Ausgabe 
19.4.1932
 
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Dienstag, den 19. April 1932.

Gießener Zeitung

Nr. 2

Oberhessen zur Genüge bekannt sein dürfte, aus den verschiedensten Teilen des Reiches gar zu gern als zoffenes Land, in dem noch kein Blindenverein vorhanden ist, benutzt wurde, um sogen. Blindenarbeit abzusetzen. Der neue Verein, der in engster Fühlung mit der Friedberger Blindenanstalt und dem Blinden⸗Beschäftigungsverein zu Darmstadt arbeitet, will diesem Unwesen steuern und vor allem die oberhessischen Blinden in wirtschaftlicher und geistiger Hin⸗ 1855 fördern. In einem Vortrag über;Die Lage der Blin⸗ en in der Gegenwart führte J. Reusch⸗Darmstadt u. a. fol⸗ gendes aus: Nach den neuesten amtlichen See sind von den 35 000 deutschen Blinden nur noch 17 Prozent in der Lage, das zum Leben notwendige Mindesteinkommen durch Renteneinkünfte zu decken, nämlich die Kriegsblinden, Unfall⸗ rentner und Beamtenpensionäre. Vom Ertrag des eigenen Vermögens oder der eigenen Arbeit leben nur noch 3 Prozent, so daß ungefähr 80 Prozent der deutschen Blinden auf AUnter⸗ stützung und Almosen angewiesen sind. Die Leistungen der öffentlichen Fürsorge werden immer mehr abgebaut und die So⸗ zialversicherungen ebenfalls. So wirkt sich der Jammer unserer eit am furchtbarsten bei denen aus, die ohnehin im tiessten chatten stehen. Nachdem die Vereinssatzungen verlesen und der Vorstand gewählt worden war, fand noch ein gemütliches Zusammensein statt, worauf die blinden Teilnehmer mit ihren Begleitern die Heimreise antraten in dem Be pußtsein, daß in gemeinsamem Leid ein neues Band wirklichen Verstehens und eifrigen Strebens geknüpft wurde, das nun nach und nach alle oberhessischen Blinden umschließen wird. Anmeldungen sind an Blindenlehrer Kröhl-Friedberg zu richten.

von Hausierern

Grünberg. Der Vogelsberg war dieser Tage Manipula⸗ tionsgebiet zweier auswärtiger Stoffhändler, die, laut Angabe der Gendarmerie, ihre Ware unter der betrügerischen Anprei⸗ sung loszuwerden versuchten, sie stamme, weil sie so billig sei aus der Konkursmasse einer größeren Firma. Daran ist nach polizeilicher Feststellung kein Wort wahr.

Schotten. ls im Kreisotrt Burghards ein größeres land⸗ wirtschaftliches Hofgut zur Zwangsversteigerung kommen sollte, mußte die Versteigerung abgesetzt werden, weil kein einziges Gebot abgegeben wurde.

Darmstadt. Der Führer des Rhein⸗Main⸗Gastwirteverban⸗ des, Paul Tischler, ist in Darmstadt nach längerer Krankheit gestorben.

Von d. Bergstraße. Trotz unfreundlichen Wetters schreitet die Baumblüte mächtig vorwärts. Die Frühobstbäume stehen in voller Blüte und in wenigen Tagen dürfte mit der allgemeinen Baumblüte zu rechnen sein.

Dillenburg. Ein Motorradfahrer aus Allendorf rannte auf der Straße nach Netphen zu gegen einen Baum. Mit einer befuhr. Schädelverlezung wurde er dem Krankenhause zu⸗ geführt.

Frankfurt a. M. In Cronberg i. T. starb am Sonntag im Alter von 81 Jahren Hofapotheker Dr. Julius Neubronner, der Erfinder der Brieftaubenphotographie, durch die es möglich war, im Kriege feindliche Stellungen durch Brieftaubenphoto⸗ graphieren zu lassen.

Bremen. Am Sonntag förderte eine unvermutete Revision der Kasse der Sparkasse in Bremen Anterschlagungen des seit dem Jahre 1916 bei der Kasse tätigen Kassierers zutage, die sich

1 5 den bisherigen Feststellungen auf rund 100 000 Reichs wart elaufen. 1 Karlsruhe. Der in. Jahr geplante 21. Deutsche Feuerwehrtag findet in den Tagen vom 5. bis 8. August in der badischen Landeshauptstadt Karlsruhe statt. 1

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Verantwortlich: Paul Christtan Klein in Gießen.

preistafel für Handel und Land wirtschasl.

(Wochenbericht vom 11. 13. April 1932)

(Ohne Gewähr.)

Berliner Börse vom Freitag: Befestigt.

Nach einer langanhaltenden Zeit der Baisse hat man sich seit Mittwoch auf bessere Börsenzeiten eingestellt. Man hat sich dabei über die sehr schwierige Lage der internationalen Börsen, die insbesondere durch die Meldungen über weitere Verfehlungen im Kreuger⸗Konzern und dann neuerdings durch die Verhängung der Geschäftsaufsicht über den amerikanischen Großkonzern Insull beleuchtet wird, hinweggesetzt. Die Grundlage für die Kursbesse rungen bildete das Bestehen von Baisse-Engagements, die da⸗ durch zustandegekommen sind, daß vorverkaufte Aktien aus dem Auslande nicht geliefert werden konnten. Auf dieser Grundlage wurden die Kurse zahlreicher führender Werte wesentlich herauf

gesetzt. Das Publikum hatte eine Reihe von Kaufaufträgen erteilt. Amtliche Devisen⸗Notierung. Devisen 15 April 14. April an Reichsmark) Geld Brie Geld[ Brief RM. RN RWI RW. New Pork. 1 5 4,209 4,217 4,209 4,217 Buenos Aires 1Pap. Peso 1,048 1,052 1,048 1,052 London. 1* 15,88 15,92 15,92 15,96 Amsterdam 100 Gld. 170,68 171.02 170,68 171,02 Kopenhagen. 100 Kron. 86,91 87.09 86,91 87,09 Stockholm.. 100 Kron. 80,2 80,58 80,02 80,18 Oslo.. 100 Kron. 81,07 81,23 81,52 81768 Italien... 100 Lire 21,63 21,67 21,63 21,67 Schweiz... 100 Fres 81,7 82,02 81,92 82,08 Paris.. 100 Fres 16,61 16,65 16,61 16,65 Brüssel... 100 Belga 59,01 59,13 58,99 59,11 Prag... 100 Kron. 12,465 12,485 12,465 12,485 Wien. 100 Sch 49,95 50,05 49,95 50,05 Spanien... 100Peseta] 32,27 32,33 82,27 32,33 Getreide. Fesresde-presse am 15. April an den deutschen Börsen! Lone Genabr Roggen Weizen Gerste Hafer Marti Gewich Gewa Gew. or. Her heute Her heute[Quo deuie Her · deute un un! laß, Wart Ter Berlin 7273 A 57e 262264] Brau 190 185] Mar, 165170 Lege Borse 72 nud Ftt. Ind 180 1900 475 14. 4. zomu 107 g. Win Meckl. Warthe So m. waggsr. 80 Bl. bez. 176-176 Ma sbts fass be 273-732** Jud bis 197% Jun 77-277 Juli siezuꝶrf. Seht. 187-860 Sebi 227-280 sept. Stein dom, omm Somm. 5 omm. 158 171 Lenie orie] mar! 75 22 Brau ar. 14 4 7275 202 7172 Industr. neu 7472 7⁵ Fufter 8-188] esund 7071 7879 In Win! Iusländ! Breslau ciel. V ah ntand Len eBor e 72 74 5 259 einste 200 mitil. 162 14 4. 75.2 20⁰ 8.0 263 gute 184 ali 09 202 72 b 249 Som. m 187 neu neu Somm. Winter ausländ 80 265[Andusix 187 ustant N s) sdef Wen N Konigso. F. Silo 765 184 Lewechörses 683 60 Gemge hell u. 14 4 740 50 262 hell dich 7¹5⁵ 260 d. d ell 160 ab Bod 35 uch n. Ger

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