AmtrveMMgmgsblatt
für die Provinzialdirektion Gberhessen und für da; Kreisamt Siehe».
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Nr. 104
Ü6. Juli
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JnhaltsUcbersicht:
Provinzialausschnß. - Einsendung der Gemeinde-, Mark- und Stiftungsrechnungen. — Dienstnachrichten. — - Verordnung über Rohtabak (Schluß). - Festsetzung von Entschädigungen.
Berichtigung.
Bekanntmachung.
Tas am 1. November 191$) gewählte Mitglied des Provinzial- ansichiisies Tr. Felix de Bra, Arzt in Schlitz, hat sein Amt niedergelegt. 1
Ter Wahlausschuss hat in seiner Sitzung vom 3. ds. Mts. festgestellt, daß Hans $ raun, Krankcnkassebeamter in Alsfeld, an die Stelle des vorgenannten ausgeschiedenen Mitgliedes des Peq- vinzialausschusses tritt.
Gießen, den 21. Juli 1920.
Ter Vorsitzende des Wahlausschusses. Tr. U si n g e r, Pwvinzialdirektor.
B et r.: Ten Termin für die Ensendiing der Gemeinde-, Mark- und Stistungsrechnungen für das R.-J. 1919.
An die Bürgermeistereien der ymibpcinchibciT mib bic 9)’nrf rind StiftnngSvorstänbe des Kreises.
Nach Artikel 172 Landgemeinde-Ordnung soll der Gemeinde- rechner spätestens bis zum 30. Oktober jeden Jahres die Rechnung für das abgelaufene Rechnungsjahr nach vorgeschriebener Form stellen und sie dem Bürget-meister übergeben.
Um diese Frist enthalten zu können, ist es erforderlich, daß den- Rechnern etwa noch fehlende Belege und Bescheinignng'n alsbald zugefertigt werden und ihnen ausgegeben wird, die Stellung der Rechnungen rechtzeitig in Angriff zu nehmen. ‘
Wir empfehlen, das Erforderliche alsbald zu veranlassen. Gießen, den 22. Juli 1920.
Kreisamt Gießen. I. B.: Hemm erde.
Dienstnachrichteu des Krcisaurtcs.
In den Gemeinden Reichelsheim, W>obnbachu"d O b e r - E s ch b a ch ist die Maur- ll n d K l a U e n s e n ch e aus- gebrochen. Tie Orte und Gemarkungen Reichelsheim, Wohnbach und Ober-Eschbach sind Sperrbezirke. Tie.Gemarkung Swden, Ober-Erlenbach., Nieder-Erlenbach und Rieder-Eschbach werden zum Beobachtungsgebiet erklärt. Tie übrigen umliegenden Gemarkungen; von Reichelsheim und Wohnbach sind bereits Beobachtungsgebi?!.
In den Gemeinden Berstadt und Leidhecken ist die Ma ii l - u n d Klan en s eN che ausgebw-chen. Die erforderlichen Sperrmaßnahmen sind angeordnet.
Stand der Maul- und Klanensenche in Ober- hessen vom 11. bis 17. Juli. Ink Kreise Gießen: Holzheim. Ebcr^adt, Lich, Torf-Gull, Obbornhofen. Leihgeßern Bellersheini, Ober-Hörgern. — Im Kreise SB Ab innen: Hof Marienborn. Usf Ronneburg. Himbach, Selters, Lindheim, Langcii- Bergheim. Haingründmr. Diebach a. H., Nieder-Grü"dau, Altenstadt. Hainchen, Eckertshausen. Rommelhausen, Mi"elnnindan, Langen-Seelbold, Rodenbach. Leidhecken, Hof Engelthal, Mt-Wie- dermus, Heegheim. — Im Kreise Friedberg: Münnmberg. Rendel. Dortelweil, Büdesheim, Dorn-Asfmheim, MaDenbeim. Heldenbergen, Gambach, Friedberg-Fauerbach, OberE'chbach, Wohnbach. — Im Kreise Lauterbach: Maar, Reuters. Angersbach, .Wallenwd, Lauterbach, Heblos. — Im Kreise Scho tten: Ulrichstein.
In den Gemeinden Ullendorf, B i s k i r ch e n. 111 nt, Burgsolms und Wetzlar-Niedergirmes ist die M a nl- u n d Klauenseuche amtlich festgestellr worden.
Albrecht Hofmann von Stein beim wurde vnn uns zum Kommandanten und Ferdinand Diehl von Steinheim -um Stellvert'^ewr des Kommandanten der Pflichtfeiier- wehr Steinheim verpflichtet.
F r i e d r i ch L u d w i g Klein a»s Klein-Linden wurde von uns zum Hilfsfeldschützen der Gemeinde Klein-Linden verpflichtet.
Berichtigung.
B e t r.: Regelung des Verkehrs mit- Brotgetreide mch Mehl.
In der Bekanntmachung vom 15. Juli 1920 ^Amksverkü.ndi- gungsblatt Nr. 101 vom 20. Juli 1920) muß es in Ziffer 2, vorletzte Zeile statt „Vertagungsabschluß" -richtig „Vertragsabschluß" heißen.
Gießen, den 22. Juli 1920.
Kreisamt Gießen. I. B.: Dr. Sieg ert.
Verordnung
betreffend Ausführung und Ergänzung der Verordnung über Rohtabak. Vom 1. April 1920.
(Schluß aus Nr. 103 des Amtsverkündigungsblatts.)
Ans den Beschlüssen des Reichswirtschaftsgerichts findet die Zwangsvollstreckung statt. Auf die Zwangsvollstreckung finden die Vorschriften der Zivilpiipzeßordnung sinngemäß Anwendung. Für die Erteilung der vollstreckbaren Ausfertigung tritt an die Stelle des Gerichtsschreibers die Geschäftsstelle des RcichSwirtschaftsge- richts. Tie nach § 732 der Zivilprozeßordnung erforderlichen Entscheidungen sind durch den Vorsitzenden zu treffen. Tas Reichswirtschaftsgericht gilt im Sinne der §§ 731, 767 bis 770, 791, 887 bis 890, 893 der Zivilprozeßordnung als Pvozeßgericht.
§ 25. Weigert sich der Besitzer, den ihm enteigneten Tabak herausziigeben, so kann die Polizeibehörde aus den Antrag der zuständigen Tabakhandelsgesellschaft an seiner Stelle und auf seine Kosten die nötigen Maßnahmen treffen. Die Kosten sind der Polizeibehörde von der ersuchenden Stelle zu ersetzen und aus den Uebernahmepreis bei seiner Festsetzung anzurechnen.
§ 26. Gegen Anordnungen und Verfügungen der Gesellschaften und des Bertranensausschusses ist Beschwerde an den von diesen gemeinsam zusammengesetzten Beschwerdeausschuß zulässig. Ter Beschwerdeausschuß besteht aus der Abteilung Inland in Mannheim für Angelegenheiten der Jnlandgesellschaft und aus der Abteilung Ausland in Bremen für Angelegenheiten der Ausland- gesellfchafl. lieber die Art der Zusammensetzung und das Verfahren der beiden Beschwerdeabteilungen treffen die Gesellschaften in -Uebereinstimmung mit dem Vertrauensansschuffe die näheren Bestimmiingen. Diese bedürfen der Genehmigung des Reichswirt- schaftsministers.
Tie Beschwerde steht allen zu, die durch die Anordnungen und Verfügungen der Gesellschaften und des Vertrauensausschusses unmittelbar beschwert sind, lieber die Beschwerde wird mündlich verhandelt. Beschwerdeführer und Beschwerdegegner sind zur Verhandlung zu laden.
§ 27. Diese Verordnung tritt am Tage ihrer Verkündung tu Kraft. Gleichzeitig treten folgende Bekanntmachungen außer Kraft:
beweisend Aussührungsbestimmungen zu der Verordnung über Roh'abäk. Vom 10. Oktober 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 1149);
be'rcffend Ergänzungen der Aussührungsbestimmungen vom 10. Oktober 1916 zu der Verordnung über Rohtabak. Vom 27. Oktober 1916 lReichs-Gesetzbl. S. 1200), vom 21. November 191.6 lReichs-Gesetzbl. S. 1288) und vom 15. Dezember 1916 (Reichs-Gesttzbl. S. 1389);
betreffend Aenderung her Ausführungsbestimmungen vom 10. und 27. Oktober 1916 zu der Verordnintg über Rohtabak. Vom 30. Dezember 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 1 von 1917) nnd vom 17. Januar 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 54);
be'reffend weitere Aenderung der Ausführungsbestiiuinungen vom 10 Oktober 1916 zu der Verordnung über Rohtabak. Vom 20. März 1917 lReichs-Gesetzbl. S. 249), vom 12 April 1917 lReichs-Gesetzbl. S. 353) und vom 18. April 1917 lReichs-Gesetzbl. S. 359);
betreffend Abänderung der Aussührungsbestimmungen vom 18. April 1917 zur Verordnung über Rohtabak. Vom 6. Juni 1917 lRcichs-Gesxtzbl. S. 478);
beweisend Aenderung der Aussührungsbestimmungen vom 27.- Oktober 1916 zu der Verordnung über Rohtabäk. Vom 21 Juli 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 640):
beref'end Aenderung der Aussührungsbestimmungen vom . 10 Oktober 1916 zu der Verordnung über Rohtabak. Vom
23. August 1917 ^Reichs-Gesetzbl. S. 728), vom 27. Dezember 1917 lReichs-Gesetzbl S. 1132), vom 24. Januar 1918 lReichs-Gesetzbl S. 57), vom 24. SeW-mber 1918 lReichs-Gesetzbl S. 1151), vom 10. Oktober 1918 (Reichs- Gc'etzbl. S. 1233);
beweisend Aenderung der Ausführunasbestimmunaen vom 10. und 27. Oktober 1916 zu der Verordnung über Roh- tabak. Vom 8. November 1918 (Reichs-Gesttzbl. S. 1.296);
Anordnung über das Schiedsgericht für Roh'abäk ander-r als inlä"d-scher Herkunft. Vom 3. Mai 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 396);
Bekanntmachung wegen Festsetzung der Uebernahmepreise für Rolstabak anderer als inländischer Herkunft. Vom 21. Juli 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 640).


