2

kreise sehen Mir uns veranlaßt, gegen die immer mehr zunehmen­den Tanzlustbarkeiten und sonstigen dem Vergnügen dienenden Veranstaltungen, ausgehend, von Wirten, Vereinen und Gesell­schaften, mit einschränkenden Maßnahmen vorzugehen.

Wir werden künftig nur solchen Anträgen nähertreten, die vom Gemeinde rat befürwortet sind, und behalten uns auch insoweit vor, unsere Entschließung über die Ertei­lung der beantragten Erlaubnis und über die Festsetzung der Polizeistunde von tveiterer Prüfung der örtlichen Verhältnisse im Einzelfall abhängig zu machen.

Wir empfehlen Ihnen daher, alle Anträge auf die eingangs erwähnten erlaubnispflichtigen Vergnügungen dem Gemeinderat in einer vorher stattfindenden Sitzung zur Stellungnahme vor­zulegen und den ergangenen Beschluß dem Antrag und Ihrer eigenen eingehenden gutachtlichen Aeußerung in Abschrift bei- zusügen.

Zugleich geben wir'der sicheren Erwartung Aus­druck, daß der Gemeinderat bei seiner Beschlußfassung sich nicht von persönlichen Rücksichten auf die Antragsteller bestimmen läßt, sondern dem Ernst der Zeit und der allgemeinen wirt- fchaftlichen Rotlage Rechnung tragend, sich gegen die Genehmi­gung aller solcher Veranstaltungen aussprechen wird, die das Volksempfinden verletzen, unzeitgemäßen, übertriebenen Aufwand vermuten lassen oder hervorzurufen geeignet sind oder die in Rücksicht auf Zahl und Art der bereits zugelassenen ähnlichen Vergnügungen unangebracht erscheinen.

Die in Betracht kommenden Wirte und Vereine wollen Sie hiervon in Kenntnis setzen und bedeuten, daß die Anträge so frühzeitig bei Ihnen zu stellen sind, daß die Stellungnahme des Gemeinderats eingeholt und unsere Entschließung noch, recht­zeitig ergehen kann. Sofern es sich um karnevalistische Veranstaltungen irgendwelcher Art handelt, ist dies in den An­trägen besonders zum Ausdruck zu bringen.

Gießen, den 13. Januar 1926.

Krelsamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger. *

Bekanntmachung.

Betr.: Die Wahl der Vertreter der Krankenkassen und Aerzte für den gemeinsamen Zulassungs- und Vertragsausschuß der Verficherungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen- Land.

Da für die auf den 11. Januar 1926 anberaumte Wahl der Vertreter der Krankenkassen und Aerzte für den gemeinsamen Zulassungs- und Vertragsausschuß der Versichrrungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen-Land nur je eine gültige Vorschlags­liste eingegangen ist, sind als Vertreter bzw. Stellvertrete» gewählt:

a) V er treten der Krankenkassen für den Zu­lassungs- und Vectragsaus schuß:

1. Geschäftsführer H. Fourier von der Allg. Ortskrankenkasse Gießen,

2. Geschäftsführer Sy Becker von der Betriebs-Krankenkasse der Main-Weser-Hütte, Lollar,

3 Verwaltungsdirektor Bcchthold von der Allgemeinen Orts-

. krankenkasfe für den Landkreis Gießen.

b) S t e l l v e r t r et e r der K r a.n ke n k a s s e n v e r t r e t e v, f ü r den Zulassungs- u n d B e r t r a g s a u s s ch u ß:

1. Richard Strohwig, J.; Vorsitzender der Allg. Ortskrankenkasse Gießen,

2. Ludwig Wellhausen, Geschäftsführer der Betriebs-Kranken­kasse der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen,

3. Kammerrat Ludwig Cleinm, 1. Vorsitzender der Landkran ken- lasse Gießen, Wohnung: Winnerod,

4. Dtto Täubert, Kaufmann, Vorstandsmitglied der Allg. Orts­krankenkasse Gießen,.

. 5. Wilhelm Rittmann, 1. Vorsitzender der Allg. Ortskranken­kasse für den Landkreis Gießen,

6. Friedrich Boeck, Geschäftsführer der Fleifcher-Jnnungslran- lenkasse Gießen.

c) Vertreter der Aerzte für den Zulassungs­und Vertragsausschuß:

1. Reinewald, Theophil, Dr. med., Facharzt in Gießen,

2. Veumann-Spengel, Werner, Dr. med., Arzt in Gießen,

3. Schmidt, Wilhelm, Dr. med., Arzt in Hungen.

d) Stellvertreter der Aerzte für den Zu­lassungs- und Vertragsausschuß:

1. Brüning, August, Dr. med., Professor, Facharzt in Gießen,

2. Gros, Franz, Dr. med., Facharzt in Gießen,

3. Stuhl, Karl, Dr. med., Arzt in Gießen,

4. Ploch, Karl, Dr. med., Arzt in Gießen,

5. Geugnagel, Fritz, Dr. med., Arzt in Großen-Buseck,

6. Schänd, Friedrich, Dr. med., Arzt in Lich.

Gießen, den 21. Dezember 1925.

Versicherungsamt der Stadt Gießen.

Der Wahlleiter: Dr. Freh.

Diettstnachrichtcu des üircisamtcs.

In Schwa l bach (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

. Druck der Brüh loschen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.