Ausgabe 
18.6.1912
 
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Handarbeit, Leben, Beruf und Technik.

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Und doch sind Gesellschaft und Staat heute Gemein- schaften freier arbeitender Menschen, und doch macht heute

jeder gerne auf den Ehrentitel eines Arbeiters Anspruch! Welcher Widerspruch zwischen Gesellschaft, Staat und Schul⸗

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ildung! Woher dieser Widerspruch? Die Schule hat in ihrer

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Entwicklung nicht mit der gesellschaftlichen und staatlichen Entwicklung Schritt halten können; sie ist zurückgeblieben und hat noch die Eierschalen der Vergangenheit auf dem Rücken. Wir brauchen die Arbeitsschule für die Arbeitsgesellschaft und der Arbeitsstaat. Her damit!(Schluß folgt.)

Das Programm der Sozialdemokratie der Vereinigten Staaten.

Das vom Parteitag zu Indianopolis beschlossene Programm ist so kennzeichnend für die sozialen Verhältnisse der Union und die allgemeinen Auffassungen und praktischen Ziele der sozialistischen Partei des größten kapitalistischen Gemeinwesens, daß es sich lohnt, es in allen wesentlichen Punkten wiederzugeben. Es lautet:

Das kapitalistische System hat seine historische Aufgabe erfüllt und ist unfähig geworden, die Aufgaben, die der Gesellschaft heute gestellt sind, zu erfüllen. Wir klagen dies liberwundene System an als unfähig und korrupt, als die Quelle unsagbaren Leids und Elends für die gesamte arbeitende Klasse. Unter diesem System sind die Arbeitsmittel der Nation der absoluten Herrschaft einer Plutokratie verfallen, die einen Jahrestribut von Milliarden Dollars von den Produzenten erhebt. Ungehemmt durch organi⸗ sterten Widerstand, streckt sie ihre gierigen Hände aus nach den noch unentwickelten Hilfsquellen der Nation: Land, Bodenschätzen, Wäl⸗ dern und Wasserkräften. Trotz der Vervielfachung arbeitsparender Maschinen und Arbeitsmethoden, die die Produktionskosten ver⸗ billigen, wird der Anteil der Produzenten immer kleiner, und dle Preise aller Lebensbedürfnisse steigen ständig. Der gerühmte Wohlstand dieses Landes besteht nur für die Eigentümerklasse. Für die Masse bedeutet er nur größere Härte und mehr Elend. Mil- lionen Arbeiter sahen die Kaufkraft ihres Lohnes sinken, bis das Leben ein verzweifelter Kampf um die bloße Existenz geworden ist.

Massen Arbeitsloser wandern durch die Städte und von Staat zu Staat, wartend, daß die Herren die Arbeitsmittel in Be⸗ wegung setzen. Die Farmer werden ausgeplündert durch die steigenden Preise von Werkzeug und Maschinen und durch erpreßte Bodenrenten, Frachten und Lagerkosten. Die kapitalistische Kon⸗ zentration vernichtet die Klasse der kleinen Geschäftsleute und treibt sie in die Reihen der besitzlosen Lohnarbeiter. Die überwäl⸗ tigende Mehrheit des amerikanischen Volkes ist ins Sklavensoch ge⸗ zwungen durch diesen seelenlosen industriellen Despotismus. Das kapitalistische System ist schuld am ständigen Wachstum von Rlilst⸗ ungen, Armut, Wohnungsnot, Kinderarbeit, dem größten Teile von Verbrechen und Prostitution und zahlreicher Krankheiten, die die Menschheit quälen. Die Arbeiterklasse ist ungesunden Arbeitsbe⸗ dingungen, schweren und unnötigen Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt und rundum eingesperrt durch Gerichtsentscheidungen, Einhaltsbefehle und ungerechte Gesetze, unablässig ausgeplündert zu gunsten der herrschenden Geldoligarchie. Ihre Kinder wachsen heran in Unwissenheit, aufreibender Arbeit und trüben Lebens- bedingungen.

Gegenüber all diesen Hebeln, die jeden denkenden Beobachter entsetzen, bleiben die Gesebgeber der republikanischen, demokrati⸗ schen und aller Reformparteien die getreuen Diener der Unter⸗ drücker. Maßregeln, die den Arbeitern dieses Landes menschliche und gerechte Bedingungen, wie sie die Arbeiter aller anderen zivilisterten Länder genießen, sichern sollten, sind ohne Debatte ab⸗ gelehnt worden, und Gesetze, die angeblich den Farmern und Konsu⸗ menten Hilfe bringen sollten, wurden umgeschwindelt in Mittel zur Erpressung weiterer Tribute. Die wachsende Unruhe hat die beiden alten Parteien gedrängt, mannigfache Regelungen zu be⸗

en. Antitrustgesetze, Eisenbahnregulative mit ihren Verfolg⸗ ungen, Anklagen und Untersuchungen auf grund solcher Gesetze haben sich als völlig vergeblich und lächerlich exwiesen. Die Pluto⸗ kratie ist nicht ernstlich beschränkt oder nur bedroht durch irgend eine republikanische oder demokratische Regierung. Sie ist gleicher⸗ weise an Macht und Unverschämtheit gewachsen unter Cleveland, Mestinley, Roosevelt und Taft. Neben dieser Schwindelgesetzgeb⸗ ung und der Gefügigkeit der Behörden haben die Gerichtshöfe die Macht dieser Plutokratie geschützt und gestärkt, wie manche Ent⸗ scheidungen vor dem Bürgerkrieg die Sklaverei geschützt haben.

Wir erklären daher: Es ist unmöglich, diese Zustände länger

zu ertragen, und wir sind schiossen, damit ein Ende zu machen. Wir erklären sie als die? ung des bestehenden Systems, unter dem wirtschaftliche Tätigkeit zu privatem Profit betrieben wird, statt zum Besten der Gesamtheit. Wir erklären ferner, daß es für diese Uebel kein Heilmittel gibt und geben kann als den Sozialts⸗

8 die Arbeit sich zum gemeinen Wohl vollziehen und

isten wenngleich gering an Zahl, d gierung, Gesetzgebung und Justiz. Sie beherr

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