Ausgabe 
14.6.1932
 
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hessische Sport⸗Heitung

verbreitet im Bezirk Hessen⸗Hannover des W. S. D. und in den Gauen Gießen⸗Wetzlar, Dill und Marburg

Bezugspreis: durch die Vereine, wenn obligatorisch einge⸗ führt, vierteljährlich 1.50 l, für sonstige Bezieher viertel jährlich 2,40 Mk. Erscheint jeden Dienstag. Redaktionsschluß:

8 Uhr vormittags.

Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Tel. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 531 Fraukf.⸗M.

Druck und Verlag: Albin Klein, Gießen. Verantwortlich: Klein jun. und Georg Burgeleit.

Anzeigenpreise(bis auf Widerruf): a) im Anzeigenteil für

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7. Jahrg.

Dienstag, den 14. Juni 1932

Bayern München deutlicher Meister

Eintracht Frankfurt im Endspiel mit 2:0(1:0) verdient geschlagen.

Die Entscheidung ist gefallen. DieBayern haben es fer⸗ tig gebracht, die erste deutsche Fußballmeisterschaft nach München zu holen. Und man kann sagen, sie haben sie auch verdient ge⸗ wonnen, denn in diesem Spiel zeigten sie entschieden die ge⸗ schlossenere Leistung. Ihre Form war besser als die der Ein⸗ trachtmannschaft, die sich lange Zeit gar nicht finden konnte und deren Sturm eine seltene Zerfahrenheit zeigte. Der Kampf war sehr hart, aber nicht gerade unfair. Technische Feinheiten bekam man nicht allzuviele zu sehen, was ja bei dem Entschei⸗ dungscharakter des Treffens auch verständlich ist.

Schon lange vor dem Spielbeginn war das Nürnberger Stadion überfüllt. Es waren wohl rund 60 000 Zuschauer, die in der drückenden Sommerhitze dem Kampfe folgten. Nürnberg stand überhaupt ganz im Zeichen von König Fußball. Punkt 4 Uhr

Pfiff der energisch und gerecht amtierende Schiedsrichter Birlem⸗Berlin das Spiel an. Folgende Spieler hatten Auf⸗ stellung genommen:

Eintracht: Schmitt; Schütz, Stubb; Gramlich, Leis, Mantel; Schaller, Trumpler, Ehmer, Dietrich, Möbs. Bayern: Lechler; Heidkamp, Haringer; Naglschmitz, Goldbrun⸗ ner, Breindl; Welker, Schmid, Rohr, Krumm, Bergmeier. Das Spiel

begann mit dem Anstoß von Eintracht, nachdem sich der Bayern⸗ kapitän Heidkamp bei der Platzwahl für das Spielen mit der Sonne entschieden hatte. Die Bayern kommen schneller ins Spiel, Schmidt im Eintrachttor muß einigemale rettend eingrei⸗ fen. Ein gefährlicher Angriff der Frankfurter endet mit einem Kopfball von Möbs, der aber imAus landet. Schütz und Stubb machen dann verschiedene Bayernangriffe, die meist von der rechten Seite Bergmeier⸗Krumm eingeleitet werden, zunicht, einmal macht Schütz dabei unnötigerweiseHand, den Straf⸗ stoß am 16⸗Meter⸗Raum schießt aber Haringer knapp über das Tor. Frankfurt spielt nun einige Minuten überlegen, der Sturm hat hierbei durch die Hintermannschaft gute Unterstützung. Die Situationen wechseln blitzschnell, auf beiden Seiten stechen die Verteidigungen durch solide Arbeit hervor. Endlich in der 35. Minute fällt das erste Tor. Bergmeier schießt die erste Bayern⸗ ecke, Schütz schlägt den Ball Krumm vor die Füße und dessen Schuß kann Stubb auf der Torlinie stehend nur mehr durch Hand⸗ spiel abwehren. Den fälligen Elfmeter verwandelt Rohr un⸗ haltbar zum 1:0 für Bayern. Das Publikum und natürlich besonders die Münchener klatschen begeistert Beifall. Die rest⸗ lichen Minuten bis zur Halbzeit bringen das Ausscheiden von Dietrich, der am Kopfe eine Verletzung erlitten hat. Bei Mün⸗ chen muß Haringer verletzt ausscheiden.

Die zweite Halbzeit.

Dietrich⸗Eintracht ist wieder eingetreten und spielt nun auf Linksaußen, Möbs auf Halblinks. Auch Naglschmitz ist wieder mit von der Partie. Die Bayern spielen jetzt überlegen, doch bildet die Eintracht⸗Verteidigung ein starkes Bollwerk. In der 6. Minute muß Möbs vorübergehend verletzt ausscheiden. Trumpler begeht an Haringer ein Foul und wird verwarnt.

In der 20. Minute stellen die Frankfurter erneut um, der Sturm spielt nun in seiner ursprünglichen Aufstellung. Etwas über⸗ raschend kommt dann in der 30. Minute das zweite Tor der Bayern, Krumm hatte sich durchgespielt, sein plötzlicher Dreh⸗ schuß läßt Schmitt keine Chance zum Eingreifen. Ein scharfer Strafstoß von Stubb geht an die Latte und in der letzten Mi⸗ nute haben die Münchener noch eine gute Gelegenheit, doch Krumm verschießt aus aussichtsreicher Stellung.

In der Kritik

kommen die Bayern bedeutend besser weg als die Frankfurter. Hauptsächlich der Sturm spielte flüssiger und ideenreicher, Berg⸗ meier und Welker, die beiden Außen, waren die treibenden Kräfte. Das Innentrio spielte ausgezeichnet und vergaß auch das Schießen nicht. Der beste Mann der Läuferreihe war Nagl⸗ schmitz, auch Goldbrunner machte einen guten Eindruck, Breindl fiel etwas ab. Heidkamp und Haringer erwiesen sich ihren gro⸗ ßen Gegenübern vollkommen ebenbürtig und Lechler im Tor arbeitete bei nicht allzu großer Beschäftigung ruhig und sicher.

Der beste Teil der Eintracht⸗Elf war die Verteidigung, Schütz und Stubb in großer Form. Das Spiel verlor der Sturm, bei dem alle fünf anscheinend sehr unter schlechterTagesform zu leiden hatten. Ehmer konnte noch einigermaßen imponieren, wurde aber stark bewacht. Die Läuferreihe spielte zufrieden⸗ stellend, Mantel hatte hervorragende Momente. Tormann Schmitt war an den beiden Toren schuldlos.

Das Publikum verhielt sich sehr objektiv und applaudierte anfänglich die guten Leistungen auf beiden Seiten. Schließlich wandte sich aber die Gunst ganz der Bayernelf zu, wozu einige Derbheiten der Frankfurter nicht wenig beitrugen. Am Schluß wurden die glücklichen Bayern⸗ spieler im Triumphe vom Platze getragen.

Der Westdeutsche Meister siegt nach Gefallen! VfB Stuttgart Schalke 04 0:5(0:3).

Vor 6000 Zuschauern lieferte der Westdeutsche Meister ein prächtiges Spiel, das viel größeren Eindruck machte, als vor einigen Wochen das Gastspiel der englischen Berufsspieler. Ohne sich jemals ganz auszugeben, waren dieKnappen dennoch der Platzmannschaft so einseitig überlegen, daß zwischen ihrem Kön⸗ nen und dem der Platzherren mehr als ein Klassenunterschied zum Ausdruck kam. Der beste Mann der Gäste und damit der beste Mann auf dem Platze überhaupt war der Mittelläufer Jatzek. Die Stuttgarter Bewegungsspieler lieferten in der Ge⸗ samtheit ein äußerst schwaches Spiel, besonders der Sturm war von einer nicht zu überbietenden Harmlosigkeit. Schalke siegte nach Belieben und hätte das Ergebnis mit Leichtigkeit weit höher schrauben können. In der 19. Minute erzielte Kellner das erste Tor, das zweite fiel in der 30. Minute durch Tibulski und in der 40. Minute stellte Kellner den Halbzeitstand auf 310. In der zweiten Hälfte legte sich Schalke Reserve auf, dennoch fielen in der 20. Minute durch Kellner der vierte und durch einen fabelhaften Alleingang Kuzorras der 5. Treffer. Speidel-Sutt⸗ gart leitete zufriedenstellend.

Sportneuigkeiten

Im Davispokalkampf gegen Irland stellten am Sonntag Prenn und v. Cramm durch Siege über Rogers bezw. Me. Guf re den deutschen Endsieg mit 41 fest. In der Vorschluß⸗ runde der Europazone trifft Deutschland nun vom 8. bis 10. Juli in Berlin auf England.

Süddeutschlands Handballelf wurde in Aachen von West⸗ deutschland mit 17:11(11:7) Treffern geschlagen.

Im Schwimm⸗Länderkampf gegen Frankreich siegte Deutsch⸗ land in Düsseldorf mit 2:0. Die 4 mal 200 Meter Crawlstaffel wurde in 9:44,8 Min. mit 20 Meter Vorsprung gewonnen, im Wasserball blieb unsere Mannschaft mit 32(11) Treffern siegreich.

Beim internationalen Sportfsest in Frankfurt schlug Hirsch⸗ feld seinen[schechischen Rivalen Douda glatt. Hirschseld er⸗ reichte 15,62 Meter, Douda nur 15,19 Meter. Unser Zehn⸗ kampfmeister Sievert erlitt durch einen unglücklichen Wurf eines Konkurrenten eine erhebliche Schulterblattverletzung. Dr. Pelt⸗ zer zeigte sich über 800 Meter wieder in Form.

Amicitia Mannheim unterlag bei der Regatta in Frank⸗ furt a. d. Oder imVierer mit Steuermann gegen den Olym⸗ pia⸗Vierer des Berliner Ruder⸗Clubs.

daß sie dort auf gleichwertige Gegner trifft.

Nachdem die französische Fußball⸗Nationalmannschaft be⸗ reits am Vorsonntag in Belgrad gegen Jugoslawien unterlag, mußte sie nach einem billigen Erfolg in Bulgarien am Sonn⸗ tag in Bukarest eine neue 6:3⸗Niederlage durch die Rumänen hinnehmen.

Der von dem deutschen Schiedsrichtern Weingärtner⸗Offen⸗ bach a. M. ausgezeichnet geleitete Länderkampf im Stockholmer Stadion gegen Belgien endete mit dem verdienten 3:1-Siege der Nordländer, nachdem das Treffen noch bei der Pause 1:1 ge⸗ standen hatte.

Die Preußische Hochschule für Leibesübungen ist geschlossen worden. Die Schulturnlehrerausbildung erfolgt in Zukunft nur noch an den Universitäten.

Der Deutsche Kanu⸗Verband hielt in Halle eine außeror⸗ dentliche Tagung ab und setzte folgende Termine fest: Deutsche Kanumeisterschaften 6. u. 7. August in Frankfurt a. M.; Falt⸗ bootmeisterschaften 14. August bei Passau.

Die Deutsche Turnerschaft beteiligt sich nicht an den Olym⸗ pischen Spielen in Los Angeles, da nicht die Aussicht besteht, Einzelnen geeig⸗ neten Sportlern soll es freigestellt werden, sich zu beteiligen.

Der Reichspräsident hat für den erfolgreichsten Sportflieger des Jahres 1931 einen Pokal gestiftet, den das Preisgericht dem Wilhelmshafener Sportflieger Lauw zuerkannte.

Nr. 24

Wie kann die Gruppe Lahn der 1. Bezirksklasse gestaltet werden?

Zu den in voriger Nummer der A 83 gebrachten Ausführungen zu diesem Problem veröffentlichen wir eine Zuschrift, die neben Kritik an dem Aufsatz der letzten Nummer einen weiteren Vorschlag bringt. Wir enthal⸗ ten uns zunächst jeder weiteren Stellungnahme, obwohl wir schon hier und da auch ein Wörtchen dazu sagen könnten.(Die Red.)

Und jetzt hat Herr Buß⸗Butzbach das Wort:

Zunächst sei es zugegeben, daß es zu Beginn der vorjährigen Verbandsspiele zu schwierigen Verhandlungen hinsichtlich der Zusammensetzung der Gruppe Lahn kam, ehe die Verbandsspiele begannen. Der vertretene Standpunkt, daß sich der Spielbetrieb mit den Vereinen aus dem Hinterland spielerisch und finanziell unrentabel gestalten würde, ist, was den finanziellen Teil an⸗ belangt, sicherlich bei uns, den sogenannten städtischen Vereinen, eingetroffen.

Was die spielerische Seite anbelangt, so will ich die Erfolge der Vereine aus dem Hinterland keineswegs abstreiten, jedoch glaube ich, daß diese Vereine ihre Erfolge wohl einesteils da⸗ durch errungen haben, daß ihre Spielweise mehr auf Erfolg ein⸗ gestellt war und auch andernteils dadurch, daß die auf heimischen Plätzen erzielten Erfolge den Kampfgeist und die Selbstsicherheit dieser Mannschaften stärke. Vor allem war auch die Beschaf⸗ fenheit der Sportplätze im Hinterland zu einem guten Teil Schuld daran, daß die Gästemannschaften aus unserer Gegend dort immer strauchelten. Klein, uneben und teilweise mit sehr großem Gefälle, sind derartige Plätze für Mannschaften, die an große und ebene Plätze gewöhnt sind, ein großes Hindernis, während die einheimischen Mannschaften, an derartige Plätze gewöhnt, dem Gegner eher beikommen.

Wenn man die Resultate der Mannschaften aus dem Hinter⸗ land, die sie gegen Gästemannschaften dort erzielen, mit denen vergleicht, die sie selbst auf fremden Plätzen erkämpften, ergibt sich ohne weiteres, daß die Platzverhältnisse unzweifelhaft den Ausschlag gaben.

Aber so lange der DB für die Sportplätze keine engeren Richtlinien herausgibt, muß man sich eben notgedrungen mit solchen Plätzen abfinden.

Was aber die angeführte Voreingenommenheit des Stadt⸗ publikums gegen die Landvereine anbelangt, so möchte ich das ganz entschieden zurückweisen und darauf hinweisen, daß wir in der Stadt nicht nur Fußball⸗Sport betreiben, sondern daß auch noch andere Sportarten, wie z. B Handball usw., vertreten sind. Es liegt klar auf der Hand, daß unsere Konkurrenz aus den anderen Lagern, welche fast ausschließlich nur gegen Groß⸗Ver⸗ eine spielt, uns gegenüber besser gestellt ist, da eben das große Sportpublikum nur dahin geht, wo es dem Namen nach mehr erwartet. Die Leistungen der kleinen Vereine in Ehren, aber sie müssen sich erst einen Namen machen, um für uns zugkräftige Gegner zu sein.Freie Bahn dem Tüchtigen ist ein schönes Wort. Den Weg zur Sonne wollen wir auch den kleinen Ver⸗ einen nicht versperren, aber dieses Ziel ist nicht ohne große Mühe und Kosten zu erreichen, und vorläufig haben wir für die anderen den größeren Teil hiervon bezahlt.

Daß wir weiter die anderen Vereine an die Wand drücken wollen, davon kann keine Rede sein. Bei uns ging es zunächst nur um unsere Existenz und unser Fortbestehen. Auf jeden Fall möchte ich betonen, daß uns im sportnachbarlichen Verkehr jeder recht ist, so lange er aufrichtig und ehrlich seine Meinung kund tut, zu jeder gemeinschaftlichen Arbeit an unserem hohen Ziel zu haben ist und vor allem den Grundsatz des fair-play jeder⸗ zeit achtet.

Was nun die Einteilung der ersten Bezirksklasse der Gruppe Lahn 1932 bis 1933 anbelangt, so gestatet ich mir, darauf hinzuweisen, daß auf auf dem Gautag des Gaues Gießen⸗Wetz⸗ lar am 25. März 1932 eine Resolution gefaßt wurde in dem Sinne, daß derGautag entrüstet ist über die Behandlung der Neubildung des Bezirks Lahn, und daß die Vereinsvertreter für die weitere Entwicklung jede Verantwortung ablehnen, d. h. mit anderen Worten, daß wir südlichen Vereine auf keinen Fall in der seitherigen Gruppenzusammensetzung weiter spielen wollen, allein schon aus finanziellen Gründen. Wer sich bei unseren Kassenwarts die Bilanz der vergangenen Saison vor⸗ legen läßt, wird das ohne weiteres verstehen. Ein Weiter⸗ spielen für 1932/33 in der seitherigen Zusammensetzung kann also auf keinen Fall in Frage kommen.

Wie soll es nun werden?

Auf dem am 17. 4. 1932 in Wetzlar stattgefundenen Vertre⸗ tertag wurde seitens der SpVgg. 1900 Gießen folgender Vor⸗

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