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Sonnabend, den 30. Januar 1926.
„Evangelische Warte“
Redner kam dann nochmals besonders auf den Bauernbund zu sprechen. Dieser ist ein Glied des Reichslandbundes. Die Führung haben norddeutsche Großgrundbesitzer in Händen, welche bis zu 180000 Mor⸗ gen Land besitzen. Neben sie kann sich kein hessischer Bauer stellen und sich von ihm vertreten lassen.
Die deutsche Volkspartei ist die Partei der Schwer⸗ industrie.
Die Sozialdemokratie müssen wir ablehnen schon wegen ihrer Führer. Als diese zur Macht gekommen waren, fühlten sie sich behaglich auf Ministersesseln und kümmerten sich nicht darum, daß deswegen ihre An⸗ hänger bis zum Weißbluten Steuern zahlen mußten. Außerdem wird von diesen Führern das Freidenkertum, die Kirchenaustrittsbewegung nach Möglichkeit ge⸗ fördert.
Mit dem Zentrum wird die E. V. in vielen Fragen zusammengehen müssen, wenn auch der politische Ultra⸗ montanismus scharf abzulehnen ist.
Der Kommunismus stellt eine große Gefahr dar, um des willen die E. V. notwendig ist. Von Seiten anderer Parteien wird die Lage des Arbeiters oft ganz falsch angesehen. So weist man auf Seiten des ganz einseitigen Bauernbundes hin auf die vielen Festlich⸗ keiten in Arbeiterdörfern. Redner erinnert an die Zustände nach dem 30jährigen Kriege. Damals war es geradeso. Die Festlichkeiten seien kein Zeichen der Wohlhabenheit, sondern ein Zeichen von Not. Die Bauern haben das größte Interesse, daß der Arbeiter ausreichenden Lohn erhält. Denn nur dann kann der Bauer an ihn seine Erzeugnisse absetzen.
Mit einer allseitigen, gespannten Aufmerksamkeit wurde dieser erste Vortrag angehört. Mit allseitiger Zustimmung wurde er abgeschlossen. Gegen 17 Uhr schloß der Landesgeschäftsführer die Morgentagung ab. Die Gäste von auswärts wurden von den gastfreien Bewohnern von Oberlais zum Mittagessen mit nach Hause genommen. Im Kleinen ein schönes Bild Evan⸗ gelischer Volksgemeinschaft.
Die Nachmittagstagung.
Neugestärkt zur Arbeit versammelten sich die Teil⸗ nehmer der Tagung gegen 2 Uhr wieder bei Gastwirt Theis. Inzwischen waren auch weitere Teilnehmer eingetroffen, unter ihnen unser Kreistagsabgeordneter Landwirt Kneipp aus Burckhards. Der Kreistags⸗ abgeordnete Knodt-⸗Eichelsdorf, welcher ebenfalls gerne der Tagung begewohnt hätte, hat jedoch ein Bein gebrochen und war dadurch verhindert. Als erster er⸗ griff das Wort Pfarrer Ide⸗Höchst a. M. um in ein⸗ stündiger Rede die Frage zu beantworten: Ist die E. V. aus konfessionellen Gründen notwendig? Einen ein⸗ gehenden Bericht über die tiefgründigen, mit einer Reihe von überzeugenden Beispielen anschaulich wir⸗ kenden Darlegungen müssen wir uns für die nächste Nummer vorbehalten.
Darnach berichtete Landwirt Köhler-Wingers⸗ hausen über einen Kapellenbau bei Rainrod. Man sei bereits auch an ihn herangetreten wegen Verkauf eines Stückes Landes. Redner fürchtet, daß man es hier mit einer jesuitischen Sache zu tun habe. Er forderte des⸗ halb mit begeisterten Worten auf zum Zusammenhalt aller Stände, der Bauern, Arbeiter und Beamten, um solchen Störungen des konfessionellen Friedens begeg⸗ nen zu können. Er drückt seine Ueberzeugung aus, daß die E. V. die wirksamste Schützerin ist vor ultramon⸗ tanem Uebermut und Machtlust.
Als letzter Redner spricht Pfarrer Hamburger⸗ Staden über die Frage: Ist die E. V. aus geschichtlichen Gründen notwendig? In einstündigen, historischen Dar⸗ legungen kam der Redner zum Schlusse, daß, wie früher, so auch heute noch das Evangelium in das öffentliche Leben unseres Volkes hineingestellt werden und gegen
Rockenberg, Oppershofen, Ober- und Niedermörlen, das wohl⸗ stehende Oberwöllstadt sowie Wisselsheim mit seinen Salz⸗ quellen, die mit den Kurhessen gehörigen zu Nauheim in einer Verbindung zu stehen scheinen, wodurch in der Folge vielleicht eine reichlichere Ausbeutung herbeigeführt werden könnte. In allen diesen findet man Wetterauer, wie ich sie schildern werde.
2. Die ehemalige Freie Reichsstadt Friedberg. In ihr hat der Wetterauer, nicht mehr als billig, dem Reichsbürger in gar vielen Stücken weichen müssen, welchem letzteren man jedoch hier manchen Vorwurf nie machen konnte, der ihn sonst zu treffen pflegt. Vergleicht man die Einwohner von Friedberg mit denen des nur durch die berühmte Meile von ihm getrennten Butz⸗ bach, so haben sie an Munterkeit und, fast möchte ich hinzu⸗ setzen, an Herzlichkeit und überhaupt an Politur vor diesen aller⸗ dings manches voraus. Auch finde ich sie gastfreier und wohl⸗ tätiger. Auf das Aeußere hält der Friedberger ungemein, wie schon die ganze Bauart des freundlichen Städchens zeigt. Er ehrt gern und fast zuvorkommend aber er will auch durchaus wieder geehrt und womöglich sogar ausgezeichnet sein. Der Wohlstand des Bürgers im Innern kommt jener Außenseite nicht gleich, und das Gemeinwesen lag bei der Uebergabe der Stadt fast in den letzten Zügen. Indessen würde man sehr un⸗ recht haben, wenn man diese bekannte Wahrheit auf Rechnung der Einwohner schreiben wollte, die, wenn auch für sich etwas luxuriöser, doch auch schon mehr darauf sinnen, daß der Fremde seines Aufwandes bei ihnen froh werde und ihnen demnach gerne etwas größeren Gewinn zurücklasse. Die Hauptursache jener Erscheinung findet man, soviel ich urteile, in dem unge⸗ meinen Schaden, welchen dieses Städtchen bisher in jedem Kriege, der unsere Gegend traf, als Folge seiner örtlichen und politischen Lage zu erleiden hatte. Immer war es der Tummel⸗ platz von Scharmützeln und größeren Gefechten und im besten Fall unaufhörlichen Durchmärschen ausgesetzt. Bald galt es der Lahnposition, bald jener bei Bergen, bald dem reichen Frank⸗ furt; bald zog ihm der Johannesberg oder wohl gar die kleine Anhöhe, welche man unmittelbar vor einem seiner Tore an der Usbach erreicht, das Ungewitter zu. Und dann war die kleine Stadt immer zu machtlos, um auch nur die Streifpartei mit
Je unvermögend, um seinen Vorstellungen 1 55
die zu allen Zeiten mit politischer Macht vorgehenden Feinde geschützt werden müsse. Dabei seien Nachfolger eines Moritz von Sachsen und Genossen, evangelische Verräter der evangelischen Sache rücksichtslos bloßzu⸗ stellen und zu bekämpfen. Im Uebrigen verweisen wir auf den Leitartikel in Nr. 3, der die Darlegungen des Redners genauer enthält.
In der nun folgenden Aussprache ergriffen Apothe⸗ ker Veesemeyer⸗Gedern, Landwirt Sch. Schmid t⸗ Glashütten und Lehrer Köhler⸗-Fauerbach das Wort. Es wurde von einem der Redner lobend hervorgehoben, daß alle Vorträge bis zum letzten Worte sachlich ge⸗ wesen seien. Man habe nichts von den in anderen Parteien heute so übligen Schimpferei gemerkt. Ein anderer stellte die Tiefgründigkeit aller Vorträge fest und bezeichnete die Tagung als eine historische Tat.
Der Reichsgeschäftsführer dankte schließlich Red⸗ nern und Hörern, welche von morgens bis um 6 Uhr abends aufmerksam zugehört hatten, ein Zeichen, wie die gestellten Fragen interessiert haben. Darauf wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die anläßlich eines Rednerkursus in Ober⸗Lais versammel⸗ ten Evangelischen sind nach Vorträgen von Pfarrer Ide⸗Höchst a. M., Pfarrer Hamburger⸗Staden, Land⸗ wirt Köhler⸗Wingershausen und Pfarrer Weidner Ober⸗ Lais überzeugt, daß die Evangelische Volksgemeinschaft, in deren Reihe heute schon eine ganze Anzahl bekannter tüchtiger Männer aus allen Berufsständen tätig ist, ge⸗ mäß ihrer Losung: Evangelisch und sozial für das um sein Dasein schwer ringende schaffende Volk mit aller Kraft eintreten wird. Sie weiß der neuen Bewegung Dank, daß sie im politischen Leben evangelisch⸗sozialen Geist voll zur Geltung bringen, daß sie das Evangelium auf allen Gebieten des menschlichen Lebens— auch in der Politik— zu der entscheidenden Macht machen will. Insbesondere begrüßt die Versammlung den Kampf der E V. gegen das mächtige Zentrum(die katholische Par⸗ tei Deutschlands), das im neuzeitlichen Staat weit mehr als früher in der Macht sitzend das Evangelium und das deutsche Volkstum bedroht.
Am Abend war noch eine gutbesuchte öffentliche Versammlung in Glashütten, in der Aptoheker Veesen⸗ meyer, Pfarrer Ide, und Pfarrer Hamburger sprachen. In der Aussprache ergriffen zwei Arbeiter und ein Land⸗ wirt das Wort. Im Schlußwort des Pfarrer Weidner 81591 auf alle gestellten Fragen erschöpfende Antwort erteilt.
Ueber die am 20. Januar im großen Saale von Theis in Ober⸗Lais veranstaltete allgemeine öffentliche Bauernversammlung werden wir wegen Platzmangel erst in nächster Nummer berichten können. Heute sei nur die einstimmig von allen Anwesenden angenommene Entschließung einstweilen mitgeteilt.
1. Die Versammlung erhebt schärssten Protest gegen die Tatsache, daß die meisten Großgrundbesitzer auf Grund der Buchführung keine Einkommensteuer be⸗ zahlen. Unter solchen Umständen verlangen wir, daß die Bauern ausnahmslos von der Einkommensteuer be⸗ freit werden.
2. Die Versammlung verlangt, daß angesichts des derzeitigen Steuerdruckes, der niedrigen Preise der bäuerlichen Erzeugnisse und der hohen Preise für land⸗ wirtschaftliche Bedarfsartikel der Schutz der landwirt⸗ schaftlichen Produkte mehr als bisher gesichert wird. Bei dem dauernden Zolltarif sind insbesondere die Be⸗ lange des deutschen Bauernstandes wahrzunehmen.
3. Steuernachlaß ist nur zu erreichen, wenn der Staat sich endlich entschließt zu äußerster Sparsamkeit. Der Verwaltungs- und Parlamentsapparat der vielen Kleinstaaten ist zu groß und kostspielig. Abbau des hessischen Landtags, der 70 Abgeordnete zählt, ist ein dringendes Gebot der Stunde.
durch Honnetetät den gehörigen Eindruck zu verschaffen.
Die verhältnismäßig große Anzahl der dortigen Juden, die hier auf eine eigne Gasse beschränkt sind, befindet sich meistens in einer sehr bemitleidenswerten Lage, und es ist nicht selten der Fall, daß die zu große Begierde nach Gewinn sie fast ganz um das tägliche Brot bringt. Der Fremde, welcher auf einer langen Reise seine Kleidungsstücke etwas abnutzt und doch auf eine Art in Friedberg ankommt, daß man ihm noch Geld zu— trauen darf, wird diesen Israeliten, die sehr zerlumpt und zer⸗ lappt mit Modekleidern und Stoffen aller Art handelnd an den zwiefach unglücklichen Tantalus der Babel erinnern, nicht leicht entgehen, ohne den Defekt notgedrungen ersetzt zu haben. Denn sie hält die größte Tischgesellschaft nicht ab, ihm nach geschehener Musterung von Kopf bis zu Fuß— den Geübten das Werk eines Augenblicks— erst etwas leiser und dann immer lauter alles zu sagen, was er gar nicht mehr länger entbehren könne, wenn er fernerhin mit Anstand in der feineren Welt auftreten wolle. Kennt er den Wert des angebotenen Artikels, so soll ihn wenig⸗ stens die Aussicht, bald in Frankfurt zu sein, nicht abhalten, sich einzulassen, weil man am Ende wirklich nirgends mit einem kleineren Gewinn vorlieb nimmt, wenn der größere nicht zu haben ist als hier, und weil manche Ware hier nicht selten um einen Preis losgeschlagen wird, der uns fast das Gewissen dieser Handelsmänner etwas verdächtig macht. Ob nicht zwischen ihnen und irgendeinem treulosen Handlungsdiener oder einem mut⸗ willigen Bankeroteur der Nachbarschaft ein heimlicher Verkehr stattfindet und dergleichen? Kennt aber der Fremde den Wert des angebotenen Artikels nicht ‚so muß er sich hüten, die getane Forderung zum Maßstab seines Gebotes zu machen. Er darf nicht zu beleidigen fürchten, wenn er etwa den sechsten, achten, ja wie man Beispiele hat— den zwölften Teil bietet. Er kann nach Umständen schon darauf des Zuschlags gewärtig sein. Wir in der Gegend haben diese Erfahrung alle mehr oder weni— ger mit unserem guten Gelde bezahlt und warnen also gleich wohlwollend und sachkundig!
3. Das mit dem Kurfürsten zu Hessen, als Grafen zu Hanau—
Nömisth⸗katholijche Propaganda.
Unter dieser Ueberschrift lesen wir aus der Feder von Pfarrer Weinel im„Deutschen Pfarrerblatt“:
Der Zweck heiligt das Mittel! Und wenn es das Kino ist. Denn die Tendenz des in Frage stehenden Stückes fällt so ganz aus dem vermutlich sonst üblichen Rahmen heraus und weist nach einer ganz bestimmten Richtung hin, daß man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, hier liegt bestellte Arbeit vor. In der rein evangelischen Stadt Plauen im Vogtland mit einer ver⸗ schwindenden Anzahl ja vor nicht langer eben in der evangelischen Umgebung, und wo eben⸗ falls eine klösterliche 0 soll, wahrscheinlich zur Aufrechterhaltung des konfessio⸗ nellen Friedens— in dieser Stadt also wird ein Film vorgeführt mit dem lockenden Titel: Spanische Gluten, welche entfacht werden, weil ein spanischer Arzt katho⸗ lischen Glaubens es wagt, eine andersgläubige(lies evangelische) Taubstummenlehrerin zu heiraten und in seine katholische Heimatstadt zu bringen. Feindselig weist die katholische Bevölkerung die junge Frau zurück, während die Familie im allgemeinen zu ihr steht, bis auf die Mutter des jungen Mannes, die ihre Anti⸗ pathie gegen die unerwünschte, andersgläubige Schwie⸗ gertochter steigert bis zum Haß. Dafür darf man sie umso mehr als bewundern, da sie immer wieder knieend vorm Haus⸗ altar im Bilde erscheint. Sie ist es auch, die kaltblütig und herzlos sich äußert: Schickt die junge Frau wieder fort; ihr könnt es ruhig tun, denn——„diese Ehe ist ja gar nicht rechtsgültig“. Merkwürdig, wie diese Frau genau Bescheid weiß, welches die offizielle Stellung der römischen Kirche in der Mischehefrage ist.— Auch Hoch⸗ würden kann nichts in dem Konflikt tun: zwingen will er die Andersgläubige nicht zum Uebertritt in die römi⸗ sche Kirche, wenn sie nicht von selbst kommt. O sancta innocentia: Wie könnte man auch nur den leisesten Ver⸗ dacht haben und gar denken, Hochwürden möchte durch
kommt: Der Haß der Gemeinde steigert sich zum Angriff aufs Haus, welcher mit Hilfe der Gendarmerie abge⸗ schlagen wird. Die Aufrührer flüchten und, da ein Teil ins Wasser fällt, werden sie gerettet von der des Schwimmens kundigen Verhaßten, und damit wäre der Ausgleich zwischen der Bevölkerung und der Fremden herbeigeführt.— Mit diesem Schluß wäre aber der Zweck verfehlt; darum kommt nun— ganz unmotiviert — als Krone des an und für sich recht gehaltlosen Film⸗ schauspiels:„——— und bei der nächsten Kirchen⸗ parade———“. Ganz beglückt darf der Zuschauer sehen, daß unter der ehrfürchtig vor der Monstranz, die im Festzug vorübergetragen wird, auf die Knie fallen⸗ den und sich beugenden Menge die junge Andersgläu⸗ bige sich befindet und ebenfalls in tiefgebeugter Hal⸗ tung ihre Verehrung erzeigt. Und meint man, an⸗ nehmen zu dürfen, es geschehe nur um der Form willen, um keinen Anstoß zu erregen, so wird man sofort eines anderen belehrt: Im Schlußbild erscheint der katholische
damit man ja den wirkungsvollen Abschluß in seiner Erhabenheit ungeschmälert aufnimmt: Ehrfurchtsvoller Handkuß, den die junge Dame dem leutselig lächelnden Priester entbietet—— und noch allen Wirrnissen hatte sich das verirrte Schäflein, die Ketzerin, in die Arme der alleinseligmachenden Kirche geflüchtet.
Um die gebotene Kost kennen zu lernen, die Tau⸗ senden in der Stadt zum täglichen Bedürfnis geworden ist, war ich, ein Landpastor, in ein solches Lichtspielhaus gegangen; denn wenn man etwas bekämpft, muß man
malige mainzische Besitzung auf die jüngere hessische Hauptlinie
mehr. Außerdem haben die Nähe der Handelsstadt, die belebte Straße, der häufige Ausspann von Reisenden aller Art, die das Betreten des kostspieligeren Weichbilds, dem sie entgegengehen, so lange als möglich zu vermeiden suchen, und endlich die daselbst
andere, in manchen Stücken schlimmere, bei weitem in den mei⸗
deren, an sich fruchtbaren Gegenden der Wetterau findet. Bei seiner fast unglaublichen Menge von Schilden hat Vilbel doch nur sehr wenig halb erträgliche und kaum ein etwas gutes Gasthaus. Im Vergleich mit dem, was man hier gegen Frank⸗ furt an Bequemlichkeit und guter Bedienung vermißt, und rück⸗ sichtlich dessen, was man auf dem Dorf mit Recht an größerer Wohlfeilheit fordern kann, finde ich es hier doch weit teuerer, als es sein sollte. Wenn die dortigen Wirte fast ohne Mühe reich werden, so können sie keinen größeren Beweis ihres Verstandes
Behandlung dieselbe für die Dauer sichern werde.
Für meinen dermaligen Zweck ist es genug, wenn ich mich durch das Gesagte mit dem prüfenden Leser nur gehörig über diejenigen fürstlich Hessischen Untertanen verständigt habe, die in der hier nun zunächst folgenden Schilderung gemeint sind.
Also der bedächtliche Wetterauer!
liches gefprochen wird. Sie ist unter allen mir bekannten deut⸗ schen Mundarten die letzte, welche sinnliche, feurige Liebe für ihre Geständnisse wählen würde.
Anständige und Schickliche, dabei höchst abhängig von dem:
weit lieber nichts als etwas tut, das ihn hernach gereue. Und
Münzenberg, zwar gemeinschaftliche, aber in verschiedenen Ge—
sie, die nur so verpanzert gefallen kann. Beide erregen in ihrem
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Katholiken— um derer willen Zeit ein Katholikentag stattfand,
Niederlassung gegründet werden
treue Tochter ihrer katholischen Kirche
Ueberredungskünste Proselyten machen wollen!— Man könnte sich ja zufrieden geben, wenn dann als Abschluß
Geistliche, der junge Ehemann zieht sich diskret zurück,
übergegangene Vilbel, bald eine Art Vorstadt des blühenden Frankfurt, hat schon in zwei Feldern keinen Wetterauer Boden
täglich zunehmenden Einwanderungen auch hier allem eine ganz
sten aber eine viel bessere Gestalt gegeben, als man sie in an-
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ablegen, als wenn sie es hauptsächlich auf Rechnung ihrer Lage 1 schreiben und daneben bedenken, daß ihnen nur möglichst billige
5 Schon seine gedehnte Sprache kündigt es von ferne an, daß in ihr wenig Leidenschaft-
Er mit dem regen Sinn für das „Qu'en dira⸗t⸗ton?“(Was wird man sagen?“), nicht an der
Hand, sondern hinter sich die Sittsame, welche mit 9—12, sage 9—12, sämtlich wollenen Röcken sogar zur Kirchweih geht. Er, den“


