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Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung
Nummer 14
Dienstag, den 9. Zuli 1912
1. Jahrgang
Gedanken zur Wohnungsfrage.
Die schädlichen Wirkungen unserer heutigen Wohnungs— zustände können nicht leicht übertrieben werden. Ist man sich doch heute völlig darüber im klaren, daß gerade die schlimmsten sozialen Uebel durch die schlechten Wohnungen verschuldet oder doch stark verschlimmert werden. Wir er— innern an die Lungenschwindsucht, an die Säuglingssterblich⸗ keit, an die Trunksucht.„Jeder, der sich mit dieser außer⸗ ordentlich schwierigen Frage beschäftigt hat“, schreibt der Charlottenburger Stadtrat Seydel,„weiß, daß so mancher Mann, durch seine unbehagliche, unzureichende Wohnung ab⸗ geschreckt, nach Feierabend in die Kneipe läuft.“ Dazu kommt die Verwahrlosung der Jugend infolge des engen Zusammen— wohnens und vieles andere. Wie schlimm müssen die Dinge stehen, wenn sogar das Blatt der Bauunternehmer, die Bau— gewerks⸗Zeitung, neuerdings darauf hinweist, daß die bedenk— lich niedrige Geburtenziffer, wie der bedenklich schlechte Ge⸗ sundheitszustand in den Großstädten hauptsächlich durch die Aeberfüllung der Wohnungen verursacht ist!„Da aber,“ so schließt das Blatt seine Ausführungen,„das Bevölkerungs— wachstum Deutschlands fast ausschließlich den größeren Städten zufällt, weil das flache Land seine Jugend an diese abgibt, so muß die Zukunft Deutschlands davon abhängen, ob die Volkskraft in den größeren Städten gedeiht oder ver— siegt.“ Dabei muß man wissen, wie hoch die Zahl der Be— wohner eines Zimmers sein muß, wenn es amtlich als„über⸗ füllt“ gelten soll. Einheitliche Normen bestehen ja dafür nicht. Das Berliner Statistische Amt rechnet eine Wohnung erst dann als überfüllt, wenn mehr als 5 Personen auf ein heizbares Zimmer kommen; das Schönberger Amt„schon“ bei mehr als 4 Personen. Man wende nur einmal den Maß⸗ stab auf die Wohnungen der Besitzenden an. Man stelle sich vor, daß in einer Wohnung mit 4 heizbaren Zimmern nebst Küche, Mädchengelaß und reichlichem Zubehör, 16 Personen hausen müßten! Würden nicht die Bewohner über unerträg⸗ liche Enge klagen? Nun ist es ja richtig, daß genau derselbe Maßstab nicht überall anwendbar ist. Wenn z. B. in einer Wohnung von Stube, Küche und Korridor ein Ehepaar mit 2 kleinen Kindern wohnt, und etwa der Männ den ganzen Tag bei seiner Arbeit außer dem Hause ist, dann wird man die Wohnung in der Tat nicht als überfüllt ansehen können. Venn es aber 4 erwachsene Personen sind, ja, wenn die beiden Kinder nur 14—15 Jahre alt sind und vielleicht noch verschie⸗ denen Geschlechts, dann ist der Raum bereits zu enge. Weit schlimmer ist es noch, wenn die 4 Bewohner aus einem kinder⸗ losen Ehepaar bestehen, das sich wegen der hohen Miete zwei Schlafgänger hält. 0 Trotzdem nun also solche Wohnungen, soweit sie nicht mehr als 4 Personen pro heizbares Zimmer enthalten, nicht mitgezählt sind, ergibt sich doch, daß in Großberlin gegen⸗ wärtig rund 424 000 Personen in überfüllten Räumen woh⸗ nen! Und es ist nicht etwa die Ueberfüllung allein, die an der Gesundheit und dem Mark des Volkes zehrt. Es hilft bei diesem traurigen Werke die Art der Behausung, wie sie in den Großstädten seit einigen Jahrzehnten immer mehr um sich gegriffen hat: die berüchtigte Mietskaserne, die in einer geradezu raffinierten Weise Licht und Luft von den Wohnungen absperrt.
Was wir da erzählen, sind wahrlich keine Neuigkeiten. Doch obgleich das alles längst bekannt ist, kann man von einer Besserung, ja auch nur von einem ernstlichen Versuch der Besserung, bisher verzweifelt wenig spüren. In Berlin z. B. ist man sich in der Verurteilung der Mietskasernen vollkom⸗ men einig. Gegen den Ruf nach Ein⸗ und Zweifamilien⸗ häusern läßt sich mancherlei anführen. Aber von hier bis zur Mietskaserne gibt es ja noch viele Zwischenstufen, und heute wagt niemand mehr, der wirklichen Mietskaserne das Wort zu reden. Dabei ist für das Wesen der Mietskaserne nicht eigentlich die Zahl der Wohnungen ausschlaggebend— man kann schon mit 8—10 Wohnungen eine Mietskaserne her⸗ stellen,— sondern die Form des Baues, diese Seitenflügel und Hintergebäude mit den engen Höfen, die sich dem Maß⸗ stabe eines bloßen Lichtschachtes bedenklich nähern. In deren Verurteilung also ist sich heute alle Welt in Berlin einig. Und dennoch genügt ein Gang durch die Vororte, wo Licht und Luft noch in Fülle zu haben ist, um zu sehen, wie Straßen um Straßen neu erstehen und mit lauter Mietskasernen be⸗ setzt werden! Ja der Skandal geht so weit, daß nicht selten hübsche Villen mit schmucken Gärten weggerissen werden, um ein paar scheußlichen Mietskasernen Platz zu machen. Es ist ein Jammer, wie in diesen neu entstehenden Bezirken auf künstliche Weise wieder Dunkelheit und Enge erzeugt wird. dabei sind aber diese so absichtlich verschlechterten Wohnungen maßlos teuer! Ein Beispiel für viele: Das Tempelhofer Feld wird gegenwärtig bebaut. Es soll dort ein sogenanntes „Villenviertel“ entstehen, d. h., es werden nur größere Woh— nungen von 3—5 Zimmern gebaut. Die Dreizimmerwoh⸗ nungen haben ein Zimmer nach der Straße, die übrigen nach dem Hofe hinaus.„Allzu groß,“ so lasen wir in einer Presse⸗ notiz,„sind die Höfe nicht; in den Eckhäusern, die wegen der vielen Querstraßen sehr zahlreich sind, findet man meist die bekannten Lichthöfe, die hier zugleich die Fahrstühle beher⸗ bergen.“ Nun sind die Wohnungen freilich mit Zentralheiz⸗ ung, Warmwasserleitung, elektrischer Beleuchtungsanlage usw. versehen. Das warme Wasser und die Heizung sind also in der Miete schon mitbezahlt(die Beleuchtung natürlich nicht). Aber dennoch: diese Wohnungen von 3 Zimmern, wo⸗ von 2 auf den unfreundlichen, kleinen, dunklen Hof hinaus⸗ gehen, sollen die Kleinigkeit von 1200 Mark pro Jahr kosten! Da muß man doch wirklich fragen: wer kann das eigentlich bezahlen? Es kommen doch nur Leute in Betracht, die allermindestens 50006000 Mk. Jahreseinkommen haben. Und so wären wir denn in Berlin so weit, daß selbst Leute mit solch hohen Einkünften mit engen, unfreundlichen Woh⸗ nungen vorlieb nehmen müssen. Wobei wir übrigens nicht vergessen wollen, daß die Arbeiter in Berlin verhältnismäßig noch mehr bezahlen; denn eine Wohnung von Stube und Küche kostet 300—400 Mk., und dabei fehlt alle Bequemlich⸗ keit, oft ist nicht einmal ein besonderes Klosett vorhanden.
Fragt man nun, warum denn— trotz aller anerkannten Schäden— immer wieder Mietskasernen gebaut werden und warum in ihnen die Wohnungen so furchtbar teuer sind, so lautet die Antwort: wegen der hohen Preise des Grund und Bodens.
Es gibt Leute, die die hohen Mieten in den Großstädten auf das berühmte Gesetz von Angebot und Nachfrage zurück⸗ führen. In den großen Städten strömen so viel Menschen


