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ben im Sterben. Aber daneben geht einem das irdische

zu politischem Denken und Streben hinüber.

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dem emsigen Parteigetriebe war das ganz unbedenk⸗

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8 war eine zeitlang sehr geehrt. 2 daß die innen⸗ und außenpolitische Lage

i boffnungslos, ja verzweifelt ist. ein erneuter

FParteipolitit, das wird aus dem Bisherigen deutlich

Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft

Hauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). Berantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger,

für den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Air müche dung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert.

Fernsprecher 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M.

Erscheint Samstags. Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21.

Faulen ben 2 Diemer 1585

Wir Theologen wissen oder sollten es wenigstens

wissen, daß das Reich des Gottessohnes nicht von die⸗ ser Welt ist, wie er vor dem Vertreter der römischen Weltmacht feierlichst bekundet hat. Aber

das hindert nicht, daß wir als Glieder des weltlichen Reiches mit warmer Liebe an diesem unserem Vater⸗ land hängen und sein Bestes suchen. So ist es auch dem Verfasser dieser Zeilen gegangen. Ihm ist das ewige Gottesreich des Gottessohnes Jesus Christus das Entscheidende im Leben. Dieses Reich kann kein Tod böten und keine Höllenpforte überwältigen. Es siegt am herrlichsten im Antergehen und wirkt ewiges Le⸗

Wohl und Wehe der Brüder und Schwestern nach dem Fleisch doch nahe, sehr nahe. Das leitet immer wieder Aber da ist im sichtbaren Tun und Treiben des politischen Le⸗ bens schwer Wurzel zu fassen. Ich stamme aus streng konservativem Hause. In der Jugend schlief alles po⸗ litische Interesse. Und das war gut so. Der Student neigte zu nationalliberalem Denken, ohne sich sonder⸗ lich dafür einzusetzen. Der junge Geistliche wurde mehr und mehr zum Fortschrittler mit lebhafter Teil⸗ nahme für die wirtschaftlichen, sozialen. geistigen, sitt⸗ lichen und religiösen Nöte der sozialistischen und nicht⸗ sozialistischen Arbeiterschaft. Im Schatten eines starken Kaisertums, d. h. einer starken Zentralgewalt über

Der beginnende Weltkrieg kannte wirklich nur noch Deutsche. Gegen Ende desselben hatten meine Smpathien die Vaterlandsparteiler. Nach dem Zu⸗ sammenbruch Bewunderung für die Leistungen des Zentrums. Dann langsames Hineinwachsen von Stufe zu Stufe zum deutschnationalen Ideale. Auch Hitler 5 Dann Enttäuschung auf Enttäuschung bis hin zu der schmerzlichen Erkenntnis, Deutschlands Von selbst erfolgte Rückzug in die ewige Welt des Gottes⸗ keiches, das Christus verkündet. Aber wie Paulus sein Polk, das ihn ausgestoßen, mit heißer Liebe empfangen, so konnte es nicht anders sein: das politische Interesse shußte wieder erwachen! Nicht im Sinne irgendwelcher

lich.

hervorgegangen sein. Mir geht es immer ums Ganze und dessen innere und äußere Gesundung.

Für unsere inneren Verhältnisse bin ich nicht ganz ohne Hoffnung. Sturmzeichen hin und wieder deuten

Sorgen und Hoffnungen eines unpolitischen Theologen. Von K. Veller, Mainz⸗Bretzenheim.

ungeheuerlichen finanziellen Mißwirtschaft und zu dem mörderischen Steuerdruck, den uns der Parlamentaris⸗ mus, d. h. die Parteiherrschaft, gebracht hat, geschwie⸗ gen hat. Ich habe die feste Zuversicht, die innere Ge⸗ sundung wird kommen, und aus der Beamtenrepublik wird ein zukunftskräftiger Volksstaat mit starker Zen⸗ tralgewalt werden, der aus Gründen der Sparsamkeit auch mal einige Jahre mit wesentlich reduziertem Par⸗ lamente regieren und mit der Hälfte der heutigen Be⸗ amten das Reich verwalten kann. Hoffentlich wird da vor allem und in erster Linie oben abgebaut, daß man nicht nach unten Unmögliches verlangt und nach oben zahllose gutbesoldete Sinikuren bestehen läßt. Ganze Aemter und Ministerien, so manches Kreisamt und Amtsgericht, sie könnten wahrlich ohne Schaden fürs Ganze verschwinden. In den reichen Jahrzehnten vor dem Kriege war das alles erträglich und angenehm, heute ist es aufreizend und staatsgefährdend.

Doch das alles liegt mir heute weniger am Her⸗ zen. Das haben andere schon viel eindrucksvoller ge⸗ sagt. Meine Gedanken bewegen sich vor allem um die außenpolitische Zukunft Deutschlands. Kommt die Stunde, in der Deutschland nach innen gesundet und zu einem wohlregierten Groß⸗Deutschland wird, das die anderen mit Achtung, Neid und Furcht aufs neue be⸗ trachten und beargwöhnen, dann ist recht eigentlich des Vaterlandes Schicksalsstunde aufs neue gekommen, an die ich mit großer Angst und Sorge dente. Ich fürchte nämlich, daß das wiedergenesene und wiedererstarkte Deutschland auf den kurzsichtigen und törichten Ge⸗ danken kommt, als europäische Großmacht in jeder Hinsicht auf eigenen Füßen stehen zu können. Solche Ideen konnte sich ein Land wie Deutschland im neun⸗ zehnten Jahrhundert noch allenfalls leisten. Und da sind sie ihm zum Verhängnis und Verderben geworden. Im zwanzigsten Jahrhundert vollends führen solche Ge⸗ danken lediglich zu politischen Totgeburten. Die poli⸗ tischen und wirtschaftlichen Verhältnisse drängen zu großen Zusammenschlüssen. Man versteße mich nicht falsch. Mein Herz gehört dem Vaterland, und ich wünsche nichts sehnlicher als seine baldige Wiederge⸗ burt und auch seinen machtpolitischen Aufstieg. Aber ist das beides da, dann ja kein Pochen auf die neue Macht, kein Denken: Germania fara da se, sondern no⸗ litische Verständigung mit den großen und kleinen ger⸗ manischen Reichen, also England, Nordamerika und die skandinavischen Länder, einschließlich Dänemark, Hol⸗ land und Finnland. Man sage nicht, das ist eine

an, daß etwas Neues im Anzug ist, eine Diktatur irgendwelcher Art. Es ist ja erstaunlich genug, wie lange das Volk oben und unten, links und rechts, zu der

Weihnachten.

Lukas 2,14. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.

Heute klingen sie wieder die schönen Weihnachtslieder. Sie

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im Stalle zu Bethlehem. Der schön geschmückte Tannenbaum steht

27 im Glanze seiner hellen Lichter da. Die Kinder freuen sich an

7 ihren Geschenken. Auch wir Erwachsene wollen uns die Weih⸗

f nachtsfreude nicht nehmen lassen. Weihnachtsfest ist ja doch ein frohes Fest. Da sollen alle Christen voll herzlichen Dankes ein⸗

auge stimmen in den herrlichen Engelgesang.

79 Was ist denn nun wohl der tiefe Sinn der Weihnachts-

le, freude? Wer keinen Grund zur Freude hat, der kann sich schwer

von Herzen freuen. Ja dann ist alle Freude nur ein Theater⸗

len. Jeder Christ muß an diesem Tage fühlen, daß er nicht

aoplalb traurig sein kann, daß er sich freuen muß. Wir feiern das Ge⸗

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burtstagsfest der Liebe. Was ist größer als die Liebe? Wir fühlen in diesen Tagen die Bedeutung de Johanneswortes:

Gott ist die Liebe. Wenn wir von Gott sonst nichts anderes

0 Erde größeres geben, als sich von Gott geliebt zu wissen! Wir Ui

ringen so manchmal um die Liebe der Menschen. Wir fühlen uns so oft enttäuscht von geliebten Seelen. Was uns nicht ent⸗

seinem Sohne Jesus Christus, dessen Geburtstag wir heute feiern. Mit diesem Erscheinen Jesu auf Erden ist den Menschen

man sich vor der grausamen Gottheit. drohenden Nachearm des beleidigten Gottes. Mit allerlei Zau⸗

fingen von dem Kindlein in der Krippe, von Maria und Joseph

wüßten, so wäre das genug. Was kann es denn auf der ganzen

täuschen kann, ist die Liebe Gottes. Sie ist uns erschienen in

die Kunde gekommen, daß Gott Frieden mit den Menschen haben

will. Wir denken da an das finstere Heidentum. Dort fürchtet ö 0 1 Ueberall sieht man den harte Herzen sind. Welche Ausrede, welches dumme Geschwätz 0

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Utopie. Wird diese Atopie nicht zur Wirklichkeit. ist zunächst Deutschland, Holland, Dänemark, aber später auch England verloren. Vielleicht behauptet sich die

Von Deutschlands Zukunst.

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Union länger gegen die heranziebende gelbe und schwarze Flut. Ganz abgesehen von der slavischen Ge⸗ fahr des Weltkommunismus, die drohend gen nes ihr Haupt erhebt. Da sollte keine Macht, auch Amerika nicht sagen:Amerika fara da se. Gehen die Dinge so weiter, wie sie heute liegen, so fürchte jch ernstlich, wird der Gedanken des Zusammenschsusses und der po⸗ litischen und wirtschaftlichen Verständigung zu spät kommen, nämlich dann, wenn wir Sowjetstaaten oder mongolische Provinzen sind. Die innenpolitische Not der Völker mit ihrem Arbeitslosenheere fordert eine internationale wirtschaftliche Auseinandersetzung. Die Idee des geschlossenen nationalen Wirtschaftsstaate⸗ wird neue Revolutionen und Kriege heraufbeschwören. Und die außenpolitischen Beklemmungen der Natio⸗ nen fordern zwingend Abbau des Imperialismus wie im Denken und Fühlen, so in der politischen Betäti⸗ gung, wie ich zuversichtlich hoffe und wünsche, daß ein genesenes Deutschland dem Imperialismus in jeder Form den Abschied gibt. Wäre dieses Amsinnen vor

dem Jahre 1914 erfolgt, hätten den europäischen Völ⸗

se Lehren erspart bleiben können und wir wären unabhängig voneinander geblieben. Die Riesen⸗ not der Welt, von der unsere ein kleiner oder größerer Teil ist, zwingt zu weitgehenden Selbstbescheidungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet, soll die westliche Kultur nicht der mongolischen zum Opfer fal⸗ len. Ist das unser Ziel, können wir nicht rasch genug daran gehen, uns politisch völlig umzustellen, ehe jede Neue und Umkehr zwecklos wird.

Das römisth katholijche Misthehengesetz.

Der Kreiskirchentag Cronberg hielt am 1. Dezem⸗ ber 1926 in Höchst a. M. seine zweite Tagung ab. Die Vorlage des Landeskirchenamtes lautete für diesen Tag Welche Forderungen ergeben sich für die evangelische Kirche aus dem neuen verschärften Mischehengesetz der römisch⸗katholischen Kirche? In zwei Referaten wurde das Thema von Pfarrer Steubing⸗ Heddernheim und Pfarrer Aßmann⸗Cronberg eingehend behan⸗ delt. Dieses katholische Mischehengesetz offenbart die ganze Rücksichtslosigkeit, deren die katholische Kirche fähig ist, wenn sie ihren Bestand bedroht sieht. Katho⸗ liken, welche sich mit einem Protestanten verherraten und sich protestantisch trauen lassen, werden von ihrer Kirche, welche behauptet, die allein⸗selig⸗machende zu sein, ausgestoßen und damit ausgeschlossen von Gottes Gemeinschaft. Kinder aus solchen Ehen gelten für die katholische Kirche als uneheliche Kinder, die Ehe selbst als wilde Ehe. Mit allen Mitteln versucht die römisch⸗

ber und großen Opfern hofft man den zürnenden Gott zu ver⸗ ö söhnen. Man stellt sich dort Gott vor, wie die geängstigten kleinen Kinder den Lehrer sich vor ihrem ersten Schulgange vor stellen. Nach ihrer Meinung hat er den ganzen Tag den Stock in der Hand und schlägt damit auf die Kinder ein. Auch die Juden sahen in Gott den eifrigen Gott, der die Sünden der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Ein Moses fürchtete sterben zu müssen, weil er Gott gegenüber stand vor dem brennenden Busch. Der kranke Psalmsänger fühlt in seinem Fieber nur den strafenden Arm Gottes, der ihn gegen⸗ über den spottenden Feinden leiden läßt. Da kommt Jesus und verkündet uns Gott, wie er ist. Wir dürfen Gott nahen im an⸗

dächtigen Gebet. Wir dürfen ihn anrufen als unseren Vater in ö dem Himmel. Welch ein Frieden ist uns damit verkündet. Was gibt es seligeres als mit Gott im Frieden zu stehen?

Wenn wir aber von Gott geliebt werden und Frieden mit

darum herum zu kommen, für die Armut und Not etwas geben zu müssen!

Wie wird gerade in diesen Häusern der Lieblosigkeit das Fest so reich gefeiert werden! Es ist eine Schmach und eine Schande! Wer nichts für unsere Anstalten geben will, der mag es ja blei⸗ ben lassen und es mit seinem Gewissen ausmachen. Wer keine Wohlfahrtsmarken kaufen will, der mag es lassen. Wer für unsere Glaubensgenossen nichts übrig hat und dem Gustav⸗ Adolf⸗Verein nichts geben will, der mag einen Strich bei seinem Namen machen, aber am schlimmsten und beschämendsten ist, wenn noch unschöne Bemerkungen in Häusern gemacht werden. Da spürt man nichts von dem Frieden und Wohlgefallen unter den Menschen. Wie weit sind wir feiernden Menschen noch entfernt von dem Christfestgeist, der unter uns herrschen sollte. Wie weit sind wir noch von unserer Christenaufgabe, nicht nur Liebe zu erfahren, sondern auch Liebe zu geben.

Wir sagen uns das heute, um davon zu lernen. Nicht wollen

ihm haben, so sollen wir auch auf Erden mit unseren Brüdern und Schwestern in Liebe und Frieden verkehren. Da fällt auf

die Brüder und Schwestern? Wieviele werden an diesem Weih⸗ nachtsfeste in ihrer Armut mit trüben Gedanken sitzen? Sie können heute nicht herausgehen auf die Straßen, wo festtägig ö gekleidete Menschen gehen und frohe Festgrüße wechseln. Sie verkriechen sich in ihre Winkel. Oder denken wir an die armen Kinder, die keine so schöne sorgenlose Weihnachtsfreude heute genießen können. Die in der trübsten Armut groß werden. Wer hilft ihnen? Wie wenig ist das, was öffentliche Wohltätigkeit an ihnen tun kann! Wie steht das Fest der Liebe so im Gegen⸗ f satz zu diesem Elend, dieser Not. Wer kann ruhigen Herzens

dieses Fest feiern ohne an diese Armut zu denken?

Wer wie ich so oft für die Armut betteln muß, der weiß, was

wird oft in den Häusern der Wohlhabenden angeschlagen, um

1 ö unsere Weihnachtsfeier ein dunkler Schein. Wo ist die Liebe für ö

wir dem Gesagten zustimmen, und dann wieder in die Lieb⸗ losigkeit des Alltages zurückkehren. Es soll alle Tage Weihnachten bei uns sein. Wir wollen etwas mitnehmen in die kommenden Wochen hinein. Wir sehnen uns ja nach Frieden. Ohne Liebe ist kein Friede möglich. Ohne Liebe sind Haß, Neid und Streit⸗ sucht losgelassen. Da wundern sich so viele in der Gegenwart über die Verwahrlosung der Menschheit. Erst sollen diese den Beweis liefern, daß sie mithelfen, die Liebe unter den Menschen wirksam zu machen. Möge dieses Weihnachtsfest recht viele harte Herzen erweichen. Mögen recht viele geschlossene Hände sich öff⸗ nen. Dann wird zu dem Gottesfrieden auch Friede unter den Menschen, unter den Klassen, den Ständen und Berufen werden. Dann erst wird uns der Engellobgesang recht verständlich sein: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Men- schen ein Wohlgefallen. Amen. Hr.

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