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Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung
Nummer 17
Dienstag, den 30. Zuli 1912
l. Jahrgang
Columbus im Lichte der nenesten Forschungen.“ Von Professor Dr. S. Günther.
Columbus hatte sich mit der wissenschaftlichen Literatur seiner Zeit beschäftigt.
Am höchsten schätzte er selbst offenbar das„Weltbild“ des Spätscholastikers d'Ailly ein, welches eine recht gute Ueber⸗ sicht über den Stand des kosmographischen Wissens im aus— gehenden Mittelalter gewährt, und hauptsächlich aus dieser Quelle schöpfte er die Ueberzeugung, daß die kugelförmige Erde ziemlich klein sei, daß zwischen dem Westrande Europas und der Ostasien vorgelagerten Insel Zipangu— Lesefrucht aus Marco Polo— gar kein so großer Abstand sein könne. Stellen aus Seneca und aus dem Apokryphenbuche Esra galten als willkommene Bestätigungen dieser Meinung. Wie nützlich ein Irrtum häufig ist, geht aus dieser Verkennung der Wirklichkeit klar hervor; denn hätte Columbus die wahre Entfernung zwischen der atlantischen Westküste und der pazifischen Ostküste gekannt, so hätte er unmöglich den Plan fassen können, den in die Tat umzusetzen das leitende Prinzip seines ganzen künftigen Lebens geworden ist. Aller— dings trat nach der üblichen Auffassung noch ein weiteres günstiges Moment hinzu, in dem er Kenntnis von einem Briefe erhielt, den schon 1474 der italienische Gelehrte Tos⸗ canelli nach Lissabon geschrieben hatte, und der völlig in seine schon gebildeten Gedankenkreise paßte.
Es soll nicht verschwiegen werden, daß neuerdings von Della Rosa und H. Vignaud die Existenz dieses Schreibens vollständig in Zweifel gezogen worden ist, womit natürlich unsere ganze Auffassung dessen, was Columbus war und wollte, in sich zusammenfallen müßte. In einem großen, erst 1911 veröffentlichten Werke hat Vignaud für diese seine neue Lehre Propaganda gemacht und sich aufs schärfste gegen die⸗ jenigen gewendet, welche ihn als„Ikonoklasten“ nicht aner⸗ kennen wollen. Er leugnet auch, daß Columbus irgend einem bestimmten, wissenschaftlich erfaßten Projekte, einen beherr— schenden Einfluß auf seine Handlungen eingeräumt habe; ein alter Seemann, von dem wir leider nichts näheres erfahren, habe ihm ganz allgemein den Rat erteilt, auf Länderentdeck— ungen auszugehen, und so sei ihm eben die Zufallsentdeckung eines neuen Erdteils geglückt. Doch dem widersprechen die Tatsachen. f
Paolo dal Pozzo Toscanelli war ein Astronom von be— deutendem Wissen. Er hatte die Ueberzeugung gewonnen, von Portugal nach Zipangu müsse es auf dem Landwege weiter als auf dem Seewege sein. Er rechnete eben mit einem zu kleinen Werte für den Erdhalbmesser und wußte nicht, daß Ptolemäus mit seiner Ansetzung des Längenunterschiedes
* Wie eines jeden großen Mannes Bild schwankt auch das des Columbus in der Weltgeschichte, und erst neuerdings ist versucht worden, es weniger glänzend erscheinen zu lassen, als man auch bei kritischer Betrachtung bisher annehmen zu sollen glaubte. So wird die Darstellung seiner Taten in der soeben erschienenen 3. Auflage des Zeitalters der Entdeckungen des Münchener Geographen S. Günther in der bekannten Sammlung Aus Natur und Geisteswelt (Leipzig, B. G. Teubner, 1,25 Mk.) auf Interesse rechnen dürfen.
zwischen Kattigara und den Glücklichen Inseln einen schlim⸗
men Irrtum begangen hatte. Der Florentiner hatte seinem Sendschreiben eine Erdkarte beigegeben. Schreiben und Karte wurden, wie Toscanelli gewünscht hatte, dem Könige vorgelegt, um diesen zur Aussendung einer Expedition nach Westen zu veranlassen. Doch glaubte Joao II., sich nicht in ein neues und weittragendes Unternehmen einlassen zu dürfen und hielt an seiner Ablehnung fest, als auch ein noch dringenderer Mahner sich an ihn wandte. Das war Colum— bus, der mit Toscanelli in unmittelbarem Verkehr stand und von diesem aufgefordert worden war, sich durch Ausbreitung des Christentums in fernen Ländern Ruhm zu erwerben. Solche Töne fanden bei Columbus eine lebhafte Resonanz, und so trat er im Jahre 1483 an König Joao II. mit der Bitte heran, sich der neuen Idee annehmen zu wollen; wie wir wissen, vergebens. Und man wird dem von den wissen⸗ schaftlichen Autoritäten seines Staates beratenen Fürsten diese Zurückhaltung um so weniger übel nehmen können, da Portugal gerade damals an der Westküste Afrikas große Auf⸗ gaben zu lösen hatte. Jedenfalls aber war Columbus schwer gekränkt und wandte dem Lande, das ihn nicht verstehen wollte, den Rücken; wahrscheinlich veranlaßten ihn auch noch andere, minder gerne eingestandene Gründe dazu, über die Grenze zu gehen.
Nur von seinem Sohne Diego begleitet, wande er sich Spanien zu, wo er sich bald in dem Herzoge von Medina— Celi und in dem kastilischen Hofzahlmeister Luis de St. Angel gewichtige Gönner zu erwerben verstand. Gleichwohl rückten auch hier seine Angelegenheiten nicht schnell vorwärts, und es ist bekannt, daß ihm bei dem auf Geheiß der Königin veranstalteten wissenschaftlichen Gespräche von Salamanca die sonderbarsten Argumente entgegengehalten wurden, die der wissenschaftlich sonst nicht sehr sattelfeste Mann, der aber fest von der Kugelgestalt der Erde überzeugt war, wohl zu entkräften imstande gewesen wäre, hätte nicht sein ganzes, teils ruhmrediges, teils unklares Verhalten den Gegnern scheinbar recht gegeben. Gegen Ende des Jahres 1491 war Columbus so ungeduldig geworden, daß er den Entschluß saßte, nunmehr auch Spanien zu verlassen und seine Dienste dem Könige von Frankreich anzutragen.
Den kleinen Seehafen Palos im äußersten Südwesten Spaniens hatte er sich zur Einschiffung ausersehen. In der Nähe der Stadt liegt das Franziskanerkloster Maria de la Rabida, und in ihm vollzog sich der große Umschwung, den uns J. Rein einläßlich geschildert hat. Dem Pater Antonio de Marchena imponierte der als Gast in das Kloster gekom⸗ mene Fremde so, daß er aus Palos noch den dort wohnenden und um seiner kosmographischen Kenntnisse willen geschätz⸗ ten Arzt Garcia Hernandes zu einer Unterredung berief, und in dieser gelang es Columbus, beide Männer vollständig auf seine Seite zu bringen. Marchena, von früher her am Hofe wohl bekannt, sandte dorthin einen Eilboten, und nach⸗ dem manche weitere Schwierigkeit überwunden war, bewilligte Königin Isabel die Erfüllung aller nichts weniger denn maß⸗ vollen Forderungen.


