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N hresseausschusses unter dem Vorsitz von Pfarrer D. gaitz⸗Darmstadt. Im Laufe des Donnerstags tag⸗ en der berufsständische Ausschuß, der Hilfsausschuß für besterreich, die 2. Reichsmischehenkonferenz und der
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estantismus mit ihnen verbunden war, eine besondere
ute erhielt. Etwa 700 Führer aus dem Reich und em protestantischen Auslande waren erschienen.
Am Abend des 8. September begannen die Ver⸗ andlungen mit einer mehrständigen Sitzung des
entralvorstand. Es mag weitere Kreise interessieren,
1 aß die Mitgliederzahl des Evangelischen Bundes sich go
Jahre 1925 um 15 000 vermehrte. Am Abend fan⸗
19 sich weit über tausend Personen zu einer Be—
tüßungsfeier im größten Saale der Stadt zusammen.
us frischem Grün und farbigen Blumen grüßte Mar⸗ in Luthers Büste still die Bundesfreunde, welche sich, bie Oberkonsistorialrat D. Költzsch in seinen Exöff— sungsworten sagte, zu einem„Evangelischen Reichs⸗ ag“ eingefunden hatten. Nach der Ueberreichung einer zachsenspende als Geburtstagsgeschenk zum 40. Ge— urtstag des Gesamtbundes in Höhe von 12 000 Mark überbrachten u. a. Grüße: Dominus van Wyngar⸗ gsen-Amsterdam, Vorsitzender des Internationalen berbandes zur Verteidigung des Protestantismus, Dr. glüher, Oberbürgermeister von Dresden, Graf bitzthum von Eckstädt, welcher im Namen des
tung sentralausschusses für Innere Mission in Berlin sprach,
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ind Professor D. Herrmann-⸗Münster, Vertreter er evangelisch⸗theologischen Fakultäten der deutschen miversitäten. Zur Verschönerung des Abends trug der lirchengesangverein Dresden-Plauen bei. Das Schluß⸗ zort sprach der Bundespräsident D. Doehring. In pahrhaft meisterlicher Weise ging er mit wenigen herz⸗ chen Worten auf jeden einzelnen der Vorredner ein.
ö lach Verleihung der Lutherplakette seitens des Präsi⸗
ums an eine Reihe hervorragender sächsischer Bundes— ührer, und der Verlesung eines Begrüßungstele— amms, das der sächsische Kultusminister Dr. Kaiser aus seinem Sommeraufenthalt geschickt hatte, klang it dem Liede:„Der ewig reiche Gott“ der stimmungs—
seis dolle Abend aus.—
pereiß 5 J 40 Evangelisches Christentum und deutsche Bildung“.
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brogrammrede.
Feierlich läuteten die Glocken der Kreuzkirche und
1 lden die Freunde des Evangelischen Bundes zur Kor— nandacht, die von Geh. Kons.⸗Rat Prof. Dr. Scholz, zu gerlin, gehalten wurde. Der 2. Tag begann. Wich⸗
ige Fragen standen in der Gesamtvorstandssitzung dur
berhandlung, die zu einer teilweise stark bewegten lussprache führten.
4 Es darf gesagt werden, daß die wa achtstündige Sitzung zu einer grundsätzlichen Klä— ng in wichtigen Bundesfragen führte. Geschlossener urde der Wille zur Einigkeit und klarer der Blick für je protestantischen Aufgaben der deutschen Gegenwart. gen Tag beschlossen evangelische Volksabende. In den iden größten dichtgefüllten Sälen der Stadt sprachen führer von 22 Vereinigungen, Kirchen und Organi⸗ tionen: ein Schwede, ein Ungar und ein Holländer; un Oesterreicher, ein Siebenbürge und ein Schweizer. ein starkes Bekenntnis zum Evangelium Christi, wie
fin uther es der Welt aufs neue geschenkt, wurde uns zu⸗
Rien; und aus deutschem Führermund wurde es im amen der vielen Tausenden in heiligem Ernst erwidert
on Studien⸗ und Bundesdirektor Fahrenhor et,
spandau, und Geh. Kons.⸗Rat Professor Dr. Mirbt, söttingen.—
Wiederum riefen die Glocken zur Morgenandocht. in der Frauenkirche wurde sie von Oberkirchenrat superintendent Reimer, Dresden, gehalten. Um Uhr folgte die vielstündige Generalversammlung. Zu⸗ ächst erstattete Bundesdirektor Fahren⸗ so r st seinen Jahresbericht, in welchem er von erfreu— chem Fortschreiten des Protestantismus auf mancher⸗ i Gebieten deutschen Lebens zu berichten wußte. Dann elt Bundespräsident Dr. Doehring seine Mahnend klang es an unser Ohr: lusere Aufgabe ist, das Evangelium zu treiben, unsere licht ist, die Waffen des Evangeliums zu erheben lid die Wahrheit an die Stelle des Irrtums zu setzen, uo er uns entgegentritt; deutsch⸗evangelischer Wille suß es sein, um die Seele unseres Volkes, um die Seele iir Menschheit zu ringen. Nach D. Doehring sprach lofessor Dr. Lüttge⸗ Heidelberg über das Thema
geutsche Bildung muß geadelt sein vom Geist des christentums. Deutsches Christentum und deutsche
vangelische Warte“
Bildung können nur dann zu einer lebendigen Einheit
sich verbinden, wenn wir alle Inhalte und Werte deut— schen Geistes entschlossen einsetzen für das Evangelium im Evangelium.
Zu allem, was dieser Tag gebracht und gefordert, wurde noch einmal ein gemeinsames Ja evangelischen Glaubens gegeben. In einer weihevollen Abendvesper in der Kreuzkirche war's. Dazu gab eine sich anschlie— ßende Lutherfeier die getroste Zuversicht und ließ sie in unsere Herzen weiterklingen in die Nacht hinein:
Der Christen Herz auf Rosen geht,
Wenn's mitten unterm Kreuze steht. Drum, Christenherz, verzage nicht,
Es geht dein Weg durch Nacht zum Licht.—
Der 4. Tag war ein Sonntag. Zu Festgottes⸗ diensten in allen großen Kirchen der Stadt riefen die Glocken. In der evangelischen Hofkirche predigte Landesbischof Dr. Ihmels, in der Frauen⸗ kirche Bischof Dr. Raffay(Budapest), in der Drei— königskirche Generalsuperintendent Dr. Klingemann(Koblenz), in der Reformierten Kirche Univ.⸗Prof. Dr. Goeters(Bonn) und in der Kreuzkirche Bundespräsident Dr. Doeh⸗ ring, welcher über das Wort sprach:„Daß ich das Evangelium predige, darf ich mich nicht rühmen, denn ich muß es tun. Aber wehe mir, wenn ich das Evan— gelium nicht predigte“.
Sämtliche Gottesdienste waren gedrängt voll. In der Kreuzkirche drängten sich die Massen; selbst die Stu⸗ fen zur Kanzel mußten Sitzplatz sein. Wer vom Ster— ben des Protestantismus träumt, den hätte der don— nernde Massengesang, der Orgel und Orchester einfach niederschlug, aus seinem dogmatischen Schlummer wecken und von einem sehr lebendigen Protestantis— mus überzeugen können.
Um 12 Uhr zogen von allen Seiten gegen 10 000 Kinder auf dem Neumarkt auf. Es waren die Kinder⸗ gottesdienste, die dem Reformator huldigten und sein Denkmal mit Blumen überschütteten.
Nach einem gemeinsamen Ausflug des Bundes⸗ freunde am Nachmittag brachte der Abend in gut be— suchten Schlußversammlungen das offizielle Ende der Tagung. Es sprachen Geh. Kons.-Rat Dr. Scholz, Berlin, über„Evangelischer Bund“, Verbandssekretär Voigt, M. d. L., Dresden, über„Evangelisches Volk“, Frl. Käthe Klamroth, Berlin, über„Evan⸗ gelische Frauen“, Pfr. Liz. Moldaenke, Berlin, über „Evangelische Jugend“. Das Schlußwort sprach Ober— konsistorialrat D. Dr. Költzsch, Dresden.
Den Abschluß der Tagung bildete am Montag eine Domfahrt nach Meißen, wo die Bundesfreunde sich noch einmal zu einer Weihestunde im Dom zusammen— fanden, bei der das Domkapitel des Hochstifts Meißen durch den Domdechanten, Staatsminister a. D. Exz. D. Dr. von Beck den Bund herzlich begrüßte. Stadt⸗ pfarrer Fikenscher, Nürnberg, hielt die Ansprache und Bundespräsident Dr. Doehring eine kurze Schlußandacht. Ergreifend war das von allen An— wesenden gemeinsam gesprochene Vaterunser, worin der entschlossene Wille seinen Ausdruck fand, den Weg der Pflicht zu gehen, wie ihn das Evangelium Christi for— dert. Voranleuchten aber möge das Losungswort: Sola fide— sola gratia,— allein durch den Glauben, allein aus Gnaden werden wir selig.
Pfr. Hochdahl-Dexheim.
Auf der Marte.
Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und die Uebertragung eines ständigen Ratsitzes ist in der Weltpresse fast durchgängig begrüßt worden. Die Pa⸗ riser Presse hob besonders hervor, daß Dr. Strese⸗ mann in seiner Rede die Folgerungen für Deutsch— lands Eintritt mit einer weisen Zurückhaltung behan— delt habe, die alle Welt bewundere. Allerdings warten wir in Deutschland auf diese Folgerungen: Gleichberech— tigung, Räumung des besetzten Gebietes und des Saar— landes.
Auch die Ratifikationsurkunden der Locarno⸗ verträge sind am 14. September in Genf beim Völker⸗ bund niedergelegt worden. Wo bleibt der„Locarno— geist?? So schreibt der„Manchester Gardian“: „.. seit fünf Jahren habe England sich bemüht, die Deutschen vor den Franzosen zu schützen. Aus diesem
Nr. 39. Grunde seien die englischen Truppen in Deutschland ge— blieben. Aber es frage sich, ob es nicht im Interesse der künftigen Beziehungen Deutschlands und Englands besser sei, sie nunmehr zurückzuziehen.“
In Köln fand der deutsche Juristentag statt, bei welchem Reichsjustizminister Dr. Bell über„Die Re⸗ form des deutschen Rechts“ sprach. Dieser Tagung voraus ging in Bonn eine sosche der Kriminalisten.
In Berlin fand eine Ausstellung der Funkindustrie statt. Es konnte eine gute Entwicklung dieser Industrie festgestellt werden.
Der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold stattete Darmstadt einen Besuch ab. Bei den mit der hessischen Regierung gepflogenen Verhandlungen nahm er auch Gelegenheit, den Reichsfinanzbeamten im Ge— schäftsbereich des Landesfinanzamts Darmstadt seinen und der Reichsregierung Dank für die in schwerer Zeit geleistete Arbeit zu übermitteln.
Bom Kampf um die Welfanschauung. Jesuitischer Maßstab.
In den„Stimmen der Zeit“ vom Juli 1926 fällt der Jesuit Max Pribilla in einem Aufsatz:„Krisen katholischer Frömmig⸗ keit“ ein grundsätzliches Urteil über den Wert von Uebertritten zum Protestantismus und von solchen zum Katholizismus, das für die jesuitische Betrachtungsweise typisch und ein Schulbeispiel von— man muß das Paradoxon schon wagen— jesuitischer Primitivität ist. Er doziert da:„So haben die Worte Königs typische Bedeutung.„Der Katholik der seiner Kirche entwächst, wird durch seinen Austritt sein eigener Protestant und findet in einem gemeinsamen Protestantismus keine Befriedigung seiner mitgebrachten Herzensbedürfnisse.“ Dagegen gibt es viele, die vom Protestantismus zur katholischen Kirche kommen und eifrige Katholiken werden. Daher haben Konversionen zum Ktholizis⸗ mus apologetische Bedeutung für die katholische Kirche, während Konversionen zum Protestantismus nichts für diesen beweisen.“
„Choräle und anderer Unfug.“
Die linksgerichtete„Welt am Abend“ kündigt(21. 8.) einen neuen Kampf gegen alle religiösen Bekenntnisse an: Die Vor⸗ stöße gegen die religibsen Darbietungen des Rundfunks, wie sie gelegentlich schon zu beobachten waren, sollen ausgebaut werden zu einem„Kampf um den Einfluß der Werktätigen auf den Rundfunk“. Als wirksamstes Mittel, um die Hörer vor„Chorä⸗ len und anderem Unfug“ zu bewahren, betrachtet man, daß„die weltlichen Vertreter der werktätigen Massen als Beiräte Einfluß auf die Programmgestaltung nehmen können.“— Daß 99 v. H. aller modernen Menschen entweder schon äußerlich oder zum mindesten doch innerlich mit den göttlichen Instituten gebrochen haben.“— Eine Rundfrage der„Funkstunde“ ergab, daß 20. v. H. ihren Rundfunkanschluß kündigten infolge von Erwerbslosigkeit, 10 v. H. infolge von technischen Störungen und nur 4 v. H. infolge von Unzufriedenheit mit dem Programm. Trotzdem stellt das genannte Blatt„fest“, daß„mindestens 80 v. G. der Abmel⸗ dungen auf die einseitige politische und religibse Haltung der Berliner Funkstunde in ihrem Programm zurückzuführen sind“
Dem steht eine Fülle dankbarer Aeußerungen über die durch den Rundfunk vermittelten religiösen Darbietungen gegen— über.— Man sieht aber aus diesen ähnlichen Vorstößen wie es gilt, auch auf dem Gebiet seinen Mann zu stehen.
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Kirche und Sozialdemokratie.
Am 11. Juli haben in Baden die Neuwahlen zur Landes— synode stattgefunden. Bei dem Ergebnis ist besonders bemerkens⸗ wert, daß der„Volkskirchenbund evangelischer Sozialisten“ 27 395 Stimmen und damit 7 Sitze erlangt hat, während er es 1920 nur auf 11763 Stimmen und 3 Abgeordnete gebracht hatte. Er kann also eine Zunahme von über 100 Prozent verzeichnen.
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Eine nicht eingetroffene Voraussage.
Die der Londoner„Times“ entnommene Notiz, daß allein die„Britische und Ausländische Bibelgesellschaft“ 1925 nicht weniger als 10 452 733 Bibeln und Neue Testamente in 537 lebenden Sprachen zur Verteilung gebracht habe, veranlaßt den „Vorwärts“ zu einer resignierenden Betrachtung über das„unge⸗ heure Arbeitsfeld, das die sozialistische Kulturpropaganda noch vor sich liegen habe“. Die Tatsache des Verkaufes beweise, daß ein Bedürfnis für die Bibeln vorhanden sei. Friedrich Engels Voraussage, daß die Arbeiterschaft allmählich den Problemen
denen zu helfen. Zum andern bedienten sich die Unternehmer, umentlich in der Textilindustrie, lieber der Frauen- als der Nünnerarbeit, weil an den Spinn⸗ und Webmaschinen die Jau vermöge ihrer Geschicklichkeit und Gewandtheit besser zu Abrauchen ist, als der Mann. Und außerdem war die Frauen⸗ beit billiger, als die der Mennner, und da die Unternehmer Jetriebskosten sparen wollten, so stellten sie mit Vorliebe die Itnuen und Kinder in ihre Betriebe als Arbeitkräfte ein. So In es Zeiten gegeben, wo die Männer brotlos auf der Straße Ugen aber ihreß rauen und Kinder in der Fabrik arbeiteten Es war“— so bemerkt Wiese in seiner Einführung in die Schialpolitik, Leipzig 1921—„eine anspruchslose, gedrückte, be⸗ idene Schar, die an den Spinnmaschinen und an dem Web⸗ dhl Platz nahm.“ 0 In diesem Zusammenhang gedenken wir auch der Entwicklung d Landarbeiterschaft. In den Gegenden, wo vor Einführung de Stein⸗Hardenbergschen Gesetzgebung die Erbuntertänigkeit Aland, gab es einen freien Arbeiterstand nicht. Er bildete sich nah der Bauernbefreiung aus dem Gesinde und den zwangs⸗ danstpflichtigen Bauernkindern, sowie aus denjenigen kleinen Andbesitzern, die lieber Gutsarbeiter wurden, als daß sie den Kumpf um die selbständige Existenzunter den neuen Verhältnissen gwagt hätten. Diese verschiedenen Clemente verschmolzen sich Laufe der Zeit zu dem freien Landarbeiterstande, der auf liche Kündigung in den Dienst der Grundbesitzer trat.
In der Zeit der Naturalwirtschaft wurden die Landarbeiter mit Landnutzung, Wohngelegenheit, Weiderechten und Ertrags— anteilen am Getreide abgegolten. Unter diesen Verhältnissen war die Landarbeiterschaft nicht schlechter als der Kleinbauern— stand gestellt. Diese für die Landarbeiter günstige Lage änderte sich aber, als die Zeiten für die Landwirtschaft ungünstiger wur⸗ den. Wie die Verhältnisse sich verschlechtert hatten, geht aus Bodelschwinghs Erinnerungsbuche„Leben und Lebenswerk“, Berlin 1923, hervor. Vater Bodelschwingh schildert 1854 als junger Inspektor die Verhältnisse in folgender Weise:„Einmal ist es die Sorge, die einen großen Teil von ihnen drückt— näm⸗ lich die Grundbesitzer— da sie mit Schuld beladen sind. Aber noch mehr sind die Umstände qualvoll, da sie sich immer in den Gewinn der Ernte gewissermaßen mit den Tagelöhnern zu teilen haben, und dabei der beständige Kampf nicht aufhört, wieviel sie diesen gaben, wieviel sie selbst behalten wollen.“
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß an die Stelle der bisherigen Arbeitsverfassung das Deputantenverhältnis trat, und daß schließlich die geldwirtschaftliche Gestaltung sehr zum Schaden für die Interessengemeinschaft der ländlichen Arbeit— nehmer und Arbeitgeber maßgebend wurde. Nun erst begann die starke Abwanderung der deutschen Landarbeiter nach dem Westen. an deren Stelle die Kolonnen der ausländischen Wanderarbeiter traten.
Fortsetzung folgt.
Eine nachdenkliche Gesthichte.
Eine Geschichte, die, wenn sie nicht wahr, doch gut erfunden ist, wird in der Pariser Zeitung„Comoedia“ erzählt. Ein ehr⸗ samer Handwerker war wohlhabend geworden und wollte sich modern einrichten. Da man ihm sagte, daß ein reicher Mann heutzutage auch eine Gemäldegalerie besitzen müsse, so tat er sich bei den modernsten Kunsthändlern um, besichtigte eingehend die Bilder, bedankte sich und ging fort, ohne zu kaufen. Er erwarb vielmehr Leinwand und Farben und wandte sich dann an seinen achtjährigen Enkel, indem er ihn ermunterte, mit den Farben auf der Leinewand hinzumalen, was er sehe und was ihm einfiele. Er gab ihm auch einige bunte Bilder zum Kopieren. Das Kind beschmierte sich erst tüchtig mit den Oelfarben, beschmutzte Tische und Möbel, machte sich dann aber an die Arbeit und brachte ein Dutzend schrecklicher Pinselleien zustande. Der Großvater war durchaus nicht enttäuscht. Auf die entrüsteten Rufe der Seinen erwiderte er:„Ich habe schon Schlimmeres gesehen!“ Er ließ die Klecksereien prachtvoll rahmen, hielt den Kleinen dazu an, wacker weiter zu malen, und schuf sich so auf billige Weise eine Galerie moderner Kunst, Ein Amerikaner soll ihm schon 100 000 Franken geboten haben!


