Ausgabe 
14.5.1912
 
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Dle Arbeit ist nicht etwasVages, es ist immer eine bestimmte Arbeit, nie Arbeit im allgemeinen, die man kauft und verkauft.

Produkte und Konsum. Warum sind Baumwolle, Kartoffeln ind Branntwein die Angelpunkte der bürgerlichen Gesellschaft?

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Weil zu ihrer Herstellung am wenigsten Arbe

sie insolgedessen am niedrigsten im Preise

scheidet das Minimum des

Konsumtion? Vielleicht etwa wegen der r

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dieser Gegenstän

wegen ihrer Nützlichkeit, insosern sie auf die

Arbeiter entsprechen? Nein; sondern weil i begründeten Gesellschaft

die elen dest

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erforderlich sst und

stehen. Warum ent⸗

t dlirfnissen des Arbeiters als Menschen und nicht des Menuschen als meiner auf das Elend

ises in bezug auf d 15 Maximum der a bso ihnen innewohnenden Nützlichkeit,

iten Nützlichkeit

tzlichste Art den Be

n Produkte das naturnot⸗

K wendige Vorrecht haben, dem Gebrauch der großen Masse zu dienen.

zwungen, in beständig größerem Maße zu 1

Großindustrie nicht die Nachfrage abwarten

tausch basierten Industrie ist die Produktions

Schon durch die Instrumente, über welche sie verfügt, ge

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produzieren, kann die Die Produktion geht

der Konsumtion voraus, das Angebot erzwingt die Nachfrage. In der heutigen Gesellschaft, in der auf den individuellen Aus

sanarchie die Quelle so vleles Elends, gleichzeitig die Ursache alles Fortschritts.

Aus unscerer Sammelmappe. as Alter der Erde. Die Möglichkeit, das Alter der Erde und in den letzten 85

gewisser Erdformationen zu bestimmen, ist durch eine neue Methode bereichert worden,

di

ie viel zuverlässiger

ist als die alte, bislang allein wissenschaftlich benutzbare. Diese alte

Methode beruht auf der Bestimmung des

chemische Zusammensetzung zur Genüge, um

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Vergleicht man diese Zufuhr mit den im

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Natriumgehaltes des Meeres. Aus den Analysen des Meereswasser

kennt man dessen

daraus den Natrium gehalt festzustellen. Die Menge des Meereswassers läßt sich schätz ungsweise sehr gut bestimmen. Das Natrium wird dem Meere durch die Flüsse zugeführt. Bestimmt man daher die chemische Zu sammensetzung des Wassers der Flüsse, so kann nen, welche Mengen Natrium dem Meere jährlich zugeführt werden.

Natriummengen, so erhält man einen Maßstab

Meeres. Joly, der sich mit derartigen Studien hat, berechnete daraus das Alter auf 99,4 Millionen Jahre. Sollas bestimmte auf Grund ähnlicher Daten das Alter der Ozeane auf

80 bis 150 Milllonen Jahre. Diese Alter sind alle verhältnismäßig

den auch, Lügen gestraft durch die neuere M Theorie der radioaktiven Erscheinungen stlützt.

sucht, welche Fehlerquellen in den auf dem Nat

man daraus berech

Neere vorhandenen für das Alter des

sehr viel beschäftigt

niedrig und reichen kaum aus, um diejenigen Zeiträume zur Verfügung zu stellen, die die Biologie für die Entwicklung der Lebewesen

erachtet. Sie wer

ethode, die sich auf die

Joly hat daher unter

den Bestimmungen liegen. Man kann einmal n Nalriumgehalt unterschätzt wird, ferner, daß das Meer durch Al

lagerungen an Natriumgehalt verloren hat, katrin

Menge des durch die Flüsse zugeführten und schließlich, daß die von

jetzt größer sind als

ordnung von 100 Million

ündert wird. Die alte Me

Perioden zu bestimmen; man Schichtendicke, deren Ablagerung währ als immer gleich stark betrachtet wurde

sehr mißliche Sache und sicher sehr ungenau.

auf d ie der iktiven Erscheinung ung me um so mehr, als sie der Schichten gestattet. Die radiaktiven Umm

Endprodukte bekanntlich Blei und Helium

dieser Stoffe, so kann man nach unserem W

riumgehalt beruhen

annehmen, daß der

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aktivität ausrechnen, wieviel Jahre nötig waren, um sie in den

Gesteinen anzuhäufen, d. h. wle alt das Gestein gegen steigen Bedenken auf. Denn die Berechnung muß gefälscht werden, wenn zuvor in den Gesteinen Helium oder Blei vorhanden

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gewesen waren, oder wenn der Gehalt de

Stofsen durch irgendwelche Vorgänge beeinfli

erstere ist sicher der Fall gewesen, doch werden die vorhandenen

Menge der Zeiten entstanden sind. Messungen an das. Auch der zweite Einw

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zen stets gering gewesen sein gegen diefen

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exwelst sich, daß die auf den radsoaktiven Ersche

ußt

ist. Aber auch da

Gesteine an diesen

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gen, welche im Lause

neralien bestätigen

id ist der Untersuchung zugänglich. Es

cheinungen beruhenden

Feststellungen recht gute Werte ergeben. Die zahlreichen Bestim⸗

mungen Strutts haben nun folgende Werte als unterste Alters⸗ grenze ergeben:

Spärosiderit(Oligozänperiode) 8 400 000 Jahre

Hämatit(Eozänperiode) 31 000 000* 1(Kalkstein) 150 000 000 Sphene(Archailum) 710 000 000

Unterste Altersgrenzen sind diese deshalb, weil der Ve rlust an Helium im Laufe der Jahrmillionen hier nicht mitgerechnet it. Andere Forscher haben gleiche Zahlen erhalten. Wie die Unter⸗ schiede dieser Zahlen gegen die vorerwähnten zu erklären sind, ist noch völlig ungeklärt. Jedeufalls dürfte aber den letztgenannten Berechnungen die größere Wahrscheinlichkeit zuzusprechen sein.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse von Kapitän Scott im Süd⸗ polargebiet. Nachdem oberflächlich bekannt geworden ist, welche Leistungen Kapitän Scott diesmal im Siidpolargebiet vollbracht hat, ist die Wochenschrift Nature in der Lage, die wissenschaftlichen Ergebnisse genauer mitzuteilen. Es handelt sich dabei um die Ar⸗ beiten der beiden Expeditionen unter-dem Geologen Griffith Taylor im Südviktorialand und des Leutnants Campbell am Kap Adare. Die Resultate werden folgendermaßen zusammengestellt: Der für die wissenschaftlichen Arbeiten sestgesetzte allgemeine Plan war bis zum 3. Januar d. J. fast vollständig ausgeführt. Die selbsttätsg aufzeichnenden meteorologischen Instrumente haben einen sork⸗ laufenden Bericht über Luftdruck, Temperatur, Geschwindigkeit und Richtung des Windes gegeben. Die obere Atmosphäre ist mit kleinen Ballons erforscht worden, die über die Richtung der oberen Luft⸗ ströme bis zu einer Höhe von 10 Kilometer und über die Luft⸗ temperatur bis zu einer Höhe von 8 Kilometer Auskunft gegeben haben. 1 magnetische Beobachtungen wurden jede Woche vorgenommen. elbstaufzeichnende magnetische Instrumente waren in einem Raum Ale ea, der von der Seite her in einem kleinen Gletscher ausgehöhlt worden war. Auf diese Weise wurden die Temperaturschwankungen ausgeschaltet, die zu starken Irrtümern bei solchen Messungen Anlaß geben. Während des ganzen Winters wurden die Polarlichter stündlich beobachtet, aber glänzende Licht⸗ schauspiele waren sehr selten. Ferner wurde die atmosphärische Elektrizität untersucht. Der Geologe hatte sich die besondere Auf⸗ gabe gestellt, an dem Beispiel der im Rückzug befindlichen Gletscher des Viktorialandes, das sich noch jetzt im Zustand einer Eiszeit be⸗ findet, den Ursprung alpiner Landschaftsformen zu studieren, die in Europa und anderen Teilen der nördlichen gemäßigten Zone durch die Eisbedeckung während der großen Eiszeit hervorgerufen wurden. Das Festland des Südpolargebiets bietet ein außerordenk⸗ lich reiches Feld füresteinsuntersuchungen dar. Namentlich ist die Häufigkeit der mineralführenden Quarzadern auffällig. So in⸗ teressant sie für den Mineralogen sind, haben sich solche von pral⸗ tischem Wert bisher nicht gefunden. Die wichtigste Entdeckung war der Nachweis von hochwertiger Kohle und vorzüglich erhaltenen Versteinerungen in der Nähe des Granithafens. Das Gebiet in unmittelbarer Umgebung der Winterquartiere war für die Ersor⸗ schung der Eisverhältnisse höchst günstig. Gegenüber der Hütte türmte sich eine riese 3 Moräne auf, die Lavaströme vom Erebusberg enthielt rner sind Pendelbeobachtungen zur Be⸗ stimmung der Schwerkraft ausgeführt Ein Flutmesser zeichnete sortlaufend den Stand des Meeresspiegels auf. Außerdem wurden auch die biologischen Untersuchungen den ganzen Winter hindurch sortgesetzt, indem durch Löcher im Meereseis, die stänbig ssen gehalten wurden, Wasserproben entnommen, die Tempe raku gemessen und Netze zum Fang von Pflanzen und inabgelassen wurden. Auch die kleine Lebewelt ist während edenen Jahreszeiten nach Menge und Art beobachtet wor⸗ 3 Studium wurde den Nobben, Pinguinen und sowie den Fischen gewidmet. Während der Ses⸗ 2 Netzzügen eine große Sammlung von Tiessee⸗ des Südpolargebiets angeschafft worden. Außerdem wurde Ae. die senkrechte Verteilung der im Meere schwim⸗ kleinen Organismen festgestellt. Das Schiff hat auch ver⸗ ude meteorologische Beobachtungen zwischen der Antarktis und bewirkt. Häufiger Gebrauch ist diesmal vom Line⸗ raphen gemacht worden, namentlich zur Aufnahme der Leben weise der Robben und Vögel. Eine besondere Sehenswürdigkeit unter diesen Films werden die Aufnahmen darstellen, die zum erstenmal den sogenannten Schwertwal oder Mörder,den Wolf des Weltmeeres in seinem Element zeigen.

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