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Freitag, den 24. Dezember 1926. oder, wenn

latholische Kirche solche Ehen zu verhindern

sie geschlossen sind, sie rückgängig zu machen durch aber⸗ malige katholische Trauung. Besondere kirchliche Hilfs- kräfte sind mit derPflege, das heißt Ueberwachung Gelegenheiten, die sich ihm darboten, mit Eifer und sehr daß der protestantische Teil in katholische Trauung ein- willigt, muß er feierlich vor dem Priester erklären, daß er nie den Versuch machen wird, den katholischen Teil

und Bearbeitung solcher Ehen betraut. Für den Fall,

in seinem Glauben zu stören, während der katholische Teil versprechen muß, alles zu tun, um den Ehegatten von der Herrlichkeit des katholischen Glaubens zu über⸗ zeugen. lisch erziehen zu lassen. Wenn auch bisher die katholische

lische Stimmen öffentlich bestätigen, daß gerade durch die Mischehen die katholische Kirche eine große Zahl ihrer Glieder verliert, so ist es doch Pflicht der evange lischen Kirche, auch ihrerseits den Mischehen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. In den beiden Referaten wurden zwei Gesichtspunkte besonders betont. Die Ehe soll die höchste geistige Gemeinschaft zwischen Mann und Weib sein. des Glaubens. So ist eine Mischehe, in der jeder Teil einen andern Glauben hat, nicht das Ideal einer Ehe und auch vom protestantischen Gesichtspunkt aus nicht wünschenswert. Tritt aber eine solche Ehe doch ein, so hat die evangelische Kirche die Pflicht, vor der Eheschlie zung den evangelischen Teil darüber aufzuklären, welche Schmähung seiner Religion er anerkennt, wenn er zur katholischen Trauung geneigt ist und die Forderungen des römischen Priesters eingeht. Welche Mittel die evangelische Kirche ergreifen soll, wenn der evangelische Teil dennoch in die katholische Trauung einwilligt, da rüber kann man geteilter Meinung sein, ob man Kir chenzucht üben, das betreffende Gemeindeglied von den kirchlichen Rechten ausschließen soll oder nicht. Von manchen wurde dieses Mittel gefordert, von anderen als nicht evangelisch, sondern katholisch verworfen. Das wichtigste ist zweifellos, daß das evangelische Glaubens

dann wird kein Evangelischer sich den unerhörten For derungen Roms beugen. Die beiden tiefschürfenden Referate werden dem Landeskirchenamt in Wiesbaden zur Verwertung übersandt.

Frsedsscher und Tricgersscher Nalholtztömus.

Die katholische Kirche Deutschlands gedenkt in die sen Tagen des 175. Geburtstages des am 17. November 1751 geborenen, am 20. Mai 1832 gestorbenen Bischofs Johann Michael Sailer von Regensburg. Auch die Evangelischen Deutschlands können sich dieser Ge dächtnisfeier anschließen, war doch Sailer der Vertreter eines echten Christentums, tiefer Religiosität und was in einem konfessionell gemischten Land wie Deutschland doppelt nötig ist, friedlicher Gesinnung gegenüber den Evangelischen.

Gerade bei Sailer aber und seinen Widersachern innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands zeigt sich

Beide versprechen außerdem, die Kinder katho⸗ seiner äußeren Stellung zum Protestantismus die krie⸗ gerische Richtung, deren Träger vor allem auch der Pro

Kirche mit solchen Gesetzen wenig erreicht hat und katho⸗ testantenbekehrer

Evangelische Warte freundschaftlichsten Beziehungen stand und hohes An⸗ sehen genoß. Dem Diener Gottes(Hofbauer) fiel dies um so schwerer, weil er selbst ein brennendes Verlangen trug, alle Irrgläubigen zu bekehren und deshalb alle

gutem Erfolg benutzte.

So haben wir in diesen beiden Männern, Sailer und Hofbauer, die zwei Richtungen im deutschen Katho⸗ lizismus des neunzehnten Jahrhunderts vertreten, die

friedliche und die kriegerische. Gesiegt hat in der inne⸗

ren Entwicklung des deutschen Katholizismus und in

Hofbauer war, als Redemptorist

gerade in diesem Punkte, im Bekehrungseifer gesenüber den Evangelischen, die Verwandtschaft der Redemp⸗

Deutschland 0 8 1 ört in erster Linie die Einjakeit kehrungstätigkeit gegenüber den Evangelischen im Sinn 1 90 0 0 U 0 0 0* b. 9er 8

Dazu gehört in erster Linie die Einigkeit und Geiste Hofbauers mit all ihren Mitteln des äuße

toristen mit dem Jesuiten, dem antiprotestantischen

Kampforden des Katholizismus, klar bekundend. Bedroht ist heute der konfessionelle Friede in

am meisten durch die katholische Be

ren Seelenfanges. Untergraben wird die Friedens stimmung zwischen Evangelischen und Katholiken vor allem durch den röm. Propagandgeifer, der besonders in ganz oder überwiegend ev. Gebieten entfaltet wird.

Als Ideal aus derguten alten Zeit tritt uns die katholische Gestalt Sailers entgegen, sein Wirken für den konfessionellen Frieden und für die Achtung der religiösen Ueberzeugung Andersgläubiger. Wenn heute im konfessionellen Leben diesegute alte Zeit ver⸗ schwunden ist, dann sind nicht die Evangelischen schuld daran. Sie haben sich in ihren religibsen Grundanschau ungen nicht geändert, geändert hat sich das Auftreten des Katholizismus. Statt des Geistes eines Sailer herrscht heute in der römischen Kirche der Geist eines Hofbauer, eine Tatsache, die auch in der römisch-katholi⸗ schen Kirche niemand bestreiten wird, weil sie offen zu

, ee e, 55 8 ischerseits bei röm. bewußtsein fest in der Seele verankert werden muß. Tage liegt. Hier muß man evangelischerseits bei röm

Klagen über konfessionelle Friedensstörung darauf hin weisen, daß nicht eine Aenderung im Protestantismus, sondern die offensichtliche Umwandlung des älteren friedlichen in den modernen kriegerischen Katholizis⸗ mus Schuld daran ist, wenn nicht mehr der frühere Zu stand des Friedens unter den Konfessionen wie zu Sai⸗ lers Zeiten besteht.

Aus Nolitik und Parlament.

Um die Fortbildungsschule.

Nicht nur das Reichsschulgesetz beschäftigt den

Reichstag, sondern es liegt ihm auch ein Antrag und

ein Entwurf für ein Reichsberufsschulgesetz vor. Es handelt sich dabei um Ausführung von Art. 145 der Reichsverfassung. Die Gesellschaft für evangelische

dagogik nahm in ihrer Fachsitzung am 25. November

so recht der Gegensatz zwischen friedlichem Katholizis⸗

mus und kriegerischem Romanismus, welch letzterer in so bedauerlicher Weise zur Verschärfung der konfessionel len Gegensätze in Deutschland beigetragen hat und mit seinem Propagandaeifer weiter beiträgt.

Sailer lebte bei der innerlichen Art seiner Religio sität mit den Protestanten im Frieden. Ihm gegenüber stand der Vertreter des scharfen Romanismus, der

Redemptoristenpater Cl. Hofbauer, einer der neue

ren kath. Heiligen Deutschlands. Der Biograph Haringer des Pfarrers Cl. Hofbauer meldet, daß Pfr. Hofbauer sich oft darüber beklagte, daß Sailer keine Protestanten zum katholischen Glauben bekehrte, da er doch mit so

vielen und gelehrten wie ungelehrten Männern in den

Dornenwege.

Roman von Clara Meller. 4. Fortsetzung.

Die Glocken in Rheindorf setzten kaum aus mit dem Ruf ihrer ehernen Zungen: Die Mission war da, die beredten Pa ter des Klosters Mariental! 1

Tod und Hölle den verstockten Sündern donnerten sie von der Kanzel herab, wie Feuer, das die armen Seelen sengt. Ohne Trost der Gottesliebe zogen die gequälten Menschen heim, nicht wissend, wo die arme, sich müde flatternde Seele Ruhe finden würde.

Jede Mission fordert ihr Opfer, das war die alte Erfah rung, denn sie wurde ja auch nur dort verhängt, wo man fürch⸗ ten mußte, leichtes, seichtes Leben lockere die Fesseln der Kirche. Wie der Landrat mit verschmitztem Lächeln behauptete: wo die Peterspfennige knapp einkommen.

Der Königsborner fuhr selbst mit seinem glänzenden Ge spann zur Kirche, um sein Weib abzuholen. Es war so ein Buß⸗ gang, wie er mit grimmigem Humor in sich hineinredete, aber was sollte er besseres tun, um so einem verdrehten Frauen zimmer die Regenlaune zu kurieren. Er hielt wartend auf dem freien Kirchplatz, die uralten Linden rauschten über seinem Haupte und schoben die vereinzelten Sonnenstrahlen wie fal lende Goldschnüre mit den haltlosen Blättern auf ihn herab. Die Kirchentüren wurden geöffnet, er hörte die prachtvolle Orgel, wundersam griff es an sein Herz, gern hätte er zu den Kirchengängern gehört, wenn diese Pater nicht gewesen wären! Dieser Haß war ein Erbteil seines Vaters, der oft bedeutungs voll sagte: Junge, Junge, wenn die mal ihr Tun verantworten müssen!

Seine Abneigung gagen Klosterbrüder stammte aus seiner Pension Bruder Nikodemus hatte bei dem Festmahl am ersten We ge des Guten zu viel getan und als er die Aufsicht bei den Spielstunden führen sollte, war er fest ein geschlafen. In seinen Flegeljahren war Xaver Wendtland stets ein Ausbund gewesen, leise schlich er hinter Bruder Nikodemus. stellte sich auf einen Stuhl und malte auf seiner Tonsur mit Kohle ein Mondgesicht. Er liebte eigentlich den urgemütlichen Bruder und handelte in einer tollen Laune, er verdiente Strafe, das fühlte er, aber die Strafe war so grausam gewesen, daß er

die

die unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten i. R. Dr. Wasner stattfand, Stellung zu der reichsgesetzlichen Regelung des Berufsschulwesens, im besonderen Hin⸗ blick auf die Regelung der evangelischen Lebenskunde. Sie kam zum Ergebnis, daß der Antrag Müller(Fran⸗ ken) als geordnete Grundlage der reichsgesetzlichen Rege lung angesehen werden könnte, das nur hinsichtlich des Religionsunterrichts zu ergänzen ist.Die Frage ist nicht Lebenskunde oder Religionsunerricht, sondern Religionsunterricht in der didaktischen Form der Lebens kunde. Wenn diesen Wünschen entsprochen werden sollte, dann würden wir auch in unseren Fortbildungs- schulen die religiöse Lebenskunde erhalten, was bei der Schwierigkeit der Erziehung gerade der Vierzehn- bis

Siebzehnjährigen sicher kein Schaden wäre.

sich noch entsetzte ob solcher Züchtigungen! Es war auch das Ende seiner Pension damals, sein Vater holte ihn heim und nichts blieb in ihm, als glühender Haß. Wenn er im Mannes alter daran dachte, wieviel Ungebührliches sah er dort, sie durften den Knabenstreich getrost milder beurteilen.

Fort mit dem Gedanken, da kam Nella. Erfreut rief sie: Das is ja jet jans Neues, daß du selbst kommst!

Wir fahren durch Rheindorf, nickte er freundlich und fort ging es in schnellem Tempo, im Bogen um die Marktecke. Erschreckt riß er die Pferde zurück, ein Auflauf hemmte den Ver⸗ kehr. Einer Frauenstimme gellender Schrei drang an sein Ohr:Fahre in die ewige Verdammnis, wo ich auch hinkomme. ich bin ja verflucht, weil ich dich nicht rechtzeitig taufen ließ, weil ich krank im Bett lag!

Xaver Wendtland erbebte, arme Irrfinnige! Er fand ach nicht zurecht in diesem Irrgang, der Glaube in dieser ortodoxen Auffassung war und blieb ihm eine Sonne, die ihre Leuchtkraft eingebüßt hatte und im schwarzen Totenkleid selbst nach ihren erweckenden, belebenden, liebenden Strahlen sucht.

Der Regen stäubte wie Nebelbläschen aus dem eintönigen, grauen Gewölk. Eine schlaffe, fröstelnde Trübe, wie nur der Spätherbst sie in seinen schwermütigsten Tagen bringt, lagerte wie ein Alp auf dem Erdenrund, niemand vermochte sich ihr zu entziehen, sich unbeeinflußt zu erheben aus dieser hemmenden, gespenstigen Oede, die wie ein Todesschatten alles gewaltsam in ihren Bann zwängte.

Xaver Wendtland schritt schleppenden Ganges nach dem Mönchsgrund im st, wie schnell, beängstigend schnell, waren seine Gesichtszüge tief und fahl geworden, der harte Zug hatte sich in herbe Verschlossenheit vertieft. Spannen die Fühlfäden der Seele darum den Haß gegen die Klöster ein, weil sie das Leid heraufziehen f. 2 Und er wußte nicht einmal alles, nicht daß das grünsamtene Reitkleid Pater Markus mitnahm für eine Altardecke und die goldknäufige Reitpeitsche mit den Diamanten zu einem Reliquienschrein verwandt wurde, damit die reuevoll in den Schoß der Kirche zurückgekehrte Frau nicht in ihr sün iben zurückfalle. Er wußte nicht, daß das

enen, welches er ihr zur Taufe seines Aeltesten geschenkt und len Kindern die Tauf- und später die Kommuniontafel te, mit Pater Markus nach Heiligenstein gewandert war.

Auf der Marie.

Der Anfang der verflossenen Woche war noch ga von den Ereignissen in Genf erfüllt. Wir betrachtet u 0 die Lage von vornherein nicht sehr optimistisch und

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haben dabei eine Freude erlebt, daß nämlich unsere ge. ringen Hoffnungen noch übertroffen wurden und die Aufhebung der Militärkontrolle Deutschlands am 31. Januar 1927 zur endgültigen Festlegung kam, nachdem uber 100 strittige Fragen bereinigt worden waren, so⸗ daß nur noch zwei übrig blieben. Auch diese werden in der nächsten Zeit ihre Erledigung finden. Man kann unseren Reichsaußenminister Dr. Stresemann tatsäch⸗ lich zu den von ihm erzielten Ergebnissen beglückwün⸗ schen. Leider konnte die für Hessen auch so wichtige Rheinlandfrage noch nicht behandelt werden. Der französische Außenminister mußte in der Zwischenzest mit dem allmächtigen Poincaré einen harten Kam bestehen, aber er hat sich durchgesetzt. Das will immer hin etwas heißen. Aber man hat zur Zeit in Frank reich noch andere Sorgen. An der Grenze zwischen Frankreich und Italienmischt sich in den Orangenduft der Pulvergeruch, so schrieben führende Tageszeitun gen. Die Lage an dieser Grenze scheint ziemlich g spannt zu sein. Man liest dauernd von Truppenanhäu⸗

fungen, die wieder einmal das Schlimmste befürchte lassen. Hoffentlich siegt die bessere Einsicht und die Zu⸗ rückhaltung der Grenzbewohner und 1

In Deutschland erleben wir nach der Genfer Tagun wieder einmal eines der beschämendsten Schauspiel Leichtfertig wird eine Regierungskrise heraufbeschw ren. Der Abg. Scheidemann hielt eine Rede, die, abg sehen von seinen Fraktionskollegen, von allen Parteie mißbilligt wurde, da sie unsere ganze seitherige Erfol politik in Frage stellt. War das nach Genf unmittelb nötig? Unsere Parlamentarier haben Brillen vor de Augen, die anscheinend mit der dicksten Eisschicht b schlagen sind. Hat die Partei, die in diesem Augenbli durch ihren Sprecher Scheidemann derartige Angriff tatsächlich noch das Volkswohl im Auge Nichts als egoistischer Parteigeist spricht au den Aeußerungen. Ist es Neid, daß man bei den Ge fer Erfolgen nicht in der Regierung saß? Bald könnt man es glauben. Dazwischen läuft die Vernehmung des früheren Reichskanzlers Michaelis vor eine Untersuchungsausschuß, dem man vorwirft, das Frie densangebot des Papstes sabotiert zu haben. schlimmsten wütet darin die katholische Presse, die be hauptet, evangelische Kreise hätten einen derartige Einfluß auf den Kanzler gehabt, daß sie es durchsetzte daß er das von katholischer Seite angebotene Vermitt⸗ leramt ausgeschlagen habe. Die Evangelischen hätte die Schuld, daß der Krieg noch Hunderttausende vo Opfern gekostet hätte. Kann es für uns Evangelisch eigentlich noch schlimmere Angriffe geben? Die Ge hässigkeit dieser Presse kennt kein Grenzen! Die hessische Zentrumspresse beschü tigt sich weiter mit der Evangelischen Volksgemeinschaft⸗ Sie fordert weltliche und kirchliche Organe auf, rech sorgsam auf dieEvangelische Warte zu achten. Da liegt anscheinend der Hase im Pfeffer! Endlich ein rein evangelisch-politisches Blatt, das man in Hessen niemals erwartet hatte. Ein SchreiberHassiacus beschäftigt sich wiederum ausführlich mit dem Flugblatt. a großer Geist das ist, kann man am leichtesten daraus ersehen, daß er das Flugblatt garnicht richtig gelesen hat, denn er spricht dauernd von derEvangelischen Vereinigung anstatt von derVolksgemeinschaft, Vielleicht kann er ja gelegentlich einmal einige Lese stunden nehmen. Wir lassen uns von solchen Leuten aber unsere Ansichten nicht unterdrücken, und wenn d

eröffnet, Kaum!

Welt voll Teufel wär!

Er war gekommen, wie Xaver Wendtland verreist gewesen, am andern Tag nach der Kirchfahrt und den darauf solgerden wieder, hatte sein Weib angeglüht mit seinen fanatischen Loder? augen und zwang sie durch Furcht und Schrecken, mit teuflisch vermischter Wahrheit und Lüge, drängte sie herab von ihrem Weg, nicht zur Besserung nur, o nein, daß sie Mann und Kin⸗ der, ihre heiligste, tiefste Erdenpflicht vergaß!

Er blieb stehen und blickte in den Grund, wo die Mühle ihrem Verfall entgegen ging, das Wetter zauste und leckte an ihr herum, unbekümmert ob Kinder der Welt oder kluge Mönch⸗ lein hier einst die Kraft des Wassers ausnutzten.

Wie war es nur gekommen? erneut legte er sich die Frage vor und fand, wie immer, keine Antwort darauf. Nur die hohnlachende Tatfache blieb: stundenlang am Tage betete jetzt seine Frau, ohne zu fragen, was die Wirtschaft, die Kinder von ihr forderten. Die Räume des Hauses wurden buchstäblich überfüllt mit frommen Bildern, Heiligenschränken und Altären, allen Schmuck legte sie ab und täglich fanden sich mehr Schma⸗ rotzer, wie Pastoren, Mönche usw. ein, um die schöne, fromme Frau zu bgrüßen, an ihrem gastlichen Tisch zu sitzen. a

Zügelloser denn je trieben die Knaben ihr Wesen, niemand fragte nach ihnen, niemand dämmte sie in ihrer wildüberschäu⸗ menden Jugendlust. Wie kann Glück so schnell im Sand ver⸗ sickern? 87 Du mußt krank sein, Xaver, schalt der Landrat, sein ein⸗ ziger Vertrauter,sonst führst du wie ein Donnerwetter unter diese Landplage und säuberst dein Haus! Deshalb wirst du hundertmal selig, ich sollte es nicht sein!

Da hörte er Schritte hinter sich, die absichtlich gemildert, schnell vorüber lenken wollten, er sah sich um, o wie drängte das Blut ihm zu Kopfe, daß es wie rote Nebel vor die Augen schoß, Pater Markus eilte, die Lippen im Gebete be⸗ wegend, nach Rheindorf zu.

Wie ein flüchtiges Wild möchte ich dich niederschießen, murmelte er, dann vor sich selbst erschreckend, wendete er um, dem Gute zu,mag Gott mir vergeben, so wächst aus einer Schuld der Mitmenschen, deren Fluch wir tragen sollen, unsere

zere, weil es uns an Kraft gebricht, weil wir die 1 cht geben können auf die rätselvolle Frage: warum, warum!

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Fortsetzung folgt.

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