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Darstellung wir freilich keinem Griechen, sondern dem römischen Dichter Ovid verdanken(Metamorphosen Buch I). Als das Chaos, die„Nudis indigestaque moles“, geordnet und in Formen gebracht war, als die Natur den Himmel von der Erde und dem Wasser geschieden, Seen und Flüsse, Berge und Täler gestaltet. Pflanzen, Tiere und Menschen erschaffen, als im Himmel Kronos (Saturnus) regierte, lebten auf Erden die Geschöpfe ohne Sorgen und Mühe in unvergänglicher Jugend und Heiterkeit, in der Fülle aller Gaben, die ein ewiger Frühling ihnen bescherte. Ungepflügt trug der Boden reiche Ernten, unbekannt waren Krieg, Raub und Sklaverei. Kam endlich der Tod, so über⸗ raschte er die Menschen wie ein sanfter Schlummer. Dieser ideale Zustand nahm ein Ende, als Zeus den Kronos stürzte. Das silberne Weltalter begann und mit ihm eine erheblich schlechtere Zeit. Der neue Götterkönig setzte, des ewigen Frühlings satt, die vier Jahreszeiten ein und zwang dadurch die Sterblichen, gegen Unbilden des Wetters sich Wohnungen zu erbauen. Auch mit der 5 wunderbaren Fruchtbarkeit der Erde war es vorbei, zum Acker- bau mußte der Erdbewohner seine Zuflucht nehmen. Die neu er— schaffenen Menschen des silbernen Zeitalters waren durchaus kein Meisterwerk. 100 Jahre blieb das Kind auf bem Schoß der Mutter, und waren sie endlich erwachsen, so lebten sie vor Unver⸗ nunft und Uebermut nur kurze Zeit, wurden gleich miteinander handgemein und wollten auch den Göttern nicht die Ehre geben, — kein Wunder, daß Zeus sie im Zorn in die Unterwelt versetzte. Aber was nachkam, war kaum besser: das„eherne“ Geschlecht, von Zeus aus Eschen erschaffen, Riesen von ungeheurer Stärke, so wild und gewalttätig, daß sie im Bruderkrieg einander bis auf den Letzten aufrleben. Noch schlechter wurde es auf der Welt, als das vierte Geschlecht geschaffen war; Lug und Trug, Habgier und tückische Hinterlist hielten ihren Einzug in die verderbte Welt: zum Himmel flohen Treue, Scham und Glauben. Wenig half es, daß die Götter diese Ruchlosen durch eine Sintflut vernichteten: das nun folgende fünfte Geschlecht ist um kein Haar besser als das vierte, verfällt immer mehr und geht mit raschen Schritten seinem — Ende entgegen.
Der Merkwürbigkeit halber sei hier auch
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die Tradition der
alten Mexikaner von den vier Weltaltern wiedergegeben. Sie ist natürlicher und ursprünglicher als die griechische Sage, insofern
sie nichts von Entartung und Riickschritt weiß, vielmehr die Erde
als den Kriegsschauplatz zweier Naturmächte, des Lichtes und Feuers gegen Finsternis und Wasser, betrachtet. Die erste ist
personifiziert in Quetzalcbatl, dem Licht-, Luft⸗ und Gewittergott, der aber auch mancherlef vom Vulkangott an sich hat, die andere in Tezeatlipoca, einer unheimlichen Gottheit der Nacht, der Feuchtig⸗ keit und Kälte. Tezcatlipoca galt als der höchste, mächtigste Gott, der immer jung und stark blieb, während die übrigen Götter, auch sein großer Gegner Quetzalcoatl, mit der Zeit alterten und von Kräften kamen. Es bieß, sein Körper sei ganz aus dünner Luft und Finsternis gebildet, und wenn er sich vor Menschen sehen ließ, glich er einem körperlichen Schatten.*)
Im Anfang hatten die vier höchsten Götterbrüder Feuer, Himmel, Erde, Menschen und eine halbe Sonne erschaffen. Die halbe Sonne erleuchtete die Welt nur armselig; darum vereinigten sich die Viergötter zu einer Beratung, wie man sie zu einer ganzen vervollständigen könnte. Aber Tezeatlipoca wartete ihre Entscheid— ung nicht ab, sondern versetzte sich selbst als Sonne an den Him— 4 mel. Der Gott der Finsternis und Kälte als Sonne! Man kann 1 sich denken, daß die übrigen damit nicht einverstanden waren. Er⸗ 1 bost über die Aumaßung ihres Bruders erfüllten sie die Welt mit 1 wilden Riesen von ungeheurer Stärke. Ein ganzes Weltalter
blieb Tezeatlipoca unumschränkter Herrscher, dann ergriff
Quetzalcoatl einen riesigen Stock, schlug den feindlichen Bruder
vom Himmel in die Gewässer hinab und machte sich selbst zur
Sonne. Der gestürzte Gott verwandelte sich in einen Tiger,
tauchte aus den Wogen auf und verschlang das gesamte Riesen—
geschlecht. Dann ging er an den nächtlichen Sternenhimmel, wo⸗ mit das erste Weltalter seinen Abschluß fand.
f Im zweiten blühte die Erde lange Zeit unter Quetzalcvatls milder Herrschaft, aber schließlich erschien Tezeatlipoca von neuem
*) Zur Erklärung der unserem Ohr sehr fremdartig klingen⸗
40 den Namen sei bemerkt: Quetzalcoatl bedeutet„Vogelschlange“, wo⸗
mit der Blitz gemeint ist: Tezeatlipoca„rauchender Spiegel“, was sich nach Brinkon auf die nächtliche, nebelbedeckte Wasserfläche be⸗
in Tigergestalt und versetzte dem Lichtgott einen so heftigen Hieb u it der Tatze daß er in die Tiefe flog Quetzalcoatl rächte sich, indem er gewaltige Stürme über die Erde brausen ließ, die alles Lebende vernichteten bis auf wenige Menschen, die zu Affen wur⸗ den. Tezcatlipoca verlieh die Würde des Sonnengottes dem Tlaloc, der bisher der Herrscher der Dunkelheit, des Wassers und des Regens gewesen war. Wie er sich in seine neue Rolle fand, darüber berichtet der Mythus nichts.— Als das dritte Weltalter zu Ende ging, raffte sich wiederum Quetzalcoatl auf, überschüttete die Erde mit Feuer und vertrieb den Tlaloc. Aber er setzte eine andere Wassergottheit als Sonne ein, und das war eine üble Wahl: denn alsbald brachen heftige Regengüsse los, die sich so steigerten, daß die ganze Erde überschwemmt wurde, die Menschen ertranken, und am Ende gar der ganze Himmel, seiner Funda— mente beraubt, einstürzte und Sonne unb Sterne mit sich in die Tiefe riß. Mit diesem allgemeinen Zusammenbruch schließt das vierte Weltalter.
Die feindlichen Brüder schlossen angesichts der furchtbaren Katastrophe Waffenstillstand und vereinten ihre Kräfte zur Wieder- aufrichtung des Himmels. Auf zwet Riesenbäume stützten sie ihn, auf den„Baum des Spiegels“ und den„wunderschönen großen Rosenbaum“(gemeint sind das Meer und bas blühende Land). Quetzalcoatl schuf einen ganz neuen Sonnengott, Tlaloe den Mond und Tezceatlipoca die Sterne. Die Menschen der neuen Erde stammen von sieben Heroen ab, die, in tiefen Höhlen ver— borgen, dem allgemeinen Verderben entgangen waren.
Das fünfte Weltalter unter Quetzalcatls Regierung war nach Meinung der alten Azteken das gegenwärtige, aber sie wußten auch, daß der finstere Tezeatlipoca im geheimen seine Zeit erwartet. Einst wird der nächtliche Gott die Sonne vom Himmel stehlen und für sich behalten. Dann steigen zwel furchtbare Weiber, fleisch— und gebeinlos, vom Himmel herab und verzehren das Menschen⸗ geschlecht. Ewige Nacht wird fortan die Erde bedecken, und dies wird der Untergang der Welt sein.—
Das Merkwürdige an dieser zweifellos echten und Mythe besteht darin, daß sie mit vollkommener Deutlichkeit einen Wechsel kalter und warmer Zeitalter feststellt. Selbstverständlich in naiver, phantastischer, einem Barbarenvolk angemessener Weise, aber das ändert nichts an der Bedeutung des Ganzen. Ab- wechselnd übten Gottheiten des Lichts, der Wärme und Trocken⸗ beit und solche der Finsternis, Kälte und Nässe die Herrschaft über die Erde aus, ein Gedanke, der, seines phantastischen Gewandes ent— kleidet, in den Ergebnissen der modernen Geologle eine eigenartige Bestätigung findet. Denn wir wissen heute, daß im Lauf der Erd⸗ geschichte Zeiträume eines sehr warmen, auf weiten Gebieten der Erde fast gleichartigen Klimas mehrfach abgewechselt haben mit causgesprochenen Kälteperioden, in denen sich zeltweise eine Ver— eisung ausgedehnter Landbstrecken herausbildete. Die Ursachen dieses merkwürdigen Hin und Her, das der älteren Lehrmeinung von der fortschreitenden Abkühlung der Erde geradezu ins Ge⸗ sicht schlägt, sind noch unbekannt.
Wie verhält es sich nun in Wahrheit mit den Weltaltern— nicht jenen Produkten einer mythenbildenden Phantasie, sondern den Epochen der Erdgeschichte, von denen die moderne Naturwissen⸗ schaft als etwas Tatsächlichem zu berichten weiß? Um sie kennen zu lernen, wird es am besten sein, rückwärts zu gehen, d. h. mit ber jüngst vergangenen Epoche zu beginnen. Denn die ältesten liegen binter dem Schleier einer unvorstellbar entlegenen Vorzeit ver⸗ borgen, und was wir von ihnen wissen, erscheint zum größten Teil so fremdartig und rätselhaft, daß Begreifen und Erklären oft un⸗ liberwindliche Schwierigkeiten finden.
Im voraus sei bemerkt, daß wir in ber Erdgeschichte mit gar gewaltigen Zahlen rechnen. Hunderttausend Jahre wollen da we⸗ niger besagen als ein einzelnes Jahrhundert in der menschlichen Geschichte, d. h. dem Zeitraum, aus dem geschichtliche Aufzeich⸗ nungen vorliegen. Eine sehr mäßige Schätzung gibt die seit Bild⸗ ung der ältesten Schichtgesteine verflossene Zeit auf 50 Millionen Jahre an. Wahrscheinlich ist diese Zahl viel zu klein, und wenn man sich auch nicht, wie manche Forscher wollen, zu einer Milliarde von Jahren zu versteigen braucht, dürften doch 100 Jahrmillionen flir das Alter des organischen Lebens auf der Erde mit Sicherheit angenommen werden.
Der Leser merkt schon, daß es mit der Chronologie der Erd⸗ geschichte schwach bestellt ist. Wenn so welt voneinander abwelchende
uralten
Ajeht.
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Schätzungen möglich sind!... In der Tat muß man alle Versuche,


