wanderbilder vorführt. Dort wie hier ein inniges Vertraut sein mit der Natur und ihren Erscheinungen und eine prächtige An es Vortrages. Die Abbildungen zeigen charakteristische Landschafts- er. In enger Verbindung mit diesen Artikeln steht der Auliet sekannten Arztes Dr. med. A. HolitscherWandern und Gena! in welchemg er in seiner klaren, anschaulichen Weise die*. lichen Wirkungen schildert, die die Genußgifte salso Splrituosen 9 das Bier nicht ausgeschlossen und Tabak) auf den mcusch · g rganismus ausüben. Wenn wir noch den Artikel vet! Dr. phil. H. JörsterDie Stechpalme oder Hülfe nennen, in welchen der Erhaltung und Pflegung dieser altehrwürdigen Zeugen cinct: längst entschwundenen Zeit warm das Wort geredet wird, so sst ber: Inhalt des Heftes bei weitem nicht erschöpft, in welchem 1 bemerkt auch der angehende Photograph treffliche Beira über seineschwarze Kunst findet. Mögen daher recht viele Leker auch Leser der Natur werden im eigensten Interesse⸗ sie werden dadurch Mitglieder der Deutschen Naturwissenscha Gesellschaft, deren mannigfache Vergünstigungen sie ohne tere Berpflichtung genießen. Anmeldungen können bei der nüchster Buchhandlung oder der Geschäftsstelle der D. N. G., Leipzig, Rraße, aufgegeben werden,

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