Ausgabe 
5.1.1922
 
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für die provniMidirektron Gberheffen und für das Ureisamt Eiehen. Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 6 vierteljährlich. Nr. 3 5. Januar__1922

Inbalts*Aeberstcht: Verordnung des Neichsministers für den Wiederaufbau. Unsere Auslandsvertretungen. Regelung von Options­fragen. - Allgemeine Ortskrankenkasse und Landkrankenkasse des Landkreises Gießen. - Dienstnachrichten.

Verordnung betreffend Verlängerung der im § 47 Absatz 1 des Reichscms- aleichsgesetzes vom 24. April 1920 (Reichs-Gesetzbl. 6. 597) be­stimmten Frist. Vom 16. Dezember 1921.

Auf Grund des § 47 Absatz 2 des Aeichsausgleichsgesetzes vom 24. April 1920 (Deichs-Gesetzbl. S. 597) in der Fassung des Gesetzes vom 30. Dezember 1920 (Aeichs-Gesehbl. S. 2315) wird im Anschluß, an die Verordnungen vom 31. Dezember 1920 (Aeichs-Gesehbl. S. 32), vom 22. März 1921 (Aeichs-Gesehbl. S. 325) und vom 21. Juni 1921 (Aeichs-Gesehbl. S. 760 und 824) bestimmt:

§ 1. Die im § 47 Absatz 1 des Aeichsausgleichsgesetzes vom 24. April 1920 (Reichs-Gesetzbl. S. 597) für die Geltendmachung der im § 46 bezeichneten Ansprüche festgesetzte Frist endet nicht vor dem Ablauf des 31. März 1922. i

§ 2. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Januar 1922 in Kraft.

Berlin, den 16. Dezember 1921.

Der Reichsminister für Wiederaufbau. 3. D.: Müller.

Unsere Auslandsvertretungen.

Aach einer in diesen Tagen vom ReichsfinanzmKni­ster ium herausgegebenen (und von derD. A. Zeitung" im Auszug wiedergegebenen) Nachweisung verfügt das Deutsche Reich über 87 planmäßige und 19 nichtplanmäßige Auslands­vertretungen.

Die planmäßigen Dienststellen gliedern sich nach der im Juli dieses Jahres nachgewiesenen Besetzung in: 37 Ge­sandtschaften, 11 Generalkonsulate, 20 Konsulate, 19 nichtplan­mäßige Dienststellen.

Don den Gesandtschaften sind sechs mit Botschaf­tern besetzt, und zwar die in London, Madrid, Paris, Tokio, Rom (bei der italienischen Regierung), Rom (Vati­kan). Aach der Personenzahl ist die größte die Botschaft in P a - ris mit insgesamt 52 dort tätigen Personen. Unter den 39 bei der Gesandtschaft in Stockholm beschäftigten Personen be­finden sich allein 16 Stenotypistinnen.

Geographisch gliedern sich die Gesandtschaften folgendermaßen:

Europa: Athen, Belgrad, Bern, Brüssel, Budapest, Buka­rest, Haag, Helsingfors, Kopenhagen, Kristiania, Lissabon, Lon­don, Luxemburg, Madrid, Paris, Prag, Aiga, Rom (Regierung), Sofia, Stockholm, Vatikan, Warschau, Wien.

Asien: Peking, Teheran. Tokio.

Afrika: Addis Abeba.

Amerika: Asuncion, Bogota, Buenos Aires, Earacas, Costarica Guatemala, Havana, Lima, Mexiko, Montevideo, Quito, Rio de Janeiro, Santiago.

Generalkonsulate besinden sich! in:

Europa: Amsterdam, Barcelona, Mailand, Neapel, Posen, Zürich.

Asien: Batavia.

Afrika: Pretoria.

Amerika: Monrovia, Montreal. Valparaiso.

Von den Konsulaten und Paßstellen sind folgende beseht (die n i ch t planmäßigen Dienststellen einschließlich der diplomatischen Vertretungen sind hierbei mit einem * bezeichnet;

Europa: »Aarhus, »Abo, Agram (jetzt Zagres), »Arnhem, Basel, »Bregenz, »Bromberg, Brünn, »Koblenz, »Düsseldorf, »Eger, Fiume, St. Gallen, Genf, Genua, Gvtenburg, Graz, Inns­bruck, »Köln, »Kowno, »Libau, »Linz, Liverpool, »Lodz, »Lugano, »Maastricht, »Mährisch-Ostrau, »Reval, Rotterdam, »Salzburg, Triest, »Dlissingen, Wien.

Amerika: Sao Paulo, Port au Prince, Porto Alegre.

Afrika: Tetuan.

Bekanntmachung

die Aussührungsbeflimmungen zum Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Danzig über die Regelung von Options­fragen vom 8. November 1920 (Reichs-Gesetzbl. 1921 Seite 186). Dom 30. November 1921.

Zufolge Artikel 106 des Vertrages von Versailles sind die über 18 Jahre alten deutschen Reichsangehörigen, die>.am 10. Ja­nuar 1920 in dem Gebiet der jetzigen Freien Stadt Danzig ihren Wohnsitz hatten, berechtigt, zwei Jahre lang nach Inkraft­

treten des Friedensvertrages, also bis 10. Januar 19 2 2, für die deutsche Reichsangehörigkeit zu optieren.

Als zuständige Behörde, vor der die Optionserklärung abzu­geben ist, bestimmen wir die Kreisämter der Aufenthaltsorte der Optionsberechtigten. Ferner ordnen wir an, daß sämtliche durch die Kreisämter vorzunehmenden, mit der Option verbundenen Amtshandlungen stempelfrei sind.

Bei Optionserklärungen gegenüber dem Kreisamt ist die gemäß Artikel 105 des Fciedensvertrages verlangte Anwartschaft auf die Danziger Staatsangehörigkeit durch eine Bescheinigung (Optionsberechtigungsschein) nachzuweisen, die vom Senat (Ab­teilung des Innern) der Freien Stadt Danzig erteilt wird.

Nähere Auskunft erteilen die Kreisämter.

Darmstadt, den 30. Dezember 1921.

Hessisches Ministerium des Innern, v. Brentano.

Bekanntmachung.

Detr.: Aussührungsbestimmungen zum Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Danzig über die Regelung von Optionsfragen vom 8. November 1920 (RGBl. 1921 Seite 186).

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. Dezember 1921 (im letzten Amtsverkündi­gungsblatt) raten wir den Beteiligten an, sich ohne Verzug von dem Senat in Danzig einen Optionsberechtigungsschein zu ver­schaffen,

Gießen, den 3. Januar 1922.

Kreisamt Gießen. I. D.: W e l ck e r.

Detr.: Wie oben.

An das Polizeiamt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, etwaige Interessenten auf obige Be­kanntmachung und auf diejenige des Ministeriums des Innern vom 30 Dezember 1921 aufmerksam zu machen.

Gießen, den 3. Januar 1922.

Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker.

Allgemeine Ortskrankenkasse und Landkrankenkasse des Landkreises Giessen.

Aus Grund des Reichsgesetzes vom 14. Dezember ds. Js. über Dersicherungspflicht, Versicherungsberechtigung und Grundlöhne in der Krankenversicherung ist für unsere Kassen der Grundlohn von 30 auf 60 Mark täglich erhöht worden, und es treten ab 1. Januar 1922 an Stelle der bisherigen gemäß §§ 19 bzw. 26 nnd 48 bzw. 55 der Satzungen festgesetzten Grundlöhne und Bei­träge die folgenden neuen Grundlöhne und Wochenbeiträge in Kraft:

Stufe

Tagesverdienst

Jt

Iahres- verdienft- grenze

M

, Grund- lohn

Wochen- beitrag

Invaliden­versicherung

Klaffe

Wochen­beitrag

A;

bis 3,33

1 000

3,

1,17

A

3,50

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von 3,34 bis 6,66

2 000

6,

2,34

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4 5Q

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6,67 10,-

3 000

10,-

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. 10,01 16,66

5 000

16,-

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D

16,67 23,33

7 000

22,-

8,58

D

6,50

E

23,34 30,-

9 000

30,-

11,70

E

7,50

F

30,01 40,-

12 000

40,-

15,60

F

9,-

G

46,01 50,-

15 000

50,-

19,50

G

10,50

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50,01 60,-

üb. 15000

60,-

23,40

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Einkommen bis zu 40 000 Mark jährlich haben, sind innerhalb einer Woche von den Arbeitgebern bei den zuständigen Melde­stellen anzumelden.

Gleichzeitig werden alle Arbeitgeber von Versicherten auf­gefordert, innerhalb 8 Tagen unseren Ortsstellen die am 1. Januar 1922 gezahlt werdenden Löhne in bar und Sachbezügen zu melden, damit eine einwandfreie Zuteilung der Versicherten in die neuen