Ausgabe 
28.12.1895
 
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Vierte Probenummet.

Gießen, Samstag

den 28. Dezember

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8 Ausgabe Gießen.

Redaktion: 8. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 5

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

S Expedition:

. erläufig.Schlaßgalle 13.

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2 ͤ ůGj 55 Abonnementsbestelungen

Hessische Landeszeitung

nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Schloßgasse 13 und Bahnhofstraße 11, Ecke Kaplaus⸗ gasse zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti⸗ ges Blatt bietet annähernd die Vor⸗ teile derHessischen Landeszeitung, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in

zwei Ausgaben

an jedem Werktag ausgehändigt wird.

Preis nur 60 Pfg. monatlich

einschließlich Trägerlohn.

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* 5* 9 Lokales und Provinzielles.

* Giesten, 26. Dez. Unsere Militärkapelle konzertirte heute unter der persönlichen Leitung des Musikdirektor Krause's vor vollständig be⸗ Bene Hause in Steins Garten. Reicher

eifall wurde besonders den Solisten Querch⸗ feld(Violine), Koehler(Clarinette) und Schwartz (Cornet a Piston) zu Teil. In die rechte Weih⸗ nachtsstimmung wurden aber die Hörer erst ver⸗ setzt, als die Kapelle das Tongemälde von Ködel Fröhliche Weihnachten intonirte, von dem ein⸗ zelne Teile wiederholt werden mußten.

* Gießen, 25. Dez. In den Kreisaus⸗ schuß wurden die ausscheidenden Mitglieder, Herren Rechtsanwalt Gutfleis ch⸗Gießen, Bür⸗

ermeister Geißler⸗ Lollar und Landgerichtsrat

r. Schäfer ⸗Gießen wiedergewählt; an die Stelle des Herrn Rentiers Aug ust Heß⸗Gießen, der aus Gesundheitsrücksichten ausschied, wurde 5 Oberbürgermeister Gnauth gewählt.

n den Provinziallandtag wurden die Herren Dr. Gutfleisch, Kommerzienrat Heyligen⸗ staedt wieder⸗ und die Herren Landgerichtsrat Schäfer⸗ und Ingeniuer Schiele⸗Gießen, sowie Herr Bürgermeister Geißler⸗Lollar neu gewählt.

* Gießen, 27. Dezb. Und dieGießener Zeitung ermannte sich wie folgt:

H. L. G. A. Wir kennen Ihre Taktik ganz genau, haben aber weder Lust noch Zeit, uns mit Ihnen in Polemiken einzulassen. Dies mögen Sie sich ein für alle Mal merken. Im Uebrigen vergnügte Feier⸗

tage!

Weder Lust noch Zeit wer soll denn das glauben? Ausreden dieser Qualität ver⸗ fangen nicht mehr. DieGießener Zeitung hat sehr viel Zeit und noch viel mehr Lust, mit uns zu polemisiren; es fehlt aber am Besten dazu, an den Gedanken, die man für die Polemik nötig hat. Die Phrasen gegen dieumstürz⸗ lerische Presse, diegutgesiant unparteiische Blätter für ihre Abonnements⸗Ankündigungen verwerten, sind billig und können von der Straße aufgelesen werden, wie die Kohlenasche, wenn es

eschneit hat und die Hausbesitzer eifrig streuen 10 en. Damit kann dieGießener Zeitung uns gegenüber aber nichts ausrichten. Und weil dem o, ist dort schleunigst die Wasserleitung eingefroren. Das nennt man dann:weder Zeit noch Lust haben.

* Gießen, 26. Dez. confessionellen Einvernehmens bot am ersten Weihnachtstage die Ch ristbescheerung der katholischen Schwestern, welche unter Mit⸗ wirkung des hier epistierenden katholischen Vereins

abgehalten wurde. Der Einladung folgend, hatten sich in Leibs Saal auch zahlreiche protestantische Mithürger eingefunden, um Zeuge

zu sein der werkthätigen Menschenliebe, welche von den Schwestern hier wie sonst überall be⸗ tätigt wurde. Auch der Kriegerverein telt an diesem e seine Weihnachtsfeier ab, ndem er 12. Waisenkinder einkleidete und gesellig unter sich den Abend verbrachte. Der Ma⸗ chinenbauverein veranstaltete am 1. Weih⸗ nachtsfeiertage im Chausseehaus wie dune

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eine Weihnachtsfeier mit Bescheerun Verloofung. Die Feier wurde von den Freun⸗ den und Gönnern des Vereins gut besucht und

nahm mit abwechselnden Vorträgen einen sehr schönen Verlauf.

Ein erfreuliches Bild h

* Gießen, 27. Dezember. Der erste Weihnachtsfeiertag hat nicht nurzden zahl⸗ zeichen Schlittenbesitzern mit der prächtigen Schneebahn eine erwünschte Bescheerung gebracht, sondern auch zahlreiche Hausbesitzer sind durch denselben alle dings unangenehm überrascht worden. Sie hatten verabsäumt, das Trottoir rechtzeitig zu säubern und wurden in Folge dessen von der Schutzmannschaft aufgeschrieben, um wegen der Unterlassung in Strafe genommen zu werden.

Gießen, 27. Dez. In der letzten Nummer ist stattDarmstadt irrthümlich Can n⸗ statt gesetzt und der Fehler bei der Korrektur überfehen worden. DerHistorische Verein für das Großherzogtum Hessen wird selbstver⸗ ständlich nicht in Württemberg sich versammeln.

* Gießen, 27. Dezember. Lustiger Irr⸗ tum. Nicht wenig erstaunt war heute Vormittag Herr Bob, Inhaber der Wirtschaft Bahnhof⸗ straße 11, als sich eine Anzahl Gäste einfanden, um an dem angeblich von ihm inserirten Früh⸗ konzert der Stadtkapelle teilzunehmen. Der Irrtum war zur allgemeinen Heiterkeit bald aufgeklärt. In derHess. Landeszeitung, welche der hiesigen Gießener Ausgabe beigelegt wird, inserirte nämlich ein Wirt Bopp von Marburg sein heute Vormittag stattgefundenes Frühkonzert. Trotz des Ausbleibens der Musik war die Stimmung bei Bob in Gießen recht fidel. Hoffentlich ist sie so auch bei Bopp in Marburg mit der Mustk gewesen.

* Gießen, 26. Dezember, Einen Tag vor

dem Weihnachtsfeste ist hierselbst der Bürger⸗ meistereigehilfe Rotte, aus Schotten ge bürtig, auf Veranlassung des Staatsanwalts in Unterfuchungshaft genommen. Aus Lich wird uns über den Vorfall folgendes berichtet: Der 33 jährige Rotte, welcher 5 bis 6 Jahre lang hier die Stelle als Bürgermeisterei⸗Sekretär be⸗ kleidete, ist vor Wochen aus seinem Amte ver⸗ schiedener Unregelmäßigkeiten wegen entlassen worden. Nach seinem Fortgehen machte man die Entdeckung, daß eine Anzahl Invaliditäts⸗ und Altersversorgungskarten verschwunden waren und liegt der Verdacht nahe, daß Rotte die schon einmal benutzten Marken zu seinem Vorteil au. derweit verwerthet hat und dieserhalb das Straf verfahren gegen denselben eingeleitet ist. * Gießen, 27. Dez. Der Turuverein Gießen beging gestern in seiner Turnhalle seine Weihnachtsfeier mit Konzert, Prolog und Stellen eines lebenden Bildes. Später folgte Verlosung und Tanz. Der Festraum war so edrängt voll, daß Hunderte zum Bedauern des Vorstandes keinen Einlaß mehr finden konnten. Die Stimmung war sehr animirt.

* Gießen, 27. Dezember. Ein hiesiges Dienstmädchen ist am ersten Feiertag bei Großbuseck von einem anständig gekleideten Manne im Walde überfallen und verge⸗ waltigt worden. Die Polizei fahndet eifrig nach dem unbekannten Thäter.

* Gießen, 27. Dezember. Heute Vormittag wurde eines der noch unter Controlle stehenden Omnibuspferde getötet.

h. Darmstadt, 26. Dezember. Der Zweit. Hessischen Kammer liegt ein Antrag des Abg. Muth vor, der dahin geht, Hohe Kammer wolle an die Großh. Regierung das Ersuchen richten, eine Gesetzesvorlage zu machen, wonach die Kosten für die Fortbildungsschulen auf den Staat übernommen werden und diese Vorlage so zu beschleunigen, daß dieselbe mit der Gesetzesvorlage, die Gehalte der Volks⸗ schullehrer betreffend, in der Kammer zur Er⸗ ledigung gebracht werden kann. Des Weiteren wird die Kammer zu befinden haben: Ueber die Eingabe des Ortsvorstandes zu Bellersheim, den Bahnhof daselbst betreffend, sowie zwei Ge⸗ suche von Bewohnern der Gemeinden Bellers⸗ eim und Obbornhofen in gleichem Betreff (Berichterstatter Abgeordneter Möllinger.) Auf Grund der Aeußerung Großh. Ministeriums der Finanzen zu dieser Angelegenheit schlägt der Ausschuß vor, die Großh. Regierung zu ersuchen, einen gemeinsamen Bahnhof für Bellers⸗ heim und Obbornhofen zu bauen und damit fragliche Eingaben für erledigt zu erklären. Ueber die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Deckung des Fehlbetrags für die Klinikneubauten der Landesuniversität betreffend(Berichterstatter Abgeordneter Haas⸗ Offenbach). Der Ausschuß⸗ antrag lautet dahin, die Kammer wolle ihre Zustimmung ertheilen, daß der Fehlbetrag für die Kliniksneubauten der Landesuniversität von 19995 Mk. 83 Pfg. zu Lasten der Ueberschüsse vorderer Jahre der Staatskasse für das Rech⸗ nungsjahr 189394 in Ausgabe passiren darf, lleber die Vorstellung der Rechnungsbe⸗

amten der Oberhessischen Eisenbahnen

um Gleichstellung ihrer Gehalte mit denjenigen der übrigen Rechnungsbeamten des Landes(Berichterstatter Abgeordneter Wolfskehl). Der Bericht gipfelt in dem Antrage, Großh. Regierung wolle baldmöglichst und jedenfalls vom nächsten Hauptvoranschlage an eine Gleich- stellung der Petenten, soweit sie die gleichen Staatsprüfungen bestanden haben, in ihren Ge⸗ haltsbezügen mit den übrigen Rechnungs⸗ und Revisionsbeamten des Landes herbeiführen. 9. Z, Friedberg, 26. Dez. Die Aktien⸗ ZuckerfabrikWetterau teilt den Rüben⸗ züchtern mit, daß der Kaufpreis für den Netto⸗ zentner Zuckerrüben in der Campagne 1896-97 auf 75 Pfg. festgesetzt ist. Für Rüben, die nach dem 15. November abgeliefert werden und mit⸗ hin vorher eingemietet waren, tritt ein Aufschlag von 10 Pfg. für den Centner ein. Dieser Preis bedingt aber einen Zuckergehalt von 12 pCt. Für jedes weitere/ pCt. Zucker wird 1 Pfg. mehr auf den Ceutner berechnet, während für jedes an 12 pCt. fehlende /% pCt. 1,2 Pfg. in Abzug kommen. Außerdem kann jeder, der Rüben liefert, 40 pCt. des Nettogewichts der⸗ selben an Schnitzeln beanspruchen. Die Anmel⸗ dungen des Rübenareals müssen bis zum 1. Jan. 1896 bei der Fabrik erfolgt sein. Gegen den in der diesjährigen Campagne bezahlten Grund preis bedeutet der obere eine Steigerung von 15 Pfg. für den Centner, was bei einem Ertrag von 150 Centnern auf dem Morgen einen Mehrerlös von 22 M. 50 Pfg. ausmacht. r. Bad Nauheim, 22. Dez. Der pen⸗ stonierte Lehrer Karl Wiederhold, ein ge⸗ borener Kurhesse, ist hier im Alter von 79 Jahren gestorben. In Schwalheim war er 38 Jahre lang, zuerst im Kurhessischen und nach 1866 im Großherzoglich hessischen Schuldienst thätig. 1883 trat er nach der Feier seines goldenen Dienstjubiläums in den wohlverdienten Ruhestand.

D. Z. Bürgel, 22. Dez. Der Personen⸗ verkehr zwischen unsrer Gemeinde und Offenbach wird seit mehreren Monaten durch regelmäßige Omnibusfahrten vermittelt. Nach Ablauf der Pachtzeit soll nun eine Straßenbahn mit Motorbetrieb eingerichtet werden, die zunächst bis zum Staatsbahnhofe in Offenbach, später bis Frankfurt fortgesetzt werden soll.

D. Z. Worms, 25. Dezember. Das alt⸗ rennomierte HotelZum wilden Mann hier ging um den Preis von 130000 Mk. durch Kauf an Herrn Restaurateur Seppl Boos in der Ebertsburg hier über. Die geräumigen Hiuter⸗ bauten des Hotels hat Herr Boos an die Aktien⸗ gesellschaftBürgerbrauhaus vorm. Oertge ab⸗ getreten. Diese Gesellschaft, welche mit ihrem BesitztumEbertsburg au vorgenanntes Etab⸗ lissement grenzt, beabsichtigt im nächsten Früh⸗ jahre auf diesem Gelände einen großen Kon⸗ zert⸗ und Ballsaal zu errichten, der etwa 700 Personen aufnehmen kann. Durch die Aus⸗ führung des Planes erhielte die hiestge Stadt ihren größten Vergnügungssaal.

H. Aus Hessen, 26. Dez. Wie recht wir mit unsern Ausführungen überDas hessische Tanzgesetz hatten, beweist die folgende Meldung derFrkf. Ztg.: Die hessischen Gastwirth⸗ vereine planen eine energische Agitation gegen den Gesetzesentwurf, der Personen über 16 Jahren den Wirtshausbesuch nur unter Aufsicht der Eltern erlaubt, den Besuch von Tanzbelustigungen den Personen unter 16 Jahren dagegen gänzlich verbietet und die Wirte unter Strafe stellt, falls sie solche jugendliche Personen in ihren Lokalen dulden.

* Aus Kurhessen, 26. Dez. Zu den wenigen glücklichen Gemeinden im deutschen Reiche, die noch frei von Steuern sind, ge⸗ hört das Dorf Unshausen im Kreise Hom⸗ berg. Es werden dort nicht nur keine Gemeinde⸗ umlagen erhoben, sondern nach Abzug aller Aus⸗ gaben bleibt noch ein schönes Sümmchen übrig, so daß es neulich einige tausend Mark waren, die berzinslich angelegt werden sollten. Hauptsächlich rühren die Einnahme Ueberschüsse davon her, daß man die Jagd in der Gemeinde-Feldmark sehr hoch verpachtet hat.

Vermischtes.

* Achtzehn Stunden auf einer Planke. Ueber die Rettung des deutschen Matrosen W. Anders, der sich auf dem mit 28 Personen untergegangenen englischen DampferPrinzipia befand, erhält derB. Lit. interessante Mit⸗ teilungen. Sie sind einem Privatbriefe des Herrn Mohr in Thorshavn, der Hauptstadt der Faroer⸗Inseln entnommen, welchem Auders seine Rettung geschildert hat.Der Dampfer Prin⸗ zipia, so schreibt Herr Mohr, scheiterte au der

vorläufig Schloßgasse 13. seiner Erzählung sprengte, als der Dampfer un⸗ gefähr 146 Meilen von dem letzten schottischen Leuchtturme entfernt war, ein furchtbares, im Schiffsraum ausgebrochenes Feuer die Luken des Verdecks auf. Im vorderen Schiffsraum wütete das Element so heftig, daß Löschung ausgeschlossen war. Die Wache von 8 Mann befand sich grade unten, und sechs von ihnen sprangen sofort in das Meer. Zwei, die zurück, blieben, wurden, wie man glaubt, ein Raub der Flammen. Es wurden zwei Boote herabgelassen, allein beide schlugen um, wobei zwei Leute der Mannschaft ertranken. Da das Wetter äußerst stürmisch war und die See hoch ging, zog sich der Rest der Besatzung auf das Hinterdeck zurück goß von dort Wasser auf das Feuer und warf die Kohlenladung über Bord. Unterdes flog das Schiff vor einem Südsturm dahin, ohne daß Jemand eine Ahnung von der Richtung hatte, da man vor Rauch und Flammen, die sich in die Luft hinauf wirbelten, nichts sehen konnte. Die Nacht war stockdunkel, und plötzlich lief das Schiff auf den Strand und sank sofort. Anders trieb auf einer Planke achtzehn Stunden lang im Wasser umher, ehe man ihn am Lande be⸗ merkte und rettete. Er ist noch immer nicht ganz wohl und will mit dem PostdampferLaura nach Schottland fahren. Die Besatzung bestand mit Ausnahme eines Dänen und des geretteten Anders insgesammt aus Engländern. Erster Gedanke. Pferdehändler Tulpen (in Richard III. als der König ruft: ein König⸗ reich für ein Pferd):Laura, was hät ich'm machen können for Offerten!!

Litterarisches.

Den Freunden der Dichtungen Friedeich Stoltzes, des Frankfurter Humoristen wird es erfreulich sein, zu er⸗ fahren, daß im Verlag von Heinrich Keller zu Frank⸗ furt der fünfte und letzte Band der gesammelten Werke Friedrich Stoltzes erschienen ist. Der Band enthält: Gedichte in Hochdeutsch und in Frankfurter Mundart, fast durchgängig erheiternden Inhalts, Scherzrätsel u. s. w. Vielfach ausgesprochenen Wünschen entgegenzukommen, ist denselben als Anhang das Gedicht:Die weißen Rosen beigegeben, welches bei der Auswahl der hochdeutschen Gedichte(für Band 4) keine Aufnahme gefunden hatte. Es folgen ferner: kleinere Erzählungen in Prosa: Eigene Erlebnisse, Jugenderinnerungen und Zeitbilder aus dem Leben in Frankfurt in den mittleren Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, welche sich an die früher erschienenenNo⸗ vellen und Erzählungen anreihten und die gleichen Vor⸗ züge humor- und gemütvoller Darstellung aufweisen. Es sei besonders auf die reizende Geschichte:Wie Aäner ab⸗ solu wollt erschosse sei hingewiesen. Den Schluß des Bandes bildetFrankfurt in seinen Sprichwörtern und Redensarten. Eine kurze Lebensgeschichte Stolzes, die beigegeben ist, wird den Freunden seiner Dichtungen will⸗ kommen sein. Der Band ist mit einem Porträt des Dichters, nach einer Aufnahme aus seinem 70. Lebens⸗ jahree geschmückt.

Letzte Telegramme.

Hd. Madrid, 27. Dez. Aus Havanna wird gemeldet, daß Marschall Martinez Campos den Insurgenten an der Spitze von 1500 Mann nachgeeilt und denselben empfindliche Verluste beigebracht habe.

Hd. Rom, 27. Dez. Aus Massaua wird gemeldet, daß dort die Umgebung vollständig ruhig ist.

Hd. Rom, 27. Dez. Nach Privatdepeschen aus Afrika wird mitgeteilt, daß Makalle um⸗ zingelt sei, daß aber die Schoaner noch keinen Angriff gemacht hätten. Das Gros der Schoaner, 35 bis 40000 Mann stark, marschirt geteilt unter den Kommandos von Ras Mangascha und Ras Mackonnew über Adua nach Asmara, sowie auf. Adigrat zu, wo bald ein Zusammenstoß statt⸗ finden dürfte. Nach Meldungen aus Cassala zeigt sich ein Korps von 4000 Derwischen in der Nähe von Atbara.

Hd. Paris, 27. Dezember. Senat wird wahrscheinlich heute Abend die Budget⸗Berathung beenden. Die parlamentarische Session wird heute oder morgen geschlossen werden.

Hd. Hansenburg, 27. Dezember. Der Director der hiesigen Comitats-Sparkasse warf sich verunglückter Spekulationen wegen vor einen Eisenbahnzug und wurde getödtet. Die Kasse wurde in Ordnung befunden.

Hd. Paris, 27. Dezember. Ueber die Katastrophe im Hafen von Algier wird gemeldet, daß der Zu sammenstoß der beiden Schiffe in einer durchaus hellen Nacht erfolgte. Die Ursachen sind noch nicht festgestellt Das Geschrei der Ertrinkenden wurde bis ans Land gehört.Bellerophon hat nur leichte Havarie erlitten, währendEmil[Heloise sofort sank. 30 Passagle re, darunter 25 Eingeborne aus Afrika, sollen ertrunken sein. Bis jetzt wurde nur eine Leiche gefunden. Man hat festgestellt, daß der euglische Dampfer wenig Elfer bei der Rettung der Verunglückten gezeigt hat.

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Verleger: Paul Bader in Marburg, Vic zatw. Re⸗

Westseite von Sandy. Von 29 Personen wurde nur der deutsche Matrose Auders gerettet. Nach

dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.