zum Rhein einzuführen: der Plan wurde aber durch die Siege
Napoleons vereitelt.
Vergebens schimpfte Schön auf die„hohen, tollen“ Abgaben, auf die„schauderhaft gräßliche“ Verwaltung, die das Volk durch Ab gaben drücke, ohne daß dadurch Geld Und Dohna
jegsimpost, daß Quetschungs⸗ und alle Beschwerden q kan sordre vom 28 September 1813 D höchst lädig ab, und Heydebr
Kri sts wurde von Friedrich Wilhelm III. mit einem schmeichelhaften Schreiben bedacht:„Der Kriegsimpost, def Einleitung wir Ihnen verdanken, hat uns die Mittel verschafft, Feldzug mit Nachdruck sortzusetzen, zu einer Zeit, wo die öfsent Kassen erschöpft waren.“
äußerte am 15. 3 1813 in ein durch gemeine, fühllose 3 Erpressungsverfahren kein Finanzsysten nützten nichts. Der Köni
Ung!
Der König erklärt weiter, daß er die red⸗ liche Absicht Heydebrecks ebenso wenig verkannt habe, wie„die kurz⸗ sichtigen oder eigennützigen Ansichten Ihrer Widersacher“. Die Kurzsichtigen und die Eigennützigen— das waren die Führer des nationalen Ausschwungs in Preußen; ein königliches Urteil un⸗ mittelbar vor der Schlacht bei Leipzig!
Der Krieg von 1813 hat Preußen 30 Millionen Taler gekostet Er wurde— wie auch der Krieg von 1815— fast ausschließlich mit auswärtigen Hilfsmitteln geführt. Dazu kamen einige Zwangs anleihen im Inland und als einzige ertragreiche inländische Steuer jener tolle, schändliche, fühllose, volksbedrückende Kriegsimpost, der allein vom April bis Oktober 1813 2016 730 Taler aus Westpreußen, Ostpreußen und Litthauen erpreßte; im ganzen trug er bis zu seiner im Mai 1014 erfolgten Aufhebung 3 207 031 Taler. Dazu kamen die sehr bedeutenden Konfiskationen.
Als Heydebreck am 23. Juni 1815 die Schlußrechnung über die Verwaltung des Kriegsimposts ablieferte, bestimmt der König, daß die Rechnung nicht der Oberrechnungskammer zur Prfifung über⸗ geben werden dürfe,„bei dem strengen Geheimnis, mit welchem die Operationen bei diesem Geschäfte stets betrieben worden“.
Es waren in der Tat sehr dunkle Geschäfte. Aber auch ohne Prüfung durch die Oberrechnungskammer zerstiebt die Opfer⸗ legende, sosern dartiber die finanzielle Opferwut der Besitzenden, namentlich des Feudaladels verstanden wird, in Nichts. Die Mittel für den Krieg wurden nicht durch Trauringe und abgeschnittene Frauenhaare, nicht durch freiwillige Spenden der Reichen, nicht ein⸗ mal durch die gesetzlichen Steuern gewonnen, sondern durch aus⸗ wärtige Unterstüzungen, durch Brandschatzungen im Ausland (Sachsen!), und durch einige Erpressungen im Inland: Zwangs⸗ anleihen, Zwangskurs, Kriegsimpost.
Aus unserer Sammelmappe.
10 000 Meter hoch im Ballon. Ende Mai ist der französische Vallon„Icarus“ mit den Luftschiffen Bienaimé, Schneider und Senouque 10 180 Meter hoch gestiegen. Diese dritthöchste Fahrt die bisher ausgeführt worden ist, führte in die größten Höhen, in die Menschen gelangten. Ueber diese Luftreise bringt die französische „Illustration“ einen ausführlichen Bericht mit Abbildungen, aus dem zu ersehen ist, daß mit den modernen Hilfsmitteln der Luft⸗ schifser in unsern Tagen Aufstiege in sehr große Höhen ohne beson— dere Gefahren ausgeführt werden können. Die Fahrer rxüsteten sich vorher so gut als möglich aus und versahen sich mit genügenden Mengen Sauerstoff, um nicht durch den Sauerstoffmangel der Luft gefährdet zu werden. Ihr Ballon von 3500 Kubikmetern Inhalt wurde mit reinem Wasserstoffgas gefüllt, um sehr hoch gelangen zu können. Da es bekannt ist, daß sich mit zunehmender Tiefe der Ab⸗ stieg des Ballons beschleunigt, wurde Acquator ein Ring aus breitem Stoff angenäht, der wie ein Fallschirm den zu raschen Abstieg zu verhindern hatte. Mit einem Stauerstofsvorrat von 1600 Litern und 4 Atmungsapparaten stiegen die Luftschifsser am W. Mai auf. Mit 112 Sandsäcken von je 20 Kilogramm hofften die Luft⸗ fahrer auszukommen. Um regelmäßigen Aufstieg von 50 Metern in der Minute zu erzielen wurde alle 2 Minuten ein Sand⸗ sack ausgeleert. Nach einer Stunde war eine Höhe von 3400 Metern erreicht. Nun begann die Sauerstoffatmung, 2 Stunden 20 Minuten nach dem Aufstieg wurden 7000 Meter am Höheumesser abgelesen, nach einer weitern halben Meter Höhe fsestgestellt. Einige Schneeflocken fielen und das Thermometer zeigte da 10 Grad unter Null; in weitern 15 Minuten stand der Höhenmesser auf 9000 Meter, und nachdem der 102. worden war, kam der Ballon um 3 Uhr 36 Minuten nachmittags in die größte Höhe von 10 180 Metern. Nun führten die Ballonfahrer Messungen ihrer Muskelkräfte aus. Senouque hatte am Donamometer in der Tiese 105, jetzt 110 gemessen. Auch Bienaimés Krastleistung stieg von 140 auf 155 in der Höhe, wahrscheinlich unter dem Einfluß der Sauer⸗ stofsatmung. Sie neigten ber den Rand der Gondel und sahen die Erde nun ganz klar vor sie unterschieden die Dörfer, die
an seinem
einen
Stunde 8000
Sack entleert
ge und die lbt sei. Vor ihren Augen breitete sich ein Panorama von einem
Durchmesser von 2530 Kilometern aus, jenseits verhüllte es ein Nebelschleier. Obwohl nun das Thermometer auf 18 Grad unter Null stand— eine sehr geringe Kälte für diese Höhe—, empfanden
8 zrer den Frost sehr wenig, weil es ganz windstill war. Da der Sauerstofsfvorrat rasch abnahm, hielten sie sich nur 4 Minuten auf mehr als 10 000 Meter Höhe. Dann begann bei vollem Wohl⸗ befinden der Abstieg, nachdem in der größten Höhe photographische Aufnahmen der Teilnehmer der Fahrt gemacht worden waren. Ihr Flug hatte 4 Stunden 54 Minuten gedauert. Nach seiner Beendi⸗ gung waren sie 200 Kilometer vom Aufstiegsort entfernt nieder⸗ gegangen.
Die zersetzende Wirkung des Sonnenlichts. Die Leben spendende Sonne sendet uns nicht nur Licht und Wärme, sondern auch Strah⸗ len, die sehr lebhaft chemisch wirksam sind. Es sind das die sogen. ultravioletten Strahlen, die jeder Chemiker und jeder Photograph kennt. Das ultraviolette Licht wirkt nicht nur auf die photographi⸗ sche Platte, es zersetzt u. a. auch das Wasser. Der Chemiker M. Kernbaum hat in dem Laboratorium der bekannten Radium⸗Ent⸗ deckerin Möme. Curie neuerdings die Einwirkung des Sonnenlichtes auf das Wasser genauer untersucht. Zu diesem Zwecke füllte er ein Quarzgefäß mit 50 cem. destilliertem Wasser und setzte es Tage lang der Bestrahlung durch die Sonne aus. In dieser Zeit bildeten sich 60 cem. eines Gases, das bei der Untersuchung als reiner Wasserstoff befunden wurde. In dem übrigen Wasser sand sich Wasserstofssuperoryd gelöst. Kernbaum glaubt nun, in dieser Erscheinung eine Erklärung gefunden zu haben für das Antressen von Wasserstoff in den oberen Schichten unserer Atmosphäre. Den Einfluß des Sonnenlichtes oder besser der ultravloletten Strahlen auf die in der Atmosphäre vorkommenden Gase haben P. Lenard und C. Ramsauer genauer untersucht und dabei drei hauptsächliche Wirkungen beobachtet. Einmal bildet sich durch die chemische Kraft der ultravioletten Strahlen reichlich Ozon, dann bewirken sie die Bildung winziger Nebelkerne in den oberen Schichten der Aimo⸗ sphäre, die auf die Entstehung von Ammoniumnitrat und Ammoni⸗ umnitrit zurückzuführen sind und Hand in Hand damit die auch von Kerubaum schon nachgewiesene Bildung von Wasserstosssuperoxyd. Schließlich entstehen durch das ultraviolette Licht noch Jonen, das sind winzige Elektrizitätsträger, die sich freilich nur in den höͤchsten Luftschichten zu bilden scheinen. Alle diese Wirkungen treten bei er⸗ höhter Sonnentätigkeit natürlich auch stärker hervor und bedingen dann lebhaftere Niederschläge. Daß die elektrischen Erscheinungen in der Erdatmosphäre, z. B. das Nordlicht, stets abhängig von einer regen Sonnentätigkeit sind, war schon lange bekannt, wertvoll it aber die wissenschaftliche Begründung dieser Erscheinung. 1.
Handschrift und Charakter. Mit der Lehre von der Handschrist als. Wissenschaft befaßt sich der Pathologe Professor Schneidemihl und er hat das Ergebnis seiner ernsten, sich über Jahrzehnte er⸗ strecenden Forschungen kürzlich in einem Lehrbuch veröffentlicht. Durch physiologische und psychologische Erwägungen weist er daß die Eigenart einer Handschrift nicht durch körperliche Eigen⸗ schaften und äußere Einflüsse bedingt ist, sondern sast aus schlseß⸗ lich von dem Charakter, beziehungsweise der jeweiligen Gemilts⸗ stimmung des Schreibers abhängt, eine Theorie, die durch die Er⸗ gebnisse hupnotisch⸗graphologischer Experimente eine wesentliche Stütze erhält. Eine besonders große Bedeutung wird der grapho⸗ logischen Diagnose in der Pädagogik beigemessen. Von Einfluß auf die Deutung der Handschrift sind die verschiedenen Schristiypen, das Alter, das Geschlecht und der Beruf. Auch kann man den Zelt⸗ geist und den Volkscharakter in den Schriftzeichen der verschledenen Zeiten und Völker nachweisen. In Beziehung zum Charakter des Schreibers stehen die verschiedenen Schriftmerkmale: der Abstand der Buchstaben, Wörter und Zeilen, die Art der Buchstabenverbin⸗ dung, die Länge und Richtung der Zeilen, die Schristsolge, die Stärke und viele andere Momente der Schrift. Die Form dec Auchstaben, die Größe, die Rundung, die An⸗ und Abstriche, die Juterpunktion usw. sind von graphologischer Bedeutung. Denn kann die Graphologie niemals eine exakte Wissenschast im strengen Sinne werden; sie trägt viel zu viel den Charakter einer jektiven Wissenschaft, d. h. eine Kunst, die nur zum Teil gelehrt, in der Hauptsache jedoch durch persönliche Erfahrung erworben wer⸗ den kann.
Baume. Es schien ihnen, daß die Erdoberfläche ge.
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