Ausgabe 
13.10.1922
 
Einzelbild herunterladen

2

. , gleich wird zu demselben Zeitpunkt die Freie Innung für das Schn erde vhandwerk im Kreise Gießen geschlossen

Gießen, den 4. Oktober 1922.

2.___________Kreisamt Gießen. I. V,: Welcker.

~ Bekänntmächüttgl

Bet r.: Schulzähnpflege.

2n den Gemeinden Inheiden, Trais-Horloff, Utphe Stein- Heim, Rodheim, Langd und Rabertshaisen haben die in Nidda wohnenden Zahnärzte die Schulzahnpflege übernommeii und zwar finden deren Sprechstunden für die mit Ausweisen 'versehenen Schulkinder statt:

bei Herrn Zahnarzt Langemak, Nidda, Hotel Traube, Mitt­wochs 26, Samstags 24 Uhr, ,

bei Herrn Zahnarzt Dr. Rüsewald, Nidda, Hotel zum Stern, Samstags 25 Uhr.

Für die Gemeinden Dillingen, Röthges und Ronnenroth ist Herr Zahnarzt Dr. Wetzell in Laubach zuständig, dessen Sprech­stunden Sainstags 21 Uhr stattsinden.

Für die Gemeinden Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar ist Herr Zahnarzt Dr. Schwalm in Lollar zuständig, dessen Sprechstunden Mittwochs urrd Samstags 26 Uhr in Lollar in seiner Wohnung stattfinden.

Gießen, den 4. Oktober 1922.

Kreisamt Gießen. 3. B.: Welcker.

Detr.: Fortbildungsschule.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Wir erinnern an die Erledigung unseres Ausschreibens vom 12. September 1922 (Amtsverkündigungsblatt Ar. 98) mit Frist von 3 Tagen.

Gießen, den 6. Oktober 1922.

Kreisschulamt Gießen. 3. 23.: Hemmerde.

Betr.: Förderung der Bolksbibliotheken.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Zur Anterstützung bestehender Volksbüchereien stehen uns auch in diesem Hahrs Mittel zur Verfügung. Anträge auf Bei­hilfen, denen eine Uebersicht über die für die Unterhaltung der betreffenden Bücherei verfügbaren Mittel beizugeben ist, wollen Sie uns bis spätestens 15. Oktober vorlegen.

Gießen, den 3. Oktober 1922.

___________Kreisschulamt Gießen. Hemmerde.___________ Betr.: Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Wir sehen der umgehenden Einsendung der in obiger Sache noch, rückständigen Berichte entgegen. (S. Amtsverkündi­gungsblatt Ar. 95 vom 5. September 1922.)

Gießen, den 22. September 1922.

_________Kreisschulamt Gießen. 3. D.: H e m m e r d e.__________

Bekamrtmachung.

Betr.: Wiesenrundgänge.

Nach Art. 4 der Wiesenpolizeivrdnung für den Kreis Gießen ist im Lause des Monats Oktober der Herbstwiesenrundgang durch den Wiesenvorstand unter Zuziehung der Feld­schützen und Wiesenwärter vorzunehmen. Sie wollen demgemäß alsbald die erforderlichen Anordnungen treffen und dafür besorgt sein, daß ordnungsmäßiges Protokoll über den Wiesengang errichtet wird. Versuchsweise wollen wir auch weiter­hin zur Ersparung de: Schreibarbeit von der seither Vvrgeschrie- denen Einsendung der Abschrift dieses Protokolls absehen, es sei denn, daß unsere Mitwirkung zur Beseitigung von Anständen nötig wird. Wir hegen das Vertrauen, daß die Gemeinden im eigenen Interesse auch ohne unsere Beaufsichtigung die Wiesen­gänge sorgfältig vornehmen lassen und die Beseitigung von An­ständen herbeiführen.

In diesem Protokoll hat sich der Wiesenvorsland ins­besondere darüber zu äußern:

a) ob die Anordnungen, welche im Anschluß an frühere Wiesen­gänge getroffen wurden, befolgt worden sind und welche nicht:

b) welche Anordnungen von dem Wiesenvorstand zur Besei­tigung der bei dem diesmaligen Wiesengang Vorgefundenen . Mängel getroffen worden sind, oder welche Maßnahmen zu diesem Zweck Vvrgeschlagen werden. Der Wiesenvorstand hat hierbei sein Augenmerk namentlich auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos, schädlichen Pflanzen usw., auf die Berebnung der Maulwurfshügel, sowie auf die Unterhaltung der Be- und Entwässerungs­gräben zu richten. Seine Anordnungen sollen jedoch nicht so weit gehen, daß Hecken und Sträucher besonders an Böschungen, Hohlen u. dgl. ohne weiteres entfernt werden. Im Interesse der Förderung eines wirksamen Vogelschutzes hat dies vielmehr nur dann zu geschehen, wenn es im Interesse der Wiesen wirklich geboten erscheint:.

c) welche Verbesserungsvorschläge in bezug auf größere Wiesen- dislrikte zu machen sind. Hierbei kommen namentlich solche Vorschläge in Betracht, zu deren Aussührung die Bildung

von Wassergenossenschaften nach den Bestimmungen des Bachgesetzes angezeigt ist.

Zu b) fügen wir erläuternd an, daß in der Regel, insofern kein besonderer Anstand vorliegt, der Wiesenvorstand in seinem Protokoll eine Frist, welche vier Wochen nicht übersteigen soll, feflzusetzen hat, binnen deren die Vorgefundenen Mängel bei Mei- dung von Strafen und Zwangsmaßregeln von den Pflichtigen zu beseitigen sind. Die Aufforderung zur Beseitigung der vorge­fundenen Mängel ist nach Beendigung des Wiesenganges unge­säumt durch den Bürgermeister ortsüblich bekanntzumachen.

Das Protokoll über den Wiesengang ist von allen Beteiligten zu unterzeichnen. Wär ein Mitglied des Wiesenvor­standes oder einFeldschütze oder einWiesenwär- ter an derTeilnähme verhindert, so ist derHin- derungsgrund amSchlusse desProtokolls anzu­geben.

Sollte der Wiesenvorstand nicht mehr vollzählig sein, so wollen Sie uns nach Anhörung des Gemeinderats alsbald be­sondere Vorlage machen.

In den nachstehend verzeichneten Gemeinden wird ein Beamter der Kulturinspektion Gießen gemäß Artikel 4, Absatz 2 der Wiesenpolizeiordnung an dem Wiesengang teilnehmen. Der Tag und die Zeit des Beginnes des Wiesenganges sind bei jeder Gemeinde besonders bemerkt.

E b e r st a d t am 4. Oktober 1922, vormittags 10 Ahr, Geilshausen am 6. Oktober 1922, vormittags 9^/s Ahr, Lich am 11. Oktober 1922, vormittags 9 Ahr, Lollar am 13. Oktober 1922, vormittags 83/i Ahr, Odenhausen am 18. Oktober 1922, Dorrn. 9% Ahr.

Zusammenkunft zu der angegebenen Zeit jeweils auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei.

Sie wollen ferner veranlassen, daß gleichzeitig mit dem Wiesen gang derVorstand etwa inJhrerGe- meinde best ehender Wassergenossenschaften die vorgeschriebene Lokalschau vor nimmt. Die Genossenschafts­vorstände haben hierbei insbesondere ihr Augenmerk darauf zu richten, ob sich die genossenschastlichen Anlagen in gutem Zustande befinden und ob etwa Anterhaltungs- oder Verbesserungsoor­schläge zu machen sind.

Gießen, den 15. September 1922.

____________Kreisamt Gießen. I. V.: vr. Heß.____________ Betr.: Ausführung der Polizeiverordnung über das Vertilgen der Blutlaus vom 19. November 1904.

An den Herrn Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir machen darauf aufmerksam, daß der Rundgang der Kommissionen gemäß § 3 der obenerwähnten Polizeiverordnung nunmehr alsbald flatlzufinden hat. Zur Ersparung von Schreib­arbeit und Porto wollen wir weiterhin versuchsweise von Borlagen des Protokolls gemäß § 10 absehen und haben das Vertrauen, daß die Kommissionen auch ohne diese Vorlage die ihnen obliegende Tätigkeit gewissenhaft ausüben.

Gießen, den 9. Oktober 1922.

___________Kreisamt Gießen. 3. V.: Dr, Braun.__ Betr.: Vertilgung der Raben und Sperlinge.

An den Herrn Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises.

Die zahlreichen Klagen der Landwirte über das massenhafte Auftreten der Krähen und Sperlinge geben erneut Veranlassung, auf die Bekämpfung dieser tierischen Schädlinge hinzuweisen.

1. Das erfolgreichste Mittel zur Vertilgung der Krähen ist die Vergiftung durch Phosphor, jedoch darf dieses Mittel nur verständigen Händen anvertraut werden. Die Landwirtschafts­kammer als Hauptsammelstelle für den Pflanzenschuhdienst hat die Landwirtschaftlichen Winterschulen als Sammelstellen für den. Pflanzenschutz auf die bisher am besten bewährten Ver­tilgungsmethoden hingewiesen. Diese sind eingehend mit den DekämpfungsmetHoden vertraut worden und empfehlen wir Ihnen, die Bekämpfung im Einvernehmen mit diesen vorzunehmen.

2. Die Bekämpfung der Sperlinge wird am erfolgreichsten dadurch erreicht, daß künstliche Nistgelegenheiten geschaffen wer­den, in denen in regelmäßigen Zwischenräumen ungefähr alle 3 Wochen - die junge Brut vernichtet wird. Zu diesem Zwecke müssen künstliche Nester, sogenannte Nisturnen, beschafft werden. Diese Nisturnen werden jetzt auch von den oberhessischen Töpfe­reien .hergestellt, und zwar haben sich die Töpfermeister Karl und Arnold Etling in Alsfeld bereit erklärt, die Lieferung einiger Tausend Sperlingsnester, lieferbar bis etwa Februar nächsten Jahres, zu übernehmen.

Indem wir Sie auf diese Bezugsquelle aufmerksam machen, empfehlen wir Ihnen, auch auf diese wirksame Bekämpfungs- Methode ihr Augenmerk zu richten und wegen Bestellung der erforderlichen künstlichen Nistgelegenheiten alsbald das Erforder­liche zu veranlassen.

Gießen, den 10. Oktober 1922.

Kreisamt Gießen. 3. B.: Dr. Bra ". n.

Druck bet BtLhlfchen UuwerfitLtr-Duch. nnb Stetabnukerei R. Lauge, Sieben