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Tummelt sich unstät in allen Wissenschaften, hungert, häuft Schul⸗
den und vergeudet sich in Hauslehrerdiensten. Zu allem schämte der empfindliche Jüngling sich seiner mit allen Erniebrigungen verbundenen Armut, und das Mißtrauen, ob er den rechten Glauben habe, läßt ihm keine hochmögenden Gönner gewinnen. Im Mai 1788 ift sein Lebensgefühl erschöpft; er beschließt, seinen Geburtstag nicht mehr zu erleben. Die„Gefahr des Todes“, die er 1808 heldenhaft im Kampfe gegen Napoleon und den Jammer seines verkommenen Zeitalters sah und— vielleicht— suchte, lauerte schon vor der geschlossenen Pforte seines geschichtlichen Wirkens. Im letzten Augenblick erreichte ihn der Ruf, eine Haus⸗ lehrerstelle in Zürich anzunehmen, und er bleibt fast zwei Jahre in der Schweiz. Dort sindet er seine künftige Frau, eine schon alternde, aber kluge und charaktervolle Frau, die ihm hernach eine verstehende Gefährtin ward.
1790 sucht Fichte sich wieder in Deutschland zu gründen. In Leipzig beginnt er Kants Bücher zu studieren. In den Briefen an seine Braut sehen wir, wie Fichte in jauchzender Erlösung in der kritischen Philosophie sein neues Leben findet; wie ihm aber sofort auch die Richtung auf die praktische Vernunft eigentümlich wird, und die Ueberzeugung vom Vorrang sozialsittlichen Handelns vor aller theoretischen Natur⸗ und Vernunfterkenntnis ihn über Kant hinausführt. Kant setzte jetzt Fichtes„Herz in Uebereinstim⸗ mung mit seinem Kopfe“. Und er erkennt seinen künftigen Beruf: „Der Hauptzweck meines Lebens ist der, mir jede Art von Charakterbildung zu geben, die mir das Schicksal nur irgend er— laubt.“„Ich habe zu einem Gelehrten von métier so wenig Geschick als möglich. Ich will nicht bloß denken, ich will handeln; ich mag am wenigsten über des Kaisers Bart denken.“ Kants Gesinnung hört man auch heraus, wenn Fichte seine Verlobte belehrt: „Frömmlerinnen setzen die Religion meist ins Aeußere, in Uebungen der Andacht, zwecklos, maschinenmäßig, und wie ein Frondienst an Gott vollbracht, in Rechtgläubigkeit u. s. w., und haben unter andern das charakteristische Kennzeichen, daß sie sich angelegentlicher um die Gottesfurcht anderer bekümmern als um ihre eigene. Diese hassen sollte ich sie nicht, man soll keinen Menschen hassen aber sie sind mir sehr verächtlich; denn ihr Charakter setzt die erbärmliche Leerheit des Kopfes und die trau— rigste Schiesheit des Herzens voraus.“
Fichte durchschweift in diesen Zeiten in seiner Phantasie die Welt, um eine Stätte seines Wirkens zu finden:„Bern oder Kopen⸗ hagen, Lissabon oder Madrid oder Petersburg ist mir in Absicht auf mich gleich.“ Schon ahnt er sein künftiges Schicksal:„Verketzert werde ich immer werden, wäre es auch nur wegen meiner ketzerischen Nase; das ist nun einmal gewiß.“ Ketzer und Ver- bannter!„Auf mein Vaterland tue ich gänzlich Verzicht. Gewiß herrscht unter den gegenwärtigen jüngeren Geistlichen desselben ein Grad der Aufklärung und der vernünftigen Religionskenntnis, in dieser Ausdehnung gegenwärtig kein Land in Europa
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eingezwängt, unter die sich, teils, weil es ihnen durchgängig an
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entbehren kann, sie, aber as Amt, schmiegen und heucheln
müssen. Daraus entsteht denn eine unethische, lichtscheue, heuch⸗
lerische Denkungsart! Freilich steht bei dieser Lage eine Revo⸗ lution bevor: aber wann? und wie?“
Allerlei Pläne scheitern. Und seine Hoffnung auf Revolution erlischt mit dem Versuch eines sächsischen Bauernaufstandes zugleich
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Ueber eine Warschauer Hauslehrerstelle gelangt er endlich nach dem Wallfahrtsort seiner Sehnsucht, nach Königsberg, zu ant. Oier gerät er in bitterste finanzielle Bedrängnis, die schließlich dadurch gehoben wird, daß Lant ihm für seine Erstlingsschrist„Versuch einer Kritik aller Offenbarung“ einen zahlenden Ver⸗ leger verschafft. f
Diese Schrift erscheint ohne Namen, wird für ein Werk Kants deshalb gewaltiges Aufsehen. Die Jan
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5 1 Frankreich e neue Welt
c gemeinen Ideen, überhaupt auf werde e Dieser Nufsfassung blieb Fichte,
Anklage gegen Napoleon, daß er die Franzosen um die Revolution betrog, und gegen die Franzosen, daß sie sich betrügen ließen. In den„Beiträgen zur Berichtigung der Urteile des publikums über die französische Revolution“ und in einer ähnlichen kleineren Schrift veröffentlichte er das kühne und geistgewaltige Manifest des deutschen Jacobinertums, als dessen Wortführer er nunmehr galt. Schon in dieser Schrift verband sich die politisch demokratische mit sozialistischer Kritik.
Die„Beiträge“ erschienen ohne Namen, ihre Verfasserschaft aber war kein Geheimnis, und Fichte tat nichts, um sie zu ver⸗ leugnen, und seitdem haftete an ihm für alle Machthaber der Ludergeruch der Revolution. Trotzdem erhielt er gerade jetzt eine Professur in Jena. Der Kantianer Reinhold hatte die Universität verlassen, und man suchte als Ersatz nach einem berühmten Namen, der die Studenten in die Weimarische Universität zu locken ver⸗ mochte. Da verfiel man auf Fichte. Die Berufung nannte Goethe einen„Entschluß der Kühnheit, ja der Verwegenheit“. In der A b⸗ sicht war nun der Entschluß freilich weder kühn, noch verwegen. Man glaubte vielmehr, daß der blutige Demokrat in der Hofluft bald ebenso zahm werden würde, wie alle anderen, die sich geruhig in das ungefährliche Reich des Schönen zurückzogen. So gar ernst nahm man solche jacobinischen Jugendausbrüche nicht, die doch nur (so meinte man) durch mangelnde bürgerliche Versorgung erregt waren. Man wußte, daß Fichte über einen hinreißenden Vortrag verfügte— er gehört zu den größten Rednern aller Zeiten!—, deshalb holte man ihn; es waren merkantilische Interessen zur Hebung des Fremdenverkehrs. Hu seland hatte ihm hinlänglich klar gesagt, was man von ihm erwartete: Die Weimarische Regie⸗ rung begünstige ja Freiheit im Lehren und Schreiben; aber man müsse doch„bei der jetzigen Gährung der Gemüter, die so leicht aus⸗ arten kann, und bei dem gespannten Verhältnisse der Regierungen untereinander alle Schritte ungern sehen, die gar zu laut kom⸗ promittieren oder Vorwürfe auswärtiger Minister zu⸗ ziehen können. Ich habe aber auf dies alles dadurch geant⸗ wortet, daß Sie die demolratische Partei nur in Rücksicht des Rechts und ganz in abstracto in Schutz nähmen, daß bei den Vorlesungen, die vorzüglich Ihre Beschäftigung ausmachen würden, wenig von diesen Fragen die Rede sein würde.“
So wenig verstand man die Ein heit der Fichteschen Philo⸗ sophie, für die das Handeln nach absoluten Grundsätzen der Freiheit(in der Richtung sozialistischer Demokratie!) Gott war! Fichte zögerte, den Ruf anzunehmen, und erst die Versicherung, daß auch Goethe auf seiner Seite wäre, überwand seine Bedenken.
Ostern 1794 begann er seine Jenenser Lehrtätigkeit. Es zeigte sich schnell, daß er durchaus nicht die Absicht hatte, nur in abstracto Verteidiger der Menschenrechte zu sein. Darin täuschte er freilich die Erwartungen nicht, daß er großen Zulauf hatte. Im Gegen⸗ teil, die Vorlesungsgelder flossen so reichlich, daß er ein wohl⸗ habender Mann hätte werden können, wenn er nur ein wenig sich darauf verstanden hätte, sich selbst preiszugeben. Fichte aber wollte Anreger zum Handeln sein und selbst handeln. Deshalb geriet er von Lonflikt zu Konflikt. Viel wichtiger, als die letzten Geheim⸗ nisse der Metaphysik zu ergründen, sind ihm Zeitungsnachrschten über die französische Revolution; das Journal de Paris und den Moniteur regelmäßig zu erhalten, läßt er sich dringend angelegen sein. Franken, d. h. Franzosen, möcht er als liebste Hörer nach Jena ziehen. Mit den deutschen Studenten hat er ernste Händel, weil er ihre rohen Rauforden zu vernichten sucht. Die Kollegen sind ihm aus Konkurrenzneid aufsässig. Endlich gibt der Dres- dener Hof das Signal zur allgemeinen Hetze. Aufsätze in dem von ihm herausgegebenen Journal veranlassen die Anklage auf Atheismus. Ulle Staaten verbieten die Zeitschrift, nur Preußen schließt sich aus, weil Friydrich Wilhelm III. meint, man dürfe die Schriften solcher traurigen Halbphilosophen, die ihre Vernunft in dem Grade verlieren, daß sie das Dasein Gottes als eines selbst⸗ ständigen Wesens wegraisonnieren, nicht burch Verbote aus der Dunkelheit hervorziehen, zumal das Journal in keinem Buchladen angetroffen würde. Die Drohung der anderen Staaten, daß sie die Universität Jena für ihre Landeskinder sperren würden, reifte den Entschluß der weimarischen Regierung. Der Staatsminister Goethe selbst verfügte durch eine brutale List die Annahme eines von Fichte gar nicht eingereichten Entlassungsgesuchs(nur in einem privatbrief hatte er solche Absichten angedeutet). Die Exzellenz sah in Fichte nur den Auarchisten, den rebellierenden Untertan, der es
as war später seine glühende
gewagt, sein Recht sogar gegen den Herzog zu verteidigen.
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