Dienstag, den 27. Dezember 1932.

Allgemeine Hessische Sport⸗Zeirung

5 Nr. 52

hatte, daß man den Sportplatzbau nicht weiter mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes fördern wollte. Es hieß in der Pe⸗ tition des DNA., es sei zu befürchten, daß bei der augenblick⸗ lichen Regelung die Beendigung einer einmal begonnenen und nun halbfertigen Sportplatzanlage unmöglich gemacht würde. Die Bezirkskommissare möchten angewiesen werden, bei beson⸗ deren Umständen und auf Antrag der Träger des Dienstes die Förderungsdauer der mit der Anlage von sportlichen Uebungs⸗ stätten beschäftigten Arbeitsdienstwilligen über die vorgesehenen 20 Wochen hinaus zu verlängern. Und der Erfolg eine höf⸗ liche Antwort aber ablehnend.

Wit steht es mit unserer Fußballjugend?

Die Gaujugendleiter beschweren sich, daß immer so wenig Jugendmannschaften gemeldet werden und von den gemeldeten auch noch ein Teil wieder zurückgezogen wird. In der Tat dürfte man auf Grund der in dem alljährlichenAnschriften⸗ verzeichnis des WSV gemachten Angaben über den Bestand an jugendlichen Mitgliedern eine größere Beteiligung von Jugend⸗ und Schülermannschaften erwarten. Der Gau Gießen⸗ Wetzlar z. B. hatte für 1932 zusammen 1527 Mitglieder unter 18 Jahren gemeldet; er mag daher augenblicklich vielleicht 1540 haben; dann müßten daraus 140 Mannschaften gebildet wer⸗ den können; in Wirklichkeit sind aber nur 40 Mannschaften ge⸗ meldet. Daraus muß man folgern, daß entweder die Vereine ihren Bestand an Jugendlichen falsch angeben, nämlich über⸗ treiben, oder daß mehr als zwei Drittel der Jugendlichen nicht aktiv tätig sind, sondern nur den Zuschauer oder die Vereins⸗ staffage bilden. Prozentual auf den ganzen Bezitk übertragen, der rund 9240 Jugendliche haben mag, heißt das, daß der Be⸗ zirk nur 240 Jugendmannschaften aufweist, was einem Be⸗ stand von 2640 entspricht. Diese Berechnung wird aber hof⸗ fentlicht nicht ganz stimmen, da anzunehmen ist, daß in ande⸗ ren Gauen der Bezirk hat deren 7 die Zahl der Jugend⸗ und Schülermannschaften größer ist. Jedenfalls aber entspricht die Gesamtzahl der gemeldeten und am Spielbetrieb beteiligten Mannschaften keineswegs den offiziellen Angaben der Ver⸗ eine über ihren Bestand, auch dann nicht, wenn man die Jugendlichen abzieht, die vielleicht nur Leichtathletik betreiben und vom Fußballspiel nichts wissen wollen. Wenn z. B. ein Gießener Verein rund 200 Jugendliche angibt, müßte er doch mindestens 10 Mannschaften stellen können, wobei für jede Mannschaft 20 Schüler in Anrechnung kommen; von den 9 Jun⸗ gens, die hier den Etat derElf überschreiten, dürften ruhig 3 keinen Fußball spielen, so bleiben doch immer noch 6 übrig oder ein Mannschaftsbestand von rund 17 Spielern. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch bei andern Vereine, unter deren Mitgliederbestand die Zahl der Jugendlichen einen hohen Pro⸗ zentsatz ausmacht. Hier einige Proben aus dem Anschriften⸗ verzeichnis 1932: bei Borussia Fulda 104 Jugendliche gegen⸗ über 236 Senioren, Kurhessen Kassel 207:525, SC 03 Kassel 119:404, Hermannia Kassel 78:192, Tura Kassel 128:265, Spielverein 101:171, Sc 05 Göttingen 114:299, SV Wetzlar 56:114, Bottenhorn 29:46 usw.

Es ist aber schließlich nicht einmal nötig, daß die Vereine allgemein! einige Dutzend Jugend- und Schülermann⸗ schaften auf die Beine bringen, auch wenn sie eine ent⸗ sprechend hohe Zahl von Jugendlichen als Bestand angeben. Viel besser und schöner ist ja das Ziel: weniger Mannschaften, dafür aber nur gute, spielstarke! Und dieses Ziel müßte doch erreicht werden, wenn tatsächlich so reichhaltige Auswahl an Spielern zur Verfügung steht, wie das Papier(geduldig) ver⸗ rät. Dem ist aber nicht so, denn sonst müßte man doch auch hier und da etwas von den guten und spielstarken Jugend⸗ mannschaften aus dem Bezirk Hessen⸗Hannover hören oder lesen. Unsere Vereine lassen sich Jugendmannschaften aus Süd⸗ deutschland, Westdeutschland, Mitteldeutschland usw. kommen; wir bewundern deren Spielkunst und wundern uns nicht, wenn. wir später hören oder lesen, daß dieser und jener Spieler aus solchen Mannschaften bereits in die Liga eingereicht ist und dort seinen Posten voll und ganz ausfüllt. Haben aber

Almlliches Gau Gießen⸗Wetzlar

Verbandsspiele am 15. Januar 1933:

2. Bezirks⸗Klasse: Bissenberg Steindorf(Schmidt⸗Hirschhausen) Ehringshausen Oberbiel(Koob⸗-Garbenheim) Burgsolms Löhnberg(Zitzer-Gießen) SW Wetzlar 2. SC W.⸗Niederg.(Hohmann⸗Gießen) Weilburg Aßlar(Köhler⸗Gießen) VfB Gießen 2. 1900 Gießen 2.(Deis⸗Nauborn) Laubach Butzbach(Grote-⸗Mainzlar) Ettingshausen Leihgestern(Kreiling-Gießen)

1. Gauklasse: Niedershausen Merenberg(Schermuly-Löhnberg) Gräveneck Holzhausen(Pick-Löhnberg) Hirschhausen Allendorf(Kleemann-Bissenberg) Ulm Weilburg 2.(Presber) Löhnberg 2. Stockhausen(Willer) Wetzlar 3. Aßlar 3.(Zutt) Oberndorf Burgsolms 2.(Wallbott⸗Steinberg) Werdorf Braunfels(Wlodareck-Wieseck) Hermannstein Nauborn(Hilberg-Daubringen) Großen⸗Buseck Lich(Rabe-Gießen) VfB 3. Heuchelheim(Bernhard ⸗Wieseck) Steinbach 1900 Gießen 3.(Weinand⸗Leihgestern) Dutenhofen Niederweisel(Henkel-Wetzlar) Wieseck Butzbach 2.(Mengel-Gießen)

2. Gauklasse: Weinbach Bermbach(Müller⸗Niedershausen) Wirbelau 1. Wirbelau 2.(Schr. vom Platzverein) Allendorf 2. Biskirchen 2.(Weber⸗Alm) Holzhausen 2. Ulm 2.(Heinz⸗Stockhausen) Tiefenbach Stockhausen 2.(Kiebach-⸗Bissenberg) Schwalbach Büblingshausen 2.(Klier) Waldgirmes Pfe Wetzlar(Geu⸗Aßlar) Nauborn 2. Vorstädter(Scharf)

schon Jugendmannschaften unseres Bezirkes einen ehrenvollen Ruf nach auswärts erhalten? Vielleicht hat die eine oder andere schon einmal hier und da ein Gastspiel gegeben, aber wie ist es verlaufen? Und wieviele Jugendliche unseres Be⸗ zirkes zieren heute die Liga? Weshalb lassen die Vereine, und gerade diejenigen, die im Bezirk eine Rolle spielen, sich lieber Spieler aus anderen Vereinen kommen, anstatt auf die eigene Jugend zurückzugreifen? Das sind Fragen, die sich aus den eingangs besprochenen Mißständen ergeben und zum Nachden⸗ ken anregen müssen, nicht nur die offiziellen Jugendleiter, sondern die ganzen Vereine und ihre Vorstände, sowohl im Interesse der Jugendlichen als auch der Vereinszukunft. Man behauptet nicht umsonst, daß heute die Jugendpflege zugunsten der Seniorenmannschaften und besonders derErsten viel⸗ fach vernachlässigt wird. Das darf aber nicht sein, sonst wird der Boden für das Berufsspielertum nur noch mehr bereitet und erhalten.

Mith seht ihr nicht mehr!

Grimmig murmelt diesen Satz der echte Fanatiker vor sich hin, wenn er den Platz verläßt, auf dem soebenseine Mann⸗ schaft geschlagen wurde. Er schwört es sich er läßt sich nicht mehr foppen. Ihn habensie zum letzten Male ges sehen. Wie kommt er dazu, sich aufzuregen, bis ihm die Nervenstränge rei⸗ ßen? Ha? Muß er sich das gefallen lassen?

Aber um Gottes willen, was hat man ihm, dem armen Kind, getan? Gax nichts. Seine Mannschaft hat ein Spiel verloren. Nun will er es plötzlich nicht mehr wissen. Einen Tag vor dem Kampf war er noch stolz darauf, einem der Spie⸗ ler auf die Schulter klopfen zu dürfen, väterlich, wohlwollend

jetzt aber möchte er den Anblick des gleichen Spielers am liebsten fliehen auf immerdar. Der Mann hat ihm nichts getan. Er hat schlecht gespielt. Er hatte eine schlimmen Tag gehabt. Nun ja, vielleicht hat er nicht gut geschlafen, vielleicht hat er Sorgen, vielleicht hat ihm auch das Mittagessen nicht geschmeckt aber solche Dinge dürfen nur dem Herrn Anhän⸗ ger sie dürfen nie dem Spieler passieren!

Es ist wahr, kein Mensch fühlt sich gern als Hammel, keiner gern als blinder Verehrer. Jeder möchte für den entrichteten Obolus einen Sieg der eigenen Elf erleben. Leider haben die Anhänger der gegnerischen Mannschaft den gleichen Wunsch. Gewinnen kann nur eine Partei also!

Seid sanftmütig, Männer! Ihr wißt ja alle von euch selbst, das Leben besteht nicht nur aus Siegen, eigentlich sind die Niederlagen häufiger. Warum soll es gelegentlich einer Fuß⸗ ballmannschaft nicht auch so gehen? Da spielt so vieles mit. Die Form des Gegners, ein zerrissener Schnürsenkel vielleicht, eine Unebenheit des Bodens, die Leute um die Barrieren sehen das nicht, sie schreien nur, der Spieler aber kann ihnen nicht klar machen, was los ist.

Am Zorn unseres aufgeregten Freundes versöhnt schließlich eines: Daß er es gar nicht so meint. Er schimpft und tobt und wettert und möchte vor Scham in den Boden sinken, für eine Sache, die gar nicht sein Verschulden ist. Er macht seinem Herzen Luft, und das ist gut. Das heilt ihn. Die Abneigung gegen den nächstsonntäglichen Sportplatzbesuch währt nur bis spätestens Mittwochabend. In dieser Nacht erwägt er, ob er es am nächsten Sonntag noch einmal, nicht wahr, selbstver⸗ ständlich ein allerletztes Mal, probieren solle, vielleicht? Einen Tag später steht der Entschluß schon fest. Leise grollt noch der Aerger. Aber dann kommt die Vorschau in der Zeitung. Und gerade weil ihm die Ansicht des Kritikers nicht gefällt, just des⸗ wegen wird er nun erst recht auf den Sportplatz gehen er muß das genau wissen.

So setzt sich fort von Jahr zu Jahr das liebliche Spiel. Denn wen es einmal gepackt hat, das Fußballfieber, wen es richtig angesteckt hat, der wird es nicht mehr los. Wer kann, der fährt Hunderte von Kilometern, um ein gutes Match zu sehen, und wer sich solche Extravaganzen verkneifen muß, geht zu Krümelshausen Kuchendorf, die Begeisterung ist die gleiche, auf sie allein kommt es an und auf sonst gar nichts.

Bieber Steinbach 2.(Walter⸗Daubringen) Dutenhofen 2. Krofdorf(Seitz⸗Gießen) Steinberg 2. Lich 2.(Michel⸗Gießen) Niederweisel 2. Butzbach 3.(Helwig⸗Hochweisel) Flensungen 2. Ruppertsburg(Naumann)

*

Der Platz des TV Gandernbach wird hiermit bis zur Ver⸗ handlung vor dem GW auch für Gesellschaftsspiele gesperrt. Gaudernbach hat umgehend(3 Tage) an GV Klier zu den Vorfällen schriftlich Stellung zu nehmen.

Beschwerde Schr. Schmidt(Krofdorf) vom 18. 12.: Akten 9 51 an GV.

Biskirchen: Das Vorspiel gegen Steindorf findet in Biskirchen statt. Burgsolms: Wenn ein gesperrter Spieler als Linienrichter

fungiert, so ändert das an der Spielwertung nichts, Akten an GV.

Leun zur Kenntnis, daß das Vorspiel in Oberbiel durch eigene Schuld abgebrochen worden und aus diesem Grunde keine Rückspielverpflichtung besteht.

Ulrichstein und Geilshausen teilen mir umgehend(3 Tage) mit, ob eine Einigung erzielt worden ist, andernfalls Spiel für Geilshausen als verloren gewertet wird. Henkel.

Sthiedsrichter⸗Bereinigung Gießen⸗Butzbath

Die Anforderung der Schiedsrichter zu Gesellschaftsspielen für Neujahr sind an den Fußballsachbearbeiter Henkel⸗ Gießen, Kaplansgasse, zu richten, da der Gruppenleiter Kunze

verreist ist. Rütkjpieltermine.

der Gauklasse 1, Abteilung 2: Hermannstein Werdorf Burgsolms 2. Braunfels Oberbiel Wetzlar 3. SC Niedergirmes 2. Aßlar 2. 29. 1. Burgsolms 2. Wetzlar 3. Nauborn Aßlar 2. 8 SC Niedergirmes 2. Werdorf 5 5. 2. Oberndorf Braunfels Hermannstein Aßlar 2. SC Niedergirmes 2. Nauborn Werdorf Wetzlar 3. . Wetzlar 3. Aßlar 2. Werdorf Braunfels Hermannstein Nauborn 19. 2. Oberndorf Hermannstein Braunfels SC Niedergirmes 2. Nauborn Burgsolms 2. Aßlar 2. Werdorf 26. 2. Wetzlar 3. Hermannstein 5. 3. Aßlar 2. Oberndorf Werdorf Wetzlar 3. 12. 3. Oberndorf Braunfels

Gauklasse 2, Abt. 7: 22. 1. Dutenhofen 2. 1900 Gießen 4. Steinbach 2. Lollar 2. Krofdorf Lollar 3. 29. 1. Bieber Lollar 2. 5. 2. Lollar 2. Steinbach 2. Rückspieltermine

12.

*

der Gauklasse 2, Abt. 8:

22. 1. Hochweisel Muschenheim Leihgestern 2. Niederweisel 2.

29. 1. Muschenheim Leihgestern 2. Butzbach 3. Steinberg 2.

5. 2. Steinberg 2. Leihgestern 2. Muschenheim Niederweisel 2.

12. 2. Lich 2. Steinberg 2.

Butzbach 3. Muschenheim

Muschenheim Steinberg 2.

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