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00 Kirchenverfassung. hatte, wird nun verfassungsmäßig 00 der übrigen sächsischen Landeskirche gleichgemacht. Da⸗ durch ist die Aufstellung von vier neuen Superinten⸗ 10 denturen für Bautzen, Kamenz, Löbau und Zittau de) götig. Auch dies bringt mancherlei Veränderungen it] mit sich. Landesbischof Dr. Ihmels, welcher endlich sein ung geues Amt, von welchem er bisher nur den Zitel hatte, ber antreten konnte, hat zum 1. Oktober einen bedeutsamen und Hirtenbrief an die Gemeinden erlassen, der am ersten ei. Sonntag nach dem Inkrafttreten der Verfassung, also 0 am 3. Oktober, in allen Gemeinden bekannt gegeben A worden ist. Aus dieser Kundgebung des Mannes, der nah gun an der Spitze unserer Landeskirche steht, sei im Fol⸗ genden das Wichtigste herausgegriffen:„Der 1. Oktober von hat uns die Erfüllung langen Wartens gebracht; die vor gen, mehr als vier Jahren beschlossene neue kirchliche Ver⸗ bo, fassung ist in Kraft getreten. Damit durchleben wir dem. ein kirchengeschichtliches Ereignis allererster Bedeutung. Die jahrhundertelange enge Verbindung der Kirche mit a dem Staat hat sich gelöst. Die Kirche ist in Zukunft auf ich selbst gestellt. Was ziemt uns heute? Zuerst ehr⸗ fürchtiger Dank gegen Gott, für allen Segen, den er bis⸗ her für seine Kirche gehabt hat. Dank auch den verschie⸗ eh denen Schirmherren der Kirche, durch die Gott seine 0 Kirche gesegnet hat. Dank auch allen, die in der bis⸗ de herigen Kirchenform am Aufbau der Kirche gearbeitet dten haben. Dann aber auch ehrfürchtiger Dank, daß er uns iu den Anbruch eines Neuen erleben läßt. Unzweifelhaft c, war, daß die letzten Gedanken unseres Herrn nicht auf a eine vom Staat abhängige Kirche zielte, wie sein Reich 95 nicht von dieser Welt ist, so soll auch seine Kirche nicht ig durch weltliche Macht leben. Niemand kann sich darüber a äuschen, daß das Schutzamt des Staates für die Kirche un zugleich doch Gefahr und Hemmung bedeuten konnte. a In dankbarem Vertrauen begrüßen wir daher die Füh⸗ 10 kung unseres Gottes. In dankbarem Vertrauen sage ich. Viele sehen freilich nicht ohne ernste Sorge in die 10 Zukunft. Wir verstehen das. Aber nicht wir haben 9 hier irgend etwas gemacht. Der Herr hat das Neue ge⸗ 91 schaffen. Wollen wir dann ihm nicht zutrauen, daß er auch weiter führt? Seien wir ganz gewiß. Der Herr 11 will mit der neuen Wendung auf Großes hinaus, wenn a gielleicht auch in ganz anderem Sinne, als wir es meinen. d And er wird dies Große hinausführen, wenn er nur dee, Werkzeuge findet. Das sei denn unsere einzige Sorge, ate daß wir uns ihm zu Werkzeugen geben. Denn das ist lün, allerdings wahr: Soll die Kirche ohne den Dienst des ahn Staates auskommen, dann hängt noch in ganz anderer bel Weise als bisher alles davon ab, daß jedes Glied der ul. Kirche sich auf seine Pflicht gegen die Kirche besinnt. nich Wie die Kirche der Reformation die Kirche des allge⸗ — 9 meinen Priestertums ist, so muß sie auch die Kirche all⸗ gemeiner Dienstpflicht sein.“ 0 So stehen wir denn mit unserer Kirche gegenwärtig in einer geschichtlich bedeutsamen Stunde. Wie die Dinge bei uns in Sachsen liegen, wird sich die Kirche ihre neue Stellung nicht ohne Kampf erringen können. b Anser herzlicher Wunsch aber und unsere Bitte zu Gott 10 muß sein, daß unsere Kirche diesen Kampf alle Zeit nur ien mit den Waffen des Geistes führe! 192 Pfr. Kircher, Coswig, Bez. Dresden. die a in 1% Aus Nolitik und Parlament. 10 Die Partei deutscher Katholiken. ch Dem„Darmstädter Tageblatt“(Nr. 284, 1926) ent⸗ uh nehmen wir einen Bericht über einen am 3. Oktober in ul Frankfurt a. Ma stattgehabten Parteitag der„Partei 1 deutscher Katholiken“. Wie darin ausgeführt wird, nd ist diese Partei bereits im Jahre 1922 gegründet wor⸗

. Partei, sondern eine bewußt katholische Partei sein. inen. Sie will ihre Politik„im Einklang mit der katholischen „ 2 mee.

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, zum 31. Oktober 1517.

ul Abend ist's vor Allerheil'gen, Vesperglocken läuten ein,

mn Durch Studenten, Bauern, Junker zieht ein Mönch mit Fackel⸗ fh schein. % Mönchlein, Mönchlein!— Doch er breitet betend seine Rolle aus bum Fünfund neunzig Thesen schlägt er an das alte Gotteshaus. iel Mächtig dröhnt es, prächtig tönt es durch der Nachbarstädte Ruh, 1 Scheuen Blickes schlägt Herr Tetzel seinen Ablaßkasten zu.

ls mächtig wogt's bis an die Alpen, schwillt bis an den Tiberstrom, n And des Vatikanes Feste zittert samt dem Petersdom.

in In den Katakomben rührt sich aller Heiligen Gebein,

ahn An den Himmel klopft die Botschaft, und die Engel jubeln drein. e bah Also werden Städte, Länder, Zeiten, Himmel neu bewegt,

all Wenn ein Mann die Thesen Gottes an die Tür der Kirche schlägt. 1 0 R. Kögel.

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40 Zum 31. Oktober 1926.

ue So oft der 31. Oktober wieder kommt, hallen unsere evan⸗ ahl, gelischen Kirchen wieder vom Dank gegen Gott, der einen Martin 0 mul Luther uns schenkte. Das Bild des Reformators tritt vor un⸗ t sere Seele, und im Geiste folgen wir dem glaubensstarken Mann

onnabend, den 30. Oktober 1926.

„Evangelische Warte“

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kommen.

Die Oberlausitz, welche bisher ihre eigene

den. Sie will nicht, wie das Zentrum, eine bürgerliche

Weltanschauung betreiben“. Bis jetzt scheint diese Par⸗ tei noch nie irgendwie hervorgetreten zu sein. *

Vier Milliarden Lohnausfall!

Die Zahl der Arbeitnehmer betrug in Deutschland einer Untersuchung im„Wirtschaftsdienst“ i. J. 5 22,3 Millionen, ihr Lohn- und Gehaltseinkommen etwa 40 Milliarden. Rechnet man 2½ Millionen Ar⸗ beitslose und 1,7 Millionen Kurzarbeiter und setzt letz⸗ tere einem Ausfall von einer halben Million voll Be⸗ schäftigter gleich, so ergibt dies einen Ausfall von 12,3 Prozent tätigen Arbeitskräften. Der Lohnausfall, etwas unter dieser Berechnung mit 11 Prozent angesetzt, erreicht demnach eine Jahressumme von 4,4 Milliarden Goldmark. Diese Zahl veranschaulicht den ungeheuren Verlust an Volkseinkommen, der durch die Erwerbs⸗ losigkeit verursacht wird, birgt eine Summe von Ver⸗ elendung und Sorgen, zeigt aber auch, welch dringende 1 Und nationale Aufgabe die Beschaffung von Ar⸗ heit ist.

Was jeder Evangeliiche wissen muß.

Römisch⸗katholische Propagandakunst. In der Unterhaltungsbeilage der„Wittenberger Zeitung“— die Nummer ist leider nicht angegeben, der Text selber liegt aber vor— fand sich unlängst eine No⸗ velle von zwei Spalten Länge:„Der Hochstapler“. Das Ganze ist von vorn bis hinten nichts als eine Reklame für den Kleinen Herder, das katholische Konversations⸗ lexikon aus dem bekannten katholischen Verlag von Her⸗ der in Freiburg i. Br., das immer und immer wieder dem Leser ins Gedächtnis gehämmert wird. Dieses Muster römisch⸗katholischer Propagandakunst bekommt einen besonders pikanten Beigeschmack, wenn man weiß, daß die Unterhaltungsbeilage der„Wittenberger Zei⸗ lung“ wie ein Teil der Zeitung selbst vom Scherl⸗Verlag in Berlin bezogen wird.

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Die Jesuiten am Zobten. Wie die„Märkische Volkszeitung“, Nr. 274, mit⸗ teilt, hat soeben in Zobten am Zobtenberge, dem be⸗ kannten schlesischen Wahrzeichen, die Einweihung des von den Jesuiten in schöner Lage erbauten St. Ignatius⸗ Exerzitienhauses stattgefunden. Die Einweihung voll⸗ Namen des Breslauer Kardinals der General⸗

zog im vikar. Damit ist in Schlesien die Gegenreformation wieder um einen Schritt vorwärts gekommen.

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Im Familienkreis

L bbdnddndddddddddadddaddndddddddcdadddddcl Zur Einführung!

Unsere neue Ecke„Im Familienkreis“ erscheint in dieser Nummer zum ersten Male. Sie wünscht jedem Familienmitglied, vom ältesten bis zum jüngsten, etwas zu geben. Allgemein wertvolle Fragen sollen darin von unserem christlichen, evangelischen Standpunkt be⸗ sprochen werden. Eltern, Kinder bis zum jungen Volk haben ihren besonderen Platz und ihre Berücksichtigung gefunden. Es wird da manches zum Nachdenken geben, vieles im trauten Familienkreis weiter behandelt wer⸗ den müssen. Vielleicht liefert der eine oder andere Leser uns selbst einen Beitrag. So möge denn der Ab⸗ schnitt„Im Familienkreis“ zur Vertiefung unseres evangelischen Gemütes dienen. W. Greb.

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Vofinnliches und Boschaulithes

0 Ha ddddddbbtidedddadanbndddaddddddnddeocddndaddddddddd Die Stimme Gottes.

„Es war Anno 1831“, so erzählt der jetzt entschlafene Pfar⸗

der Ludwig von Davos,„ich lebte noch unverehelicht auf meiner

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Auf der Warte.

Das bedeutendste Ereignis der letzten Zeit war das 0 internationale Wirtschaftsmanifest, durch wel⸗ ches die bedeutendsten Finanz- und Wirtschaftsgrößen einen Weg zeigen wollen, der zur Gesundung der gesam⸗ sen Welt führt. Schon erklären die Franzosen, die auch mehrere Unterschriften stellten, daß diese Unterschriften gar nicht für dieses Manifest von ihnen gegeben seien. Der Amerikaner Morgan, die Finanzgröße, tritt eben⸗ falls einen Rückzug an. Eines haben die Wirtschafts⸗ führer anscheinend bei ihrer Kundgebung übersehen, daß es nämlich neben der internationalen Einstellung des Kapitals auch nationale Interessen gibt.— Das zeigt recht deutlich auch die große Britische Reichskonfe⸗ venz, zu der alle Gliedstaaten und Kolonien Englands ihre Minister entsenden. Wenn sich auch einzelne Ko⸗ lonien weitgehendste Selbständigkeit wünschen, wollen sie doch alle mit dem Mutterlande verbunden sein, da sie dessen starke Flotte brauchen.— In Hesterreich ist das Kabinett Seipel ans Ruder gekommen. Wer ist Seipel, der geschickte Ministerpräsident? Ein durch eine Reihe von Tageszeitungen gegangener Artikel sagt:„Seipel ist in erster Linie immer noch Kleriker (Geistlicher) und wird sich allezeit in den Dienst seines Landes stellen, um damit der größeren Organisation, der(katholischen) Kirche, zu Diensten zu sein.“ Die Evangelischen des österreichischen Burgenlandes wissen davon zu erzählen. Von unserem evangelischen Stand⸗ punkt aus müssen wir unsere volle Aufmerksamkeit dorthin wenden.— Im Deutschen Reich schwirren wie⸗ der Gerüchte über Konkordatsverhandlungen zwischen Kurie(päpstliche Regierung) in Rom und einerseits dem Reich, andererseits Preußen. In der Stille will man anscheinend etwas zusammenbrauen, um das evan⸗ gelische Deutschland dann zu überraschen, wenn ein Widerstand zu spät ist.— Im Elsaß scheint sich in der Sprachenfrage eine Wendung zu Gunsten unserer deut⸗ schen Sprache vorzubereiten. Ob Poincaré wirk⸗ lich den ernsten Willen hat, den deutschen Ansprüchen Rechnung zu tragen? Vielleicht war es gerade eine seiner günstigen Stimmungen, hervorgerufen durch die Feier des Jahrestages von Locarno! Hoffen wir, daß sich auch hier die Erkenntnis Bahn bricht.— In Hessen gab der Finanzminister einen Ueberblick über die Fi⸗ nanzlage, die ein erschütterndes Bild der Notlage unse⸗ res Staates zeitigt. Nur mit Hilfe des Reiches ist eine Sanierung(Gesundmachung, Besserung) möglich.— Nach langwierigen Verhandlungen hat der Landtag einmütig beschlossen, dem Antrag auf Abstimmung über die Auflösung des Landtages stattzugeben. Das Wort einmütig“ hat einen sonderbaren Klang, wenn man betrachtet, wie bei den Verhandlungen die Gegensätze aufeinanderstießen.— Auf der Homberger Synode führte vor 400 Jahren der Landgraf Philipp der Groß⸗ mütige in Hessen die Reformation ein. Der 20. Okto⸗ ber wurde dementsprechend in dem Städtchen Homberg

gefeiert. Am 31. Oktober findet aus demselben Grunde in allen hessischen Schulen eine Schulfeier statt.

Pfarre zu F. Eines abends will ich mich gerade zu Bett legen und fange an, mich auszukleiden, da überfällt mich plötzlich eine unerklärliche Unruhe, als dürfte ich das nicht tun. Was ist denn das? denke ich, du hast doch keinen Pflichtgang vergessen? In der Gemeinde ist ja eben niemand krank, zu dem ich sollte, und alles andere hab ich ordentlich abgemacht. Und damit beruhige ich mich und will nun fortfahren, mich zu entkleiden. Rock und Weste ziehe ich aus, da ergreift mich eine unbeschreibliche Angst, und wie ich fortfahren will, mich auszuziehen, steigert sie sich dermaßen, daß ich heftiges Herzklopfen bekomme, so daß ich mich niedersetzen muß. Aber das ist doch ganz sonderbar, denke ich. Was soll das nur sein? Herr, ist es vielleicht ein Wink von Dir, daß Du meinen Dienst heute noch brauchst, so bin ich bereit, ihm zu folgen. Und damit ziehe ich Weste und Rock wieder an, und so wie ich das tue, weicht die Angst und Be⸗

auf seinen Wegen.

und wir freuen uns an dem Bilde des Familienvaters,

sein. Ja auch als Deutsche sind wir stolz deutschen Mann dazu ausersehen hat, der gelium wieder zu erschließen, die frohe Botschaft von dem voller Gnade und Wahrheit.

Doch wehe der evangelischen Christenheit, wenn sie sich heute nur sonnen wollte in solchem Stolz und solcher Freude! Luthers Werk ist nicht ein Vermächtnis, dessen Zinsen wir genießen dürfen, sondern es ist eine beständige Aufgabe für uns. Hier gilt das Wort:„erwirb es, um es zu besitzen!“ Jedes religiöse Gut muß von jeder einzelnen Seele neu erworben werden; so auch das, welches die Reformation offenbarte. Im Grunde muß jeder evangelische Christ die gleichen inne zen Wege gehen wie Luther. Nur wer, wie er, mit seiner Sünde ringt, findet den Weg zur Gnade Gottes und erkennt die Unmöglichkeit, gerecht zu werden durch eigene Werke. Nur wer selbst die Knechtschaft und Abhängigkeit seiner eigenen Seele von äußeren Gewalten und Einflüssen schmerzlich fühlt, kann Luthers Kampf gegen päpstliche Bevormundung mitempfinden und nach seinem Vor⸗ bilo ein Kämpfer der Freiheit sein. Am Reformationsfest wol⸗ len wir ernster denn je uns solcher Selbstbesinnung zuwenden.

Freilich dürfen wir auch den Blick auf das Ganze nicht ver⸗ lieren und nicht übersehen, daß wir Aufgaben in Luthers Sinn für die Gesamtheit zu erfüllen haben. Luthers Werk ist noch wicht vollendet; ja oft will es uns scheinen, als wäre in unserer Zeit eher ein Rückschritt als ein Fortschritt zu verzeichnen. Anter ers Hammerschlägen in Wittenberg wankte einst der Thron Papstes; heute steht er fester denn je, und Fürsten und

Lut

Die Hammerschläge von Wittenberg hören wir dröhnen, sehen ihn kühn vor Kaiser und Fürsten in Worms, schauen ihn in seinem Wartburgstübchen über die Bibel gebeugt, ö im Kreise von Weib und Kindern mit der Laute die Lieder be⸗ gleitend. Auch fühlen wir wieder etwas von den Geistesgaben, die er uns hinterlassen, von der Freiheit des Geistes, Freiheit des Glaubens, Freiheit von Papst⸗ und Priesterherrschaft. Stolz und froh sind wir in dem Bewußtsein, evangelische Christen zu darauf, daß Gott einen Welt das wahre Evan⸗ Vater

Machthaber, selbst evangelische, beugen sich vor ihm und buhlen seine Gunst. Vor 400 Jahren auf dem Reichstag in Speyer rd der Grund gelegt zur Freiheit der weltlichen Macht, des ee, gegenüber der Papstkirche, indem jeder Reichsstand in nder Religion es halten solle, wie er es vor Gott zu ver⸗ rten sich getraue. Heute aber im Zeitalter der Konkordate ie deutschen Staaten im Begriff, nicht nur ihre Freiheit in religiösen, sondern auch in staatlichen Dingen(Schule) wiede⸗

rum an d

glaubensstarke, kühne Streiter, die für ihren Glauben in den Tob gingen; heute herrscht in weiten evangelischen Kreisen eine Kampfesscheu selbst da, wo es gilt gegen unerhörte Beschimpf⸗

st zu verkaufen. Einst erweckte die Reformation

waltigungen abzuwehren. Wie eingeschläfert lebt ein großer Teil des evangelischen deutschen Volkes in dieser Zeit der Gegen⸗ reformation. Luther, laß deine Hammerschläge wieder dröhnen, daß das evangelische Volk erwache! Luthers Werk darf nicht rückwärts gehen und nicht stille stehen; die Reformation muß noch vorwärts schreiten. Auch an unserer evangelischen Kirche und am evangelischen Volk, ja an aller Welt muß der Luther⸗ geist immer neu gestaltend am Werke sein. Wenn Luther heute unter uns wandelte, so würde er reiche Arbeit haben; mit dem Schwerte seines Geistes würde er manche tote Form im kirch⸗ lichen und öffentlichen Leben zerschlagen und den Geist der Wahrheit und der Liebe zum Siege führen. Wo sind die Män⸗ ner und Frauen, die in seiner Gefolgschaft streiten wollen? Luther erwache, führ' du unsere Sache! E. J

Reformationsjubelfeier in Hessen. 400⸗Jahrfeier der Homberger Synode.

Das alle Hessenstädtchen Homberg a. d. Efze erlebte weihe⸗ volle Tage aus Anlaß der 400-Jahrfeier der Homberger Synode. An der historischen Stätte, wo einst Philipp der Großmütige dem Lutherglauben in Hessen die gesetzliche Sanktion verlieh, hatten sich hunderte von Vertretern aus den Teilen Deutschlands, die ehemals zu Hessen gehörten, eingefunden, um diese Tage festlich begehen. Auch sämtliche Fakultäten der Marburger Univer⸗ und die theologische Fakultät der Aniversität Gießen, sowie die Spitzen der kirchlichen und weltlichen Behörden waren er⸗ schienen. Die Feierlichkeiten wurden eröffnet mit einem geist⸗ lichen Konzert in der alten Marieakirche am Mittwochabend. Donnerstag zu Beginn der historischen Stunde der ersten mmlung der Homburger Sonode wurde das Fest mit der hessischen Reformationsglocke feierlich eingeläutet.— In der nächsten Nummer der„Evangelischen Warte“ werden wir über den Verlauf des Festes einen Bericht aus der Feder eines Fest⸗

Am

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ungen des evangelischen Glaubens frontzumachen und Verge⸗

teilnehmers bringen.