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auch der sozlaldemokratischen— die öffentliche Mei⸗ nung nach Möglichkeit im Sinne der offiziellen Fürsorgebestrebun⸗ gen zu korrigieren. Es war interessant, aus dem Bericht des Ge⸗ schäftsführers zu vernehmen, daß der Apparat bereits funktioniert. Zwar sind die Erfolge der fystematischen Schönfärberei nicht über⸗ wältigend, aber, indem in allen Landesteilen Vertrauensmänner die Presse kontrollieren, Ausschnitte machen, die Zentrale zu Richtigstellungen oder Aufklärungen veranlassen und zu den Redak⸗ tionen in Fühlung treten, wird dem erstrebten Umschwung in der öffentlichen Meinung wirksam vorgearbeitet. Bedauerlich sei, so klagte der Berichterstatter, daß der der Fürsorge⸗Erziehung so oft gemachte Vorwurf, eine Klassenmaßregel zu sein,„nicht bloß von der Presse ausgehe, an die wohl jeder denke, sondern auch von Blättern, von denen es nicht erwartet werden sollte“(Hört, hört!) In Zukunft wird von der Preßzentrale aus die Mohrenwäsche noch intensiver betrieben werden; unsere Redak⸗ tionen werden den Waschzetteln aus Strausberg(Mark) die ge⸗ bührende Würdigung schenken.
Für die organisatorische und methodische Seite der Fürsorgearbeit boten drei Referate der Tagung wertvolle Förderung und Bereicherung: das des Hamburger Fürsorge⸗Direk⸗ tors Dr. Petersen über Das Recht des Kindes auf Er⸗ ziehung und seine Verwirklichung, das in der Forde⸗ rung eines Reichsjugendgesetzes ausklang, das des Hildesheimer Oberarztes Dr. Wönkemöller über Die Psychopatho⸗ logie der Pubertätszeit, das, von großer Sachkenntnis getragen, die früher beobachteten Differenzen zwischen Psychiatern und Haupädagogen auszugleichen sich bemühte, endlich das des Berliner Fürsorge⸗Direktors P. Knaut über Die Selbstver⸗ waltung der älteren Fürsorgezöglinge. Alle drei Referate dürften indes über den Kreis der interessierten Berufs⸗ arbeiter des Fürsorgewesens hinaus kaum größerem Interesse be⸗ gegnen. 5
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Das proletarische Kind hat in tausend Fällen kein Heim, in tausend anderen kein Familienleben; in abertausend anderen ist der Erziehungsboden des häuslichen Kreises verarmt und versandet. Was Sombart entsetzlich findet und andere Soziologen als uner⸗ hörtes soziales Verhängnis bezeichnen, ist für Millionen Kinder grausame Wirklichkeit: sie wachsen als heimat⸗ und familienloses Geschlecht heran. Die Fürsorge-Erziehung soll ihm Heimat und Familie, Eltern und Erziehung ersetzen. Nun wohl, sie gibt ihnen ein Dach über den Kopf, einen Rock auf den Leib, ein Stück Brot ili die Hand und ein schweres Bündel mühseliger Arbeit auf den jungen Rücken. Wo aber bleiben Spiel und Freude, Jugend und Kinderglück, welchen Gewinn haben Herz und Hirn? Es wächst eine Jugend heran, die keine Jugend hat; Lebenslenze verstreichen ohne Sonne und Blütenglanz. Und der Gesellschaft gehen uner- meßliche Werte verloren.
Gewiß, Freund Genügsam, es ist im Laufe der Jahre manches besser geworden. Früher waren die Zustände grauenhaft, jetzt sind sie nur noch unerträglich,— das ist der gewaltige Fort-
schritt.
Das Feuer und der primitive Meusch.“ In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit sind die Verwendung des Feuers zur Nahrungszubereitung und die
später folgende Erfindung der künstlichen Feuererzeugung
zwei der gewaltigsten Fortschritte. Erst durch sie vermochte sich der Urmensch von den tierischen Lebensbedingungen los— zulösen und die Grundlagen für seinen weiteren kulturellen Aufstieg zu gewinnen. Bisher lediglich, wie noch der heutige Menschenaffe, auf ein bestimmtes Klima und die freiwilligen Gaben der Natur an Früchten und Knollen angewiesen, ge— wann er nun mit dem Gebrauch des Feuers zum Schutze vor der Kälte und zur Zubereitung bislang ungenießbarer Nah— rung, besonders der Wild- und Fischnahrung, die Möglichkeit, sich unabhängig von Klima und Oertlichkeit, dem Laufe der Flüsse und den Küsten der Meere folgend, über Gegenden der Erdoberfläche auszubreiten, die früher für ihn völlig unbe⸗ wohnbar gewesen waren. Sein Leben⸗ und Nahrungsspiel⸗ raum dehnte sich mächtig aus, und zugleich erleichterte sich die Aufzucht der jungen Brut; denn das junge Menschenkind war in seiner Nahrung nicht mehr nur allein auf die Milch der Mutter und vorgekaute Knollen angewiesen, da nun durch das Verfahren der Röstung mit darauffolgender Zer— quetschung und Aufweichung auch manche Früchte, Kerne und
Aus dem 18. Bändchen der im Verlag von Dietz in Stuttgart erscheinenden Kleinen Bibliothek. Die jung verstorbene Genossin Hannah Lewin⸗Dorsch eröffnet damit eine Serie über die Technik in der Urzeit, die Genosse Heinrich Cunow fortsetzen und beendigen wird. Das jetzt vorliegende erste Heft behandelt das Feuer und den Woßnungsbse
Wurzeln für das unvollkommene Gebiß genießbar wurden.
Die primitive Kunst der willkürlichen Feuergewinnung ist nicht, wie früher manche Prähistoriker meinten,„aus dem Gedanken geboren“, das heißt nicht aus bloßem Grübeln ent⸗— auf die Erde und hält ihn dort mit seinen beiden Füßen fest. holten Erfahrung, die der Wilde bei der Herstellung seiner primitiven Werkzeuge und Waffen machte, ihre Entstehung, daß trockene Hölzer in bestimmter Weise fest aneinanderge— rieben heiß werden und schließlich das beim Reiben abfallende Holzmehl in Brand setzen. Alle von den Naturvölkern be— nutzten Apparate zur Feuerentzündung gehen zurück auf die Technik des Bohrens, des Sägens oder Schabens. Bei der Arbeit also, indem er in trockenes Holz Löcher hineinzugraben oder zu bohren suchte, vielleicht auch, indem er es abzuschaben oder mit einer scharfen Muschelschale durchzufeilen suchte, ist der Mensch zu der Entdeckung gelangt, daß sich das vielbe— gehrte Feuer auch künstlich erzeugen läßt. Zwar finden wir außerhalb des Kreises der heutigen Kulturvölker noch zwei andere Instrumente zur Feuerentzündung im Gebrauche: das pneumatische Feuerzeug und den primitiven Brennspiegel, doch gehören diese beiden Erfindungen weit höheren Entwick— lungsstufen an und kommen deshalb für die Anfänge der menschlichen Technik, mit denen wir uns hier beschäftigen, nicht in Betracht.
Die älteste Methode der Feuererzeugung ist, soweit man heute zu urteilen vermag, das Feuerbohren. Man bedarf dazu zweier Hölzer, und zwar einer brett- oder stabförmigen Unterlage, die mit einem Löchlein oder Grübchen versehen ist, und eines zweiten Holzstabes, der mit seinem einen mäßig spitzen Ende in das Grübchen der Unterlage gestellt und dann in quirlende Bewegungen versetzt wird. Vielfach benutzt man zur Unterlage ein weiches und zum Bohrstab ein härteres Holz; von griechischen Schriftstellern wissen wir, daß dort der weiche Efeu mit dem harten Lorbeer gebohrt wurde. Es ist jedoch der verschiedene Härtegrad der beiden Hölzer durch— aus kein unumgängliches Erfordernis; die südamerikanischen Indianer bedienen sich, wie wir aus den Berichten zuver— lässiger Forschungsreisender wissen, meist zweier Hölzer von gleicher Art. Hingegen ist ein gewisses Geschick und die Be⸗ obachtung einiger einfacher Regeln erforderlich, will man mit der Technik des Feuerbohrens zum Ziele kommen, ohne all⸗ zuviel Zeit und Kraft daran zu wenden. In Afrika legt man in das Bohrgrübchen gern ein paar Sandkörnchen; sie ver— mehren beim Bohren die Reibung und fördern die rasche Ge— winnung von feinem Holzmehl, das den Zunder abgibt und dessen Erzielung die Hauptsache bei der ganzen Prozedur ist. Will ein einzelner Mann Feuer bohren, so legt er den zur Unterlage dienenden Stab— das nötige Bohrgrübchen bringt auch der primitivste Techniker ohne viel Mühe mit Hilfe eines spitzen Stabes oder eines Muschelscherbens zustande— standen, sondern sie verdankt höchstwahrscheinlich der wieder⸗ Dann setzt er den Bohrstab in die kleine Grube, faßt ihn zwischen beide Hände und bringt ihn vermittels ruhiger, aber kräftiger quirlender Bewegungen in die erforderliche Drehung. Nach wenigen Drehungen schon beginnt sich feines Bohrmehl zu bilden, das in Form eines weißlichen Pulvers durch einen senkrecht abwärts geführten kleinen Einschnitt aus dem Bohrgrübchen hinabrieselt. Sowie sich im Bohr⸗ mehl ein Fünkchen zeigt— und das kann unter günstigen Umständen schon nach weniger als einer Minute der Fall sein— bläst der Bohrende sachte, aber stetig darauf nieder. Ein feiner Rauch steigt empor, und nicht lange danach leuchtet ein Flämmchen auf, das man dann durch Zuführung ge⸗ eigneter Nahrung zu beliebiger Größe anfachen kann. Stehen zwei Männer zur Verfügung, wenn es gilt, Feuer zu bohren, so hält der eine die Unterlage mit beiden Händen auf der Erde fest, während der andere nichts weiter zu tun hat, als zu bohren; die Arbeit wird dadurch natürlich erleichtert, und der Bohrende wird entlastet. Zu dem gleichen Zwecke hat schon der Primitive allerhand Mittel herausgefunden.
In Australien und Tasmanien, in Zentralbrasilien und in vielen Teilen Afrikas war zur Zeit ihrer Entdeckung diese Art der Feuererzeugung allgemein üblich, und zwar wurde
aus Milchzähnen
die Umdrehung des aufrechten Jeuerstocks meist noch dadurch


