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Bekanntmachung.
Betr.: Einschränkung des Gas- und elektrischen Stromverbrauchs.
Durch Besthkust ces Denwbilmachungsausfchusscs Gießeu-Laiid vom 9. Januar 1920 ist die Verordnung vom 21. November 1919 betreffs Eiuichränlung des Verbrauchs ekektrifcher Arbeit wieder ausgel)obeii worden.
G i e ße n, den 10. Januar 1920.'
Ter Vorfitzende des Demobilmachungsausschusses Giesten-Land. L a n g e r m a n n.
B e t r.: Wie oben.
An die Bürgermcistcreieu der Landgemeiirde» und die Gendarmerie des Kreises.
Indem wir aus die vorstehende Veröffentlichung Hinweisen, sprechen wir die bestimmte Erwartung aus, vast trotz der erfolgten Aufhebung in jeder Richtung auf die Ersparung elektrischen Lichts unv elettrischer Kraft hingewirkt wird.
Giessen, den 10. Januar 1920.
Kreisamt Gießen. I. B.: Laugermann.
Bekanntmachung.
Betr.: Bausioffbewirtschaftnug.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Um eine schnellere Bearbeitung der eingehenden Anträge ans B a u sto f s z u t e i l un g und um gleichzeitig eine erheb.iche Entlastung der B a u sto s s be s ch a s f u n g s st e l l e, namentlich hinsichtlich des überhanonehmenden Verkehrs mit dem Publikum, aus Anlaß örtlich nachzuprüseuder Anträge z.i gewährleisten, find zukünftig sämtliche neuen Bauanlräge, die mit r a t 10 u i e r t e n B a u sto f f e n bedacht werden sollen, zunächst dem B e z i r l s w o h u u n g s k o in m i s s a r (Kreisamt) gemäß. S 3 der Verordnung des Staatskommissars für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen vom IV. September 1919 mit der vorge- f chr ieben en B a u sto ssbedar ssna ch w eisun g oorzu- legen.
Ta die Lage des Koh len Marktes die Aussicht vermindert,, daß genügend Ma ue r st e i n e, Z i e g e l usw. her- gestellt werben können, können F r e i g a b e s ch e i n e itur über M engen ausgestellt werden, die voraussichtlich tatsächlich für die nächste Zeit, zur Verfügung stehen.
Es wird daher erneut darauf hingewiesen, daß unbedingt, mit Ersa Hb au stossen gebaut werden muß, insbesondere ist mehr als bisher die Lehmbau weise anzuwenden. Auch sind für Keller- und Funda men tmainern in erhöhtem Maße Bruch st eine und zur Aufmaurun g v v u I n n e n w ä n- d e n Lehm st eine zu verwenden, da B a ck st e i n e hierzu n i ch l mehr freigegeben werden könneil. Für die Errichtung von Industriebauten ist möglichst Schweizer Zement zu. verwenden.
Da sich in der Ba u sto f s b e s cha s s un g durch Freigabe von Mengen bis zu 3 00 0 Mauersteinen usw. ein starker Schleichhandel entwickelt hat, hat der S t a a t s k o in m i s - sar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen den § 2 seiner Verordnung vom 1 7. Septe m- ber 1919 au f gehoben und bestimmt, daß für die Folge von mir für kleine Reparaturen an Gebäuden usw. nur eine Menge bis:
4 00 Form st e i n e für den Monat und Bauskelle,
6 0 0 Backsteine für den Monat und Baustelle, 200 Dachziegel für den Monat und Baustelle,
5 00 Trainagero hr e für ben Monat und Baustelle, 15X) kg Zement für den Monat und Baustelle/ 12 0 kg Kalk für den Ado na t und Baustelle
frei gegeben werden können. Jedem Fr eig a b e a n t ra g bis zu.der genannten Höchstmenge ist eine ortsüe- hördl ich beglaubigte T r ing li ch keits be s chein i- g u u g beizusügen.
Dringlichkeitsbescheinigungen zur Bevorra-z tun g ton Bau Materialienhändlern zur Belieferung der Kleinverbraucher können nur auf Grund der Vorlage aller über den verbrauchten zuletzt gelieferten Vorrat ausgestellten Freigabescheine in Höhe des voraussichtlichen dringenden Bedarfs ausgestellt werden ,
Tie B a u ma te r ia lien händle r sind daher verpflichtet, Lagerbücher zu führen und Baufwsse nur gegen Freigab e s ch e i n e abzugeben.
Tie Preise für Ziegeleierzeugnisse werden zur Zeit einer Nachprüfung unterzogen. Solange jeooch die neuen Richtpreise nicht veröffentlicht ]ini>, sind möglichst 'pee in vorerwähnter Verordnung vom 17. September 1919 festgesetzten Preise eiuzuhalten. ■ . -
T i e Preise sät Zement sind nach Mitteilung der süddeutschen Zementverkaufsfielle folgende:
Tie Zementverkaufsstelle gibt an die Händlerfirmeu den Zement zu folgenden Stationssranlopreisen ab:
100 kg für 2 1,8 0 M k. in S to f f s äcke n zu 50 kg einschl. Hinterlegungsgebühr für Stoffsäcke,
10 0 kg für 19,8 0 M t in Papiergewebe sacken einfchl. Säcken,
100 kg für 19,4O Mk. in Papiersäcken einschl. Säcken.
Für Stosssäcke tritt eine Rückerstattung von 1,80 Alk. für das Stück bei Rückgabe ein. Papier- uni> Papiergewebesacke werden nicht zurück genommen. Als Händlervercienft tann nach Verfügung der Reichsstelle für Zement obigen Einkaufspreisen folgende Sätze zugeschlagen werden:
bei Abgabe von 1 — 50 Sack 3 0 %,
bei Abgabe von 51 — 10 0 Sack 2 0 %,
bei Abgabe von über 100,Sack 10%.
Bei Waggvnladungen (2—30Ö Sack) kann ein UeberprciS von 10 Mk. für 10 000 kg genommen werden. Ferner vommt bei Abnahme von 10—30 Toppelwagcn (Mindestabnahme 10 DoPPel- wagen) der übliche Handelsrabatt von 7,50 Mk. für 10 000 kg, sowie der Kriegsrabatt von 60 Mk. bei gleichen Bedingungen hinzu.
Ter Preis für Kalk beträgt nach Mitteilung des Deut- Ichen Kalkbundes (Nebenstelle Diez a. d. L.) zur Zeit ca. 850 bis 9 5 0 M k. prv Waggon S t ü ü t a l k, 1V 0 0 M k. für ge - wöhnlicheu Sackkalk, bis zu 2000 Ai k. für Spezialfach ka l k einschl. Säcke.
Der "Händlerverdienst bis zu 25% Ausschlag unter besonderer Berücksichtigung der entstandenen Spesen.
Gießen, den 6. Januar 1920.
Ter Bezirkswohnungskommissar (Kreisamt).
I. B.: Langermann. --
Dicnstnachrichten des Äreisamtes.
Tas Ministerium des Innern hat der „Deutschlands Spende für Säuglings- und Kleinlinderschutz" in Charlottenburg die Erlaubnis erteilt, 5000 Lose einer am 19. bis 21. Mai 1920 zu veranstaltenden Geldlotterie (Jahresreihe 1920) innerhalb des Freistaates Hessen zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungsplan dürfen 250000 Lose zu je 3 Akk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Hessen dürfen nur mit dem. hesfischen Zulassungsfiempel versehene Lose gelangen. Während der Zeit des Vertriebes der Lose zur 1. Klasse einer Preust - süddeutschen Staatslotterie ist Ankündigung, Ausgabe und Ver trieb der Lose in Hessen nicht gestattet.
. Bckattntmachttttg.
Betr.: Feldbereinigung Grüningen.
Tagsahrt zur Entgegennahme der Wünsche, die die Beteiligten für ute Bildung der neuen Ersatzgrundstücke geltend machen wollen, findet:
Samstag den 31. Januar 19 2 0, vorm. 10—11 Uhr, im Rathaus zu Grüningen statt.
Tie Wünsche sind schriftlich einzureichen, und müssen angeben, welche alten nach Flur und Nummer zu bezeichnenden Grundstücke zufammeugelegk Werben sollen, und bei welcher alten Parzelle die Zufammenlegung erfolgen soll. 11.
Wünsche, die in diesem Termin nicht schristlich eingereicht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung.
Friedberg, den 5. Januar 1920.
Ter Hessische Feldbereinigungskommissär.
S ch n i t t s p a h n, Regierungsrat.
DruM der Ärühl'fchen llnioersttäts-Buch- and ötelndruMerei. R. Lange, Gießen.


