Zu bedenken ist auch, daß eine geologische Periode w 5 bestimmten Anfang noch Abschluß hat. Sie ist in jedem Fall mit den vorhergehenden und nachfolgenden durch Uebergangszeiten ver
bunden, die ihrerseits wieder Hunderttausende
können. Der menschliche Zeitbegriff versagt
die Dauer der erdgeschichtlichen Perioden i jeren Grenzen zu bestimmen, als fel geschlagen betrachten So wissen wir auch nicht annähernd, wann etwa die gpegen! tig joche ihren Anfang nahm. Die Sch 1 bewe sich 20 000 und 200 000 Jahren. Immerhin steht fest, daß unser„ lt einen m
winzigen Bruchteil der un jeheuren Zeiträume ausmacht, die wir auf Grund Entwickli hre für die Geschichte der Erde vor⸗
lien
ich 55 jeologische Periode weder einen
1 708 l on Jahren umfassen
vo 1. Der menschl da völlig.
Nutzen der Gewerkschaften.
Alle vorurteilslosen Beobachter stimmen daxin überein, daß für
die Erziehung der Arbeiter zu selbständigen Männern und freien, gleichwertigen Bürgern nichts soviel geleistet hat, als A* schaftsbewegung. 8
Professor Dr. Herkner. *
Beil den Arbeitern sind die Beiträge für die Partei und die G werkschaft recht eigentlich produktive Ausgaben Starke Gewerk schaften und eine große Zahl Arbeitervertreter in der Stadtverord netenversammlung und in den Parlamenten ist das sicherste Mittel, um gute Arbeitsbedingungen, geringere Kommunalsteuern, reichlich Unterstützung in Notfällen und eine günstige Gestaltung der Reichs⸗ versicherungsordnung, der Gewerbeordnung usw. durchzusetzen. Die Opferwilligkeit der Arbefter ist also genau genommen nicht Idealis mus, sondern gesunder Egoismus.
Stadtrat Dr. Flesch, Franlfurt a. M.
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In Wahrheit sind die Gewerkschasten der Mittelpunkt des wirt schaftlichen Lebens: sie haben eine große Bedeutung. Ohne sie oder gegen sie kann etwas Durchgreifendes in den Arbeiterfragen nicht unternommen werden Oberblürgermeister Wilde, Schöneberg. Wie immer die Lebenshaltung der Arbeiter sich entwickeln mag, die Gewerkschaften werden sie stets auf einem höheren Niveau halten, als sie sonst einnähme Karl Kautsky.
5 Wohl machen die Verhältnisse den Menschen, aber der Mensch macht auch die Verhältnisse. Wenn wir sagen: der Mensch kann den Gang der Entwicklung nicht ändern, so heißt das nicht, daß er die Hände in den Schoß legen und im fatalistischen Köhlerglauben war ten soll, bis ihm der„Segen von oben“ kommt. W. Liebknecht. 5 Die Solidarität ist nicht nur ein Wunsch braver Leute, sie ist auch eine Naturkraft wie die Anziehung und wird immer mehr wirken, um die ganze Menschheit zu einer einzigen Familie zu ver⸗ binden. Emile Zola.
Stell' dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken, Mag auch, wer's Ganze sieht, dich nicht darin bemerken. Das Ganze wirkt und du bist drin mit deinen Werken. Stell' dich in Reih und Glied und schare dich in Scharen: Und teilst du nicht den Ruhm, so teilst du die Gefahren. Wird nicht der Musterer den Einzelmann gewahren, Mit Lust doch wird er seh'n vollzählig seine Scharen. Damit im Lanzenwald nicht fehlet eine Lanze, Heb' deine sein und sei gefaßt auf sede Schanze. Sei nur ein Blatt im Kranz, ein Ring im Ringeltanze, Fühl' dich im Ganzen ganz und ewig wie das Ganze. Friedrich Rückert.
Für die Gewerkschaftsmitglieder ist ein Streikbrecher das, was ein Verräter für sein Land ist, und obgleich beide in beschwerlichen Zeiten nützlich sein mögen für die eine Partei, so sind sie doch ver⸗ achtet von allen, sobald der Friede zurückkehrt. Der Streilbrecher ist der letzte, der einem anderen Hilse gibt, aber der erste, der Hilse verlangt, doch arbeftet er niemals gesichert. Er nimmt nur auf sich Micksicht, aber er sieht nicht über den nächsten Tag hinaus; für Geld und würdelose Zubilligung wird er seine Freunde verraten, seine Familie und sein Land. Wit einem Wort: er ist ein Verräter im leinen Maßstabe, der erst seine Kollegen verkauft, und nachher wird er von seinem Arbeitgeber verkauft, bis er zuletzt verachtet und ver⸗ abscheut ist von beiden Parteien: er ist ein ffeind seiner selbst, der Gegenwart und der kommenden Gesellschaft.
Ein Londoner Richter in einem Gerichturteil. *
In den wirtschaftlichen Kämpfen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist der Ersolg einer Partei wesentlich bedingt durch die Einigkeit und Geschlossenheit der Standesgenossen. Wer durch ein Sonderabkommen mit d Gegner die Einigkeit zerstört, schädigt die Interessen seiner Standesgenossen aufs schwerste. 0. Zivilsenat des deutschen Reichsgerichts
Aus unserer Sammelmappe.
Die Gletschermassen der Eiszeit. Die Naturwissenschaft hat sich
nur sehr schwer zu der Annahme bekehrt, daß in einer Zeit, die nach der geologischen Rechnung der jüngsten Vergangenheit angehört, große Teile der Erde namentlich auf der nördlichen Halbkugel unter ungeheuren Eismassen begraben gewesen sind. Die Beobachtungen aber haben eine so überwältigende Bestätigung dieser erst vor wenig e e mehr als 30 Jahren aufgestellten Behauptung ergeben, daß heute licht mehr der geringste Zweisel daran möglich ist. Es wird heute also als gewiß betrachtet, daß damals das ganze nördliche und mitt⸗
ere Europa bis an den Nordfluß der deutschen Mittelgebirge und veit nach Rußland hinein, und ebenso das nördliche Nordamerika
bis weit über die Gegend der großen Ebene hinaus von zusammen⸗ hängenden Eismassen überschwemmt gewesen ist. Es lohnt einen Versuch, sich über die Mächtigkeit dieses Elslandes eine Vorstellung zu bilden. Auf der nördlichen Halbkugel haben sie nach einer ober— flächlichen Berechnung eine Ausdehnung von nahezu 20½ Millionen die Gewerk-] Kilometer besessen. In Europa lag das Eis über dem Gebiet der heutigen, erst während dieser Zeit entstandenen Ostsee, rund 1 Kilo— meter hoch, und in Nordamerika hat es über veite Flächen hinweg gar eine Dicke von 2 Kilometer gehabt. Man würde danach den gesamten Rauminhalt dieses nordischen Inlandeises in beiden Erd teilen auf etwa 30 Millionen Kubikkilometer zu schätzen haben. Das
bedeutet eine gewaltige Wassermasse, die auf diese Weise entweder der Atmosphäre oder dem Meer entzogen und auf dem Lande fest⸗ gelegt war. Dazu kommt, daß große Vereisungen wahrscheinlich gleichzeitig auch in anderen Erdgebieten Platz griffen, namentlich in den Hochgebirgen der Alpen bis zum Himalala. Da ein Gletscher von nur 300 Meter Dicke schon einen Druck von rund 225 Tonnen auf den Quadratmeter des Bodens ausübt, so kann man sich denken, wie ungeheuer der Druck unter diesem Inlandeis gewesen sein mag, und daraus auch die Umgestaltung verstehen, die durch dlese Eis⸗ massen hervorgerufen wurde.
Eine neue arktische Expedition. Eine Mitteilung des ameri⸗ kanischen Museums für Naturgeschichte berichtet von einem um⸗ fassenden Plan zur Entsendung einer Expedition nach dem von Peary 1000 signalisierten Crockerland. Peary und seine Eskimos hatten mit Schnee bedeckte Gipfel von sern bemerkt und ein Land— gebiet sestgestellt, dessen Lage sie in einer Länge von 100 Grad öst⸗ licher und 83 Grad nördlicher Breite bestimmten. Harrks beschrieb donn dieses nach einem Mitglied des amerikanischen Arktischen Klubs benannte Land als eine Gruppe von Inseln, die in der Form eines Trapezoids über einen großen Meeresraum verstreut ist und eine Oberfläche von ungefähr 1600 Quadratmeter hat, im Norden des östlichen Amerika und des westlichen Sibirien. Crocker⸗Land, das sich 208 Kilometer von Kap Hubbard befinden soll, bietet jeden- falls das größte Nordpolarproblem, das gegenwärtig zu lösen ist. Auf die Ersorschung dieses Gebietes setzt man deshalb große Hoff⸗ nungen. Die Reise soll zunächst von Flayler-Bay nach Kap Thomas Hubbard gehen, wobei eine Strecke von 528 Kilometer zurlickgelegt wird und in Ellesmere-Axel, Heiberg⸗ und Grant⸗Land wichtige geologlsche, paläonthologische und physiographische Studien gemacht werden sollen. Von Kap Hubbard bis Crocker⸗Land wird man Beobachtungen über die Meeresströmungen und die Temperaturen des Meeres sammeln und die Meer-Jauna ersorschen. In Crocker⸗ Land selbst will die Expedition zwei Monate lang bleiben, um topographische und geologische Karten aufzunehmen, die Gletscher und ihre Bewegungen zu studieren und systematische Sammlungen der Fauna und Flora anzulegen. Die Erpeditson, die am 20. Juli 1012 von Sidney aus ihre Reise antreten wird, wird von zwe Direktoren des Naturhistorischen Museums, George Borup und Mae Millan, geleitet und soll im Juli 1913 zurückkehren. Die Koster des Unternehmens werden durch freiwillige Beiträge und eine Sub⸗ skription gedeckt.
Der luxuriöseste Zug der Welt. Der Hofzug des Zaren ist, wie eine englische Wochenschrift zu berichten weiß, der luxuriöseste und zugleich schwerste Zug, den es gibt. Bei seiner Erbauung wurde darauf gesehen, daß er gegen Dynamit standhält, und dadurch sind die Wagen so gewichtig geworden, daß sie auf manchen Eisenbahn⸗ linien Europas nicht fahren können, weil die Schienen zu leicht sind. Der Zug enthält außer den aufs kostbarste eingerichteten Wohne und Schlafräumen eine prächtige Kapelle, eine schöne Bibliothek, sehr
Urteil vom 8. Jebruar 1909.
komfortable Baberäume und einen herrlichen Speisesaal.
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