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Sechste Probenummer.

Gießen, Dienstag

den 31. Dezember

1895.

Hessische Landeszeitung.

Ausgabe

Gießen.

Redaktion: Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 5 Expedition: vorläufig Schloßgasse 13. E Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 vorläufig Schloßgasse 13.

2 cannementspestelungen

auf die Hessische Landeszeitung nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Schloßgasse 13 und Bahnhofstraße 161, Ecke Kaplaus gasse zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in

zwei Ausgaben

an jedem Werktag ausgehändigt wird.

Preis nur 60 Pg. monatlich

einschließlich Trägerlohn. r

Gießener Neu- und Unbauten im Jahre 1895. Spezialbericht derHess. Odztg. ortsetzung.)

9 Gleßen, 30. Dezember.

Kehren wir daher wieder um und setzen von der Frankfurterstraße, die Wilhelmstraße eutlang gehend, unsern Spaziergang fort. Diese Straße hat bis jetzt noch ihren vornehm abge⸗ schlossenen Charakter bewahrt. In gemessener Ent⸗ fernung von der Straße inmitten baumreicher Gärten stehen hier die palastartigen Gebäude. Den Schluß bilden die im vergangenen Jahre eingeweihten Häuser des Korps Starkenburgia und der Wingolfiten. Rechts hinter diesen Ge⸗ bäuden, man geht noch über freies Feld, wo demnächst die Ebelstraße angebaut werden wird, hat nach Plänen des Architekten Huhn der Oekonom Einhäuser einen einfachen aber gut wirkenden Verblendsteinbau errichten lassen, dessen Facade durch rote Mainsandsteine wirkungsvoll gehoben wird. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Leihgesternerweg, von welchem man einen wundervollen Rundblick über die zu unsern Füßen sich ausbreitende Stadt genießt. Doch gehen wir zurück zur Ludwigstraße, die Bleichstraße bis zur Wieseckbrücke passierend, in die Löberstraße. Hier präsentieren sich uns die beiden ersten Nauheimer'schen Villen, deren erste im Barockstil erbaut mit Cementstuck verziert ist, während die andere Backsteinverblendung mit Sandstein⸗Architektur aufweist. Für zwei weitere Villen sind die Fundamente bereits aufgemauert und wenn die noch feiner projektirten beiden letzten Villen erst errichtet sein werden, was in dem kommenden Jahre geschehen soll, so wird diese Kolonie zusammenhängender Villen an der Wieseck eine Zierde dieser Gegend sein. Die Zeichnungen für alle 6 Gebäude sind von den Architekten Stein u. Meyer entworfen und so gehalten, daß erstens jeder Bau für sich und alle zusammenhängend ein abgeschlossenes Ganzes bilden. Dicht nehen diesen Villen ist nach Plänen des Architekten Hamann für den Schlossermeister Hansel ein deutscher Renaissance⸗Backsteinbau (Giebelbau) errichtet, bei dem wie beim Geil⸗ fus'schen Bau in der Marktstraße durch den De koratiousmaler Eugen Groß in Feldern auf rohem Putz Farben, in Wasserglasmanier behandelt, Anwendung gefunden haben, wodurch die ein⸗ tönige Wirkung des Backstein⸗Materials vermieden wird. Auf dem hinteren Teil des Grundstücks hat Herr Hansel sich eine für sein Handwerk zweckentsprechend eingerichtete Werkstatt erbauen lassen, welcher wir gelegentlich eines Besuches in derselben das Prädikat einer Musterwerkstatt für einen Kleinmeister erteilen konnten. Ju der Löberstraße sind ferner noch in diesem Jahre mehrere einfache zweieinhalbstöckige Wohngebäude erbaut, bei deren Errichtung zu wünschen ge⸗ wesen wäre, daß man diese Häuschen acer mit einigermaßen architektonischem Schmuck ver⸗ sehen hätte. Wenn auch mit verhältnismäßig bedeutendem Kostenaufwande so hat doch die Stadt längs der Wieseck an der Löberstraße eine Quaimauer erbaut, welche der ganzen Gegend zur Zierde gereicht, und weun die Stadtverwal tung nicht knausert, um in ihren Bauten form

vollendetes zu schaffen, so sollen doch die Bürger

sich ein Beispiel daran nehmen und bei Neu⸗ bauten auch Wert auf das Aeußerliche ihrer Wohuhäuser legen, da sie die Pflichk haben, die Facadendurchbildung dem Charakter der

Straße anzupassen, in der sie einen Neubau er⸗ richten.

Lokales und Provinzielles.

*Giesten, 30. Dez. Der Marine-Verein beging seine Weihnachtsfeier gestern Abend in Leib's Saal in recht schöner Weise. Zuerst wurden lebende Bilder aus dem Seeleben vor geführt, dann fand Verlosung statt, woran sich ein Tänzchen schloß. Als eingeladene Gäste waren zahlreiche Mitglieder des Veteranen⸗Vereins, sowie 5 Vorstand des Kriegervereins anwesend. Auch der Bürgerverein beging heute Abend in Steins Saalbau in recht gemütlicher Weise seine Weihnachtsfeier. Der Hessische Fechtverein Waisenschutz unternahm heute Nachmittag einen Ausflug nach der Schönen Aussicht, der sehr animirt verlaufen ist. Durch Abhaltung mehrerer Versteigerungen amerikanischer Manier wurde ein hübsches Sümmchen zusammen gebracht und so der Zweck der Vereinsbildung auch bei dieser Gelegenheit bethätigt.

* Gießen, 30. Dez. Der Gesangverein Eintracht veranstaltete am vergangenen Samstag eine Weihnachtsbescheerung, welche bei humoristischen Gesangsvorträgen einen sehr schönen

erlauf nahm.

Gießen, 30. Dez. Von den 50 Höchst⸗ besteuerten wurden in den Kreistag neu gewählt Gutspächter von Oven-Hungen, Direktor Schiele, Kommerzienrat Gail, Rentner A. Heß, Brauerei⸗ besitzer Röhrle. Die vier Letzteren sämtlich von Gießen.

Gießen, 30. Dez. Gestern Abend wurde ein etwa 14jähriges Mädchen auf offener Straße in der Neustadt von einem anständigen Herrn erst belästigt und dann angepackt zu dem Zwecke sie zu vergewaltigen. Hinzukommende Personen verscheuchten den Menschen, der eiligst nach der Marktstraße zu flüchtete.

* Gießen. 30. Dez. Ueber den Gesetz⸗ entwurf zur Bekämpfung des unlau⸗ teren Wettbewerbes findet heute Montag Abend von Seiten des Kaufmäunischen Vereins, wozu auch Nichtmitglieder eingeladeu sind, eine Besprechung statt. Jusbefondere soll noch, sozusagen in der letzten Stunde, Stellung gegen die in diesem Gesetzentwurf enthaltenen f 9 und 10 genommen werden, denn diesbezüg⸗ iche Petitionen müssen, falls sie noch ihren Zweck erreichen sollen, spätestens am 31. d. Mts. ab⸗ 1 5 werden. Es ist wohl anzunehmen, daß

ie Versammlung besonders von Hand- lungsgehülfen recht stark besucht werden wird. Denn würden obige§ 9 und 10 zum Gesetz erhoben, so würden Erstere nicht allein

Es handelte sich um die Beratungen wegen der Feier der 25 jährigen Wiederkehr des Tages der Errichtung des Deutschen Reiches, des 18. Januar.

Gießen, 30. Dez. Eine interessante Wette wurde am ersten Weihnachtsfeiertag im Restaurant Postkeller zwischen zwei hiesigen Metz⸗ germeistern geschlossen. Der eine von ihnen wollte seinen Gaul in das neun stufenhoch ge legene Wirtslokal des Postkeller bringen bezw. andere bestritten diese Möglichkeit. Als Preis der sonderbaren Wette wurden 40 Flaschen Wein festgesetzt und soll dieselbe am 1. Januar Morgens zum Austrag kommen. Der Wirt des Postkellers hat, um der Sache die nötige Stim⸗ mung zu geben, bereits Musik dazu bestellt. Die 40 Flaschen werden sofort an Ort und Stelle getrunken.

Giesten, 30. Dez. Seit Wochen zirkulieren in der Stadt verschiedene Gerüchte wegen Dif⸗ ferenzen zwischen unsern beiden Mili⸗ tärvereinen, dem Veteranen- und dem Kriegerverein. Da diese Angelegenheit von verschiedenen Seiten verschieden kommentiert wurde, haben wir davon abgesehen, darüber zu berichten. Heute liegt uns das Protokoll der Sitzung des Gesammt⸗-Präsidiums der Hassia vom 8. De⸗ zember vor, in welcher diese Differenz verhandelt zu sein scheint und worin es u. A. heißt:Be⸗ schwerden betr. das Verbandsfest. Gegenstand der Verhandlung bildete eine Zuschrift des Ve teranenvereins Gießen, ferner das Protokoll des letzten Bezirkstags des Bezirkes Gießen und eine Anforderung des Vereins Großen Linden. Das Präsidium ist einstimmig der Ansicht, daß eine Kritik in der von diesen zwei Vereinen be⸗ liebten Weise gänzlich unstatthaft und ungehörig sei. Demgemäß soll den beiden Vereinen und ihren resp. Vertretern angesonnen werden, die beleidigenden und ungehörigen Vor⸗ würfe mit dem Ausdrucke des Bedauerus zu rück zunehmen und zwar in einer dem nächstigen Bezirks versammlung. Sollten dieselben wider Eewarten darauf nicht eingehen, so würde Seitens des Bezirkes wie des Verbandes der Verkehr mit denselben zunächst abgebrochen und dem Delegirtentag Vorlage auf Anwendung des§ 22 des Statuts gemacht werden. Von diesem Beschluß soll den beiden Vereinen alsbald schrift⸗ liche Mitteilung gemacht werden.

D, 2. Friedberg, 29. Dez. Beim hiesigen Stadtkirchenbauverein, der sich bekauntlich die stil⸗ gemäße Renovirung unserer Stadtkirche zur Aufgabe gestellt hat, gingen in den letzten drei Monaten insgesamt 345 Mk. ein, darunter

i. Mainz, 29. Dezember. Sogenannte Not⸗ standsarbeiten sollen auch in diesem Winter seitens der städtischen Verwaltung zur Ausfüh⸗ rung gebracht werden. Man hofft dadurch we⸗ nigstens die größte Not der Arbeitslosen zu ver⸗ mindern.

Aus Hessen, 29. Dezbr. Auf Ersuchen der landwirtschaftlichen Provinzialvereine werden demnächst durch die Bürgermeisterei aller Ge⸗ meinden des Großherzogtums genaue Erhebungen darüber angestellt, wie viel Nutzvieh alljähr⸗ lich von auswärts in die Gemeinden ein⸗ geführt wird. Auf Grund dieser Erhebungen soll statistisches Material für die Frage gewonnen werden, ob die hessische Landwirtschaft eventuell in der Lage ist, ihren Bedarf an Nutzvieh durch Selbstzucht zu decken, bezw. welchen Aufwand jede Provinz alljährlich für die Ergänzung des Viehstandes zu machen hat. Weitere Erhebungen gehen dahin, bezüglich der Stückhaltung und Pflege des Viehstandes, Beschaffenheit der Ställe statistisches Material zu sammeln. Besondere Kommissionen unter Leitung der Landwirtschaftslehrer nehmen die Er⸗ hebungen vor.

Die Mundbinde. In dem Brauweiler Prozeß hat Professor Dr. Pelmann als Sachverstäudiger über die unter der Mundbinde gestorbene Zucht⸗

häuslerin Wodtke nach derVoss. Ztg. erklärt:Die Todesursache der Wodtke ist noch nicht aufgeklärt. Es ist möglich, daß

die Mundbinde zu sehr auf die Nase, vielleicht auch zu sehr auf den Kehlkopf gedrückt hat. Es ist auch noch eine andere Todesursache möglich. Ein Professor der Physiologie in Bonn, dem ich die Sache erzählte, sagte mir: Ich finde die Sache aus physiologischen Gründen ganz erklärlich. So lassen sich z. B. Experimente, die man mit allen anderen Hunden vornehmen kann, niemals mit eng⸗ lischen Bulldoggen machen. Diese Tiere sind der⸗ artig bösartig, daß solche Experimente gewöhnlich den Tod dieser Tiere herbeiführen. Eine ähnliche Todesursache ist bei der Wodtke, die vielleicht eben⸗ falls nach Anlegung der Mundbinde sehr erregt war, möglich. i

Dazu wird derVoss. Ztg. von sachverstän⸗ diger Seite ferner geschrieben:Daß die Mund- binde gefährlich werden kann, wenn sie zu sehr auf die Nase oder den Kehlkopf drückt, ist leicht ver⸗ ständlich; allein ein noch bei weitem w ichtigerer Umstand kommt hier in Betracht. Der gesunde Mensch kann sowohl durch den Mund wie auch durch die Nase ausreichend atmen, so daß sich in

284 Mk. Jahresbeitrag der Mitglieder. Die hiesigen Folonialwarenhändler haben sich dahin geeinigt, kein Weihnachts- oder Neu⸗

in ihrem Fortkommen schwer geschädigt, sondern auch immerwährend in der Gefahr schweben, in eine Geldstrafe bis zu 3000 Mark oder Ge⸗ fängnisstrafe bis zu einem Jahre zu ver⸗ fallen.

* Gießen, 30. Dez. Die Privatbeleidi⸗

ungsklage Spaar gegen Schneider aus Reiskirchen ist durch Vergleich beendet. Der Verklagte übernimmt alle Kosten und wird im Gießener, im Grünberger Anzeiger, sowie im Kasseler Sonntagsblatt eine Ehrenerklärung der von ihm zurRabengroßmutter gestempelten Frau des Klägers einrücken lassen.

*Giesten, 30. Dez. Gestern Abend war der Eisenbahnarbeiter Schweitzer, ein Mann von 53 Jahren, der 25 Jahre bei der Bahn arbeitet, an einem von Coblenz her eingefahrenen Zuge beschäftigt, die Heizvorrichtung auseinander zu schrauben, wobei er anscheinend verunglückte. Schweitzer wurde zwischen Tender und Maschine tot aufgefunden, allerdings ohne Zeichen äußerer Verletzung.

Giesen, 30. Dezember. Im Verlage der Buchdruckerei Curt von Münchow ist ein Universitätskalender erschienen. Dem Titel blatt von Tacks academia Giessena restaurata ist die Ornamentierung des Kalenders nachge bildet. Es zeigt links das Medaillonbild Lud⸗ wigs V., des Gründers der Universität, darunter die Kehrseite der Medaille, eine symbolische Dar stellung der Entstehung der Universität; rechts den Wiederhersteller Georg Il. mit dem Phönix⸗ Symbol der Wiedererstehung. Oben befinden sich die Medaillonporträts der beiden deutschen Kaiser, unter deren Regierung die beiden Ereig nisse der Gründung und Wiedererrichtung der Universität fallen, Rudolphs II. und Ferdinands Ill. Den Abschluß bildet unten eine Ansicht des ältesten

Kollegiengebäudes, das an der Stelle der jetzigen Universitäts⸗Bibliothek stand. Wir können den

jahrsgeschenk an Kunden und Dienstboten zu verabfolgen. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldbuße von 600 Mk. für jeden Fall be⸗ legt. Da sind sich ja die Herrn merkwürdig einig in diesem Falle.

h. Darmstadt, 29. Dezember. Dem Ober forstmeister Karl Thaler zu Gießen ist das Forstamt Darmstadt und dem Oberforstmeister

der Regel auch der eine oder andere dieser Zugänge zu den Atmungsorganen verschließen läßt, ohne Erstickungsgefahr herbeizuführen. Anders aber bei Krankheits zuständen, welche den einen oder anderen dieser Luftwege verlegen. Das an⸗ dauernde Schließen des Mundes wird, wie jeder beim Schnupfen au sich selbst beobachten kann, unmöglich, sobald die Nase verstopft ist. Menschen, die mit Nasen⸗ polypen oder ähnlichen Veränderungen der Nase behaftet sind, wodurch die Gänge derselben verlegt werden, müssen daher notwendig durch die Aulegung der

Heinrich Krauß zu Darmstadt das Forstamt Gießen übertragen worden. Der Haupt⸗ steueramtsassistent bei dem Hauptsteueramt zu Gießen, Johannes Keil, ist zum Distriktsein⸗ nehmer in Beerfelden ernannt worden.

h. Darmstadt, 29. Dezember. Die land⸗ und forstwirtschaftliche Berufsgenos senschaft für das Großherzogtum Hessen hat ihre diesjährige Generalversammlung in der RestaurationZur Stadt Pfungstadt hier abgehalten. Als Vertreter des Landesver⸗ sicherungsamtes waren anwesend die Herren Ge heimrat Emmerling und Geh. Oberforstrat Wil⸗ brand. Dem im Druck vorgelegten Verwaltungs⸗ bericht der Berufsgenossenschaft für das Jahr 1894 ist zu entnehmen, daß die Zahl der in 1894 eingelaufenen Unfallanzeigen 1045 betrug, darunter 734 landwirtschafkliche und 86 forstwirtschaftliche. Für 624, darunter 555 landwirtschaftliche und 69 forstwirtschaft⸗ liche Unfälle wurden in 1894 erstmalig Entschädigungen festgestellt. Von den enk schädigten 624 Unfällen entfallen auf Rhein⸗ hessen 138, auf Starkenburg 190 und auf Ober⸗ hessen 296.

Mundbinde in Gefahr geraten, zu ersticken. Schon aus diesem Grunde sollte die Anwendung der Mundbinde, wenn sie, was bestritten werden muß, unentbehrlich werden sollte, niemals ohne sachverständige Aufsicht erfolgen dürfen, denn von einem Laien läßt sich nicht erwarten, daß er der⸗ artige Zustände erkennt und in ihrer Bedeutung richtig beurteilt. Wenn der Sachverständige Pel⸗ mann auf die Hunde verweist und der Ausicht ist, daß der Tod dieser Tiere bei ähnlichen Ex⸗ perimenten auf die Bösartigkeit derselben zurück zuführen sei, so befindet er sich in einem Irrtum. Die Beobachtung ist zwar richtig, die Todesurfache bei jenen Tieren jedoch in etwas anderem zu suchen. Bindet man nämlich bei Hunden durch Anlegen einer Schnur das Maul zu, wie es bei diesen Tieren zum Zwecke näherer Untersuchung oder Be⸗ handlung derselben zuweilen geschieht, so gehen Bulldoggen und Möpfe hierbei leicht an Er⸗ stickung zu Grunde. Bei diesen Rassen zeigt sich nämlich das Nasenbein unvollständig ent⸗ wickelt, und infolgedessen findet beim Anlegen einer solchen Schnur leicht eine Kompression der Nasengänge statt. Ju der Veterinärlitteratur ist diese Tatsache läugst bekannt und es bedarf keines⸗

*Darmstadt, 28. Dezember.(Militär⸗ dienstnachrichten.) Specht, früher Portepee⸗ Unteroffizier der Hauptkadettenanstalt, in der Armee und zwar als Portepee-Fähnrich bei dem Großh. Hess. Feld⸗Art.⸗Reg. Nr. 25(Großherzog⸗ liches Artillerie-Corps) angestellt; Wandel,

Kaleuder, der in seiner Ausstattung einen merk würdigen, streug stilgerechten Eindruck macht, aufs Beste empfehlen.

G'eßen, 30. Dezember. Heute Mittag um 12 Uhr versammelten sich die durch den Ober bürgermeister Gsauth eingeladenen Herren im Stadtverordnetensitzungssaal der Bürgermeisterei.

Zeugfeldwebel vom Art.-Depot in Darmstadt, zum Zeuglieutenaut, die Assistenzärzte 2. Kl. der Res. Dr. Reißner vom Landw. Bezirk Gießen, Dr. Colombara vom Landw. Bezirk Mainz zu Assistenzärzten 1. Kl., Dr. Flor⸗ schütz, Unterarzt der Res. vom Landw. ⸗Bezirk Gießen, zum Assistenzarzt 2. Kl. befördert.

wegs der Annahme einer besonderen Bösartigkeit bei der Wodtke, um den Tod derselben zu erklären. Es sei auch auf das Lehrbuch der klinischen Dia- gnostik der äußeren Krankheiten der Haustiere von Prof. Dr. H. Möller(Stuttgart, Ferdinand Enke, 3. Aufl., S. 10) verwiesen, wo es heißt:Bös artigen Hunden läßt man das Maul verbinden, indem eine Schlinge um dasselbe gelegt und im Genick zusammengeknotet wird. Bei katarrhalischen Affektionen der Nasenschleimhaut achte man jedoch besonders bei Moͤpsen auf die Atmung, die hier durch so behindert werden kaun, daß Erstickung droht.