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Sonnabend, den 24. April 1926.

der bereits erwähnten Errichtung zweier katholischer Professu ren, für die eine Notwendigkeit nicht vorgelegen habe, bemerkt Redner, daß sowohl die Rechte als auch die Linke im entschei denden Moment dafür eingetreten seien. Anschließend hieran macht Redner längere Ausführungen über das bayrische Konkor⸗ dat. Mit allen Mitteln müsse verhindert werden, daß dasselbe nicht auch in anderen deutschen Ländern Schule mache. Nur zu wenig dürfte bekannt sein, wie verhängnisvoll das Konkordat für die Schule und andere öffentliche Einrichtungen des Staates bei strikter Durchführung werden könne. So muß z. B. ein Lehrer vor der Anstellung seine Eignung nachweisen hinsichtlich des Re⸗ ligionsunterrichtes als auch der Fächer, diefür den Glauben und die Sitten bedeutungsvoll sind. Wird nun gegen einen Lehrer, der seinen Geschichtsunterricht nicht im Sinne der kirch lichen Anschauung, sondern auf Grund der exakten Geschichts wissenschaft erteilt, Anzeige erhoben, so muß im Falle einer kirch⸗ lichen Beschwerde die Regierung für Abhilfe sorgen. Derartige Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Nachdem noch der Red ner die frühere christlich-soziale Partei Stoeckers als eine Art Vorläuferin der E. V. bezeichnet hatte, ohne aber deren Anti semitismus zu vertreten, schloß er seine recht gehaltvollen Aus führungen, an die sich eine rege Aussprache schloß, in deren Ver lauf mehrere Redner zu Wort kamen, u. a. Landwirt Köhler Wingershausen, Verwaltungsinspektor Müller, Schriftleiter Dr. Dambmann und Apotheker Scriba-Schotten. Nachmittags war eine Sitzung vorangegangen, in der für den Kreis Schotten fol gender Kreisvorstand gebildet wurde: Verwaltungsinspektor Müller⸗Schotten, 1. Vorsitzender, Landwirt Köhler-Wingershau

Evangelische Warte

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rer, Lokomotivführer Rusteberg-Gedern, Werkmeister Rau-Ei⸗ chelsdorf, Bürgermeister Weber-⸗Eschenrod und Landwirt Emrich⸗ Oberlais Beisitzer.

In Büdingen fand am 13. April eine Kreisver⸗ sammlung im GasthofStern statt.

Nachdem der Geschäftsführer für Hessen die Anwe⸗ senden begrüßt hatte, erstattete der Reichsgeschäftsführer Bericht über den Stand der Bewegung in Hessen und im Reiche. In Oberhessen werden die Kreisorganisatio⸗ nen gegenwärtig fertig ausgebaut. In Rheinhessen ist mit der Gründung starker Ortsgruppen überall da, wo Redner tätig waren, begonnen worden. Im Reiche hat sich die Bewegung in der Uckermark, Schlesien und West⸗ falen sowie in Berlin ausgedehnt.

Alsdann berichtete der Redner über die am 20. März in Kassel mit der christlich⸗sozialen Gesinnungsge⸗ meinschaft geführten Verhandlungen, welche zum Ab⸗ schluß einer festen Arbeitsgemeinschaft führten.

Alsdann wählte man den Kreisvorstand für den Kreis Büdingen. 1. Vorsitzender: Landwirt Seum⸗ Fauerbach, 2. Vorsitzender: Pfarrer Jäger-Glauberg, Schriftführer: Justizoberwachtmeister Holland-Nidda, Beisitzer: Studienassessor Dr. Kraft-Nidda, Landwirt Hensel⸗Hainchen, Schreinermeister Dönges-Haingrün⸗ dau, Landwirt Brack-Michelnau, Maurer Wagner Wallernhausen.

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Zum Schlusse berichteten Provinzialtagsabgeord⸗ neter Bürgermeister Völker und Kreistagsabgeordneter Bürgermeister Hensel über ihre Tätigkeit in Provinzial⸗ und Kreistag.

Wallernhausen, Kr. Büdingen. Landwirt Seum⸗ FJauerbach, Vorsitzender des Kreisvorstandes Büdingen, legte in einstündiger, sehr anschaulicher Rede, in einer Versammlung bei Walther die Gründe dar, die vor⸗ nehmlich den Bauer veranlassen müßten, sich der Evan⸗ gelischen Volksgemeinschaft anzuschließen. Auch den an⸗ wesenden Handwerkern und Arbeitern wies er über⸗ zeugend nach, daß ihr Platz in der neuen Bewegung, der Partei des schaffenden Volkes, sei. Auch hier steht die Gründung einer Ortsgruppe bevor.

Wendelsheim, Rheinhessen. In einer von dem Ortsgeistlichen, Pfarrer 3 iegl er, geleiteten Ver⸗ sammlung sprach Reichsgeschäftsführer Weidner über die konfessionellen und wirtschaftlichen Gründe, die zur Gründung der Evangelischen Volksgemeinschaft ge führt haben. Daß die überaus sachkundigen und klaren Ausführungen auf für die neue Bewegung guten Bo⸗ den fielen, beweist am besten die Tatsache, daß gleich nach der Versammlung eine Ortsgruppe mit 26 Mitglie⸗ dern(aus allen Berufsständen) gegründet wurde. Vor⸗ sitzender der Ortsgruppe ist Eisenbahnassistent Bäder. Wie anderwärts, wurde auch hier der Wunsch nach Ver⸗ sammlungen in der Umgegend laut.

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