Ausgabe 
25.6.1912
 
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Wisse

Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung

Nummer 12

Dienstag, den 25. Zuni 1912

l. Jahrgang

*

Die Zukuunftsschule, eine Arbeitsschule. V. (Schluß.)

Die Schule soll die Kinder für den Arbeitsberuf, nicht für eine besondere Berufsarbeit vorbereiten. Sie soll in ihnen die allgemeine Arbeitsfähigkeit und die Freude an der Arbeit entwickeln, und sie soll ihnen den Trost und Segen der Arbeit kennen lehren. Das kann die Lernschule aber nicht tun, sondern das kann nur die Arbeitsschule tun.

Darum her mit der Arbeitsschule! f

Durch die Handarbeit in der Schule, in der Werkstatt, im Laboratorium, im Garten, in Feld und Wald da wer⸗ den sich erst die reichen Arbeitskräfte der Jugend entwickeln, und da werden sich erst die besonderen Berufsan⸗ lagen des Einzelnen zeigen. Die Berufswahl wird dann Kindern und Eltern leichter werden; sie wird nicht mehr so oft ein Tappen ins Dunkle und ein Sprung ins Unglück sein.

Wandeln wir deshalb die Lernschule zur Arbeitssch

hule um! 1*

Wir leben im Zeitalter der Technik. Die Technik hat sich in den letzten 100 Jahren riesig entwickelt, und sie hat das ganze private und öffentliche Leben umgestaltet. Die Technik ist eine gewaltige Kulturmacht und eine Grundkraft der wissenschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Was hat die Technik mit der Arbeitsschule zu tun?

Sehr viel, denn die Technik ist nur eine höhere, ver geistigte Form der Arbeit.

Was tut die Lernschule für die Bildung der Jugend zur Technik?

So gut wie nichts. Sie läßt die reichen Anlagen und Kräfte der Kinder zur Technik und ihre Lust und Freude an der Technik verkümmern, denn Schreiben und Zeichnen sind nur armselige technische Uebungen.

Nur die Arbeitsschule kann der technischen Natur der Kinder gerecht werden und ihre Lust an technischen Arbeiten,

am Forschen, Untersuchen, Entdecken und Erfinden be⸗ friedigen. Ja, ja! In den Kindern lebt ein großer Forschungs⸗

und Entdeckungstrieb; schon Kinder haben Erfindungen ge⸗ macht. Der Knabe Potter in England erfand die selbsttätige Steuerung der Dampfmaschine bei der Arbeit.

Die Arbeit schafft Erfindungsgeist, denn bei der Arbeit treten eine Menge Schwierigkeiten auf, die förmlich zum Forschen, Probieren und Erfinden antreiben. Die Arbeit schafft originalen Geist, bildet Erfindungsgeist.

O Zeitalter des Luftschiffes! Gib der Jugend die Ar⸗ beitsschule zu ihrem Glück und zum Segen der Menschheit.

*

d) Handarbeit, Zeichnen und künstlerische Erziehung.

Die Jugendbildung ist die vornehmste Kunst, denn sie bearbeitet den edelsten Stoff, und sie hat das höchste Ziel: den Menschen.

Der Mensch ist von Natur ein künstlerisches Wesen, er hat Freude am Schönen, und er hat das Schöne schon seit Jahrtausenden gepflegt. f

Die Schule soll deshalb auch das Schöne pflegen, um der

Schule soll die künstlerischen Anlagen der Kinder entwickeln, soweit dies mit den höheren Zwecken der körperlichen, geisti⸗ gen und moralischen Bildung vereinbar ist.

In den letzten Jahrzehnten ist deshalb mit vollem Recht der Ruf nach besserer Kunstbildung durch die Schule kräftig erklungen. Man hat besonders vermehrten und verbesserten Zeichnungsunterricht verlangt.

Wir haben diesen Ruf begrüßt, wir haben ihm beige⸗ stimmt, aber wir verlangen mehr. Wir verlangen das höchste und beste Mittel der künstlerischen Erziehung wir verlangen die Handarbeit, wir verlangen das Formen, das Bilden, das Modellieren, das Herstellen von Kunstwerken Das Zeichnen ist gut, aber es ist keine ursprüngliche, sondern eine abgeleitete und konventionelle Kunst. Das Machen, Bauen und Bilden ist viel älter und unmittelbarer und muß dem Zeichnen vorangehen. Die Völker haben lange trefflich gebaut und gebildet, ehe sie gut zeichnen lernten, und die Kinder formen und bauen auch weit früher, ehe sie zeichnen.

Folgen wir deshalb dem Entwicklungsgang der Mensch⸗ heit und der Kinder, und lassen wir die Jugend zuerst die Dinge machen und bilden und dann die Dinge zeichnen.

Das ist entwicklungsgesetzlich und naturgemäß!

Wer die Dinge gemacht hat, der wird sie leicht zeichnen können; aber wer sie zeichnen gelernt hat, der wird sie noch lange nicht machen können.

Das Machen, Bauen und Bilden ist unendlich kunst⸗ bildender als das Zeichnen, denn es bewegt sich in drei Dimensionen, es erfordert den Gebrauch und die Handhabung vieler Werkzeuge, es muß mit den Schwierigkeiten der Stoffe kämpfen, und es verlangt ein viel schärferes, umfassenderes Beobachten und genaueres Arbeiten als das Zeichnen.

Lassen wir die Kinder in der Kartonagearbeit, in der Holzarbeit, in der Metallarbeit und im Modellieren kleine ganze Kunstwerke herstellen, so wird sich ihr Formen⸗ und Farbensinn, ihr Gefühl für Symmetrie und Harmonie und ihr Kunstgeschmack vortrefflich bilden.

Ihre Lust am Schönen wird groß sein und die Kunst wird auch in das ärmste Heim einziehen und das Leben unseres Volkes veredeln und verschönern.

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e) Handarbeit und moralische Erziehung. Für den freien Staat ist edelste Glied, und für die Er zi Charakter die Kyo ne ihres Wirkens. Aristoteles sagt schon, daß die Republik nur durch die Tugend ihrer Bürger bestehen könne, und sicher ist, daß eine

neue sozialistische Gesellschaft nur mit Menschen von höherer moralischer Kultur möglich ist. Bildet die Lernschule gute Menschen und sittliche

Charaktere?

Nein! Sie vernachlässigt die sittliche Bildung, weil sie noch gar keinen besonderen Moralunterr icht und keine besondere soziale und politische Unter weisung auf ihrem Plane hat, oder treibt. Echte sozial⸗ politische Bildung ist nämlich auch sittliche Bildung. Der Ruf nach Unterricht in der Ethik und Sozialpolitik

künstlerischen Natur der Jugend gerecht zu werden. Die

hird deshalb immer lauter. Wir haben ihn seit Jahrzehnten