Einzelbild herunterladen

heit in der

Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗ Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M.

Smet un 2 Mürz 120 1

Es ist also nichts mit der angeblichen christlichen Ein⸗ christlichenGemeinschafts Schule. Aber noch anderes spricht gegen sie. Die Gemeinschaftsschule ist ein unerträgliches Hindernis wahren Gesinnungs⸗ unterrichtes. Gerade von der badischen Simultanschule

190 Erscheint zunächst wöchentlich am N

entrin Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus.

und Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. nalige 6 Edwin Hamburger in Staden(Oberh.)

* W. e*

tan

2. Jahronng

1 1

5 Herr

kde fel

ktroffe

gen g

fagsdg,

werde Der unter dieser Ueberschrift in Nr. 10/11 derEvan⸗ Voll; gelischen Warte aus demAufwärts 1 1 Ar⸗ Völl. titel kommt unverkennbar aus einem warm christlichen tretuf Lehrerherzen. Aus einem christlichen, so sage ich absicht lach je lich, und sage nicht: aus einem evangelischen. Denn die Voll rechte Würdigung und Wertschätzung unserer besonderen,

anden durch die Reformation herausgestellten evangelischen Glaubenserkenntnis läßt jener Aufsatz mich doch gar zu sehr vermissen. Manches in ihm, wie die Betonung des eschatologischen Gesichtspunkes und der Gedanke der ö wahrhaftkatholischen(allgemeinen, nicht römischen!) Kirche legen die Vermutung nahe, daß sein Verfasser den Kreisen der katholisch-apostolischen Gemeinden(Alt⸗

* Irvingianer) nahe steht. Aber auch, wenn dies nicht 1 Min der Fall wäre, haben seine Ausführungen mich nicht i l überzeugen können, daß in der christlichen Simultan⸗

15 schule der christliche Einheitsgedanke in trefflicher Weise zur Darstellung käme. Ist es nicht gegen die Wahr

0 ib. haftigkeit, etwas vortäuschen zu wollen, was eben doch de facto nicht vorhanden ist? Denn so sehr wir auch die Zerrissenheit der Christenheit beklagen mögen(und

. wir beklagen und fühlen sie nicht minder tief wie der

Wied. Artikelschreiber), so steht sie doch als eine für absehbare

Kied Zeit unabänderliche Tatsache vor unseren Augen. Und

der. eben darauf scheint es mir anzukommen, daß wir die

Aust Dinge so sehen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie

der A sie nach unserer Meinung sein sollten. Wir dürfen

auch de keine Vogel⸗Strauß⸗Politik treiben und nicht vor der

hat, nüchternen, harten Wirklichkeit, die uns die konfessionel⸗ N len Verschiedenheiten und Gegensätzlichkeiten gegen wärtig in besonders scharfer Ausprägung sehen läßt,

den Kopf in den Sand stecken! Und es ist doch nicht so,

denbuß als ob diese Verschiedenheiten in der Gemeinschafts . schule nicht hervorträten.Reißt nur all die evange 16. lischen und katholischen Kinder, die jetzt noch in Baden g 1 nebeneinander auf der Schulbank sitzen, im Hof sich e 0 munter tummeln, gemeinsame Weihnachtsfeiern halten in und Weihnachtslieder singen reißt sie auseinander, 0 il ihr habt keinen Segen davon so warnt der Verfas⸗ * ser. Aber werden sie denn nicht schon jetzt ständig än, auseinandergerissen und zum Bewußtsein ihrer kirch⸗ Hose lichen Getrenntheit gebracht, wenn sie, die eben noch ban,nebeneinander auf der Schulbank gesessen, eben noch leeim Hof sich munter miteinander getummelt haben, am fobald die Stunde des Religionsunterrichts beginnt, in dlathch ihre katholische und ihre evangelische Schulstube aus- Adler einandergehen? Wird ihnen da ihre konfessionelle Ver⸗ he eb schiedenheit nicht viel stärker fühlbar, als wenn die nungel. evangelischen Kinder von vornherein in ihre evange Anden,, lische und die katholischen in ihre katholische Schule gehen? Dann trügen wenigstens Schule und Unter⸗ richt ein geschlossenes und einheitliches Gepräge und end. der Riß ginge durch den. bekansh 5. 0 f Palmsonntag. m 1 Matthäus 21,9. Hosianna dem Sohne Davids! 50

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Jesus kommt mit seinen Jüngern von Jericho her an den

e Oelberg. Dort oben auf dem Oelberg pflegten die Osterpilger en 0 eine Rast zu machen und sich zu erbauen an dem Anblick der 1 At heiligen Stadt. Ihnen gegenüber lag der Tempelberg mit dem er des herrlichen unter Verwendung der griechischen Kunst errichteten 1 90 Tempel des Herodes. Im Anblick dieser Herrlichkeit pflegten . 10 dann die Osterpilger voller Begeisterung den 121. Psalm anzu⸗ bin stimmen:Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen 10 mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der 0 Himmel und Erde gemacht hat. Dann brach man auf und stieg 15 hinab in das Kidrontal.

Heute kommt ein anderer Zug diesen Weg. Jesus ist es mit

been seiner Jüngerschar. Der Herr hat zwei seiner Jünger in den 1110 nahen Flecken Bethphage gesandt mit dem Auftrage:Geht hin i de in den Flecken, der vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin

euch aber jemand etwas sagen, so antwortet nur, daßder Herr

ö ihrer bedarf!

des Propheten Sacharja, das er vor Zeiten gesprochen hatte:

Tochter Zion, freue dich, jauchze du, Jerusalem, siehe dein

4 König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, reitend 11 Wagen Ephraims abtun und die Rosse von Jerusalem und der

Bogen des Streites soll zerbrochen werden. Er wird Frieden

170 zum Meere reichen, vom Euphrat bis zu den Enden der Erde. Diese Weissagung aus dem alten israelitischen Siegeslied sollte

5 an diesem Tage in Erfüllung gehen.

04 Die Jünger waren ja auf dem ganzen Zug bis hin nach

und ein Füllen finden, bindet sie los und führt sie zu mir; will

Jesus folgte mit diesem Auftrage einem Worte

auf einem Esel und auf einem jungen Füllen, denn ich will die

10 152 unter den Heiden und seine Herrschaft wird vom Meere

wurde mir berichtet, daß in ihrem Geschichtsunterricht der ganze große und für das Verständnis der gegen wärtigen politischen und konfessionellen Lage Deutsch lands unentbehrliche Zeitabschnitt von der Reformation bis zum Westfälischen Frieden so gut wie ganz unter den Tisch fällt und höchstens in der Religionsstunde zu kümmerlicher Geltung und Darstellung kommt. Es lann in einer Gemeinschaftsschule ja auch gar nicht anders sein. Geschichtsunterricht ist in besonderem Maße Gesinnungsunterricht. Wie aber soll in ihm der Lehrer sein Bestes, seine innerste Ueberzeugung geben, wenn er bei jedem seiner Worte über das Werk der Re⸗ formation und seine Entwickelung, über die inneren Ursachen des 30 jährigen Krieges, über Luther und Gustav Adolf u. a. m. befürchten muß, entweder bei dem katholischen oder bei dem evangelischen Teil seiner Schulkinder anzustoßen? Es bleibt ihm dann nur übrig, ein mit seinem Herzen unbeteiligter Daten- und Tatsachenberichterstatter zu werden, und selbst dies wird ihm. in unanfechtbarer Weise gelingen. Auch bei dem Deutsch- und Gesangunterricht liegen die Dinge ähnlich. Auch hier wird ängstlich alles das ausgeschal⸗ tet werden müssen, was zum vornehmlichen Geistes⸗ besitz nur einer der beiden Konfessionen gehört. Wir müssen damit rechnen, daß der Unterricht in der Ge meinschaftsschule von katholischer Seite viel schärfer noch als bisher, mit Argusaugen, auf irgendwelche An griffspunkte hin observiert werden wird. In der Ge meinschaftsschule wird der Lehrer in eine geistige Zwangsjacke hineingepreßt und die sie besuchenden Kin der kommen in Gefahr, zu Aufpassern und Angebern ihrer Lehrer mißbraucht zu werden. Als Lehrer an einer Gemeinschaftsschule, sofern sie sich bei der heutigen Lage der Dinge noch zu ihr als dem Ideal hingezogen fühlt, kann ich mir eigentlich nur solche denken, die ihrem eigenen Bekenntnis, sei es nun das evangelische oder das katholische, mehr oder weniger gleichgültig und innerlich daran unbeteiligt gegenüberstehen. Wem sein evangelischer Glaube wirklich Herzenssache, wem es zum Bewußtsein gekommen ist, daß uns die Lehre Christi in der Ausprägung, die sie in den deutschen Reformatoren gefunden hat, in ihrer tiefsten Erfassung und in ihrer reinsten Gestalt begegnet, wer in einem Mann wie Luther einen der gewaltigsten Gestalter nicht bloß deutscher Sprache, sondern deutscher Geschichte und deutschen Volkstums verehrt, wer erkannt hat, daß nur das Nebeneinander mit dem Protestantismus den deut⸗ schen eee davor bewahrt hat, auf der Geiste een in 5 Spannung: Was werden 1100 in Jerusalem alles erleben? An diesem Tage aber waren sie überzeugt: Der Herr hält seinen Königseinzug. Zwar fehlte aller königliche Prunk. Der Herr ritt wie ein einfacher Pilger auf einem Esel. Das alles hielt die Jünger nicht zurück. Hatten sie ja immer

Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft

Anzeigenpreise: ie 30 mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg. die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Verbindlichkeit. Bei Vergünstigung.

am Ort 12 Pfg.,

Platzvorschriften ohne Wiederholungen

Nummer 1s.

Christliche Gemeinsehaftsschule?

und Kulturstufe des Katholizismus in den romanischen

au 35 Armen und Geringen.

nur ganz schlichte und einfache Lebensweise bei ihrem Herrn

und Meister gesehen. Hatte er sich doch immer zu den Einfachen und Geringen seines Volkes gehalten. Verachteten des Volkes gesessen, bei den Zöllnern und Sündern. Warum sollte nicht sein Königseinzug auch in solch schlichten Formen vor sich gehen?

seinen Esel,

Zweige ab

breiteten Teppiche auf den staubigen Weg, hieben von den Palmen und streuten sie vor ihm hin. Dann sagten sie mit jubelnden Stimmen es jedem auf dem Wege, wer der sei, den sie da begleiteten. Heut ist Königstag! Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! So riefen sie, so sangen sie, so jubelten sie. Jubel aber steckt an und pflanzt sich fort. Auch dieser Jubel der Jünger mußte sich übertragen auf die vielen Pilgerscharen, die aus Galiläa kamen zum jüdischen Passahfest. So wuchs diese jubelnde Schar immer mehr und mehr. In Jerusalem gesellten sich immer weitere Scharen hinzu. Im Jubelzug zog man, wie alle Pilger es zu tun pflegen, zuerst in den Tempel. Dort an den Ecken aber standen mißvergnügt die Männer beisammen, die ihn aus dem Wege schaffen wollten. Es waren die Parteiführer der beiden großen jüdischen Parteien, der Pharisäer und der Sadduzüer. Wenn diese Parteien sich auch bekämpften, Jesus gegenüber waren sie einig. Wir erleben ja auch bei uns, daß es manchmal fragen gibt, in denen auch die großen Parteien des Reichstags unter sich einig sind. Hier war Jesus allen im Wege. Jesus wollte anders dem Volke helfen, wie sie. Ja, Jesus wollte überhaupt dem Volke helfen,

8

welche diese heilige Hatte er doch bei den

Sie legten ihm Umhängetücher auf

Ländern(Italien, Spanien, Mexiko) stehen geblieben zu sein, dem ist es Unnatur, seinen evangelischen Glau⸗ bens⸗ und Lebensstandpunkt der Ideologie einesüber⸗ konfessionellen Christentums(Ideologie, weil das Christentum tatsächlich uns nur als Konfession greif⸗ bar ist) zuliebe verleugnen oder beschneiden zu sollen! Ob nicht eben in dieser Gleichgültigkeit vieler Lehrer ihrem evangelischen Bekenntnis gegenüber(Gott Lob, daß es daneben auch noch treu evangelische Lehrer gibt!) die Erklärung liegt dafür, daß sie sich dieGemein⸗ schaftsschule wünschen? Freilich, als unlängst ein Führer der evangelischen Elternbundssache in einem Vortrag über die verschiedenen Schularten, die uns das neue Reichsschulgesetz servieren wird, darlegte, daß auch in der Gemeinschaftsschule der Religionsunterricht in Uebereinstimmung mit dem Bekenntnis der betr. Re⸗ ligionsgemeinschaft zu erteilen ist, mag mancher Lehrer doch stutzig geworden sein, ob diese Schulart danach noch für ihn als Weg, auf dem er der(m. E. mit mehr Unrecht als Recht befehdeten) Aufsichtder Kirche (die dief e Aufsicht ja nur auf Grund der ihr vom Staat erteilten Vollmacht üben kann) sich ane könne, in Betracht kommen kann. Da 10 wenigstens der Deulsche Lehrerverein offen Farbe bekannt, wenn er als sein letztes Ziel die weltliche, religionslose Schule prokla⸗ miert und nur, weil diese zurzeit noch nicht(hoffentlich überhaupt niemals!) allgemein erreichbar ist, sich vor⸗ erst mit der Forderung derGemeinschaftsschule als Etappe auf seinem Weg zur religionslosen Schule! begnügt hat.

Wir evaängelischen Eltern aber haben ein heiliges Recht zu fordern, daß unsere Kinder unterrichtet wer⸗ den von Lehrern, die willens sind, die ihnen von uns anvertrauten jungen Seelen auch wirklich in evange⸗ lischem Geiste zu erziehen! Die Gemeinschaftsschule kann uns nur ein Notbehelf sein. Wir wollen sie da bestehen lassen(wohlgemerkt: nur als christliche, nicht als religionsfreie), wo sie best steht und eine gewisse ge schichtliche Berechtigung aufzuweisen vermag. Wo sie aber nicht besteht, da werden wir sie niemals fordern oder uns aufschwatzen lassen, sondern da fordern wir evangelischen Eltern für unsere evangelischen Kinder evangelische Schulen mit evangelischen Lehrern! Und wo man sie uns weigert, da werden wir um sie kämpfen!

Im übrigen glaube ich, daß die Tage der christ⸗ lichen Gemeinschaftsschule gezählt sind, auch ohne daß wir Evangelischen etwas zu ihrer Auflösung unter⸗ nehmen. Die Katholiken und das Zentrum werden schon für ihren Abbau sorgen. Der Herausgeber des Anivers, Veuillot, schrieb einmal ein Wort, das für die römische Taktik überaus bezeichnend ist:Solange wir in der Minderheit sind(euch Protestanten gegen⸗

Diese aber 2 150 die Reichen und Mächtigen in Juda beherrschen. Jesus aber will sie er⸗ quicken, will ihnen das Joch des Lebens leicht machen.

Doch Jesus achtet seiner Feinde nicht. Er macht aus den Riemen, mit welchen er vorher den Reitesel gezügelt hatte, eine Peitsche und treibt aus dem Vorhof des Tempels alle die hinaus, Stätte entweihten. Denn weil am Passahfeste Juden aus dem ganzen großen römischen Weltreiche zu kommen pflegten, brachte die Menge heiliges und unheiliges Geld mit, Im Tempel aber durfte als Tempelsteuer nur heilige Münze geopfert werden. Da verstanden sich damals schon die Juden auf das Bankgeschäft und schlugen ihre Banken sogar im Vorhof des Tempels auf. Wenn nur das Geschäft ging, wem lag etwas an einer Tempelschündung? Da im Tempel Tiere geopfert wurden, so war man so weitherzig gewesen, auch den Viehhandel im Tempelvorhof ruhig zu dulden. Das aber mußte der Herzens⸗ frömmigkeit Jesu zuwider sein. Das Geschäft mit seinem Feilschen, Handeln und Uebervorteilen war in zu große Nähe des Gottesdienstes geraten. Wie mächtig und gewaltig muß Jesus ausgesehen haben, als er sich nicht fürchtete, mit der Peitsche in der Hand die Worte in das geschäftliche Treiben hineinzurufen:Mein Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber habt eine Mordgrube daraus gemacht! Er trieb sie alle hinaus und

begeisterte Begleitung half ihm jubelnd dabei.

Möchte doch in unseren Tagen auch wieder dieser heilige Heilandsgeist in unser Volk einziehen! Wieviele würden wie damals die Galiläer aufjubeln. Möchte doch auch der Geist der Reinigung gewaltig unser Volk ergreifen. Wie damals so viele bereit waren, dem Herrn zu helfen, so stehen auch heute viele bereit zu helfen bei der Reinigung unseres Volkes von allem un⸗ sauberen Wesen, allem Schacher, allem Schieben, aller Unwahr⸗ haftigkeit, allem Lug und Trug, allem Schmutz und Schund in jeder Form. Amen. Hr.

seine