Ausgabe 
1.7.1913
 
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Rlit hier und nur jetzt. Es gibt nichts absolutes, alles ist relativ für des Menschen Hirn.

Das ist die neue Entdeckung, welche die Bewohner der physikalischen Hörsäle gegenwärtig in Erregung versetztt

Die Geburt des Goldes.

Von Emil Ludwig.)

Grau stieg und drohend in die Morgensonne der ungeheure Wall ze enen Erzes, der einer Bastion gleich die Werke der Mine umlagerte. Es war, als wollte dies entkräftete Gestein treu seinem Herrn den Kreislauf neuer Förderung beschützen.

Das war eine der größten Minen. Auf einem riesigen Areal! gelegen, mit mehr als ftausend Arbeitern, mit Beamten⸗ wohnungen, Klubhäusern, Garagen, eine Stadt für sich wie unsere großen Eisenwerke

Doch schon die Einfahrt war verschieden. Denn statt in einem breiten Lift senkrecht unter Tag zu fahren, wurden wir in schräg stehende, offene n, unsern Grubenhunden ähnlich, gesetzt und fuhren in rasendem Tempo auf schiefer Ebene ein in einen Schacht von so gefährlicher Schmalheit, daß er die Mütze streifte. Die Minen, die das Ausgehende des schrägen Risses auf ihrem Grunde haben, solgen lich mit Schächten dem Einfall, also im spitzen Winkel. Nur wer hat, baut vertikale Schächte, so wie bei uns, um die Goldad zu erkreuzen.

Auf über tausend Meter Teuse stiegen wir aus Man ist bis fünfzehnhundert vorgedrunge und da die Erdwärme hier vi langsamer zunimmt als bei un f

ie Ingenieure, die Al utreiben. Von den Fort das Gold erschöpfen kann

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ten 1 raue a rfen. In die minen frei von schlagenden Au ergründigen wie& en gefährlicher Dr Gestein her Aber k ziehen und st ie Sch! tragis 1 der Pf erst 1 wenn si 71 0 scha 1 ans Licht nu ist es im Bald e chen sein Ge ungen U von weniger als Meterbreite aufwärts. Plötzlich stehen wir in einem hohen, igen Ste l ist an wenigen Stellen sehr U erl Ist es wir auf der Bühne und sähen in da palschin dalbrund eines kleinen, sehr he en Schatten bewegen

d Schwarze, nackt, vor ib hängen sie, halb zwängen sie sich zwischen im seltazutehen. In gleichen Vausen die Stanze, die sie in ihrer ganzen

Um drei Uhr muß ren in den schmalste

Vleslich rattert welßer Wine führt

Nein, das ist wee dies, das ist

Stunde lang. J hatte ge irgendwo Geld zu Es ist das Golb? nwand und wies auf eine dunklere ist die geldführenbe Ader. Ich sah, a Ader allein wegzusprengen, aber ich Außerster Vorsicht, nur 1

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zurde. Diese tauben

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Steine müssen dienen, sie werden ordentliche Pflastersteine, sie werden Straßen.

Aber alles andere Gestein wird zertrümmert, wird Pulver, Asche, Staub, weil jeder Stein verdächtig ift, Wert zu enthalten. Riesige Komplexe hoher Häuser bergen diese Batterien. Das surcht⸗ bare Getöse von ein paar hundert Mörsern macht die meisten Ar- beiter hier, wo kein Staub mehr die Lungen schädigt, allmählich taub. In laugen Reihen arbeiten die stählernen Stempel, zermalmen das Gestein mit hartnäckiger Ruhe in einem durchwässerten System von Sieben, Maschen, Trichtern. Die Mörser stampfen, die Rollen rattern, die Steine knirschen. In ossenen Kanälen rollt Tag und Nacht eine Flut schlammigen Wassers über das graue Gestein, das hier auf Nußgröße gebracht wird.

Ich schreibe, da in dem Getöse kein Wort verständlich ist, auf einen Zettel meine kategorische Frage:Wo ist das Gold? Als Antwort weist der Ausseher in den Schlamm.

Wir kommen in neue Hallen, in die durch ein Netz von Ueber⸗ tragungen die nußgroßen Steine geleitet, nun zu Pulver, zu Staub zerrieben und unter Wasser auf schräge, schüttelnde Tische gebracht

werden, die mit Quecksilber bestrichen sind: Hier fließt der Gesteins⸗

taub ab, der Goldstaub verbindet sich zu Amalgam, unsichtbar. Und hier beginnt der Diebstahl. Wohl sind die Tische durch Netze verschlossen, aber da kommen zwei Weiße, schließen auf und schrubben mit⸗gewöhnlichem Handbesen da Quecksilber ab Ich denke: Nun ist es so nahe, fast ist es geboren, a da ich ben sehe, frage ich wieder:Wo ist das Gold? Ein Herr, in einem kleineren Raume wirkt, hält mir dicke, graue Stange hin. Kaum daß ich sie

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der als Vertrauensma zur Antwort lachend eine

beben kann: es ist das Gold-Amalgam. Darauf legt er die Stange in ei Pfanne, öffnet einen Ofen, schiebt die Pfanne in einen vlindrischen Raum. D zeigt er uns hinten am Ofen ein Rohr

und erklärt, wie nun nach fünf Stund das ganze in den Stangen thaltene Quecksilber verdampft und flüssig gemacht, hier f vürde. Was aber in de in leibt, ist reines Gold.

Verfluck eder, vertri

Der Herr lzwerk und

Sehen

mich auf

üsten, Behältern, Kanälen es hat das Quecksilber itzig herausgezogen. Wir Leitern, Tri

Steinstaub,

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etrockne erk, steh eleganter arze bedienen ihn: einer . ür d 6 g hoch e en einen Haken bereit, 0 ein D 1 wie e We 63 er el gesi Goldsand

Herr gibt Glut sprüht zie weiße

Hen, der Schwarze hebt von oben die Sisentü

Mun heben sie ihn in eine Art großer Ei 8 U bervor. Aus dem Hintergrund des Osens leuchtet es

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varze Hände beben die Schere mit dem Helm an beiden n a ihn hinein. Eine andere führt der Herr in das Höllentor, ergreift dan einen glühenden Helm, sehr behutsam ebt er ihn heraus. Vor fünf Stunden wurde der mit Solbfand gefüllt bineingehoben Der Sanvarze läßt die Tür herunter Ih trete so nahe, als es die Slut erlaubt Gelbret schimmert den elm das Gold 1 len üble üserweh n ich mich darüber beugen. In dem Spiegel sehe ich hundert Löpse, gedrängt wie Engel auf einer alten Oimmelsahrt Eowarze mit stumpfen Augen, Weiße mit ge⸗ ränderten Mugen sGwerem Atem, Beize mit rastlosen Klicken, mit gierisen Lippen, mit schuellem Atem.(einer hat das Gesicht aller Augen starten. der flüssige Spiegel unter der kühleren Luft. 1 üssige Tiefe. Als es sich Tiyse von NKenigen aller in Samt und Unfformen. Und

ind das Bild zerrinnen. Dann blitzen

Spiegel, in allen Trachten, von jedem

a f Und aller Augen starren.

C schwarzet Urm zieht mich zurück

der Scrarze einen Eimer vor feinen Herrn

mer, von dem der Lack gesprungen.

Der Herr nimmt den Behalter in seine Zange und schüttet das

Ganze bine Die Fönige und bie Frauen hat er zerschüttert. Es 1 1 N blicken hebt er das Erstarrte

asser zwei Drittel sind schwärzlich, das ist

zes wurden zersprengt, zwanzigtausend schwarze und

de arbeiteten, e Stadt ist aufgebaut, damit dieser glumpen geboren werde. Er glich durchaus senem falschen Gold⸗ barren, den mir die Detektive gezeigt. Der Herr schlägt mit dem Hammer die Kuppel ab, hebt sie auf die Wage, ruft und notsert: 3220 Pfund(= 85 000 Mark). Dann reichte er es mir herüber, hob es auf. Es war ein kalter Klumpen.