8 Arbeiter-⸗Jugend urteilt wie folgt über Bolksbücher(Herausgeber: Dr. Bastian d, Verlag Theod. Thomas, Leipzig, Königstr. 3):. t kurzem erscheint eine Sammlung von recht hübsch teten Bändchen unter vorstehendem Titel, die wir res gediegenen Inhalts und ihres außerordentlich Preises unserer Jugend und den Jugendbibliotheken entlichst zur Anschaffung empfehlen möchten. Die densten Gebiete der Naturwissenschaft und Technik hier in leicht verständlicher Weise hauptsächlich von n Pädagogen, von Lehrern aller Schulgattungen — Menschen⸗, Tier- und Pflanzenkunde, Geschichte de, Astronomie, Phyfik und Chemie, Gesundheitslehre, perk, Technik, Verkehrswesen usw. Was die Bändchen erster Linie auszeichnet: sie sind aus der Praxis für die N is geschrieben, sie gehen von Erscheinungen des täglichen bens aus und suchen zum Mit- und Nachdenken, zum stbeobachten überall anzuregen. Bis jetzt sind 87 Num⸗ erschienen; der Preis einer Nummer beträgt 20 Pfg. für unsere Leser besonders in Betracht kommende en seien hier inhaltlich kurz skigziert. Prof. Dr. J. Plaßmann behandelt(Ar. 1316) den enten Himmel“. Der Verfasser will keine weit⸗ er beschränkt sich auf eine 4 tungen über die Erscheinungen Himmelsgewölbe, die Gestalt, Größe und Achsendrehung en Jahreslauf der Erde, in seinem Aufbau und die Fixsternwelt. lich, welche Unmenge Material da in einem Bändchen von eiten vereinigt ist; daß davon manches nicht ohne an⸗ gtes Nachdenken verständlich ist, ist leicht zu begreifen. Wanderfreunde werden gern die„Wetterkunde“ 19 Wernicke(Nr. 6) durchstudieren. Das Büchlein ante richtet in dem Laien angepaßter Fassung über das hema, macht mit den Wetterinstrumenten und ihrem Ge⸗ uch bekannt, mit den Faktoren, die die jeweilige Witterung estimmen, und zeigt, wie das Wetter auf Grund der in jedem Vostamt angeschlagenen täglichen Wetterkarte rungsangaben in der inlichkeit vorauszubestimmen ist. Von Dr. Alexander Lipschütz, beiter, liegen drei Bändchen vor. Tier“(Nr. 45) bespricht er die Art ndigen Substanz in der Organismenwelt. ssieren wird hier den Leser das Eingehen auf ißforschung, die in den letzten Jahren zu
einer grund
Das folgende Bändchen(Nr. 46 sser und Salz
dauung geführt hat. elben Verfassers führt den Titel Haushalt des Organismus“. Hauptsächlich Fragen der Nahrungsmittelchemie gestreift. anderes, gleichfalls sehr wichtiges Kapitel der Biologie wir in dem Bändchen„Von den Drüsen unsere Körpers“(Nr. 44) abgehandelt. Auch darüber Vorschung in der letzten Zeit zu überraschenden Resultate „die hier in gemeinverständlicher Form vorgetrage den. Besprochen werden die Schilddrüse,
Wa
„
e Wachstum dieser n eingegangen wird) und
Eine wirklich vorzügliche
die Geschlechtsdrüsen. „Anatomie des
fee Form find hier der Aufb tpers, Lage und Beschaffenheit seiner
nungen im Text fördern das Verständnis außerordentlich. 11 Prof. Dr. K. Schrebers Bändchen„Die Eisen ö n(Nr. 3—5) leitet uns, von einer Geschichte der Eise Iba u bis zur Schaffung der ersten Teile des deutschen Eise ä netzes ausgehend, zu all dem
verbunden ist:
vorheben„Die Metalle nach Vorkommen,
und der. Zeitung mit einer gewissen Wahr⸗
unserem Mit— In„Pflanze un d des Aufbaues der
Besonders die moderne
uden Aenderung unserer Ansichten über den Vorgang der )] die Kontinentalsperre in Jreußen nichts
Hier werden Ein
ist die
die Neben⸗
— ieren, der Hirnanhang(wobei auf die durch Mangel oder Drüsen verursachten Krank⸗
Men⸗
en“ bietet Dr. Friedrich Siebert(Nr. 47-51). au des menschlichen Organe, sowie ihre
eziehungen zueinander erklärt. Die sehr anschaulichen Zeich⸗
Drum und Dran, das mit Strecke,
st sehr flüssig geschrieben und kommt besonders dem Interesse
Thomas' Volksbücher.. der Jugend für verkehrstechnische Fragen entgegen.
Aus dem Reiche der Technik möchten wir weiterhin her⸗ Ge⸗
vinnung, Verwendung und wirtschaftlicher
Bedeutung“ von Dr. K. A. Henniger(Nr. 17-21). Nach einer kurzen Einleitung über die Metallkunde im Alter- tum und Mittelalter Leichtmetalle recht übersichtlich nach den genannten Gesichts⸗
punkten besprochen. Abbildungen, die wirtschaftlichen durch ein reiches statistisches
werden die wichtigsten Schwer- und Die technischen Abschnitte werden durch
Zahlenmaterial gestützt und geben dem Bändchen auch den Wert eines vorzüglichen Nachschlagebuches.
f Schließlich sei noch ein Bändchen erwähnt, das sich an einen besonderen Beruf wendet,„Wissenschaft der Schlosser und Blecharbeiter“ von L. Wunder (Nr. 24-25). Physikalische und chemische Grundbegriffe, wie sie sich aus der Berufsarbeit ergeben, werden von dem Ver⸗ fasser erläutert. Nicht allein der Lehrling, auch der Geselle und Meister werden manches Neue aus dem kleinen Büchlein lernen. Besonders unseren jungen„Blaujacken“ sei seine Lektüre recht empfohlen.
Weitere Bändchen der Sammlung sollen gelegentlich hier besprochen werden. g.
2 2 5 Der Völkerkrieg der Fürstek 1813/15. Von Kurt Eisner. 88 Während sich so die allmächtig herrschende Kaste Preußens gegen alles erneuende Leben sperrt, verdankt Preußen eine sehr wichtige Reform der französischen Verwaltung, und zwar auf einem 5 auf dem man es am wenigsten vermuten würde. Die Kon⸗
tinentalsperre hat namentlich Ostpreußen erheblich geschädigt; aber wesentlich nur den Getreidehandel. Es ist durchaus irrig, zu glau⸗ ben, daß der Handel während dieser Zeit völlig unterbunden ge⸗ wesen wäre. Im Jahre 1810/11 erreichte die Einfuhr, zumeist nach Ostpreußen, einen Gesamtwert von 2 367 917 Thalern, nur ganz un⸗ bedeutend weniger als im Jahre 1815/16. Dagegen sank allerdings 1811/12 der Import um 1374088 Thaler auf nur 999 879 Thaler; das erklärt die Erregung der ostpreußischen Kaufleute, die 1813 patriotisch schürten. Aber die Kontinentalsperre erleichterte anderer⸗ seits die Brotversorgung der einheimischen Bevölkerung, die nicht mehr völlig dem Getreidewucher der exportierenden Junker über⸗ liefert war, und sie brachte zudem auch erhebliche Einnahmen für die Stbaatskasse. Diese Einnahmen erschienen so unentbehrlich, daß die preußische Regierung die 1813 Anfangs des Jahres durch Stein ge⸗ waltsam und dann durch Edikt vom 20. März 1813 förmlich und feierlich aufgehobene Kontinentalsperre bereits am 15. April 1819 als„Kriegsimport“, zur starken Dämpfung der ostpreußischen Vatriotengefühle, wieder in wesentlichen Stiicken einführte! In der Absperrung von fremden Judustrieerzeugunissen konnte mehr verschlimmern. Denn 0 Monspolisten den Absatz ihrer schlechten und teuern Baren zu sichern, eine Sperrmauer um die Städte gegen jede ausländische Einfuhr errichtet. Es war während der französi⸗ schen Okkupation, daß der Generaltresorier Esteve— Anfang 1807— d] die Aufhebung der Sperre zugunsten aler französischen Waren 8 durchsetzte, trotz der Geschreis der Berliner Zabrikanten; der Zu⸗ gang wurde gegen Wertzölle von 4 bis 55 Frezent gestattet. Das war gewiß zunächst im französischen Interesse; französische Kauf⸗ n leute folgten den siegreichen Heeren, um neue Absagmärkte zu ge⸗ n] winnen. Aber durch den Ester:⸗Tarif wurde nicht nur der empfind⸗ liche Warenmanzel zutgunften der preußischen Desölle um behoben, er war überhaupt die erste Erschütterung des preußischen rohibitiv⸗ fustems, man darf ihn auch als den ersten Schritt zum deutschen Zollvere in bezeichnen. Diese Vlaßunahme der französischen Berwaltung blieb der einzige handelspolitische Fortschritt in der preußischen Reformära, die auch auf diesem 84. biete über aktenschwere Diskussionen über das richtige„Fabriguen⸗ system“ nicht hinauskam. So segens reich und notwendig erwies sich der Esteve⸗Tarif, daß er nicht nur bis 1813 beibehalten und er⸗ weitert wurde, sondern d zwar öffentlich und demon⸗ strativ in demselben dikt vom 0. März 1818, das die Kontinentalsperre für die englischen Waren aufhob, ein Ein⸗ fuhrverbot sür die französischen Waren verfügt wurde, daß man aber insgeheim das Edikt dahin„deklarierte“: die französische Einfuhr sei weiter nach dem Esteve⸗Tarif zu ge⸗ statten! Noch im Jahre 1814, als man wieder einmal in den preußischen Amtszimmern über die handelsvolitischen Systeme stritt, hob der Chef des Departements für Gewerbe und Handel im preußischen Ministerium des Innern die„hochheilsamen“ Folgen
1
Preußen hatte, um einigen
1 nN⸗ n⸗
modernen Eisenbahnbetrieb a of, Signale, Wagen und Lokomotive.
Das Büchlein
jener frembherrlichen Maßregel hervor. 5 f Wie weit im einzelnen die direkte Einwirkung Napoleanã


