Ausgabe 
2.7.1912
 
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sich der Staat aufbauen.

legte Rousseau diese Worte in den Mund.

Selbständigkeit entrissen, um selbst ungestraft und üngestört ihren

Leidenschaften frönen zu können? Zugleich waren diese Worte auch ein flammender Protest gegen den Sklavenhandel, der damals in so üpiger Blüte stand und dem Tausende und Abertausende unglück⸗ licher Neger zum Opfer fielen. Nichts, auch nicht der Krieg, gibt bem Menschen ein Recht auf die Freiheit des andern, denn auch der Krieg ist ein Akt der Gewalt, und beim Friedensschluß treten auch die Untertanen des besiegten Staates wieder in ihre Menschenrechte ein. So kann sich nach vernünftiger Betrachtung kein Staat auf rechtlicher Grundlage entwickelt haben, in dem der eine Teil im Besitze aller Rechte ist, dagegen der andere völlig rechtlos dasteht, in dem das Grundgesetz gültig ist:Ich habe mit dir eine Ueber- einkunft getroffen, die ganz zu deinem Nachteil und ganz zu meinem Vorteil ist; ich werde sie halten, solange es mir beliebt, und du wirst sie halten, solange es mir beliebt. So wlürden die Despoten des 17. und 18. Jahrhunderts gesprochen haben, die in ihrem Größenwahn glaubten, das Volk sei des Königs wegen da und die das stolge Wort auszusprechen wagten:Ich bin der Staat!

Nur auf der Grundlage der Freiheit und Gleichheit aller kann Auf dieser Basis schließen die Menschen zu gegenseitigem Schutze einen Blindnisvertrag des Inhaltes: Jeder von uns setzt gemeinschaftlich seine Person und seine gesamte Ge⸗ walt unter die höchste Leitung des gemeinschaftlichen Willens, und wir nehmen in die Gemeinschaft ein jedes Mitglied als einen von dem Ganzen untrennbaren Teil auf. Die Souveränität, das heißt die Hoheitsrechte, besonders die gesetzgebende Gewalt ruht in den Händen des Volkes in seiner Gesamtheit. Zwei Beziehungen be stimmen Rechte und Pflichten des Menschen. Als Teilnehmer an der Souveränität ist sein Wille ein Glied des allgemeinen Willens

und fällt ebensosehr in die Wagschale wie jeder andere Wille, als Untertan muß er sich den vom Gesamtwillen gegebenen Gesetzen unterwerfen.

Erst von jetzt an spricht die Stimme der Pflicht, wo vorher die des physischen Eindrucks, und die Stimme des Rechts, wo vorher die der bloßen Neigung sprach. Durch den Vertrag verliert der Mensch zwar die natürliche Freiheit und muß auch seinen ungeregelten Neigungen und Leidenschaften einen Zügel an legen; doch verschwindet dieser Verlust in Anbetracht der Vorteile, die ihm dabei zufallen. Er gewinnt die bürgerliche Freiheit, die nur durch den Gesamtwillen beschränkt wird, die Sicherheit für sein Leben und seine Güter, und vor allem die moralische Freiheit, der das eigene Pflichtbewußtsein des Menschen die Grenzen vor⸗ gezeichnet hat. Freiwillig stellt sich jeder in den Dienst der Allge meinheit, ihr stellt er auch alle Güter anheim, die er besitzt, um sie von ihr sozusagen als Lehen wiederzuempfangen. Doch soll niemand liber das Maß seines eigenen Bedürfnisses hinaus empfangen, und die Scholle, die er erhalten, soll er selbst pflegen und bearbeiten, anderseitshat jeder Mensch ein Recht auf alles, was ihm unent⸗ behrlich ist. Ein Blick auf die damaligen Zustände in Frankreich Denn so gerecht diese Forderung scheint, die er hier ausspricht, so hatte sie doch bei den oberen Ständen noch keine Berechtigung erlangt. Nicht genug, daß diese von jeder Steuer frei waren, die Mittel, die sie gebrauchten, um ihren Ausschweifungen und Lastern zu frönen, die preßten sie aus dem Marke des hungernden und darbenden Volkes, aus dem Blute der Unglücklichen, die sich nicht wehren konnten. Treffend charakterisiert er die Gesinnung der feudalen Gesellschaft mit den

Worten, die er den Großgrundbesitzer zum Armen sprechen läßt: Du hast mich nötig, denn ich bin reich und du bist arm: wir

wollen deshalb einen Vertrag schließen; ich will dir die ehrenvolle Erlaubnis geben, mir zu dienen. Nur möchte ich mir ausbedingen, daß du mich für die Mühe, die ich aufwende, um dir zu befehlen, mit dem Wenigen, was dir bleibt, entschädigst.

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henden! jetzt, nachdem er in der Idee von der unbedingten Vi eine Grundlage geschaffen, zum Ausdruck. Aufru möchte er das Volk, indem er ihm seinen hohen Beru

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Das Volk, das ganz i 0 horchen wolle, verliert dadurch seine Eigenschaft als Volk, denn die Machtvollkommenheit des Volkes ist weder veräußerlich noch

deeilbar, sind Worte, die kein Volk überhören kann, wenn es nicht

sschon vollständig in Lethargie versunken ist.Der Gesellschafts wertrag begründet eine Gleichheit unter den Bürgern, die sie an einerlei Bedingungen kettet, ihnen allen aber auch einerlei Rechte zuteilt. Freiheit und Gleichheit sind die Grundideen aller Systeme der Gesetzgebung. Fern muß dem Volke bleiben jede Art von Hab sucht und Machthunger, die diesen Grundideen ein sicheres Grab graben würden. Und wie er das Volk als Verkündiger der Frei heit und Souveränität zu seiner Bestimmung zurückzuführen sucht sso tritt er jetzt vor die Regierung hin, und indem er ein Bild ihres teeigentlichen Zweckes und Wesens zeichnet, kann er seiner ganzen Wut und seinem brennendem Zorn in glühenden Worten Ausdruck treten, nicht als kriechender Heuchler, sondern als Rachegeist und dem von Leidenschaften und Lastern entnervten Könige Wahrheiten ins Gesicht zu schleudern, die in seinem Herzen so lange wogten und brausten und nach Befrefung verlangten. Nur dem Volke ver⸗ dankt die Regierung ihr Dasein, für das Volk ist sie da und dem Volke soll sie dienen. Das Volk hat ihr die ausübende Gewalt übertragen, es ist jederzeit berechtigt, ihr diese Gewalt wieder zu mehmen, es kann jederzeit die Regierungsform, die es gewählt, ab⸗ sschaffen und sich eine neue geben. Doch den einzelnen, den König, Hrängt es nach Erweiterung seiner Machtfülle, er will absolut sein. Die Macht, die aus der Liebe der Völker entspringt, ist ohne Zweifel

ab; nie werden die Fürsten sich mit ihr begnügen. Die besten Könige wollen schlecht sein können, wenn es ihnen so beliebte, ohne deswegen weniger die Herren zu bleiben. hr eigenster Vorteil bedingt, daß das Volk schwach und elend sei und niemals Wider⸗ stand zu leisten imstande sei. Ein furchtbares Verdammungsurteil' über Despotismus und Tyrannei, in die nach seiner Auffassung das Königtum, die Monarchie immer ausarten muß. Drum weg, souveränes, aber unterdrücktes und geknechtetes Volk, mit einer Regierungsform, die ein Krebsschaden an deinem Körper ist und über kurz oder lang deinen Untergang herbeiführen muß! Das ist in kurzen Worten die Kriegserklärung, die Rousseau dem feudalen Regiment Frankreichs nicht nur, sondern der ganzen zivilisierten Welt zugehen läßt und die ihm, gleich der Posaune des jüngsten Gerichts, in den Ohren hätte klingen müssen, wenn es sich nicht ge⸗ waltsam den drohenden Ereignissen verschlossen hätte.

Denn die Ideen, die der Verfasser desGesellschaftsvertrages vortrug, traten alsbald den Siegeszug über die ganze zivilisterte Welt an, und auf den Trümmern des Absolutismus, der Gewalt⸗ herrschaft und Knechtung, strahlte sein Geist den Freiheitshelden. Rousseau war der Verkünder eines neuen Evangeliums, dem die in Banden liegende Welt mit erwachender Begeisterung lauschte. Ein neuer Glanz trat in die Augen der Unglücklichen, die im Frieden bas Ausbeutungsobjekt für den König und seine Günstlinge waren, und im Kriege, den des Herrschers Habgier oder die Intrigen seiner Maitressen und Günstlinge angezettelt, sich nutzlos hinschlach⸗ ten lassen durften. Ein Hosfnungsschimmer glänzte wieder auf ihrem Antlitz, und das Feuer des Zornes und der Wut, des Hasses und der Erbitterung loderte in ihrem gequälten Herzen empor. Rousseau öffnete ihnen die Augen, er verstand es, seinen Lesern seinen Geist einzuhauchen, sie mit sich fortzureißen. Unwidersteh⸗ lich zog er sie in den Bannkreis feiner Ideen, die sowohl wegen der feurigen Beredsamkeit, mit der sie vorgetragen wurden, als wegen ihrer Neuheit und Kühnheit alsbald in aller Herzen tiefe Wurzeln schlugen. Er hatte den Ton getroffen, auf den die Welt zu warten schien. Schon die Namen: Freiheit und Gleich⸗ heit weckten in der Seele der Menschen lockende Bilder, und die Phantasie belebte sich mit neuen, nie gekannten Vorstellungen.

Schon bald sollten sich seine Ideen in die Tat umsetzen. Die Amerikaner waren es, die einen Auszug aus demGesellschafts⸗ vertrage zu ihrem politischen Glaubensbekenntnisse machten, in⸗ dem sie in ihrem ersten Manifest im Jahre 1776 feierlich die Natur⸗ rechte der Menschheit forderten. Alle Menschen sind gleich ge⸗ schaffen; ihr Schöpfer hat sie mit unveräußerlichen Rechten ausge- stattet; zu diesen gehören Leben, Freiheit und das Streben nach Glück; zur Sicherung dieser Rechte sind Regierungen eingesetzt, die ihre Vollmacht aus dem Willen der Regierten herleiten; wo immer eine Regierungsform jenen Zwecken verderblich wird, da hat das Volk das Recht, sie abzuändern oder abzuschaffen oder eine neue Regierung aufzurichten, welche auf solchen Grundlagen ruht und ihre Gewalten derart gliedert, daß seine Sicherheit und Wohlfahrt am besten dadurch verbürgt wird. Keine gestaltlosen Träume poli⸗ tischer Phantasten waren es, die hier den Bewohnern der Neuen Welt das Schwert in die Hand drückten, es waren Rousseaus Ideen im Gewande der Wirklichkeit und der praktischen Möglichkeit. Mit elementarer G lt begannen sie sich denn auch in Frankreich im Jahre 1789 durchzusetzen. Doch ohne Prüfung der Durchführbar⸗ keit und ohne sie den Verhältnissen anzupassen, übertrug man die Theorien in die Praxis.Genannt oder nicht genannt, war Roussean stets gegenwärtig bei Wählern und Gewählten, in der Presse, in der Versammlung und in den Klubs: von ihm haben die Redner das Pathos, den Schwung, das Feuer der Sprache, und von ihm leider die Gesetzgeber auch ihre Logik. In der Tat liefen in Rousseaus geistiger Hand alle Fäden der Revolution zusammen. Nicht nur seine Anschauungen hatte dieser große Denker den Men⸗ schen eingeimpft, er hatte ihnen auch das Gewissen geschaffen, sie durchzuführen, und die M nrechte, die man so feierlich prokla mierte, schöpfte man chließlich und fast wörtlich aus seinem Gesellschaftsvertrage. So ist Rousseau nicht nur dergeistige Vater der Revolution gewesen, er war ihr geistiger Leiter und Berat Wie sehr alles in seinem Banne stand, beweist eine Rede Robespierres, in der es heißt:Warum lebt er nicht mehr, jener Denker voll Gefühl und Beredsamkeit, dessen Schriften unter uns jene Grundsätze der Bürgertugend entwickelt haben, die uns würdig gemacht haben des Vorsatzes, die Wiedergeburt unseres Vaterlandes zu bewirken.

Und wenn man auch später mit Gewalt die Stimme des auf⸗ strebenden Volkes zum S

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Schweigen zu bringen versuchte, Rousseaus Geist schlief nicht, und seine Ideen lebten fort. Zu tief waren sie in den ssen eingewurzelt, um gewaltsam unterdrückt werden zu können. Immer lauter und gebieterischer wurde der Ruf nach Freiheit und Gleichheit, bis er schließlich in den Revolutionen von 1830 und 1848 die Länder Euro aus den Angeln heben drohte. Die Geister, die Rousseau gerufen, wurde die Welt nicht mehr los, und auch heute noch ist der Name des Herolds für Frei⸗ heit und Gleichheit nicht erstorben. Hat man doch Rousseau den ersten Sozialisten genannt, wenn auch ohne zureichenden Grund. Doch er ist der erste, der die 0 aufgeworfen hat, der den unbef

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er ließ zuerst seine Stimme ertönen gegen die furchtbare soziale Ungleichheit und den krassen Gegensatz zwischen reich und arm schilderte den Kampf des Daseins, den die letzteren zu führen hatten

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