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kebrigens mußte Fichte Goethe dennoch dankbar sein, daß er ihn pvang, Jena zu verlassen. Denn Fichte hatte in den zerreibenden Zeiten des Atheismusstreits, der uns bie tiefsinnig radi⸗ galsten Schriften über religtöse Probleme(in Fichtes Verteidi⸗
ngen) gespendet hat, einen Augenblick müder Schwäche zu be⸗ ehen gehabt, in dem er geneigt war, sich zu unterwerfen.
0* Fichte plant, an die neue Universität der französischen Republik, tach Mainz zu gehen. Dann geriet er nach Preußen, nach Berlin, 190„Mittelsitz der Barbarei“, wie er es selbst einmal genannt
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bat. Seitdem er am späten Abend des 9. Juli 1799, als ein das Berliner Tor passierte, blieb sein Dasein an die preußische Hauptstadt gefesselt— mit den kurzen Unterbrechungen seiner Erlanger Professur und des Flüchtlings⸗ lebens nach dem preußischen Zusammenbruch!
Innere Beziehungen zu den Herrschenden Preußens hat er gie gewonnen. Wirtschaftliche Bedrängnisse, die ihn niemals mehr ganz verließen, und eine wachsende Verzweiflung an dem Freiheits- beruf seiner Zeit und an eigenem handelnden Wirken gaben
feinem unbeugsamen und leidenschaftlichen Sinn jene Richtung des
Insichselbstversenkens, die, bei aller Klarheit der Grundgedanken, sich oft in die Sprache der Mystik verlor. Er fand sein reines, un⸗ beirrbares Dasein, sein„seliges“ Leben als geistiger Bürger jenes Zukunftsstaats der Freiheit, dessen Notwendigkeit ihm die letzte und höchste aller Gewißheiten, das„absolute Ich“, die„Realität“, „Gott“ war. Die Schriftstellerei gab er in dieser Zeit auf. Die allgemeine Lesewut schien ihm lediglich als ein Laster trägen Verschandelns. Ihm aber galt der Verbrecher als ein wertvolleres Erzeugnis der Menschheit, wegen seiner Aktivität, als der in⸗ Nur durch das lebendige Wort versuchte er nun, inmitten von Verfall und Fäulnis, zu wirken. Seine Vor⸗ lesungen, die er als Privatgelehrter hielt, zu besuchen, gehörte in Berlin zum guten Ton. Man hörte gern, wie er im Ton der alten Propheten den Zusammenbruch ankündigte, ohne sich weiter dadurch bestimmen zu lassen. Und als der Zusammenbruch dann wirklich kam ging man von dem stumpfsinnigen Friedrich Wilhelm III. zum genialen, über die Erde strahlenden Bonaparte über, der wie ein Weltschöpfer in Person schien. Fichte aber sah im Untergang alles Bestehenden, in der Auflösung des tausendjährigen Reiches deutschen Elends die Geburt einer neuen Erde.
Schon 1800 hatte Fichte in diesem zerrissenen Deutschland— Robinsons Insel, das abgeschlossene Eiland einer neuen Kultur entdeckt. Sein„Geschlossener Handels staat“ entwirft das 0 Bild eines sozialistisch organisierten Gemeinwesens, das sich wirt⸗ 1 schaftlich vollständig gegen das Ausland abschloß, um nicht in den ewigen Welthandelskriegen verwickelt zu werden. In der Widmung dieser Schrift— an einen preußischen Minister Struensee— entwarf Fichte in einigen Sätzen das Bild der„historisch denkenden“ Staats⸗
pfuscher:„Ein solcher Politiker hat eine Anzahl von Fällen und von
gelungenen Maßregeln, welche andere vor ihm in diesen Fällen in seinem Gedächtnis vorrätig. Was ihm auch vorkomme, denkt er an einen jener Fälle und verfährt wie einer jener Politiker vor ihm, deren einen nach dem anderen er aus dem Grab erweckt, in seinem Zeitalter wieder darstellt und so seinen politischen Lebenslauf zusammensetzt aus sehr verschiedenen Stücken sehr verschiedener Männer, ohne aus sich selbst etwas hinzuzutun.. Es wäre zu erinnern, daß alles, was nun alt ist, irgend einmal neu gewesen; daß das Menschengeschlecht in diesen letzten Zeiten doch unmöglich so herabgekommen sein könne, daß ihm nur noch Gedächt⸗ nis und Nachahmungsvermögen übriggeblieben.“
Jetzt, in den Tagen der französischen Herrschaft, nahm er den Gedanken des geschlossenen Handelsstaates wieder auf, und die letzte Periode seines Daseins ist erfüllt von der Arbeit an einem großen sozialistischen System, von dem die„Reden an die deutsche Nation“ ein Kapitel— die Erziehung— behandeln, die in ben politischen„Fragmenten“ und der sogenannten„Staats⸗ lehre“ von 1813 seiue weitere Ausbildung und wahrscheinlich in den noch nicht gehobenen Schätzen des Nachlasses— in der Berliner Bibliothek— seine Vollendung finden.
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In den„Reden“, beren patriotische Kühnheit bei den Berlin besetzenden Franzosen keinen Austoß erregten, wohl aber von der preußischen Obrigkeit iufam und feig chikaniert wurden, fordert Fichte als Vorbereitung zur Masfenerhebung eine Erziehung der jungen Seneration— aller ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand und
schen Provinzen; Fichte verlangte völlige Loslösung der Kinder von den Eltern und für das„Geschrei“ von Familie und Familienleben hatte er nur Hohn übrig. Durch diese Erziehung sollte dann das Volk reif werden, sich selbst ein sozialistisches Gemeinwesen zu schaffen. Und damit sollte das deutsche Volk seinen innersten nationalen Beruf erfüllen, der Welt ein Vorbild der Freiheit zu sein. Gerade am Beginn des Kriegs gegen Napoleon— in dem die Einrichtung einer Volkswehr ihm als Anfang und Werkzeug einer Organisation innerer Frei heit galt— kündete Fichte(in der „Staatslehre“ von 1813) das Recht der sozialen Revo⸗ lution:„Alle Abweichung vom Rechte entschuldigt die Not. Wer diese Not verewigen will, der will das Unrecht um seiner selbst willen. Er ist Feind des menschlichen Geschlechts: dies ist auszu⸗ sprechen, und Er als solcher zu behandeln. Das Recht muß schlecht⸗ hin Bahn bekommen; geht Er ihm durchaus nicht aus dem Wege, so muß dieser Weg eben über ihn hinweggehen.“ Dieser„Er“ ist durch⸗ aus nicht mehr bloß Napoleon, sondern die ganze herrschende Oroͤnung. Und wie nahe Fichte dem modernen Sozialismus und der Befreiung durch den Klassenkampf kommt, zeigen andere Sätze aus der„Staatslehre“. Er schildert dort den herrschenden Staat als das Machtmittel der Besitzenden:
Der Staat eine Anstalt der Eigentümer, die.. vor allem Staats... Eigentümer sind. Die Staatsgewalt der Diener dieser Eigentümer, der von ihnen für diese Dienste bezahlt wird
Hieraus folgt nun im allgemeinen:
Die Menschheit zerfällt in zwei Grundstämme: die Eigen⸗ tümer und die Nichteigentümer. Die ersteren sind nicht der Staat.
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Man hatte Fichte an der neu begründeten Universität Berlin eine Professur gegeben; sehr widerwillig und entschlossen, ihm keine ernsthafte Wirksamkeit zu gestatten. Man verhinderte in der Tat sofort alles Fichtesche„Handeln“. Seines Lehramts wurde er ent⸗ setzt. Er galt als ein gemeingefährlicher Schwindelgeist.
Fichte, der vergeblich darum nachsuchte, als weltlicher Feld⸗ prediger mit in den heiligen Krieg zu ziehen, warb, mit der letzten Inbrunst eines verzweifelt Sehnsüchtigen, für diesen Krieg, dessen Ende er doch klaren Auges kommen sah. Als er am 29. Januar 1814 starb, angesteckt von dem Lazarettgift, das seine Frau bei ber Pflege verwundeter Krieger niedergeworfen hatte, ahnte er, daß die deut⸗ schen Fürsten und der deutsche Adel ruchloser das Volk um seine Freiheit betrügen würden, als es Napoleon getan. Fast die letzten Sätze, die er niederschrieb, waren ein Fluch über diese Verräter.
Nach dem Wiederaufleben deutscher Dynastien wurde Fichte als das Haupt aller Uebel und Ahnherr des Umsturzes in den Politei⸗ akten der Demagogenzeit immer aufs neue denunziert und ge⸗ kreuzigt. 1824 wurden die„Reden an die deutsche Nation“ verboten. Und als 1834 sein Sohn einen Teil des Nachlasses herausgab, wurde eine Rezension von den Berliner„Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik“ zurückgewiesen,„weil das Urteil über Fichte anerkennend sei“.
Heute versucht die loyale Geschichtsklitterung, Fichte zu einem Patentpatrioten zu stempeln. Nur die sozialistischen Arbeiter sind es, die das unverfälschte Erbe Fichtes bewahren: Fichtes des Revolutionärs.
Der Besreiungskrieg. Von J. G. Fichte.
1806 und 1813 zeichnete Fichte politische Gedanken auf, die zeigen, in welche re volu⸗ tionärem Sinne er den Befreiungskrieg auffaßte. Die politischen Fragmente aus dem Jahre 1813 stammen aus dem Ent⸗ wurf einer politischen Schrift, die als Ant⸗ wort auf Friedrich Wilhelms II.„Aufruf an mein Volk“ geplant war. Fichte starb in der verzweifelten Ahnung, daß sein Völker⸗Befreiungskrieg nichts gemein hätte mit dem Fürsten⸗Befreiungskrieg, für den
die Völker ihr Blut opferten.
Die Monarchie von Jena.
Man hat in jenen Zeiten Fürsten gesehen, die es sich für 8 und Seelengröße auslegten, andere, die dies nicht ebenso konnten, als Schwächlinge verachtend, wenn sie ber Unter⸗ jochung ihrer nächsten und blutsverwandten Nachbarn und der Ver⸗
Besit— nach Pestalozzis Orundsäzen in abgeschlossenen pädagogi⸗
engerung ihrer eigenen Grenzen und Abtrennung ihrer innigst


