stetig und sicher ebensowohl den Charakter wie die Kraft und Schön⸗ heit unserer Rasse verbessern wird.“
So vereinigt der 91 Jahre alte große Forscher die richtigen Erkenntnisse der Naturwissenschaft und des Sozialismus in einer zusammensassenden Theorie der natürlichen Auslese als vornehm— sten natürlichen Mittels der Rasseverbesserung, im Rahmen einer gesunden, den Bedürfnissen der menschheitlichen Entwicklung ent⸗ sprechenden Gesellschaftsordnung, also des Sozialismus
Aus unserer Sammelmappe. Die Jugendlichkeit der Milchstraße. Auf dem dunklen Himmelsteppich, der in der Nacht mit den kleinen glitzernden Diamanten übersät ist, tauchen des öftern neue Sterne auf und erhöhen dann mitunter den Reiz einzelner Himmels— regionen auf kurze Zeit beträchtlich. Das Jahr 1901 überraschte uns im Sternbilde des Perseus mit einem neuen Sterne, der in der kurzen Zeit seines größten Glanzes sogar fast alle anderen am Him⸗ mel stehenden Sterne an Helligkeit übertraf und die Aufmerksamkeit selbst desjenigen auf sich lenkte, der sonst nicht am Himmel nach Schönheit und Wundern zu suchen pflegt. Aber wie ist es auf dem „Grunde“ des Himmels, dort, wo nur mit der tief eindringenden Kraft des Riesenfernrohres noch Lichtpünktchen entdeckt werden können? Treten da auch solche Veränderungen auf und lassen sie sich nachweisen? Anzeichen dafür sind mehrfach vorhanden. Denn nicht bloß die neuen Sterne, auch die sogenannten Veränderlichen geben Zeichen von den Naturvorgängen, die sich in jenen ungeheuren Jernen abspielen. Nicht immer fallen ja die Erscheinungen so in die Augen, wie bei der Nova von 1901, und es ist auch einleuchtend, daß uns gerade die schwächeren Phänomene dieser Art leicht ent⸗ gehen müssen. Denn nur, wenn zufällig in den wenigen Tagen des größten Glanzes ein Fernrohr auf jene Stellen gerichtet wird, wenn in jener Gegend beobachtet wird, oder noch sicherer, wenn eine auf jene Stellen des Firmamentes gerichtete photographische Platte treu und gewissenhaft alles aufzeichnet, was dort an Lichtpünktchen am Himmel blinkt, dann werden wir Kunde von den großen Umwälzun gen bekommen, die sich-dort abspielen. Nicht immer ist auch die Veränderlichkeit des Sternenlichtes bei den variablen Sternen so groß, wie bei dem bekannten Sterne Al—
gol im Perseus, dessen Lichtwechsel stark und von so kurzer Dauer
sind, daß sie sich in einer langen Winternacht deutlich beobachten lassen. Ganz neuerlich hat sich nun der Astronom D'Esterre bemüht,
auch auf dem Grunde der Milchstraße veränderliche Sterne zu finden
Ee 2 1 7 WN. 1 9 Her 117 Das ist ihm auch gelungen; allerdir
rt viel seltener, als
unter den helleren, uns näheren Sternen. Die ganze Milchstraße
aber besteht der Hauptsache nach aus für uns lichtschwachen Sternen, die nur durch ihre ungeheure Zahl ihr Licht zu jenem seinen Schim—
mer vereinigen, der uns ein d vortäu
das sich von
Horizont zu
gewölbe breitet.
Die außerordentliche
Die außere be Seltenheit, mit der sich unter den
sten Sternen Veränderliche wie auch Neue vorf iden, bringt 'gper 9 1* Mu 7* iu ene* Wen 1 1 5
D' Esterte zu der Anschauung, daß in jenen Regionen Veränderunge
Fintwichfungs fta Entwicklungs stad
johem Grade von periodischem Lie
auch wirklich selten sind, und daß die M lchstraße hauptsächlich aus
Iims befeben inden Nee Him [ums bestehen, indem diese Him
Die Milchstraß
aße, zu der auch unse
Planeten gehört, ist in e Erscheinung
„Die Welt im Wassertropfen“, dieses bekannte Schlagwort, hat
diefes bekannte Schlagwort,
die gänzlich irrige Ansicht erweckt, als sei ledweder kleinste Mengen
Mor 1 9 14 1 918„ ral„ 191 1*
Wassers— gleichviel aus welchem Graben, welcher Pfütze * 15 11 n 1er 5* 1 nan. 57 Mean 0 schöpfe— mit einer bunten Fülle vor enden Wesen be
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1 Niefent 1 die in diesem zmenleer gelten konnen. So nicht einmal die Spur von Be
des öfteren nachgestellt.
1 ihres schmackhe
Seebecken am Fuße der Alpen in ber Schweiz sind sehr arm an mikrosfkopischen Tier- und Pflanzenformen. Je kobalt⸗ ober saphir. blauer diese Seen unserem Auge erscheinen, desto weniger werden sie belebt sein; dieses schöne und wohltuende Blau kanu daher als die„Wüstenfarbe des Wassers“ gelten. Sie zeigt an, daß hier das Licht ungehindert durch pflanzliche und tierische Schwebesormen bis in große Tiefen zu dringen vermag. Dagegen läßt sich aus einer
gelblichen oder gelbgrünlichen Järbung sast immer mit Sicherheit schließen, daß solches Wasser einen bedeutenden„Plankton“-Gehalt
besitzt. Dieser besteht aus winzigen freischwebenden(planktonischen)
Organismen, die zum Teil den Tieren, zum Teil den Pflanzen zu⸗
gerechnet werden müssen. Die Kunde von dem Vorhandensein
solcher Kleinwelt in unseren binnenländischen Wasseransammlungen
ist erst neuerdings in weitere Kreise gedrungen, und auch ihre
wissenschaftliche Erforschung datiert noch nicht weit zurück. Und
doch ist diese Wissenschaft von hervorragender praktischer Bedeutung
für die Wasserwirtschaft, speziell für die Fischzucht. In volkstüm⸗
licher Darstellung und durch viele seltene Abbildungen erläutert
finden wir dieses interessante Gebiet behandelt in Hans Kraemerz
Prachtwerk„Der Mensch und die Erde“, dessen Lieferungen 174179
soeben im Deutscher Bong u. Ko., Berlin W. 37
(Lieferung 60 Pfg.) erschienen sind. Sie entstammen der Feder des
Leiters der biologischen Station am Plöner See, Prosessor
O. Zacharias, und sie sind besonders deshalb von Wert, weil die
biologische Reinigung des Wassers und die Fischzucht in gleicher
gemeinverständlicher Form und mit reichlicher Beigabe von aus⸗
gezeichneten Illustrationen behandelt sind.
Verlagshaus
Die Flughunde Javas. Die alte Naturgeschichte hat oft die abenteuerlichsten Dinge von den Flughunden zu erzählen gewußt, Volkssage und landläufiger Aberglaube haben sie vielfach mit dem Zauber übernatürlicher Größe umlleidet. Heute wissen wir, daß in den die Dörser Javas zahlreich umgebenden Fruchtbaumhainen, in Ointerindien, in Urwäldern Sumatras und der den kleinen Sunda⸗ luseln südöstlich vorgelagerten Inscl Timor, endlich auf der kleinen Gruppe der Bandainseln die bekannteste, und zugleich größte Art aller Flughunde, der fliegende Hund, auch Kalon g genannt, haust. Einen merkwürdigen Eindruck macht es, wenn diese Tiere oft zu Tausenden vereint, tagsüber im Gezweige der Durian- und Woll⸗ baumbäume hängen, sast wie eine Kolonie dunkelbrauner, seltsam gesormter, um- und eingestülpter Kafseebeutel, während dazwischen nur spärlich erhaltenes f
ein rötlich silbergraues Durianlaub oder zierlich gefingerte Wollbaumblätter
r im linden Tropenwinde zittern. re Betrachtung eines Einzeltieres verrät, wie wir im Kos⸗
weiser(Stuttgart) lesen, einen staatlichen Wuchs von etwa imeter Leibe
10 C
*
slänge und bei ausgespannten Flughäuten eine reite von etwa anderthalb Metern. Zwei große Augen mit etwas haft neugierigem Blick, die aus dem rostgelb⸗ ziemlich langgestreckten Kopfes hervorschauen, lassen e gewisse Klugheit ihres Trägers schließen. Regelmäßig ge⸗ formte Ohren und eine Nase ohne irgendwelche Anhängsel und Auf⸗ sãtz tän»Kopffkelett, während eine düster schwarz⸗
unsicherem, aber le
180 1 1 1 roten Pelze des
bra I. Ruhelage den rücklings braun⸗schwarzen und vornen r chwarzen Leib umschließt. Neben dem verhältnis⸗ mafia! 1 17
langen, bekrallten Daumen ist der zweite Finger noch drel⸗
liedrig und trägt ebenfalls eine Kralle. Vor Sonnenuntergang
ver Kalonge in größeren oder kleineren Schwärmen, bald n ten Abständen hintereinander, bald aber auch wahllos 1
der in nicht beträchtl
um sich an
icher Höhe fliegend, ihre Schlafbäume, mit reichen Früchten gesegnete Nahrungsplätze zu be⸗ 1; dort schmausen sie oft bis zum Morgengrauen im prächtigen Tropennacht behaglich miteinander. Mit etwas schnarrendem Geschrel, das
Hier wird ihnen von den Eingeborenen Mit Blasrohr oder Keule werden sie be⸗ t und getötet, weniger um des angerichteten Schadens als um ten Fleisches willen.
nachweisbar
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