Ausgabe 
27.8.1912
 
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auf Zwergmaßstab in

die Verwandlung zerstreute 1

kombinierte Ar

elter, alf*

des FJabrikregime 2 stört 6 ertümlichen und Ueber⸗ gang rmen, wol r sich d 5 st des Kapita noch teil weise versteckt, und sie de ne direkte, unverhüllte Herr schaft. Sie verallgemeinert damit auch den direkten Kampf gegen diese Herrschaft. Während sie in den individuellen Werkstätten Gleichförmigkeit, Regelmäf t, Ordnung und Oekonomie er⸗ zwingt, vermehrt sie durch den ungeheuren Spor d Schranke und Regel des Arbeitstage Technik aufdrücken, die Anarchie und Ka d la tallstischen Produktion im großen und ganzen, die Inten

stivität der Arbeit und die Konkurrenz der Maschinerie mit dem Ar beiter. Mit den Sphären des Kleinbetriebs und der Hausarbe vernichtet sie die letzten 3

und damit das bisherige Sicherheitsventil des ganzen Mit den materiellen Bedingungen und ber gesellschaftlichen Kombination des Produktionsprozesses reift sie die Widersprüche und Antagonismen seiner kapitalistischen Form, daher gleichzeitig die Bildungselemente einer neuen und die Um Fülzungsmomente der alten Gesellschaft

Zufluchtsstätten derUeberzä

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Zunahme der Nichtarbeiter In den Kultucanfängen sind die erworbenen Produktiokräfte der Arbeit gering, aber so sind die Bedürfnisse, die sich mit und an den Mitteln ihrer Befriedigung entwickeln. Ferner ist in jenen Anfängen die Proportion der Ge sellschaftsteile, die von fremder Arbeit leben, verschwindend klein gegen die Masse der unmittelbaren Produzenten. Mi: dem Fort schritt der gesellschaftlichen Produktivpkraft der Arbeit wächst diese Proportion absolut und relativ.

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Kapitalistische Produktionsweise. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer elgenen relativen Ueberzähligmachung. Es ist dies ein der kapit nli⸗ stischen Produktionsweise eigentümliches PVopulationsgesetz, wie in der Tat jede besondere historische Produktionsweise ihre besonderen, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraltes Popu lationsgesetz eristiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift b

Probuktlon und Arbeiter. Die plötzliche und ruck weise Expansion der Produktionsleiter ist die Voraussetzung ihrer plötzlichen Kantraktion; letzte ruft wieder die erste hervor, aber die erste ist unmöglich ohne disponibles Menschenmaterial, ohne eine vom absoluten Wachstum der Bevölkerung unabhängige Ver mehrung von Arbeitern Sie wird geschaffen durch den ein⸗ fachen Prozeß, der einen Teil der Arbeiter beständigfreisetzt durch Methoden, welche die Anzahl der beschäftigten Arbeiter im Ver

hältnis zur vermehrten Produktion vermindern Die ganze Be wegungssorm der modernen Industrie erwächst also aus der be ständigen Verwandlung eines Teiles der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände.

Aus unserer Sammelmappe.

Die Kulturbedeutung der Tozialde mokratie.

In einer der letzten Monistischen Sonntagspredigten, die der bekannte Gelehrte Wilhelm Ostwald als Vorsitzender des Deutschen Wonistenbundes herausgibt, finden sich einige bemerkens⸗ werte Auslassungen über die Sozialdemokratie. Ostwald bemerkt darin, daß die Sozialdemokratie alsroter Teufel auf politischen Webiete ungefähr dieselbe Rolle spiele wie ehedem der schwar ze Teufel auf religsösem Gebiete. Sie gelte ihren gegnern auf kon⸗ servatiber und ultramontaner Seite als der Inbegriff alles Bösen, und sie zu bekämpfen sei kein Wittel scharf genug Namentlich werde ihr das Eintreten für die Republik schwer angerechnet. Der Ge⸗ danke, daß etwa durch einen Wehrheitsbeschluß des ganzen deutschen Volkes die Verfassung des Deutschen Reiches in solchem Sinne ge⸗ ndert werden könnte, daß das Laisertum durch eine Nepublik er⸗

setzt würde, erscheine den Vertretern des Monarchismus als ein so

außerhald des Zulässigen und Denkbaren stehender Gedanke, daß

b eden, der eine folche Idee etöttert, schen deshalb als einen rlandsbertätet zu bettachten gewohnt seien. Ostwalz selber kennt dh als Audänger ber Woharchie in Deutschland. aber

ist doch vorurteilslos genug, der Sozialdemokratie das Recht, für die Republik einzutreten, nicht zu verwehren. Er schreibt:

Ueberlegt man, daß eine so verehrungswürdige Persönlichkeit wie Kaiser Wilhelm I. zu der Zeit, wo er nur noch erst König von Preußen war, es, um mit den Worten der Bibel zu reden, nicht für Naub gehalten hat, einen anderen legitimen König(den König von Hannover) mit Gewalt zu entthronen und sich seines Landes zu bemächtigen, so muß man zugeben, daß derartige Vor⸗ gänge doch wohl nicht so als Gipfel aller Schlechtigkeit beurteilt werden dürfen, wie das die Konservativen in anderem Zusammen⸗ hange darzustellen belieben. Die politischen Ereignisse des letzten Jahrzehnts enthalten eine ganze Anzahl von Fällen, wo Völker, welche mit ihrer bisherigen monarchischen Regierung begründeter⸗ weise unzufrieden waren, ihre Regierungsrefsorm ge⸗ ändert und sich fast ausnahmslos in Republiken umgewandelt haben. Das ist mit Portugal und mit China geschehen, und in jedem dieser Fälle ist die Umwandlung nicht wie

früheren Jahrhunderten mit Strömen Blutes erkauft worden, sondern hat sich nahezu vollkommen friedlich vollzogen, zum Zeichen dafür, in welchem Maße das Recht eines Volkes, sich selbst die ihm am richtigsten erscheinende Regierungsform zu wählen und eiuzu⸗ richten, gegenwärtig schon zu praktischer Anerkennung gelangt sei.

Zu einer besonders bemerkenswerten Aeußerung kommt Ost⸗ wald, als er Kaisertum und Liberalismus an ihre Pflicht erinnert, den Kultursorderungen der Zeit gerecht zu werden, statt diese allein der Sozialdemokratie zu überlassen und so zur Stärkung dieser dartei beizutragen. Er schreibt:

Warum sind denn bei den letzten Reichstagswahlen so außer⸗

ordentlich viel Sozialdemokraten gewählt worden? Die Ursachs ist für jeden, der an den Bewegungen der letzten Jahre teilge⸗ nommen hat, so klar pie nur möglich: Die Sozialdemokratie hat diesen ungeheuren Zulauf erfahren, weil sie die einzige politische Partei war, welche die freiheitlichen Forderungen in bezug auf die Verwaltung von Kirche und Schule, in bezug auf die Verwaltung der großen Energievorräte des Landes und auf eine Reihe von anderen fundamentalen Fragen vertrat. Weil die liberalen bürger⸗ lichen Parteien nicht rechtzeitig darauf geachtet hatten, diese wahr⸗ haft freiheitlichen Angelegenheiten zu den ihrigen zu mathen list doch das fundamentale Schulproblem erst in allerfüngster Zeit von den bürgerlichen Parteien in seiner überragenden Bedeutung halb⸗ wegs erkannt worden), weil die Sozialdemokraten die einzigen waren, die sich dieser grundlegenden Dinge politisch bemächtigt haben, darum suchten alle diejenigen, welche die erwähnten Kultur⸗ forderungen für die wichtigsten Angelegenheiten der Reichsverwal⸗ tungen halten, Hilfe bei den Sozialdemokraten, denn sie konnten eine Unterstsitzung ihrer Forderung bei den andren Parteien nicht finden.

Es ist nicht das erstemal, daß ein Mann der Wissenschaft, der sich im Leben der Gegenwart umgesehen hat, der Sozialdemokratie ihre Bedeutung als Kulturpartei bescheinigt. Wir erinnern nur an Theodor Mommsen

Goethesschöne Mailänderin. Die Goethesorscher Carletta und Adolf Stern haben festgestellt, daß dieschöne Mailänderin, die Goethe, ohne einen Namen zu nennen, in dem BucheItalien beschreibt, Maddalena Riggi hieß. In der Nähe von Rom machte Goethe die Bekanntschaft des schönen Mädchens, als er sich im Herbste 1787 auf dem Land aufhielt. Es war auf einer Besitzung des ihm befreundeten englischen Lunsthändlers Jenkins, der eine Villa in Castel Gandolfo besaß. Als Goethe die Wafländerin zuerst sah, war sie in Gesellschaft einer jungen Römerin, neben welcher ihr blonder Schönheitstypus besonders hervortrat. Schon war der Achtunddreißigfährige im Begriff, seiner Empfindung gegen sie ossene Sprache zu leihen, da brachte ihn ein Zufall zur jähen Er⸗ kenntis, daß er sich in die Braut eines andern verliebt hatte. Die Erschütterung seines Gemüte war so stark, daß er sogleich die Ge⸗ sellschaft verließ und auch noch an den folgenden Tagen auf weiten Spaziergängen die Einsamkeit suchte. Aber die Erinnerung an früher Erlebtes half ihm, fein Gleichgewicht wiederzufinden. Angelika Kauffmann wurde die Vertraute dieser Derzenskämpfe, aus denen der Dichter bald genug als Sieger hervorging. Es ge⸗ lang ihm, für den Verkehr mit Magdalena wieder den Ton der anfänglichen darmlosigkeit zu finden; doch hat er bis zu seiner Ab⸗ reise nach der Deimat nicht aufgehört, ihr den herzlichsten Anteil zu widmen. Spater konnte ihm die treue Ungelita die Mnzeige von Mabdalenas glücklicher Berhelratung mit dem jungen Balpato, dem Besiget einer Vergellanfabrik In Rom, in Als Signora Bal⸗

vato wutbe sis von Angelika Tauffmann dau gemalt.

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