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sind unsere Deutschen, genossen! Was ist wohl der Grund für diese Zustände? Die Menschen

kann.

Evangelische

Organ der Evangelischen

Erscheint zunächst wöchentlich am Sams d Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. FPütebms Pfarrer Hamburger in Staden(Oberh.)

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Volksgemelnschaft

% Wii neente u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M.

am Ort 12 5 7 Platzvorschriften

die 1 mm breite. im Text 90 Pfg., ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung.

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Erster Nednerkursus de er en en in Ober⸗Lals am 19. und 20. Januar 1026.

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Der Vogelsberg hatte sein weißes Winterkleid an gezogen. Die gerade im Vogelsberg so entzückende Schneelandschaft breitete sich vor den Blicken aus. Die Tannen der Wälder trugen schwere Schneelasten. Von Zeit zu Zeit ertönte das helle Klingeln von Schlitten. Im Hirzenhainer Eisenwerk war man noch feste an der Arbeit, als die Züge aus Norden und Süden die Gäste brachten zum ersten Rednerkursus. Da kam auch unser Schlitten und es ging durch die von allen Mitfahrenden bewunderte Schneelandschaft nach dem gastlichen Ober lais.

Am Abend des 18. Januar fand in einer öffent lichen Versammlung die Eröffnung der Tagung statt. Der Raum in der Gastwirtschaft von Schauermann war bis zum letzten Platz gefüllt und hätte niemand mehr hereinkommen können. Der Reichsgeschäftsführer Pfarrer Weidner eröffnete die Versammlung mit herz⸗ lichen Begrüßungsworten. Darnach erzählte Pfarrer Ide Höchst a. M. von der Evangelischen Volksgemeinschaft in seiner Industriestadt, wie gerade von der Arbeiter schaft in Höchst die Gründung der E. V. begrüßt wor⸗ den sei. Ferner schilderte er die Lage der Arbeiter⸗ schaft aus eignem gründlichem Einblick. Besonders hob er die Wohnungsnot in den Arbeitergemeinden hervor. Bei der Abhängigkeit aller heutigen Parteien vom Kapital sei es notwendig, daß die nicht von irgend einer kapitalistischen Seite unterstützte E. V., welche auf dem Boden christlicher Nächstenliebe steht, für Ab⸗ hilfe energisch eintritt. Des weiteren schilderte er die ungesunde Arbeit in der chemischen Fabrik. Wenn da jemand acht Stunden gearbeitet habe, dann habe er eigentlich schon zu lange in dieser ungesunden, leben verkürzenden Tätigkeit gestanden. Er stellte demgegen über das Leben des Bauern, der froh sein soll, daß er den Achtstundentag nicht nötig habe.

Als zweiter Reder sprach Apotheker Veese meyer ⸗Gedern über die Gefahr, welche von Rom her dem deutschen Volke droht. Er erinnerte an die ganze Unterminierarbeit, an die Klostergründungen, erwähnte besonders den Verkauf des Schlosses Ilben stadt an den Benediktinerorden mit Zustimmung des Bauernbundes, der deutschen Volkspartei, und zumTeil auch der Sozialdemokratie. Auch malte er die Gefahr vor Augen, die der Bauernschaft dadurch droht, daß das Kloster von in Geldverlegenheit befindlichen Bauern die Aecker abkauft, sie zu Pächtern macht unter der Be dingung, daß die Kinder katholisch werden. Den Jesui

ten waren schon immer alle Mittel das Evangelium zu unterdrücken.

An dritter Stelle sprach der Schriftführer der Evangelischen Warte, Pfarrer Hamburger⸗ Staden. Er legte dar, wie das Wirtschaftsleben eines Volkes einer Kette mit vielen Gliedern zu vergleichen sei. Jedes Glied bedeutet dabei ein Beruf. Der Bauer erzeugt die Frucht, durch die Dreschmaschine wird sie gedroschen, vom Bäcker verbacken, vom Arbeiter zur Nahrung genommen, der die erzielte Kraft wieder in der Herstellung von Maschinen umsetzt, die der Bauer wieder nötig bedarf. Umgekehrt mit diesem von Hand zu Hand neben der Erzeugnisse fließt der Strom des Geldes. Daraus geht hervor, daß das Volk nur ge deihen lann, wenn für alle Berufe im Volke gesorgt wird. Im Gegensatz zu dieser Erkenntnis stehen sämt⸗ liche, dem Egoismus einzelner Interessengruppen die nende politische Parteien. Von ihnen sieht keine ein⸗ zige auf das Wohl des ganzen Volkes. Wenn man aber bei einer Kette Glieder dick und fett macht, andere dünn und schwach, so muß die Kette an diesen schwachen Stel len reißen. Auch das Volk muß an den schwachen und vernachläßigten Volksteilen zusammenbrechen. Macht aber das Volk Bankerott, dann muß auch jeder Einzelne im Volke bankerott werden. Darum hilft unserem Volke nur eine Bewegung, welche eine das ganze Volk einende und verbindende Kraft als Grundlage ihres Strebens hat. Es gibt aber auf der ganzen Welt nichts⸗ was ein Volk mehr einen und die sozialen Nöte bessern kann, als die aus dem Evangelium hervorgehende Nächstenliebe. Durch die Evangelische Volksgemeinschaft allein, welche diese christliche Nächstenliebe als Grund⸗ lage ihres sozialen Handels gemacht hat, kann darum unserem Volke geholfen werden.

Mit herzlichen Worten des der Reichsgeschäftsführer den Eröffnungsabend teilte die Vortragsreihe der Tagung mit.

Der erste Tag

führte aus Oberlais und den Orten der nahen und wei teren Umgebung zu Fuß und mit Schlitten viele Freunde der E. V. herbei. Um 10 Uhr eröffnete der Geschäfts⸗ führer für Hessen, Pfarrer Hamburger-Staden in der Gastwirtschaft Theis die ausgezeichnet besuchte Tagung. Nach ihm begrüßte von Seiten der Gemeinde Oberlais Pfarrer Weidner alle Erschienenen, drückte seine Freude aus über die rege Teilnahme und wünschte der Tagung einen guten Erfolg. Ferner machte er Mitteilung von

Dankes schloß darauf und

Zuschriften und Glückwünschen zur Tagung. Zwei Red⸗ Uer hatten sich leider entschuldigen müssen, Pfarrer Karl Veller- Bretzenheim und Verbandssekretär Laufer⸗ Darmstadt. An deren Stelle traten Pfarrer Ide Höchst a. M. und Pfarrer Weidner⸗Oberlais.

Alsdann wurde in die Arbeit eingetreten. Pfarrer Weidner sprach auf Grund der Leitsätze des vorgesehe nen Redners Herrn Karl Veller über Ist die E. V. aus politischen Gründen notwendig? Redner legte dar, wie die anderen Parteien bereits beginnen, um ihren Bestand zu fürchten. Bei dem neuen Reichswahlgesetz sei geplant, eine Bestimmung aufzunehmen, daß eine Partei, die noch nicht im Reichstag einen Sitz habe, 1055 Unterschriften in jedem Wahlkreise aufbringen müsse! Parteien der Rechten, sondern ebenso die Demokraten und die Sozialdemokraten, die damit das letzte Recht verlieren, noch länger als demokratische Parteien an⸗ gesehen zu werden. Vom Zentrum her drohen viele Gefahren. Man sollte meinen, daß eine christliche Volksgemeinschaft unser Volk als ganzes besser einen könnte. Aber die katholischen Führer weigern sich ent schieden, mit den Evangelischen zusammenzugehen. Da bleibt nichts anderes übrig, als wenigstens die Evange⸗ lischen in einer Volksgemeinschaft zu einen. Ist dies einmal gelungen, dann wird es dem Zentrum vergehen, weiter die evangelische Volksseite zu unterdrücken. In der Aufwertungsfrage steht die E. V. auf dem Stand⸗ punkt 1 Reichspräsidenten von Hindenburg, wel⸗ cher sagte:Das letzte Wort in der Aufwertungsfrage ist noch nicht gesprochen. Wo von Seiten der evange⸗ lischen Kirche und der Pfarrer so rege für die Zeichnung der Kriegsanleihen geworben wurde, besteht die heilige Pflicht der E. V., gegen den Raub, der in der gegen⸗ wärtigen Aufwertung liegt, energisch Front zu machen. Von der deutschnationalen Partei, zu der auch der hes⸗ sische Bauernbund gehört, rücken wir ab, obgleich wir ihr idealistisches, echtes Deutschtum voll anerkennen. Daß aber diese Partei öffentlich antisemitisch auftritt, aber im Geheimen Geld aus Judenhand genommen hat, ist uns zu unaufrichtig. Auch hat diese Partei sich mit Vorliebe als christliche Partei ausgegeben, duldet aber an führenden Stellen Männer in ihren Reihen, welche sagen:Die christliche Religion hat sich überlebt!

Die völkischen Parteien lehnen wir ab wegen ihrer Stellungnahme zum Christentum. Sie wollen eine deutsche Religion schaffen, wir stehen jedoch auf dem Boden des Evangeliums.

Der Friedfertige.

Matthäus 5,9. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Nach den furchtbaren Exlebnissen des großen Weltkrieges sehnt sich unser deutsches Volk nach einer Zeit des Friedens.

Auch solche, welche wieder die Zeit herbeiwünschen, in dem wir unsere Kasernen mit unserer

deutschen Jugend besetzt haben, unsere Soldaten üben, unsere Militärkapellen musizieren, unsere Rekruten singen, denken nicht an Krieg und Wiederholung der Schrecken, die wir alle erlebt haben. Sind wir aber deshalb auch friedfertig? Gibt es nicht Kreise in unserem Volke, welche zwar den Krieg ablehnen, aber den Bürgerkrieg wünschen? Oder gibt es nicht genug Leute in unserem Volke, welche zwar den Krieg ablehnen aber gegen andere Volksgenossen hetzen und schüren? Wie weit sind wir noch von der Friedfertigkeit ent

fernt!

Jaa, wenn man eine Zeitung in die Hand nimmt, dann schüttelt man den Kopf über die Uneinigkeit und den Unfrieden auf Erden. Man mag gar nichts von den Totschlägern und Kör⸗ pherverletzungen, Haus- und Ehestreitigkeiten mehr lesen. Es eckelt einem an, wie ein Stand über den anderen herfällt, eine (Partei die andere oft in unanständigster Weise besudelt. Das unsere Volksgenossen, unsere Glaubens

sind neidisch auf einander, keiner gönnt dem anderen einen Vor⸗ teil. Die Eigensucht läßt jeden nur an sich denken. Die Selbst⸗ sucht läßt jeden nur auf sich selbst sehen und den Mitmenschen ergessen. Das alles trennt die Familien, trennt die Gemeinden, trennt unser Volk. Aber alles Trennen zerstört und schwächt, nur das Eine macht stark. Wie gerne hätten wir ein starkes Volk, einige Gemeinden, zusammenhaltende Familien. Wir haben bis jetzt noch nicht das Mittel erkannt, das uns helfen Aber es gibt ein Mittel, das uns allen erreichbar ist. Jesus spricht: Meinen Frieden gebe ich euch, meinen Frieden lasse ich euch. Also bei Jesus finden wir Frieden. In seinem

Evangelium erhalten wir das, was uns eint. Er pre preist deshalb die Friedfertigen selig. Das sind Menschen, die ihm gefallen. Ja ex gibt ihnen den herrlichen Namen: Gottes Kinder. Er meint damit Menschen, die zum Frieden bereit sind, die zum Frieden helfen, die vergessen und vergeben, die nachgeben um des Friedens willen.

Wie könnten wir doch ein einiges Volk sein, wenn wir mehr Evangelium hätten. Leider haben sich alle Kreise unserer heu tigen Zeit von diesem reinen Quell abgewendet. Je mehr unser Volk wieder Wert legt auf das Evangelium Jesu Christi, um so mehr wird es wieder ein einiges, starkes Volk werden, um so besser wird es aussehen in den Häusern und Familien, in den Gemeinden und den Ländern. DennFriede ernährt, Unfriede zerstört. Selig sind die Friedfertigen, denn sie sollen Gottes Kinder heißen!

Friedseligkeit, wie süße bist du doch!

Du bist von Gott, du Tochter seiner Liebe!

Wie leicht ist mir das sanfte Friedensjoch,

So oft ich mich im rechten Lieben übe!

O Friede, komm, ja komm, erfüll mich ganz,

Bestrahle mich mit deines Lichtes Glanz!

Ach Friedefürst, du Quelle meiner Ruh!

Sei du mein Fried'; ich will befriedigt bleiben

In deiner Ruh! Ach schließ den Eingang zu,

Wenn mich ein Feind will aus der Festung treiben.

Komm, Sieger, sieg und treib den Feind hinaus,

Daß du allein seist König in dem Haus! Amen.

Hr.

Einen Augenblick. Mitten aus der Freude Wunderbarem Glück Muß ich zu Dir, Jesu, Einen Augenblick!

Nur um Dir zu danken, Daß Du sie mir gibst; Halt sie auch in Schranken, So wie Du sie liebst!

Aus dem Arbeitstrubel O wie oft zurück

Muß ich zu dir eilen Einen Augenlick!

Um auf meinen Wegen Durch Gedräng' und Hast Schnell auf dich zu legen Meine Sorgenlast.

Und in allem Leide, Allem Mißgeschick

Muß ich zu dir flüchten Einen Augenblick! Wollest so mir's legen, Daß ich's tragen kann Und ich auch den Segen Spüren mag alsdann!

So bin ich zufrieden, Wenn ich Leid und Glück Erst zu Jesu bringe Einen Augenlick!

Wenn mein Leben stehet So in Gottes Hut,

Es ganz sicher gehet. Bei Jesu hab' ich's gut.

AusHermann von Bezzel, Gedichte.

Wilhelm Buth, Blicke in die Hessen⸗Darmstädtischen Lande.

Aus den hessischen Volksbüchern. 3. Abschnitt.

Der Wolterauer.

B. Von den Entschädigungsländern liegen in der Wetterau: 1. Die Kellerei Rockenberg samt der nicht sehr bedeutenden Abtei Marienschloß. Die hierzu gehörigen Dorfschaften sind

Dieses Angstprodukt unterstützen nicht nur die

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