Ausgabe 
8.10.1912
 
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So geht es fort, Tage, Monate, Jahre.

kleiner.

Das Fleisch wird] Hanismus des kapftalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, Auch es ist ein wandelbares Stagtengebilde. Kriege wer⸗ vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapftalmonopol

den geslührt, Verträge werden geschlossen. Waffen werden benllgt, wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufge⸗

er Si heit binn 5 blüht ist. deren Wirkungen mit unsehlbarer Sicherheit binnen kurzem f burch dere irru gesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich

werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropria⸗ teurs werden expropriiert.

ganze Nationen weggerafsft find. Und keiner murrt.

Ich habe in meiner Raritätenkammer eine alte Milch. Drei Jahre alt. g. Ich zeig es manchmal meinen Freunden. Sie wollen es nie glauben, daß es einmal Milch war. Weiß lag sie im Glas, als ich sie bei Seite brachte. Tröpschen stieg neben Tröpschen an die Oberfläche und bildete den Rahm. Am an⸗ dern Tag war sie sauer. Eine alltägliche Erscheinung.Alltäglich? AKermliche Menschen, euch gehört dieses Wort! Nichts ist alltäglich. Diese Milch ist eine Welt mit Tönen, Farben, Leben, Stoffen, so groß, daß euer Schädel, der seine Blicke auf serne Sterne lenkt, der mit Maschinen die Luft bezwingt, den Wind besiegt, den Krallen der weren Erde entf

Die Milch, die sauer sest ist, löst sich allmählich wieder auf. Das Elweiß, das die Milchsäurebakterien durch ihre Stoffwechselprodukte zur Ausscheidung brachten, wird von anderen verarbeitet, gelöst Auch sie wird gefärbt. Sie wird grünlich, und auf dem Boden des Gefäßes lagern weiße Wolken. Ein übler Dunst geht von ihr aus. Der Dust ständigen Lebens und Sterbens.

Ein interessantes Din

lieht, an ihr zerschellt.

Das ist meine Rarstätenkammer. Ein kleiner Teil davon. In der Eke steht in Kolben altes Blut, alte Wurst, altes Mehl. Da⸗ neben Holz, Blätter, Schlamm, Früchte, Käse, Brot, Wein. Von Zelt zu Zeit untersuche ich sie unter dem Mikroskop. Immer birgt der alte Kram Neues. Ungesehenes. Es wechseln die Formen, die Bewegungen. Fremdartige Gerliche treten auf, Farben kommen und vergehen.

Wenn ich nachher auf die Straße trete und ich sehe Menschen und Wagen, Häuser und Tiere, dann kommt mir die Welt meiner Augen sehr klein vor. Es ist mir, als ob ich unter ein Volk gesetzt worden wäre, ohne Zlvilisatton, mit grobem Handwerk bauend, matt und langsam voranschreitend. Kein Wunder, ich war ja unter Bakterien

EW 7 3 74 AusDas Kapital.

Von Karl Marx. Kapital. Wenn das Geld, nach Augler,mit natürlichen Blutflecken auf einer Backe zur Welt kommt, so das Kapital von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut⸗ und schmutztriesend.

Expropriation und Konzentratfon. Sobald die kapltalistische Produktsonsweise auf eignen Füßen steht, gewinnt die weltere Vergesellschaftung der Arbeit und weitere Verwandlung der Erde und andrer Produktlonsmittel in gesellschaftlich ausgebeutete, also gemeinschaftliche Produktionsmittel, daher die weitere Expro⸗ priation der Prlvateigentümer, eine neue Form. Was fetzt zu ex⸗ propriteren, sst nicht länger der selbstwirtschaftende Arbeiter, sondern der viele Arbeiter Diese Expropriation vollzieht sich durch das Splel der immanenten Gesetze der kapftallsti⸗ schen Produktion selbst, durch die Konzentration der Kapitallen. Je ein Kapitalist schlägt viele tot.

exploitterende Kapftalist.

Dand in and mit dieser Konzentration oder der Expropriation vleler Kapitallsten durch wenige entwickelt sich die kooperative Jorm des Arbeltsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technologische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßig gemein⸗ same Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, und die Oekonomisierung aller Produktlonsmittel durch ihren Gebrauch als gemeinsame Pro- duktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit,

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Konzentration und Monopol. Mit der abnehmenden

Zahl der Kapitalm

Die Konzentration der Produkttonsmittel und die Ver⸗

Sie wird gesprengt. Die

Aus unserer Sammelmappe.

Das Ursaultier. Die niedrige Säugetiergruppe der sogenannten Zahnlücker(Edentaten) spielt heute nur noch eine kleine Rolle auf der Erde, obgleich sie wegen der Merkwürdigkeit ihrer Mitglieder zu den interessantesten Teilen des zoologischen Systems zählt. Sie ist jetzt noch durch fünf Familien vertreten, nämlich die Faultiere, Gürteltiere und Ameisenfresser in Amerika, die Erdschweine in Afrika und die Schuppentiere in Afrika und Südasten. In früehren Jahrtausenden der Erdgeschichte aber haben sie doch eine wesentlich andere Stellung eingenommen, namentlich durch die außerordentliche Größe, die von manchen ihrer Vertreter erreicht wurde. Das aller⸗ merkwürdigste Geschöpf unter ihren Vorläufern und ohne Zweifel eines der sonderbarsten Wesen, die der Erdboden je getragen hat, war das Glyptodon in Südamerika, das ein Vorfahr der Gürtel⸗ tiere war und diesem auch äußerlich in vielen Teilen geglichen haben muß. Es war nur viel größer und hatte einen so ungeheuren Panzer aus Knochenplatten, daß er eine Last von mehreren Zentnern darstellte. Sogar die Knochenröhre, in die der Schwanz dieses Tieres eingeschlossen war, erreichte ein Gewicht, das bei ausge⸗ wachsenen Tieren nicht viel hinter einem Zentner zurückgeblieben sein kann. Dennoch war das Glyptodon ein Zwerg gegen einen Zeitgenossen, der als Urahn der Faultlere anzusprechen ist. Während diese heute verhältnismäßig kleine Tiere sind, gehörte ihr Vorfahr zu den gewaltigsten Riesen der Säugetierwelt aller Zelten. See haben daher auch so auszeichnende Namen wie Megatherlum und Macrotherium erhalten. Ihre Heimat ist wahrscheinlich Überhaupt Südamerika gewesen, jedoch haben sich Reste ihrer Skelette auch in Südafrika gefunden. In dem großen Museum in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, das überhaupt die größte Sammlung von ausgestorbenen Tieren aus der sogenannten Pampassormation besitzt, finden sich auch vollständige Skelette des Ursaultieres. See besigen eine Gesamtlänge von nahezu 6 Meter. Der Kopf allein mißt& Meter, der Hals sast ebensovlel, der Körper J Meter und der Schwanz Meter. Die Höhe des Tleres in gewöhnlicher Stellung auf allen Vieren maß 2% Meter, in einer auf den Ointerbeinen aufgerichteten Stellung aber Über Meter. Dies Ungeheuer hatte es dann auch kaum nötig, auf die Bäume zu klettern, wie sein ver⸗ kümmerter Nachkomme der Gegenwart, sondern konnte sich selne Blätternahrung ohne das herunterholen. Aus der Gestalt der Schädelknochen ist zu schließen, daß das Megatherlum auch einen kurzen Rülssel besaß, der ein Mittelding zwischen dem eines Tapirs und eines Elefanten gewesen sein mag. Auch die Zunge scheint, wie dle einer Girasse, durch eine ungewöhnliche Läuge und Bieg⸗ samkeit dazu geeignet gewesen zu sein, die Blätter in großen Mengen abzurupfen. Das Urfaultier hatte noch 18 Zähne von beträchtlicher Kraft und Größe, während seine Nachkommen nut noch 0 bis 10 Zähne besitzen. Sie wuchsen bei den ausgestorbenen Tieren das ganze Leben lang, wie es bel den Elefanten der Fall it. Vorderzähne fehlten schon bel den Ursormen dem Gebiß voll ständig, wovon die ganze Familie ihren Namen erhalten hat. Von koloflaler Entwicklung waren auch die Füße, die se vier Zehen bde⸗ sazen, von diesen waren aber nur zwei vollständig entwickelt, die anderen waren verkümmert, besonders an den Ointerfüßen. Das Urfaultier hatte ohne Zweifel die Kraft, Heine Bäume zu ent; wurzeln und größeren ganze Zweige auszubrechen. Der Körpet war mit langen Haaren bedeckt. Die Zahl der Skelette, die in

nagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwand⸗ Argentinien gefunden worden sind, beläuft sich auf rund 100; bags

lungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des] kommen noch fünf abweichende Urten in anderen Teilen von Sülb⸗

lend, der Drucks, der Knee

ng, der Degradation, der Ausbeutung, amerika.

5 Fm rung 5 7 aber auch die Empörung der stets auschwellenden und durch den Me⸗

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