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modern, Wagnerisch zu sein, wenn man die melodische Linie vermied oder möglichst unkenntlich machte. Unter den Jungen von damals griff eine förmliche Angst vor der Melodie Platz, und das Publikum, geblendet von den Er⸗ folgen Wagners und verwirrt durch eine spekulative Aesthetik, ließ es sich gefallen, daß man seinen natürlichen Bedürfnissen Befriedigung versagte. Der unsinnige Satz konnte aufge- stellt werden, daß der musikalische Gedanke, die Melodie, gar nicht die Hauptsache in der Musik sei, und es wurde so dar⸗ gestellt, als ob die frühere Entwicklung, von einem funda⸗ mentalen Irrtum ausgehend, auf ein totes Geleise geraten sei. Freilich, das große Loch, das nun entstanden, mußte ge stopft werden, und es war ganz natürlich die zweite Folge der sogenanntenneudeutschen Bewegung, daß die Forde- rung nach einer verfeinerten, differenzierten Technik aufge stellt wurde. Man darf das Gute, das der einseitige Kultus der Technik gezeitigt hat, nicht unterschätzen. Diese im letzten Grunde unfruchtbare Epoche hat doch in ihrer Weise die Zu kunft vorbereiten helfen. Künftigen Tagen wird die unge⸗ ahnte Vervollkommnung des Orchesterspiels, die ein Pro- dukt unserer Zeit ist, wird die Tatsache, daß der Sinn für die Bedeutung der Farbe geweckt und aufs feinste ausgebildet, die sinnliche Schilderungsfähigkeit der Tonsprache, deren die mächtig aufblühendeProgrammusik bedurfte, ins Uner⸗ meßliche gesteigert worden, ein verlorener Gewinn sein. Aber darum bleibt doch bestehen, daß dies alles nur Mittel zum Zcdeck ist, und daß eine Zeit, die technisches Können an sich schon für eine künstlerische Tat hält, den wirklichen For schritt der Kunst eher hemmt als fördert. Wir wissen nun, worunter wir gelitten haben, und wie es kommen mußte, daß alles musikalische Neuschaffen uns im Innersten unbefriedigt ließ. Es bewegte sch um seine natür⸗ liche Aufgabe herum, ohne sie zu lösen; es fehlte die Seele, der melodische Ausdruck für das, was wir empfinden sollten. An die Stelle der Melodie war dasMotiv, die musikalische Floskel getreten, mit der auch der empfindungsärmste Kopf operieren konnte. Klein, pritzliche Gebilde (die aber etwas zubedeuten hatten) wurden aneinander gereiht, und ihre technische Verwertung, ihre aus der Re⸗ flexion geborenen Kombinationen sollten ersetzen, was doch nur der unmittelbare Empfindungsausdruck zu geben ver daß diese Erzeugnisse des künstlerischen

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nichntssagondo nichtssagende,

a 5. als durch die Emanzipation von Form und Traditionen der kür 2 und Tor geöffnet waren und dasIndividuelle, a Freiheit im Wert gestiegen, den Deck

mag! Kei Zund

Intellektes nen Lebenskeim in sich trugen und kein Leben verbreitete Aber sie machten Schule und bestimmten längere Zeit hindurch denStil. Und das um so leichter,

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Auf diesem Wege konnten

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Eine r ngebrochen, die uns von lähmenden Vorurt be iner gesunden Entwicklung di Bahn ebnet. Ne t e cht ein Willensakt einzelner oder einer Gesan t, wenn die Scher m Melodischen u die Flucht ins Unklare und 5 izierte aufzu

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sese Melodie der ehr⸗ I 17 i iese Melodie der ehr, auch den kleinsten Zweck, ist eine Maschine vorhanden, bald

unermüdlicher Arbeit haben unsere Meister dahin gewirkt. Das Sichversenken in vergangene Stilepochen, ihre Rekon⸗ struktion und Anpassung war ein erstes Symptom. Nun f meldet sich ein freieres Ausblicken in die Zukunft. Noch macht

sich die Bewegung nicht auf der ganzen Linie bemerkbar. Aber man braucht nur den Führer der Modernen, Richard Strauß, der als Erfinder wie als Könner um Haupteslänge N alle überragt, zu beobachten. Immer freier, klarer, bestimm⸗ ter gestaltet sich sein melodischer Ausdruck, immer mehr wird er zum eigentlichen Träger der Wirkung. Strauß hat im Grunde nie den Melodiker verleugnet, aber er hat verschie⸗ dene Phasen der Anlehnung und des Schwankens durchge- macht. Das Interessante ist, daß sein melodischer Quell nicht versiegt, sondern immer üppiger hervorsprudelt, daß je persönlicher, kühner, bedeutsamer er schafft, um so mehr seine Gedanken sich zum Melos verdichten. Und das ist ein Zeichen, daß die Hoffnungen derer, die an eine musikfreudige Zu⸗ kunft glauben, berechtigt sind. Die Melodie der Zukunft wird die eroberte Freiheit der Gestaltung in Rhythmus und Harmonie, die differenziertere Technik nicht wieder aufgeben, aber sie wird Melodie sein. Ein Stück wie der große Monolog derAriadne bedeutet eine neue Morgenröte, ein Erlebnis, um das uns unser Nachkommen beneiden werden! So ist denn das Jubiläumsjahr 1913 auch geeignet, den Blick nach vorwärts zu richten und uns zum Bewußtsein zu bringen, daß wir allem Anschein nach vor einem Wendepunkt, vielleicht sogar an der Schwelle einer Zeit stehen, die für die Tonkunst eine Epoche erneuten Aufschwungs, reicherer Er⸗ füllung zu werden verspricht.

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Die Genter Weltausstellung. III. Frankreich, England, Deutschland. 3

Nächst Belgien ist Frankreich der größte Aussteller. Es hat 3 wie schon im vorigen Artikel kurz erwähnt wurde drel der großen

Hallen im Besitz, dazu noch eine vierte, kleinere, die aber ohne fee tl Bedeutung ist. ö 7 1 60 Die erste Halle zeigt auch hier gleich das ausstellende Land von Lull

einigen seiner hervorstechendsten Seiten. Schon beim Eintritt, ehe man nur etwas sieht, macht sich das spürbar: es schlägt einem ein 1 starker, überall hindringender Geruch von Parfüms der aller⸗ 4

»schiedensten 9 Fenz 5 Se 3 verschiedensten Art, von Essenzen, edlen Seisen usw. entgegen, Frankreich gibt sich von vornherein als das Land der raffinsertesten Toflettemittel. Was von diesen Artikeln nun alles vorhanden 8

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das übertrifft jede Vorstellung; ein ziemlich umfangreicher 3 ist allein damit gefüllt. Danach gibt es etwas ebenso Charakteristil⸗ sches. Es folgt eine Abteilung überaus kunstocer Vasen, dann eine mit kostbaren Möbelbezligen, wiederum eine mit Gold⸗ unn; Silberschmuck der verschiedensten Art usw. Den Höhepunkt bildet aber auch hier wieder, wie schon bei Belgien, die Ausstellung kost⸗ baren Tolletten. Was da an Glanz und Pracht geboten wird, dag übersteigt fast noch die Werke der belgischen Kleiderkünstler, zumal hier historssche Kostüme und recht poetische Gruppen einbegrissen find. Natürlich schließt sich daran wiederum elne recht umfangrelche Ausstellung aller übrigen weiblichen Kleldungs⸗ und Nutzartikel. Zonst ist in dieser Halle noch bemerkenswert, daß eine große 15 0 3 hat.

sischer Karikaturen und Witzblattzeichner ihre teils

en Bilder in eniem besonderen Raume aus gestellt

d bier noch Lederwaren, Musikinstrumente, Tu

e Apparate und ähnliche Dinge zur Schau gest rgessen eine große Anzahl Prunkzimmer aus der 2 und etliche moderne, allerdings hoͤchst luxursoss

in si

nd technisch

Die zweite Halle gilt allein der Eisentechnik. Da gibt es Bahe⸗ einrichtungen und Operationsausrüstungen, Druckereimaschinen u ö solche zur Holz⸗ sowie Elsenbearbeitung, Maschinen der Nahrung und Genußmittelbranche, endlich auch Antriebmaschinen der ver⸗ schiedensten Art. Doch das Hauptinteresse dürfen mit Recht 9 Abteilungen beanspruchen. Das ist zunächst die, in der 9

gegenwärtiger Stand seiner Verkehrsmittel gezeigt wird. Sie vor allem eine größere Anzahl Automobile auf, welterhin aber auch eine wohl ebenso große Anzahl Flugapparate. Dlese En. 0 sächlich verdienen alles Augenmerk. Sie bestehen me aus Eindeckern als Doppeldeckern und weisen einen Bau auf, der ich zeigt, einen wie großen Vorsprung darin Frankreich vor anderen Staaten gewonnen hat. An Luftschissen nach Art u Zeppelins ist dagegen bezeichnenderweise! so gut wie nichts

stellt. Die zweite, besonders interessante Abteilu 4 wirt ne Vielseitigkelt und

igfaltigkelt, die kaum übertroffen werden kann. Für

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geworden ist. In! menschliche Handgriff wird von einer Maschine gemacht.