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Sonnabend, den 30. Oktober 1926.

klemmung von mir, und ich habe das eigende Gefühl, w wie wenn einer den richtigen Weg gefunden hat. Nun hole ich mir noch Hut und Stock, um hinauszugehen, doch ganz ohne zu ahnen wohin.„Wenn Du mich brauchen willst, Herr, so leite Du selbst meine 5 betete ich, denn ich weiß absolut nicht, wohin ich sie richten soll.

Meine Schwester hört mich so spät abends, es war nach 11 Uhr, herumgehen und fragt, was ich denn noch wolle.„Ich muß noch einmal hinaus“, sagte ich.„Wohin denn?“„Ja, das weiß ich noch nicht; aber ich bin gewiß, ich muß noch ein⸗ mal hinaus.“—„Ach was“, sagte meine Schwefrer,„bleibe doch ruhig zu Hause, zu dieser späten Stunde schläft ja alles“ im Dorf, und wenn du selbst nicht weißt, wohin du gehen sollst, hat es ja gar keinen Sinn und Verstand, jetzt hinauszugehen, an⸗ statt ins Bett.“„Doch, doch, halte mich nicht länger auf“, rufe ich ihr noch zu,„ich muß gehen“, und damit trete ich aus der Tür meines Studierzimmers ins Freie. Sowie ich draußen war, hatte ich das Gefühl, auf rechtem Weg zu sein, doch wußte ich nun nicht, welche Richtung einzuschlagen sei. Ich betete zu Gott, er möge meine Schritte lenken, und indem ich so betete, schritt ich ohne nachzudenken weiter. Nachdem ich eine Strecke so gegangen bin, erblicke ich durch einen Torweg hindurch einen schwachen Lichtschimmer, der aus einer Wohnung kam, die im Hofe lag. Kaum habe ich dies Lichtlein erblickt, so durchdringt mich die feste Ueberzeugung: Das ists— und ohne weiter zu schwanken und zu zögern, gehe ich auf dasselbe zu. Ich wußte, daß dort eine arme Witwe wohne, doch was sie von mir brauchen könne, war mir völlig unklar; nur fiel es mir auf, daß sie noch zu dieser späten Stunde Licht hatte. Sowie ich die Tür erreicht habe, klopfe ich an, da tönt mir von innen mit durchdringender Stimme der Ruf entgegen:„Wer klopft? Gott oder Teufel?“— „Weder Gott noch der Teufel!“ antwortete ich und stoße dabei die Tür auf,—„aber als Diener Gottes stehe ich hier.“

And was sehe ich da? Die Frau war auf einen Stuhl gestiegen, an einem festen Haken in der niederen Decke des Zimmers war ein Strick befestigt, und sie war eben im Begriff, den Kopf durch die Schlinge zu stecken, um sich zu erhängen. „Was wollt Ihr da oben tun?“ rufe ich ihr in strengem Tone zu;„auf der Stelle steigt Ihr vom Stuhl herab und nehmt den Strick dort ab.“—„Herr Pfarrer, laßt mich in Ruh; ich bin eine verlorene Person; es hilft alles nichts, ich bin verdammt und verloren.“—„Ja, das seid Ihr, verdammt und verloren in euren Sünden; aber als Diener und Bote Gottes des Aller— höchsten stehe ich hie, der mich zu Euch geschickt hat jetzt eben. damit Eure Seele nicht ewig verloren gehe, für die Er am Kreuz Sein Blut vergossen hat. Jetzt gehorcht Ihr mir auf der Stelle und steigt da vom Stuhl herunter.“ Sie folgte mechanisch mei⸗ nen Worten. And nun redete ich zu ihr und machte ihr zu— nächst die Hölle heiß, u. nachdem sie die ganze Last ihres Gewis⸗ sens vor mir ausgeschüttet, kniete ich nieder und betete laut um Erbarmung für diese Seele, die Gott so sichtbar dem Verderben entreißen wollte. Lange habe ich noch mit ihr geredet, und

3 Warte“

konnte e ich sicher sein, da elbstmord⸗ versuch nicht wiederholen werde; aber ihre Seele hatte noch leinen Frieden gesunden in dem Bewußtsein, von Gott aus Gnaden um Christi willen angenommen zu sein. Als ich sie jedoch am folgenden Tag aufsuchte, da sagte sie zu mir, jetzt wisse und glaube sie, daß Gott sie angenommen und daß all ihre Sünden vergeben seien und rein gewaschen im Blute Jesu Christi ihres Heilandes— und ihre arme Seele hatte Frieden gefunden.

Ja, teuer geachtet ist eine jede Seele vor dem Herrn. Er setzt alles daran, sie nicht zu verlieren, hat er doch so großes Lösegeld für sie bezahlt.“

S aanadadadadedaanadndadaddandaddaadaddadedandadaadcadadada 2 . 5 Für Väter und Mütter

LA. Aaanndandonddaddandoadaadaddaandaadaadadoada

Eine Bundesgenossin. Neulich hörte ich von einer deutschen Familie, die die

schlimmsten Notzeiten unter Bolschewikenherrschaft in Irrkutsk im fernen Sibirien durchgemacht hat und wo es die Eltern doch zuwege gebracht haben, trotz Hunger und Sorge und häufiger Lebensgefahr ihren Kindern eine sonnige Jugend zu schaffen, an die sie gewiß im späteren Leben noch gerne zurückdenken werden.

Wenn man an all die Entbehrungen denkt, die sie durch⸗ gemacht haben, an die Zeiten, wo der Vater im Gefängnis ge⸗ sessen und nichts zu essen im Hause war, auch kein Holz, um sich während des eisigen sibirischen Winters zu erwärmen, dann scheint es ein Wunder, daß es ihnen doch gelungen ist, aufrechten Mutes zu bleiben. Es wäre wohl auch nicht gegangen, wenn die Eltern nicht eine starke Bundesgenossin gehabt hätten, die ihnen über das Schwerste hinweghalf.

Das war die Liebe, die sie alle miteinander verband. Ihr hatten sie die Herrschaft in ihrem Hause eingeräumt. Sie sollte jeden Augenblick das Verhältnis des einen zum andern regeln. Um ihr freie Bahn zu schaffen, waren sie sehr zweckmäßig vor— gegangen. Sieben waren sie mit Vater und Mutter, und die sieben Tage der Woche hatten sie untereinander verteilt. Die ersten fünf Arbeitstage von Montag an gehörten den Kindern. Ein jedes hatte seinen Tag. Da suchten denn die andern alle ihm etwas recht Liebes zu tun, beim Spielen auf seine Wünsche Rücksicht zu nehmen; ihm den und jenen kleinen Gefallen zu tun; wenn es anging, ihm die besten Bissen bei Tisch zuzu— schieben. So gab es nie Streit und Zank, sondern eitel fröhlich Dienen und Händereichen.

Am Sonnabend war der Tag der Mutter. Da ging das Dienen erst recht an. Da wurde es in den wenigen Stuben, die die Bolschewiken der Familie von ihrer schönen großen Woh⸗ nung gelassen hatten, lebendig. Ein jedes legte mit Hand an— Ein jedes sah der Mutter die Wünsche von den Augen ab. Die unbeliebtesten Arbeiten wurden fix und freudig getan. Es hieß

ja, dem Mütterchen N im Und kam dann der Sonntag, der Tag des Vaters, dann sah es freundlich und festtäglich in der engen Wohnung aus, so daß der ö Vater, der die Woche über für ein verschwindend geringes Ge⸗ halt Chinesisch hatte lehren müssen und noch dazu viele Privat⸗ stunden geben, um die Seinen irgendwie am Leben zu erhalten, sich unter seinen lieben Kindern recht ausruhen konnte und neue Kraft zu neuer Arbeit sammeln.

Auch wir durchleben schwere Zeiten, wenn auch längst nicht so schwere, wie die Menschen in Rußland. Wäre es da nicht an⸗ gebracht, wenn auch wir uns recht fest mit der Liebe verbünden wollten und uns von ihr helle Augen und einen erfinderischen Geist schenken lassen, um gerade in den Kreis unserer Familie, in den Gott uns gestellt, recht viel Freude und Sonne zu brin⸗ gen? Wir sehen an diesem Beispiel, mit wie kleinen Mitteln die Liebe Großes wirken kann.

Anna Katterfeld im„Sehrohr“,

ach ggaggagthaghchadggggaggggggagcggggcgggggagaggggggggggggg agen .

Für Söhne und Söchter

F adh oaszwadtawdzddedd doe Was ich täte.

Bei Gelegenheit eines kleinen Festes in einem christlichen Hause wurde einer alten Dame scherzhaft die Frage vorgelegt: „Was würden Sie tun, wenn Sie noch einmal jung wären?“

Mit großem Ernst erwiderte diese:„Das will ich Ihnen sagen: Ich würde niemals meinen Posten verlassen, ohne gewiß darüber zu sein, daß Gott mich gehen hieße. Das hat mir in meinem Leben die meisten Schmerzen bereitet, daß ich blind da⸗ rauf los stürmte.“

Die älteren unter den Gästen stimmten nun dafür, daß jeder diese Frage beantworten solle; das junge Volk möge zuhören, Die Aussprüche lauteten:

„Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich mein Leid mehr Gott klagen als den Menschen, und ich würde jedem, der mir wehe getan oder mich beleidigt hat, rückhaltlos vergeben.“

„And ich würde mich bemühen, weniger zu reden und mehr zu schweigen. Das„letzte Wort“ würde ich nie mehr haben wol⸗ len; erstens, weil dies eine häßliche Gewohnheit, und zweitens, weil es meist nicht Gottes Wille ist.“

„Ich würde meinen Vater und meine Mutter auf den Hän⸗ den tragen und nichts Lieberes lernen, als ihnen zu dienen.“

„Ich würde alles lernen, was mir zu lernen möglich wäre, und meine Kenntnisse in den Dienst Gottes stellen.“

„Ich würde dankbar und froh den Augenblick genießen und keine Pläne für die Zukunft machen, sondern alles Gott über⸗ lassen.“

„Ich würde fleißiger in Gottes Wort lesen, denn es ist das einzige, was uns im Leben festen Halt gewährt.“

„Und ich würde sofort zu meinem Heiland kommen; denn erst, seit ich Ihn kenne, bin ich wahrhaft glücklich geworden.“

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Wichtige Mitteilung der Reichsgeschüftsstelle!

Nach einer neuen mit dem Verlag getroffenen Vereinbarung sind ab 1. November die monatlichen Bezugsgebühren für die„Evangelische Warte“ im vollen Betrag, d. h. also 50 Pfennig pro Abonnent, an den Wir bitten, dafür Sorge zu tragen, daß die Bezugsgebühren spätestens am 5. jeden Mo⸗

Verlag abzuliefern. nats abgeführt sind.

Die den größeren Ortsgruppen beim Austragen der„Evangelischen Warte“ entstehenden Kosten können an den an uns einzusendenden Mitgliedsbeiträgen in Abzug gebracht werden. Reichsgeschäftsstelle der Ev angelischen Volksgemeinschaft. Weidner.

Ober⸗Lais, den 25. Oktober 1926.

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