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Skandal um Schmeling
u einer feindseligen Demonstration des Publikums gegen den ltmeister Max Schmeling kam es in Forstreß⸗Mon⸗ roe, als Schmeling sich weigerte, wegen der ihm zu gering er⸗ schienenen Zahl von Boxenthusiasten gegen zwei Partner aus⸗ zutragen. chmeling soll gesagt haben, er habe seine Anpopu⸗ larität satt und denk gar nicht daran, anzutreten. Darauf fin⸗ gen die e ungefähr 650 Personen, an, zu johlen und zu pfeifen. Sie stürmten die Kasse und erhielten ihr Eintritts⸗ geld wieder zurück. Inzwischen hatten die Trainer Schmeling schnell im Auto fortgebracht.
Allnordischer Sport
Von Karl Theodor Strasser.
Wir entnehmen dem bei der Hanseatischen Verlags⸗ anstalt, Hamburg, erschienenen Werk„Wikinger u. Normannen“ den folgenden intereffanten Abschnitt:
Voran stand der Umgang mit Waffen, Pferden und Schiffen. Das Edelste schien ein Schwertspiel. Dabei hielt man in jeder Hand ein Schwert fest, und warf das dritte in die Luft. Fiel es herab, so mußte der Griff wieder richtig in die Faust springen, die inzwischen durch Hochschleudern der ersten oder zweiten Klinge 125 geworden war. Ein Meister im Handschwerterspiel ist Olaf
1 Nach der ihm gewidmeten Sage ging er bei fen ahrt auf dem äußersten Bordrand seines Drachen⸗ schiffes„Langwurm“ hin und ließ unaufhörlich eins seiner Schwerter in der Luft stehen, und stets wußte er das niedersau⸗ sende wieder am Heft zu packen.
Auf Bahnen übte man sich im Schießen. Schon aus den äl⸗ testen Sagen, wie vom Meisterschützen Egil, aus dem sich der Tell entwickelt hat, blitzt die hohe Wertschätzung von Pfeil und Bo⸗ gen. Wiederum Olaf Tryggvissohn( 1000), der Bahnbrecher des christlichen Gedankens im Norden, war ein Gen Er legte einem Knaben ein Brett auf den Scheidel und schoß es herab. Einar Tambarskelfi aus Björnsons Ballade„Bergliot“ konnte einen so hart gespannten Bogen meistern, daß ein stumpfer Bolzen von seiner Sehne eine freihängende rohe Ochsenhaut durchfuhr.
Dem Schießen verwandt ist das Werfen, bei dem sich Kraft und Sicherheit des Arms mit dem festen Blick des Auges ver⸗ eint. Für die Seekämpfe galt es, mit großem Schwung Steine zu schleudern. Speere mußten mit Festigkeit und Wucht entsandt werden. Die Schlacht führte in viele ungewohnte Einzeltreffen. Da übte man sich schon im Umkreis der Heimat, auf den ein⸗ samen Halden und Holmen, zwei Spieße gleichzeitig zu werfen oder den heransausenden feindlichen aufzufangen und gegen den Entsender zu richten; mit dem Schwert in der einen, mit dem Speer in der anderen Hand dem Gegner zu Leibe zu gehen. Dann legte man diese Waffen beiseite und übte sich mit dem Schild im Deckungnehmen oder in der Abwehr eines Speerhagels. Endlich warf man die Waffen fort und maß sich im Ringkampf.
Die Wikingerzüge beweisen, wie notwendig daneben die Uebung im Laufen, Hoch- und Weitsprung und im Klettern war. Die Raschheit normannischer Märsche und Ueberfälle gehört zu ihren Haupteigentümlichkeiten. Alle westlichen Chronisten sind voller Bewunderung darüber. Man lief mit den schnellsten Pfer— den um die Wette. König Harald Blauzahn war ein glänzender Schneeschuhläufer. Gunnar in der Njalssage sprang in woller Waffenrüstung über Manneshöhe, rückwärts ebenso gewandt wie vorwärt In derselben Sage springt ein anderer Isländer bei Glatteis über einen zwölf Ellen breiten Bach. Ein Sprung über sechs rde war keine Seltenheit. Und ebenso wußte man un⸗ erwartetem Geschoß blitzrasch auszuweichen. Der ganze Körper war auf sicheren und schnellen Gehorsam erzogen.
Die nordischen Hochgebirge lenken von selbst zum Ersteigen
mächtiger Höhen und steiler Felsen. In Island hat mancher Aech⸗ ter 75 verwegen wochenlang in wilden Bergklüften aufgehalten. Olaf Tryggvissohn erstieg den Felsen Smalsarhorn und errichtete auf der Spitze seinen Schild. Einst ankerte er mit seinem Drachen am Fuß einer steilen Alpenwand; zwei seiner Recken wetteten, wer von ihnen am höchsten die Bergseite hinaufklettern könne. Alles sah gespannt zu. Als beide einen ziemlich hohen Punkt erreicht hatten, gab der eine das Spiel auf. Der andere stieg weiter und blieb schließlich an einer Stelle sitzen, von der er weder vorwärts noch rückwärts kommen konnte. Der König er⸗ munterte seine Se chez den hühnen Kletterer zu befreien, aber allzu jäh drohte der Absturz. Da warf 1 seinen Mantel ab und kletterte selbst nach oben, nahm den ann unter den Arm und kam unbeschadet wieder in die Tiefe. In seiner Ge⸗ schichte„Das Adlernest“ erzählt Björnson einen ähnlichen Vor⸗ fall aus dem heutigen Norwegen.
Und genau wie dieser moderne Wiking waren seine Vor⸗ fahren meisterhafte Schwimmer. Dazu erzog schon der Umgang mit den Schiffen. Vielfach erlaubte ein übermächtiger Feind der Besatzung, ihr Leben durch Schwimmen zu retten. war ist die Siebennächteleistung Beowulfs sagenhaft, beweist aber, wie hoch dieser Sport eingeschätzt wurde. Häufig sehen wir in den Sagas Männer von hohen 2 sich ins Meer stürzen. Die Halfsrecken rechnen wie jeder Wikinger mit dem Schwimmen als letzter Ausweg, wenn die Waffen versagen. Auch Frauen waren darin geübt. In der Egilssaga jagt Skallagrim hinter einer Magd her, die zauberkundig wie ein Mann war, bis sie an eine Klippe kam, von der sie ohne Besinnen ins Meer sprang. Und der galt für den Sieger, der nackt oder voll bekleidet in der kürzesten Zeit am weitesten schwamm oder am längsten tauchte. Im Wasser wurden Ring⸗ und Boxkämpfe ausgeführt. Der Stärkere suchte den Unterliegenden so lange zu ducken, bis er fast erstickt war und nun womöglich vom Sieger gerettet werden mußte.
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