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Mittwoch. den 30. März 1932.
Allgemeine Hessische Sportzeitung.
Oster⸗Fußball in Hessen⸗Hannover
Wiesbaden enttäuscht in Kassel.
Der SV Wiesbaden konnte zwar am Ostersonntag in Kassel „Kurhessen“ mit 1:0(0:0) schlagen, aber seine Spielweise er⸗ reichte nicht die Erwartungen der 5 Die Kasselaner mußten ohne ihren alten Internationalen Weber antreten. We⸗ ver hat sich am letzten Sonntag einen Bänderriß zugezogen und ist dadurch für längere Zeit außer Gefecht gesetzt. Das nur von wenigen Zuschauern besuchte Spiel stand stets auf mäßigem Ni⸗ veau. In der letzten Viertelstunde mußte Wiesbaden mit nur zehn Mann spielen, da ein Spieler vom Platz gestellt wurde. Der entscheidende Treffer fiel erst in der Schlußminute durch den Rechtsaußen Schulmeyer.
*
SpVgg. Fürth spielt in Kassel nur Unentschieden gegen SC 03 1:1(0:1).
Nach den beiden Siegen in Norddeutschland konnte die SpVgg. Fürth bei ihrem dritten Osterspiel gegen den SC 03 Kassel nur ein mageres Anentschieden erzielen. Die Leistungen der Gäste waren so schwach, daß die Kasseler dem Spielverlauf und den klaren Torchancen. hätten gewinnen müssen. Das Spiel selbst wurde von den Fürthern recht hart durch⸗ 15 In der Mitte der zweiten Halbzeit wurde der rechte
erteidiger Appis wegen einer Ansportlichkeit dez Feldes ver⸗ wiesen. Das bedeutete aber keine besondere Schwächung der Mannschaft, da bis dahin Appis der schwächste Mann gewesen
war. Gefallen konnten nur Leinberger und Hagen, während vor allem der Sturm versagte. Das Tor für Fürth schoß in der 20. Minute der Halbrechte Rupprecht, während für Kassel in der 12. Minute nach der Pause der Halblinke Markert erfolg⸗ reich war. Das Spiel war von 5000 Zuschauern besucht.
Borussia Fulda— Vfe. Neu⸗Isenburg 1:1(1:1).
Mit der Verpflichtung der Leute aus dem Mainbezirk für den Ostermontag hatte der Bezirksmeister einen guten Griff getan. Die Süddeutschen führten einen schönen fie cden Kombi⸗ nationsfußball vor, allerdings ließ der Sturm den n ee genden Torschuß vermissen. Die Gäste gestalteten den Kampf zunächst überlegen, sie gingen auch in der 16. Minute durch einen scharfen Flachschuß ihres Mittelstürmers in Führung. All⸗ mählich kam Fulda auf und erzwang in der 30. Minute durch den Linksaußen Bonnert den Ausgleich. 1 Wiederbeginn dominierte zunächst Fulda 25 Minuten lang, dann lagen die Gäste in Front, zählbare Erfolge wurden jedoch nicht mehr er⸗ zielt. Etwa 1000 Zuschauer wohnten dem Treffen bei.
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Viktoria Urberach— Germania Fulda 3:2(2:1). Die Leute aus Fulda ett am Ostermontag ein besseres
Können, als man erwartet hatte. Arberach, das 88 eigenem Platz bekanntlich sehr gefährlich ist, lück und Mühe zu einem knappen Erfolg.
kam nur mit
Aus dem Hinterland
FV Wallau— Bf Gießen 3:2(3:0).
Die Gießener können in Wallau einmal keine Lorbeeren ernten. Diesmal schien es sogar am Anfang, als wenn eine recht deutliche Abfuhr kommen würde. Die Wallauer waren nämlich gleich in fate e ee ee und ließen auch vor dem Tore saftige Schüsse los. Gießen beschränkte sich in dieser Zeit meist auf verstärkte Abwehr, konnte aber keines⸗ wegs verhindern, daß die Hinterländer bis zur Pause eine klare 3:0⸗FJührung herausholten. Die Eeschichte dieser drei Tore ist kurz: Zweimal stand der Linksaußen frei zum Schuß bereit, Balser im Gießener Tor konnte den 1 77 aus wenigen Metern
eschossenen Ball nicht festhalten und schnell war unkel zur
telle, um einzudrücken. Wenige Minuten später ist des derselbe Stürmer, der eine Linksflanke direkt aus der Luft 8 unhalt⸗ baren zweiten Treffer verwandelt. Die Gießener kommen nur zu vereinzelten Durchbrüchen, die die Hintermannschaft der Wal⸗ lauer aber leicht klären kann. Im Gießener Sturm herrscht nämlich keine Harmonie und die Vorlagen aus der Läuferreihe 15 auch derart ungenau, daß die Stürmer sich vorerst nicht fin⸗ en können. Ein rchbruch des Wallauer Rechtsaußen bringt den dritten Treffer und kurz danach ist es wieder Schwarz 1., der dieselbe Chance hat, diesmal aber nur den Außenpfosten trifft. Bis zur Pause bleibt es dabei. Nach dem Seitenwechsel hat Gießen umgestellt und auf einmal erscheinen sie wie umge⸗ wandelt. Alle Spieler machen einen viel frischeren Eindruck, als die immer langsamer werdenden Wallauer. Zunächst geht es noch gut, weil auch die Wallauer en der nge sehr auf dem Posten ist. Aber dann ist es geschehen Der jüngste Wallauer Spieler Schwarz 2. fiel bereits vor der Pause schon durch sein lautes Schreien auf und im Strafraum erlaubt er sich dann eine Rempelei, woraus ein Elfer entsteht, der 0 ger zum ersten Gießener Tor führt. Dieses Goal gibt den Gästen neuen Mut und mit großem Elan wird gegen das Wallauer Tor ge⸗ stürmt. Ein Wb vom Gießener Rechtsverbinder prallt von Schwarz 2. ins lauer Netz. Um den zuerst so klar erscheinen⸗ den Sieg sieht es nun sehr schlecht aus. Aber die Wallauer wer⸗ den doch wieder etwas munterer. Runkel hat sich wieder mal fig durchgearbeitet, er rutscht aber nach hinten und sein Schuß steigt über das Tor. Kurz danach haben die Wallauer wieder eine Chance und diesmal it es Bonacker 2., der daneben schlägt.
Schiedsrichter Barth⸗Breidenstein war ein aufmerksamer Leiter. *
1. Ostertag: Wiesenbach— Breidenbach 4:4. 2. Ostertag: Breidenbach— Wiesenbach 6:0.
Die alten Lokalrivalen. über die Ostertage zwei Freundschaftstreffen. Das erste in Wiesenbach ging nach ausge⸗ glichenen Leistungen„remis“ aus. Der Ostermontag sah aber die Breidenbacher in einer 389 nicht gesehenen ausgezeichneten Form. Wiesenbach machte dabei einen etwas ermüdeten Ein⸗ druck. Mit großem Elan zogen die Breidenbacher Stürmer dem Heiligtum des Gegners entgegen und die plazierten Schüsse aus allen Lagen ließen die Herzen ihrer Anhänger höher schlagen. Die erste Pause zeigte schon 4 Tore, an denen dann noch 2 fol⸗ 5 ohne daß die Wiesenbacher zum Ehrentreffer kommen onnten.
* In Breidenstein gastierte Eckelshausen. Die Breidensteiner 5 in guter Form zu sein, legten bis zur Pause 5 feine ore vor, doch dabei blieb es leider. Eckelshausen schien in der weiten Hälfte wie neu geboren und brachte es tatsächlich noch a auf 54 zu verringern. Das Nückspiel sah dann in Eckels⸗ ausen die Einheimischen groß überlegen, mit 771 eschlagen mußte Breidenstein die Heimreise antreten. Eckelshausen zeigte
verblüffende türmerleistungen,
Der Fc Laasphe hatte einen besonders guten Griff getan. bei ihm weilte im 1. Feiertag Klafeld⸗Geisweid, ein Vertreter der 1. Bezirksklasse aus der Siegener Staffel. Die Gäste spielten im Feld wunderschön, ließen es aber vor dem Tore am energi⸗ schen Schuß 1175 Das Treffen, das ein Werbespiel im besten Sinne des Wortes war, endete schließlich mit einem 4:1⸗Siege
der sympathischen Gäste. 2
Die Ligareserve des J Wallau hatte auf 5 55 Osterreise kein besonderes Glück. In Erndtebrück konnte na hartnäckigem Widerstand der Gastgeber ein magerer 4:3⸗Sieg erzielt werden und in Berleburg wurde sogar, auf; 1 nassem Boden spielend, eine 3:2⸗Packung eingesteckt. Die Haẽner sollen aber in beiden Spielen recht schön und vor allem äußerst fair gespielt haben.„oh
Gautag des Gaues Gießen⸗Wetzlar
am Karfreitag in Gießen
Das Kaffee Ebel war fast zu klein, um die ca. 100 Vertre⸗ ter von 36 Vereinen, die 148 Stimmen von 205 vertraten, auf⸗ zunehmen. Vom Bezirk war niemand erschienen. Die Funk⸗ tionäre des Gaues trugen dann in rascher Reihenfolge ihre Jah⸗ resberichte— die durchweg Erfreuliches berichten konnten— vor. In der Debatte über dieselben kritisierte Grube⸗Biskirchen die Ansetzung des Gautages auf den Karfreitag, Glock⸗Bu bach die eigenartigen Anordnungen des„nach denen die V⸗ Vereine nicht mehr Hallenhandballwettkämpfe bestreiten und auch nicht mehr an der Verbandsspielrunde der D teilnehmen dürfen. Es wurde von Dr. Guyot⸗Gießen ein entsprechender Antrag formuliert, nach dem diese Bestimmungen, die den gie⸗ sigen Handballsport im WSW eschwer schädigen, für den Gau Gießen⸗Wetzlar nicht gelten sollen. Der Antrag wurde ein⸗ stimmig angenommen.— Die Entlastung der Gaubeamten er⸗ olgte einstimmig en bloc.— Die Neuwahlen ergaben größten⸗ teils Wiederwahl! Vorsitzender: Klier leinstimmig), Ge⸗ schäftsführer: Dörr(27 Enth.), Jugendleiter Busch be n 52 Stimmen), Fußball: H. Henkel een 62 Stimmen), Schiri: W. Henkel einstimmig). Neugewählt wurden als Athletikfach⸗ bearbeiter Gi ballsachbearbeiter für Assessor Schme
ietrich-1900 Gießen 58 und als Hand⸗ , der
Gießen verläßt,
Glock⸗Butzbach.— Als Vertreter auf Kosten des Gaues fährt ur Hauptversammlung nach Koblenz Vors. Klier.— Unter Punkt Verschiedenes wurde zunächst wiederum das Problem des Bezirkes Lahn besprochen, der gesamte Gau erwartet, daß der V. V. die Angelegenheit so schnell wie möglich regelt, die Ver⸗ eine fähen sich eventuell gezwungen, wenn ihren Belangen nicht einmal versucht wird, 5 zu tragen, in der kommenden Saison keine Verbandsspiele mehr auszukragen. Auch mehren sich die Stimmen, die den Anschluß an den Süddeutschen Verband fordern.— Bei Jugendspielen hat sich das System der Schiri⸗ gestellung durch den Platzverein nicht immer. Auch wurde wieder die Einführung von Meisterschaftsspielen in der Jugend verlangt.—. den daher en am kommenden Sonntag fordert der ußballsachbear eiter noch einige aus⸗ stehende Mannschaftsaufstellungen an.— Bezüglich des Früh⸗ jahrswaldlaufes, der verspätet am 10. April nachgeholt wird, haben sich Aßlar, Flensungen und Stockhausen erboten, den⸗ selben ble ihre Gru pen zu übernehmen. Näheres folgt durch den Athletiksachbearbeiter.— Mit einem dreifachen Hipp⸗Hipp⸗ 5 auf den WSW 8schließt um 1,30 Uhr, nach zstündiger⸗
auer der Vorsitzende den harmonisch verlaufenen Gautag 1932.
Karfreitag: Wetzl. SpV.— Union Niederrad 178(1.5) W.⸗Steinberg 1.— 1900 Gießen 2. 3:1(221) W.⸗Steinberg 2.— 1900 Gießen 4. 14
1. Osterfeiertag: VfB Kurh. Marb.— Spielverein Kassel 5:3(1:3) Kurhessen Kassel— SW Wiesbaden 0:1(0:0) VfR Friedberg— Germania Marb. 3:3 1900 Gießen— Pfalz Ludwigshafen 3:6(2:4)
Ehringshausen 1.— Sp Wetzlar komb. 570(2:0) Burgsolms— Ockershausen 472 Haiger 1.— Duisburg 1899(Sonderkl.) 1:4(1:2)
Weilburg 1.— FSpV Fim. 3a 4:3
Löhnberg 1.— FC Rödelheim 02 22(2:1) W.⸗Steinberg 1.— VfB Gießen komb. 0:3(0:2) Steinbach 1.— Carbenteich 1. 13(1.1) Tiefenbach 1.— SpV Wetzlar 3. 2:0(1:0) Hermannstein 2.— Erda J. 2:7(040
Lich 1.— Lollar 2. 4:2
Löhnberg 2.— Odersbach 1. 6:0
Stochaufen 1.— Holzhausen 2. 6:0
Wetter 1.— 1900 Gießen 2. 473
Laasphe— Klafeld⸗Geisweid(1. B⸗Kl.) 154 Cappel 1.— Leidenhofen 1. 7:2
Buchenau 1.— Friedensdorf 1. 12
Cölbe 1.— Bürgeln 1. 4:1
Breidenstein— Eckelshausen 5:4(5:0)
Roth— ee 4˙2
Oberrosphe komb.— Mellnau komb. 6:4 Amönau 1.— Biedenkopf 2. 4:0
Erndtebrück— Wallau 2. 3:4
Cölbe 2.— Bürgeln 2. 8:0
Momberg 1.— VfB Kurh. Marb 2. 8:0 Wetter 2.— 1900 Gießen 3. 2:0
Ebsdorf 1.— 1900 Gießen 4. 3:3(313) Weidenhausen 1.— Hartenrod 1. 411(1:1)
1900 Gießen 1. Igd.— Union Niederrad 1. Igd 370 E. Ffm.⸗Eschersheim Igd.— VfB Gießen 1. Ind. 22. Alsfeld 1. Igd.— VfB Gießen 2. Igd. 01 . Igd.— Erda Igd. 3.0 8
f. Kurh. Marb. 1. Igd.— Kurh. Kassel 1. Igd. 174 Marbach Igd.— Den Igd. 3:2
Cappel Igd.— Germ. Marb. Igd. 10 VfB Kuh. Marb. 2. 90.— Kurh. Kassel 2. Igd. 3111 Haiger Igd.— Wissenbach Igd. 2:1
2. Osterfeiertag: Borussia Fulda— Vfe Neu⸗Isenburg 1:1(11) SC 03 Kassel— Spvgg 1 11(0•10 Germ. 1 7— Germ. Marburg 72 Vikt. Urberach— Germ. Fulda 32(2:1) FW Wallau— VfB Gießen 3:2(3:0) 1900 Gießen— Germ. 04 Ffm. 03(0:1) Breidenbach— Wiesenbach 6:0(4:0) Steindorf 1.— Sp Wetzlar komb. 4.2(2:0) Eisenroth— Ockershausen 1:0 5 Bad Homburg— Aßlar 6:3 Lauterbach— Neuhof 42(1:2)
Bissenberg 1.— Fc Rödelheim 02(4.3 90 Lollar 1.— Rotweiß Frankfurt Pokalelf 4:4(2:1) Daubringen 1.— VfB Gießen 2. 774(8:2) Garbenteich 1.— Steinbach 1. 6·3(3:1) Biskirchen 1.— FSpW Ffm. 3a 2:3(2:0) Hermannstein 1.— Dutenhofen 1. 4.2(21) Braunfels 1.— Sp Wetzlar 3. u. 4. 5:0(1:0) Hermannstein 2.— Dutenhofen 2. 1:0 Lollar 3.— N 15 W.⸗Steinberg 2.— Wieseck 2. 2:4
Turnier in Rockenberg: Groß⸗Karben— Butzbach(2:2) 3:2 n. Verl. Eintracht Ffm. Za— Butzbach 0:3
Biedenkopf 1.— Haiger 1. 1:8(0:4) Marbach 1.— Buchenau 1. 4:1
Berleburg— Wallau 2. 3.2 Treysa 1.— VfB Kurh. Marb. 2. 4:2
walgern 1. 0:6 5 Bortshausen, Ebsdorf, Beltershausen komb.— Nieder⸗ walgern 2. 4:5
Niederursel Igd.— VfB Gießen 1. Igd. 24 Braunfels 1. Igd.— 1900 Gießen 1. Igd. 4:5(3:1) Leusel 1. Igd.— VfB Gießen 2. Igd. 121
Löhnberg Igd.— Obershausen Igd 7:1(4:0) Garbenteich Igd.— Wetzlarer SpV 2. Igd. 2:1(40) VfB Kurh. Marb. 1. Igd.— Anion Niederrad 32
Biedenkopf Igd.— Haiger Igd. 1:0 Wehrda Igd.— 33 Igd. 271 Marbach Igd.— Buchenau Igd. 3:0 Handball. 1 1900 Gießen— Pf Sachsenhausen 611 f Niedergirmes TV— Seckbach 5:5(3:2) 5
Stharnhorst: Deulschlands Waffenschmied
Am 21. August 1814 weilte der Feldmarschall Blücher in der Loge„Zu den drei Weltkugeln“ in Berlin. Er entzückte die Teilnehmer durch eine längere e In derselben wies er zunächst auf die Männer hin, die ihm vorgearbeitet und geholfen und deren Verdienste er sich nicht anmaßen dürfe darauf 7 er seinen Waffengefährten Gneisenau und endlich seinen treuen Freund Scharnhorst, der dem Vaterlande zu früh entrissen sei.
„Bist du gegenwärtig, Geist meines Freundes Scharnhorst,“ 0 schloß er begeisterk seine Ansprache.„dann sei du selber Zeuge, daß ich ohne Dich nichts würde vollbracht haben!“
Ein schöneres Zeugnis für den toten Scharnhorst hätte der stürmische und doch so kluge de Vorwärts nicht ablegen können] Schon einmal hatte er dieses Bekenntnis abgelegt. Das war am Abend des Sieges bei Wartenberg; am 3. Oktober 1813 erfocht das Corps Yorck und das Corps Langeron bei Warten 75 den Sieg gegen den zähen Widerstand der Franzo⸗ 110 die Marschall Bertrand befehligte. Am Abend neilte Blücher im Schloß Wartenberg Ein großer Teil der Offiziere des Generalstabs und des Hauptquartiers waren in dem großen Saale anwesend, dessen Wände und Fußboden durch das Artil⸗ lerie⸗Feuer schwer beschädigt waren. Steffens erzählt:„Wir versammelten uns bei der Tafel und Anstalten wurden getroffen zu einem festlichen Mahle da nahm gegen Schluß der Tafel das ganze feierliche Mahl eine bedeutende Wendung; es ver⸗ wandelte sich durch den greisen Feldherrn in ein Trauermahl
um Andenken des verstorbenen Scharnhorst Blücher nahm das
ort. Nie hörte ich eine ergreifendere Rede, nie eine Dar⸗ stellung des Verdienstes des großen Kriegers anschaulicher, le⸗ bendiger, herrlicher vorgetragen, der fast unwillkürliche Erguß
seiner Rede war ein wunderbares Produkt dichterischer Be⸗ geisterung. Er rief am Schluß derselben den Sohn des ver⸗ storbenen Helden zu sich; dieser der es liebt, seine. tiefsten Empfindungen durch ein ruhiges Aeußere zu beherrschen, mußte 05 dem greisen Redner gegenüberstellen und vermochte es nicht, eine Erschütterung zu verbergen. War Blücher der moralische Mittelpunkt des großen Befreiungskampfes, den der Freiherr vom Stein und Hardenberg politisch vorbereitet hatten, so war Scharnhorst unbestritten der Reorganisator des prerßischen Heeres, der geistige Mittelpunkt der Armee. Am 12. November 1755 zu Bordenau bei Neustadt am Rübenberge geboren, war er aus der hannoverschen Armee im Jahre 18 fm in preußische Dienste übergetreten, 1804 war er Oberst Bei Veuerstädt wurde er verwundet, mit dem Blücherschen Korps bei Lübeck kriegs⸗ gefangen; mit Blücher wurde er gegen gefangene höhere Of⸗ fiziere ausgetauscht und kämpfte bei Preußisch⸗Cylan mit. Nach dem Tilsiter Frieden ernannte ihn der König zum Mitglied der „Militär⸗Organisations⸗Kommission“ und bald zum interimisti⸗ schen Kriegsminister, während des Feldzugs 1807 war er zum Generalmajor befördert und zum Generaladjutanten des Königs ernannt worden Auf seine Veranlassung genehmigte der König am 3. August 1807 die Abschaffung der Prügel⸗ und Spießruten⸗ strafe im Heere; nach Gneisenaus Ausdruck schuf er damit die „Freiheit des Rückens“ Die Werbung von Ausländern wurde abgeschafft, die allgemeine Verpflichtung zum Dienste fürs Vaterland wurde eingeführt. In seiner dem König eingereichten Denkschrift sagte er: „Wenn die Nation sich als Verteidiger des Vaterlandes an⸗ sehn soll, so darf in dieser neuen Qualität sie nicht mit den ent⸗ ehrenden Strafen, die selbst nur bei dem Auswurf der Na⸗ tion in den seltensten Fällen stattfanden, bedroht werden. Will man aber die Ausländer, Vagabunden, Trunkenbolde. Taugenichse, aus ganz Deutschland wieder haben, welche die Armee verderben, die Armee dem Bürger verhaßt und ver⸗
ächtlich machen, und sobald sie marschiert, weglaufen, dann
wird man freilich nicht ahne die ehemaligen, Strafen fertig werden. Bei entehrten Menschen gehören sich entehrende Strafen. Den Geist der Armee erheben und beleben, die
zu ihrer wesentlichen und großen Bestimmung zu geben: dies
liegt.“ „Seine Reorganisationspläne konnte ex nicht n durch⸗ führen, aber aus spiner stillen Tätigkeit ging Schritt für Schritt die Einrichtung der preußischen Landwehf durch das„Krümper⸗ System“ hervor, ohne daß die Franzosen die furchtbare Macht ahnten, die sich hier wie unte irdisch bildete. Schan 1809 Hat Scharnhorst den König zu bewegen gesucht an Oesterreichs Seite in den Kampf gegen Napoleon einzutveten; ebenso bat er ihn, 1811 mit Rußland zu Wie und das Volk gegen den Korsen aufzurufen riedrich Wilhelm hielt die Zeit 18 nicht für ge⸗ kommen, Scharnhorst nahm seinen Abschied, blieb aber im ge⸗
geächiet hatte, verband ihn aufrichtige Freundschaft. Er schreibt
an Stein: „Die Gelegenheit, Euer Erd hen und untilgbare Gefühle der Dankbarkeit bezeugen zu können, darf ich nicht vorbeigehen lassen. Sie wohnen bei uns in den Herzen vieler, und das Gefühl des Verlustes, den wir dur erlitten, nimmt täglich zu ohne den Wert des braven von Hardenberg zu verkennen.“
berufen worden war, schreibt am 16. September 1806: „Energie, gerader Sinn, Klugheit und gute Prinzips General Stutterheim, Scharnhorst und Sberstleutnant nau personifiziert.“
Die edle Königin hat den Erfolg der Arbeit des stillen Sä⸗
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manns Scharnhorst nicht mehr erleben sollen, ehenso wenig wie
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Bortshausen, Ebsdorf, Beltershausen komb.— Nieder⸗ 1
Armee und Nation inniger zu vereinen und ihr die Richtung
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Auch Königin Luise, auf deren Veranlassung Stein wieder
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meine innigste Verehrung n


