Ausgabe 
1.3.1932
 
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allgemeine hessische Sport⸗ͤeitung

verbreitet im Bezirk Hessen⸗Hannover des W. S. v. und in den Gauen Gießen⸗Wetzlar, dil

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führt, vierteljährlich 1.50 l. für sonstige Bezieher viertel⸗

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Ueberraschungen in der ersten Bezirksklasse

1900 Gießen F.⸗B. Wallau 2:1(0:1)

Dieses Spiel wurde von allen Fußballanhängern mit Span⸗ nung erwartet. Daß die Gäste aus Wallau nicht unbesiegbar sind, hat eee bewiesen und dann versprachen die letz⸗ ten Leistungen der Blauweißen schon auf alle Fälle einen inter⸗ essanten Kampf So war es nicht verwunderlich, daß trotz des schneidenden, eiskalten Nordostwindes ca. 400 Zuschauer diesem Treffen beiwohnten. Die Leistungen beider Mannschaften waren durch den starken Wind allerdings behindert, vor allem die Wallauer kamen dadurch nicht so recht zum Zug. Die Gäste hatten zunächst den Wind im Rücken und konnten den Kampf in der ersten Halbzeit viel in des Gegners Hälfte legen; aller⸗ dings trafen sie hier auf eine Läuferreihe, und zwei Verteidiger, die ihnen schwer zu schaffen machten und die es sogar verstanden, die Gießener Stürmerreihe manches Mal insFeindes⸗Land zu schicken. Dazu kam, daß die Wallauer ihre gefürchteten Schießstiebel offenbar vergessen hatten denn sonst hätten sie mit dem Wind als Bundesgenossen in der ersten Halbzeit mehr als ein Tor vorlegen müssen. Dieses einzige Wallauer Tor resultierte aus einer sauber getretenen Ecke der 6. oder 7. übrigens und war für Schmidt im Gießener Tor unhaltbar. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die 1900er lagen dauernd im Angriff Man kann es an einer Hand abzäh len, wie wenig die Gäste an die Gießener Strafraumlinie ka⸗ men. And jetzt konnte die Wallauer Hintermannschaft ihr Können beweisen. Daß es hierbei nur zu zwei Torerfolgen für die Gießener kam, verdanken die Gäste aber dem Schieds⸗ richter. Einmal wurde der gegnerische Tormann mit dem Ball übrigens ganz fair über die Torlinie gedrängt der Schiri entschied Torabstoß und ein anderes Mal verhängte er einen Elfmeter nicht, der so selbstverständlich wie nur irgend⸗ einer war, sondern trug den Ball zum Strafstoß auf die 16⸗ Meter⸗Linie. So blieb es bei nur zwei Toren für die einhei⸗ mische Mannschaft, für die Lippert und Wilhelmi verantwortlich zeichnen.

Kritik: Die Gießener Mannschaft war im Tor, in der Ver⸗ teidigung und Läuferreihe ohne Fehler. Besonders Heilmann als Mittelläufer hatte einen großen 5 Im Sturm war die rechte Seite besser wie die linke, leider kamen nur wenig Bälle nach rechts hinüber. Bei den Gästen war keine rechte Har⸗ monie zu finden. Auch bei ihnen war die Hintermannschaft und der Mittelläufer der bessere Mannschaftsteil. Der Schiedsrichter Herr Köditz-Marburg, konnte nicht gefallen.

Aus dem Hinterland

Unsere Hoffnungen, die Wallauer würden sich in Gießen die Tabellenspitze endgültig sichern, sind nicht in Erfüllung gegan⸗ gen. Die Wallauer mußten knapp einem nicht besseren, aber lücklicheren Gegner die Oberhand lassen. Durch den starken

ind kamen keine Flachkombinationen zustande, wie überhaupt auch der harte Boden kein gutes Gelände für die Wallauer ist. Gießen ließ gegen den Wind spielend nur einen Treffer zu. Von 7:2 Ecken für die Wallauer wurde eine einzige von den Gästen verwandelt. Mit dem Wind spielend holte sich dann Gießen durch zwei schöne Treffer Sieg und Punkte. Callau muß nun

noch in 14 Tagen gegen Butzbach siegreich bestehen, wenn die Meisterschaft in letzter Minute nicht noch wegfliegen soll.

Die beiden Spiele im Hinterland waren von Erfolg für unsere Vertreter gekrönt:

Wlesenbach Woßlarer Sportverein 4:1(0:1

Wen man auch hier allgemein den Wiesenbachern einen

knappen Sieg über Wetzlar zutraute, so hatten doch die wenig⸗ sten eine so deutliche! bfuhr der Gäste erwartet. Wiesenbach spielte in stärkster Aufstellung und zeigte sich daher von der allerbesten Seite. Wetzlar spielte zunächst mit dem Wind und wurde natür⸗ lich überlegen. Es gab brenzliche Situationen im Wiesenbacher Strafraum. Aber die Einheimischen verteidigten sich derart ge⸗ schickt, daß nur ein einziger Treffer durch den Gäste-Mittel⸗ stürmer zustande kam. Derselbe Stürmer versiebte auch noch zwei todsichere Sachen.

In der zweiten Hälfte zeigte Wiesenbach, daß es zurzeit besser ist, wie die Tabellenposition andeutet. Mittelläufer Mi⸗ chel dirigierte und war glänzend im Aufbauen. Immer wieder rollten gefährliche Angriffe auf das Wetzlarer Tor, Exfolge konnten da nicht ausbleiben. Nach Verlauf von einer Viertel⸗ stunde wurde der Ausgleich erzielt. Auch das zweite Tor folgte wenige Minuten später, bei dem der Hüter den Ball zwar ab⸗ geschlagen, aber den Nachschuß passieren lassen mußte. Dann landete ein Spitzenschuß in der Torecke zum 3. Erfolge für Wie⸗ senbach, und 1. Minute vor Schluß fiel dem erstarrten Hüter der Ball aus den Händen, der wieder im Nachschuß zum Tore verwandelt wurde.

Breidenbach Dillenburg 4:0(2:0)

Auch in Breidenbach hatte Dillenburg, wie erwartet, nicht viel zu bestellen. Hätten die Gäste aber diesmal einen etwas besseren Sturm gehabt, wären bestimmt einige Treffer erzielt worden. Bei Spielbeginn waren die Oranienstädter durch den Wind begünstigt etwas überlegen, durch die Zaghaftigkeit des Sturmes kam aber kein einziger Treffer ins Breidenbacher Netz. Breidenbach buchte dagegen durch Seibel und Künkel je 1 Tor. Bei Dillenburg mußte der Torhüter wegen Schiri⸗Beleidigung das Feld verlassen. Mit zehn Mann kämpfend hielten sich aber die Gäste gegen die immer besser werdenden Breidenbacher noch recht tapfer. Noch 2 schöne Treffer, von Borgen und Nauholz ge⸗ treten, brachten das Endresultat. Auf beiden Seiten wurde je 1 Elfmeter vermasselt.

G.⸗C. W.⸗Niedergirmes F.⸗B. Boltenhorn 2:2

Bottenhorn, eine der spielstärksten Mannschaften aus dem Hinterlande, war am Sonntag in Niedergirmes zum Meister⸗ schafts⸗Rückspiel. Diesmal konnten die Gäste im Kampf gegen die stark verjüngten Platzbesitzer unerwarteter Weise nur einen Punkt mitnehmen. Auf dem Sportplatz an der Lahn pfiff ein eisiger Wind, als der Spielleiter um 3 Uhr den. Ball freigab. Trotz der Kälte wurde unverdrossen von eiden Mannschaften gekämpft, die am Schlusse je zwei Tore errungen hatten. Im ganzen genommen hatten die Niedergirmeser durchweg mehr vom Spiel als die Gäste.

Watzenborn⸗Steinberg schlägt die Liga des BiB. Gießen

W.⸗Steinberg 1. BV. Gießen 1. 2:1(0:1)

Die erste Mannschaft des VfB Gießen weilte als Gast in Watzenborn⸗Steinberg, um gegen die 1. Mannschaft der Teu⸗ tonen ein Propagandaspiel auszutragen. Wohl selten wurde einem Spiele in a en an digen mit solch großer Er⸗ wartung entgegen gesehen, wie diesem Treffen, und wo selten wurden die heimischen Zuschauer angenehmer enttäuscht, der große pe die Teutonen siegten 2:1. Wie das häufig in solchen Propagandaspielen ist die im Feldspiel besseren Gie⸗ ßener wurden von dem mit ungestümem Kampfgeist beseelten Gastgeber, durch dessen Schnelligkeit und Entschlossenheit geschla⸗ gen. Die Begegnung wurde unter der korrekten Leitung von Tetzner⸗Gießen vor annähernd 500 Zuschauern ausgetragen. Die beiden Mannschaften:

VfB Gießen: Balser; Bingel, Kreß; Feuster, Henrichs, Lehrmund; Fehling Haupt, Leuͤthäuser, Wlodareck, Ritter.

Teutonia W.⸗Steinbach: E. Happel; Burger, Wehrum; Felt Schmandt, Otterbein; Schäfer, Lang, O. Happel. Buß,

ett.

Der Spielverlauf:

Gießen hat Anstoß und geht sofort zum Angriff über, doch Steinbergs bewährte Verteidigung klärt,; Nach 5 Minuten haben sich die Platzbesitzer gefunden und ihre Nervosität gegenüber dem großen Gegner verloren und zeigen, daß sie auch einen achtbaren Gegner abgeben können. Ihr linker Flügel greift mächtig an, aber immer wieder stoppen Kreß und Bingel und glänzendes Verstehen zwischen Läuferreihe und Sturm der Ligisten machen diesen Angriffen bald ein Ende. Henrichs erwischt das Leder, rast über den Platz, flankt zum Halbrechten und Nr. 1 aus 15 Meter Entfernung ist fertig. 1:0 für VfB. Nun kommt Steinberg wieder mehr auf, der Halbrechte Lang setzt sein gan⸗ zes Können ein, seine Körperbeherrschung, seine Vorlagen, nach rechts und links bringen Gefahr Tür Gießen. Zweimal ist es noch gut gegangen, denn je ein Schuß aus nächster Nähe von

appel 1. und Buß kann Balser im VfB⸗Tor meistern und er⸗ ält den ersten Beifall. VfB macht sich den Windvorteil zu⸗ nutzen, Angriff auf Angriff rollt vor Steinbergs Tor, doch die Hintermankschaft arbeitet mit einer fabelhaften Ruhe und Hap⸗ pel 1. im Tor wehrt eine Bombe des Rechtsaußen im Hecht⸗ Eteng ab. Das Spiel ist verteilt, schon nach kurzer Zeit hat Steinberg e aber frei vor dein Tor wird der Ball ins 2 Halbzeit!

us getreten. Sofort nach der Pause

geht Steinberg zum Angriff über, der Ball wandert vom Mit⸗ telstürmer zum Halblinken, der Halblinke legt dem Halbrechten Lang vor und dieser setzt eine genau plazierte Bombe unhalt⸗ bar aus 18 Meter Entfernung in die rechte obere Ecke. 1. Nun 1 VfB 10 Minuten sein Spiel, sämtliche Läufer sind auf Angriff eingestellt, Henrichs läßt sich die Bälle von hinten zuspielen und gibt sie flach nach vorn weiter, der Angriff rollt, die Chancen kommen, aber Tore bleiben aus. Steinberg kom⸗ biniert in der Feldmitte ebenfalls sehr gut, eine Bombe von Fett landet unter der Querlatte und springt zurück ins Feld. Wieder ist Steinberg im Angriff, eine Vorlage de⸗ Mittelläufers geht zum Linksaußen, dieser spielt sich schußbereit, doch saust der Schuß knapp neben dem Pfosten ins Aus. Kurze Zeit darauf fast dasselbe Bild rechts, doch der Halbrechte erreicht den Ball kurz von dem Aus, 3 Spieler vom Vj sind zurückgelaufen zu spät Steinbergs Halbrechter schießt aus spitzem Winkel genau plaziert in die untere rechte Ecke. 2:1 für Steinberg. Es geht dem Ende zu. Gießen zieht starken Endspurt, kann jedoch das flinke Schlußtrio der Teutonen nicht überwinden. Ein schönes und faires Spiel war zu Ende.

und Marburg

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dienstag, den 1. Mart 1222

Immer deutlicher und fühlbarer wirkt sich die heutige Not auf alle Menschen aus, die im schaffenden Ringen ihre Existenz⸗ möglichkeitzu erhalten suchen und sie auch früher gefunden hat⸗ ten. Aber nicht nur die Einzelnen sind von dieser noch abseh⸗ baren Krise gepackt, auch ganze Vereine sind in den Strudel der Verworrenheit und Kapitalknappheit hineingerissen. Wie hoch der Wert des alten WortesNot schweißt zusammen im Kurse steht und wie es unsere Sportvereine beherzigen, soll in kurzen Zügen geschildert werden, soweit ich auf Grund meiner per⸗ sönlichen Kenntnisse und Wahrnehmungen dazu in der Lage bin. Wie es nicht sein soll, dafür gibt es leider auch Beispiele. Wenn sich heute noch Vereine auf jede erdenkliche Art zu schä⸗ digen versuchen, so hat das m. E. mit der Erkenntnis der Not auf der einen, mit sportlichen Grundsätzen auf der anderen Seite aber auch gar nichts zu tun. Gott sei Dank ist aber die übergroße Mehrheit der Vereine doch eher für die heutige Lage eingestellt. Es muß mit aller Deutlichkeit herausgestellt werden, daß der Mut der Vereine, die Existenz des Vereins auch in dieser beispiellos trüben Zeit zu erhalten, über alles Lob erhaben ist. Und wie gerade jetzt in den verschiedensten Teilen des Gaugebiets an die Beschaffung und Verbesserung der Spielplatzflächen herangegan⸗ gen wird, stellt den betreffenden Vereinen das allerbeste Zeugnis aus. Im Oberlahnkreis ist zunächst Waldhausen, das sich einen neuen Platz, nicht ohne zunächst Schwierigkeiten zu überwinden, geschaffen hat. Ein Stück weiter an der Limburger Chaussee tat Allendorf das Gleiche. Recht ideal darf der vom Sportverein Wirbelau angelegte Platz mitten im Walde angesprochen wer⸗ den

Nachdem Bissenberg im vorigen Sommer nach vieler Mühe und zähem Beharren zum Ziel gelangte und eine gute Spiel⸗ fläche schuf, regen sich ulmaufwärts fleißige Hände, um einem alten Uebelstand abzuhelfen. Der FESturm Ulm, dessen Be⸗ tätigung in fußballerischer Hinsicht, schon über 20 Jahre zu⸗ rück reicht, schickt alle verfügbaren Mannen auf seinen Sport⸗ platz, um ihm die richtige Norm zu geben. Daß dieser Verein, dem das sportliche Schicksal schon viel zu knacken gegeben hat, von neuem innen und außen aufbaut, muß ihm hoch angerech⸗ Braunfels hat mit dem TV gemeinsam einen neuen Platz geschaffen. In Vorbereitung stehen noch Bonbaden, Oberndorf und Albshausen. Letzteres zog auch die Waldidylle vor und wird im Herbst, wenn alles so gut weiter⸗ geht, neben der Rothschen Villa(ietzt Kindererholungsheim) mit seiner Platzweihe aufwarten. Burgsolms läßt ebenfalls kein Mittel unversucht, um einligafähiges Spielfeld zu erhalten und ist zurzeit emsig bemüht, den Platz durch Trockenlegung in den gewünschten Zustand zu versetzen. Rechts der Lahn wird in Oberbiel ein neuer Sportplatz erstehen, der sehr viel Mühe und Arbeit, Geld und viel guten Willen erfordert. Vorerst wird aber noch auf dem alten weitergeballert. In Wetzlar ist Nachfrage nach gutgelegenem Gelände, um sich nicht dauernd mit den Besitzern herumzustreiten. Grotesk wirkt es aber, daß in dieser Stadt ein ganz guter Platz(Spilburg) wenig oder gar nicht benutzt wird. Die Entfernung zur Stadt selbst wird manchen Interessenten davon abhalten, dort ein festes Heim aufzuschlagen. In Büblingshausen arbeitet man eee weiter, um einen ganz guten und jeder Sportart gere ht werden⸗ den Platz zu schaffen. Wenn die heutigen Kleinen von Büb⸗ lingshausen(vorausgesetzt, daß der Fußball seine bisherige An⸗ ziehungskraft nicht verliert) soweit sind, daß sie in der ersten Mannschaft spielen, wird den Platz eine schöne Hecke umgeben und wird damit ein Schmuckstück der Wetzlarer Plätze ab⸗ geben. In Nauborn geht's zwar immer noch ziemlich steil den Berg hinauf, dafür sind aber die Tücken, die dieser Platz auf⸗ wies, durch eine vorgenommene Ueberholung und Vergröße⸗ rung ausgemerzt und versöhnen Gäste und Einheimische bei ihren dortigen Spielen. Schwalbach, das seit vorigem Jahr im Rei⸗ gen der Vereine mitmacht, hat ebenfalls für ein geeignetes Spielfeld Sorge getragen und hofft, daß bei seinem Sport⸗ werbetag im April recht viele Vereine sich ein Stelldichein geben und das Ergebnis klarer Vereinspraxis in Augenschein nehmen. Ueber die südlich und östlich beheimateten Vereine kann ich mir kein abschließendes Urteil erlauben, daß au da noch manches zu bereinigen ist, dürfte doch zutreffen. Wenn man bedenkt, daß die meisten Vereine heute auf ihre eigene Kraft angewiesen sind; denn Geld von den Kommunen, selbst für Kulturarbeiten was die Erschaffung einer Spielfläche doch wohl ist ist nicht zu erhalten, so darf man doch ohne Ueberhebung sagen, daß unsere Sportvereine Aufbauarbeit leisten, und daß eben der Sport diese Eigenschaften hervorbringt, hebt und pflegt. Und deshalb hat das WortNot schweißt zusammen seine vollste

net werden. Der FV

Das Urteil im Fußballjkandalprozeß in Gießen

Heute, Dienstagmittag gegen 1 Uhr, wurde in der dunklen Affäre gegen die Anrufer in dem Telephongespräch, mit dem am 10. Januar d. F. die Mannschaft des VscB Friedberg am Spiel gegen 1900 Gießen in Gießen gehindert wurde, im Amtsgericht zu Gießen folgendes Urteil verkündet:

Es erhielten nach einwandfreier Zeugenvernehmung H. Cloos, Makler, Vorstandsmitgl. des VfB Gießen 75,. Reichsmark Geldstrafe oder im Nichteinbringungsfall 15 Tage Gefängnis;

Kraus, Mitgl. des VB Gießen 50, RM. Geldstrase oder im Nichteinbringungsfall 10 Tage Gefängnis.

Hierzu kommen sämtliche Prozeß⸗ und Gerichtskosten.

Gegen dieses Urteil ist innerhalb 8 Tagen Berufung

einzulegen.

In der Ausgabe vom 11. Januar 1932, Nr. 2. unserer AH Sz. haben wir bereits von diesem unglaublichen Vor⸗ fall in der Sportbewegung einiges gebracht und wir geben nachstehend nur ein kleines Stimmungsbild der Verhandlung wider:

Schon lange vor Beginn der Gerichtsverhandlung war der

W.

Berechtigung. Klier. Verhandlungssaal überfüllt, so daß er abgesperrt werden

Unker den Anwesenden sah man aus der ganzen Um⸗ Fußballsports. Auch die Presse denn die Oeffentlichkeit hatte an Ein großer Zeugen⸗

mußte. gebung Prominente des hatte ihre Vertreter geschickt; ie diesem Fall scheinbar großes Interesse. apparat war notwendig geworden, um Aufklärung zu bekom⸗ men, denn Herr Cloos leugnete bis zur Urteilsbekanntgabe, der fragliche Anrufer nach Friedberg gewesen zu sein, doch die Zeugenaussagen brachten die feste Ueberzeugung, daß nur er es gewesen sein konnte und in der Arteilsbegründung des Amtsgerichtsrats Keller führte dieser u. a. aus: steht zweifel⸗ los fest, daß Betrugsabsicht bestand und schädigende Handlungen vorgenommen worden sind. Der dem VfB Gießen verschaffte Vemögensvorteil ist rechtswidrig und es steht fest, daß die beiden Vereine VfB Friedberg und 1900 Gießen geschädigt worden sind. Das Gericht hatte noch Bedenken gehabt, über⸗ haupt eine Geldstrafe auszusprechen und nur mit Rücksicht quf die Unbescholtenheit der beiden Angeklagten wurde auf diese erkannt, sonst hätte das Gericht auf Gefängnisstrafen bestanden.