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Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung
Nummer 26
Dienstag, den 1. Oktober 1912
I. Jahrgang
Timon von Athen oder die Macht des Geldes.
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Von Franz Laufkötter in Hambrg. (Nachdruck verboten.) II.
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich in der ganzen Gegend das Gerücht von Timons Reichtum und auch nach Athen dringt die Nachricht, daß der frühere Mitbürger über Nacht unermeßlich reich geworden sei. Eilig setzen sich die ehemali- gen Freunde und Zechgenossen in Bewegung und von allen Seiten schwirren sie heran. Als Timon sie herannahen sieht, ergreift er sein Grabscheit, um ihnen einen warmen Em⸗ pfang zu bereiten.
Da kommt als der schnellste von allen, allen anderen voraneilend, sein bester Zechbruder aus früheren Zeiten, Gnathonides, der an Timons Tafel ganze Fässer Weines geschluckt hatte. Als Timon verarmt war und ihn um eine milde Gabe bat, besaß der Schurke die Frechheit, seinem Wahltäter einen Strick zu überreichen. und ihm den guten Rat zu geben, er solle sich aufhängen. Dieser selbe Mann drängt sich nun an Timon heran:„Sagt ichs nicht immer, daß die Götter einen solch braven Mann, wie unsern Timon, nicht verlassen würden? Guten Tag, mein bester, liebster Freund Timon! Wie stehts mit dir, altes Zechbrüderchen?“ Aber Timon haucht ihn unsauft an:„Guten Tag auch, mein lieber Gnathonides, du aller Geier Gefräßigster und aller Menschen Nichtswürdigster. Sei mir willkommen!“ Und mit dem Grabscheit entbietet er ihm den Willkommgruß, so daß Gnathouides mit blutendem Kopfe davonläuft.
Schon taucht ein neuer Gratulant auf, der Glatzkopf Philiades, der schamloseste unter Timons ehemaligen Teller⸗ leckern.„Das ist der Schuft,“ erinnert sich Timon,„der ein ganzes Landgut um zwei Talente Goldes zur Aussteuer seiner Tochter von mir bekam, weil er mein Singen in den Himmel erhob und seine arme Seele verschwor, daß kein sterbender Schwan so lieblich singe wie ich. Als ich aber neulich arm und krank zu ihm ging und ihn um Hilfe an⸗ sprach, wies mich der edle Mann mit Schlägen ab.“ Jetzt pfeift er natürlich eine andere Melodie. Mst ausgestreckter Hand tritt er auf Timon zu und hebt an:„O, ihr Unver⸗ schämte! So nun kennt ihr den Timon wieder! Nun ist auch Gnathonides wieder sein Freund und bereit, ihm wie⸗ der seinen Wein auszusaufen! Es ist ihm recht geschehen, dem Undankbaren. Wir, die wir Timons Jugendfreunde und Stammesgenossen sind, halten uns bescheiden zurück, wiewohl wir ein näheres Recht an ihm hätten. Sei mir ge⸗ grüßt, Timon, mein Herr und Gebieter! Aber laß dich warnen vor diesem Rabengesindel, vor diesen Schmeißfliegen, die bloß deine Freunde sind, solange es was zu schmausen gibt. Siebe, ich kam hierher, um dir ein Talent Goldes zu bringen, als mir unterwegs gesagt wurde, du wärest wieder zu Reichtum gelangt, so mußt du dich also mit meinem guten Willen begnügen.“ Timon ladet ihn ein, etwas näher zu treten, damit er ihm seine Dankbarkeit bezeugen könne. Und er bezeugt sie ihm durch ein paar gutgezielte Hiebe mit dem Grabscheit.
Aoer schon erscheint ein dritter auf der Bildfläche, mit einem großen Aktenstück in der Hand, der Redner Demeas, der sich einstmals Timons Vetter und intimster Freund nannte. Als er einmal in Schuldhaft abgeführt werden sollte, kaufte
Timon bei ihm um eine Unterstützung aus der Staatskasse vorstellig wurde, antwortete der Biedermann, er kenne ihn nicht und er bezweifelte überhaupt, daß der Bittsteller ein athenischer Bürger sei. Jetzt ist seine Stimmung umge⸗ schlagen. Würdevollen Tones beginnt er seine Ansprache: „Sei mir gegrüßt, o Timon, du edelste Zierde deines Stam⸗ mes, du Stütze von Athen und du Hort des ganzen Griechen⸗ landes! Schon lange warten beide Ratskollegien und das gesamte Volk auf deine Rückkehr. Zuvor aber erlaube mir, dir den Gesetzentwurf vorzulesen, den ich deinetwegen abge⸗ faßt habe. Und nun liest er:„In Anbetracht, daß Timon, des Echekratides Sohn, ein Mann ist, der sowohl an Recht⸗ schaffenheit und guten Sitten wie auch an Weisheit und Ver⸗ stand schwerlich in ganz Griechenland seinesgleichen findet, der sich diese ganze Zeit her auf jede Weise um das Gemein⸗ wesen befonders verdient gemacht hat, der an ein und dem⸗ selben Tage bei den olympischen Spielen im Faustkampfe, im Wettlauf sowie im Rennen mit zwei⸗ und vierspännigen Wagen den Preis davongetragen hat.“— Timon unterbricht ihn:„Ich habe ja in meinem ganzen Leben nicht an den olympischen Spielen teilgenommen!“—„Desgleichen im vergangenen Jahre bei Acharnage sehr tapfer für unsere Stadt gekämpft und zwei Bataillone peloponnesischer Truppen in
die Pfanne gehauen hat!“— Timon ruft dazwischen:„Ich bin ja niemals in Acharnae gewesen!“—„Nicht weniger
auch auf viele andere Weise durch Rat und Tat in Kriegs⸗ und Friedenszeichen dem Staate ungemeine Dienste geleistet hat, so ist für gut befunden und beschlossen worden, unserem erlauchten Mitbürger Timon auf öffentlichem Markte eine goldene Bildsäule zu errichten, ihn mit sieben goldenen Kronen zu krönen und diese Belohnung durch einen Herold allem Volk verkünden zu lassen. Dies Gesetz hat in Vor⸗ schlag gebracht Demeas, Timons nächster Verwandter und Schüler.“ Und dann redet er noch von einem Sohne, den er zu Ehren seines berühmten Verwandten Timon genannt hat. worauf Timon erwidert, daß er seines Wissens weder Frau noch Kinder habe. Nun erhebt Timon das Grabscheit und läßt es auf den Kopf des Redners niedersausen. Demeas setzt sich zur Wehr und fängt an zu schimpfen, aber Timon ruft ihm hohnlachend zu:„Das müßte doch sonderbar zu⸗ gehen, wenn ein Mann wie ich, der zu Olympia im Faust⸗ kampf gesiegt und der Acharnge zwei Bataillone pelopon⸗ nesischer Truppen in die Pfanne gehauen hat, nicht mit einem einzigen Schurken sertig werden könnte.“ Und er haut un⸗ verdrossen weiter, bis Demeas heulend und blutend sich drückt.
Ein vierter Freund naht sich mit Glückwünschen und guten Ratschlägen, der Philosoph Thrasyklos, der am Morgen philosophische Reden hält über Tugend und Unsterblichkeit und die Genügsamkeit predigt, während er bei den Mahl“ zeiten wie ein Stoßvogel über die Speisen herfällt und um die größten und leckersten Portionen kämpft, als ob es sich um seine Seligkeit und um die höchsten Güter handle. Mit pathetischen Worten wendet er sich an seinen einstigen Wohl- täter, bei dem er sich jahrelang durchgefressen hat:„Nicht aus eigennützigen Beweggründen komme ich zu dir, o Timon, nicht mit dem lüsternen Seitenblick auf dein Gold, womit jene anderen Leute dir auf den Hals gekommen sind. Ich bin ein Freund der Genügsamkeit, für mich ist, wie du jo selbst weißt, ein Stück Brot eine ausreichende Mahlzeit, Zwiebel und Kresse genügen mir als Zuspeise, ein Körnchen
ihn Timon mit 16 Talenten Goldes los, als aber neulich
Salz ist der leckerste Nachtisch. Mein liebstes Getränk in
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