Ju. N 10 schmückt die Mutter Erde, Urmächtigkeit des Lebens erzeugt und cher gestaltet, denn der ewige und allmächtige Schöpfer hat wieder
1 sein Werde gesprochen.
0 5 Und wieder ist Sonntag. Ueber Wald und Flur liegt Frie—
0 den. Drüben am Waldrand zieht eine frohe Schar Wandervögel] Wäsche.
— durch den frohen Morgen. Jugend und Lenz sind ihre Begleiter.
Einer schlägt die Laute und die anderen singen. Und in den
5. Frühlingssonntag klingt und jubelt es hinein:„Bin ein fah—
11 render Gesell', kenne keine Sorgen....“ men.
wall Im Walde lagern sie dann, schauen den mächtigen hohen erhalten Essen.
Dion und singen dem Erbauer ein Loblied.„Wohl den Meister
ichen will ich loben, solang' noch mein' Stimm' erschallt....“
Aan Solches Wandern kann zum Gottesdienst werden, wenn wir
Sütz draußen im großen Gottesgarten die Sprache des Schöpfers
ichath hören. Wer im frommen Gedenken an jene Allmacht durch den sationen.
tn Frühling wandert, wer aus den jubilierenden Liedern der
Von Vögel ein Loblied für den Allerhöchsten vernimmt, wer in dem
lenen, Sprossen und Blühen die Allgewalt des Schöpfers spürt, wer
hal! selbst ein Frühlingslied singt dem Höchsten zur Ehre, für den ist
wild jeder Frühlingstag ein Sonntag, jedes Wandern ein Gottes⸗
0 G. dienst. In der blühenden Welt soll der Mensch lernen, sein
„ dig Schauen und Bewundern in Andacht, in Gebet und heilige Lie⸗
hie. der zu übersetzen. Wie im Gotteshause, so soll der Mensch auch
rund dort im großen Dome der Natur den König und Herrscher der
10 Welt loben und preisen. Waldfried.
I
ich j————
10 schaftlichen Lehrgang an Lehrerbildungsanstalten
Halt Insoweit ein Bedürfnis vorhanden ist, werden für
che Unterkunft und Verpflegung Heime errichtet.
hat, se 2. Am Schlusse des zweijährigen Lehrganges
elmeh. findet eine Prüfung statt, deren Bestehen zur Ver⸗
zähne wendung im öffentlichen Schuldienst als Schulgehilfe
han, befähigt. Zu dieser Prüfung sind auch solche Bewer⸗
glü. ber zuzulassen, die auf einem anderen als dem in Ab⸗
anne. satz 1 bezeichneten Wege sich ihre Ausbildung ange⸗
t aue eignet haben(gemeint sind die Klosterschulen
„Vith Schriftl.). Die planmäßige Anstellung ist von der
ompen erfolgreichen Ablegung einer zweiten Prüfung ab⸗
Dau hängig.
6 3. Bei beiden Prüfungen sind die als Körper—
— schaften des öffentlichen Rechtes anerkannten Reli⸗ gionsgesellschaften durch Beauftragte ver⸗ treten, welche in Religionslehre prüfen. Die Ent⸗
scheidung über die Befähigung zur Erlernung des
1 U Religionsunterrichts steht den Religionsgesellschaf⸗
10 4 ten zu und wird den Befähigten durch die oberste
5. W Schulbehörde eröffnet. enistmpnenden
115 Kirche und Arbeitslosigteit.
so d Daß die Kirche an der gegenwärtigen wirtschaft⸗
inne. lichen Notlage nicht achtlos vorübergehen darf, sondern
Häftig irgendwie der Arbeitslosen sich anzunehmen habe, ist
Schl bon vielen Seiten erkannt. Es kann ja nur in einzel⸗
nen Fällen gelingen, einem Arbeitslosen Stellung zu herschaffen. Aber die Not der Arbeitslosen ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine seelische. Darum
S0 ist den christlichen Jugendvereinen zur Pflicht gemacht,
ll ich um ihre Mitglieder, die arbeitslos geworden sind,
29 5 hesonders zu kümmern. Der Reichsverband der evan⸗
enen gelischen Jungmännerbünde Deutschlands hal schon
0 wiederholt Führerkurse für arbeitslose junge Männer
1060„. peranstaltet und will durch Charakterbildung und Ver⸗
% tiefung Mitarbeiter am evangelischen Jugendwerk ge⸗
euiß, winnen.— Wie aber eine Kirchengemeinde sich in
E mustergültiger Weise der Arbeitslosen in ihrem Bezirk[ meyer⸗Geder
ge Auß⸗ 0 3
da, Neues aus! dem japaniichen Leben
14 und der Japan⸗Mission.
n 1 f Von Missionsdirektor D. Dr. Witte.
55 1 7. Fortsetzung.
10 Zum Christentum, das freilich heute noch sehr große Mittel
1 gel aus dem Auslande bekommt, rechnete man im Jahre 1920 auf
Mille“ evangelischer Seite 149 918 erwachsene Kirchenglieder mit 5325
. fremden japanischen Predigern, auf katholischer Seite 75 983 und Mitleid
at neh Kirchenglieder mit 531 Priestern, auf russisch⸗-orthodoxer Seite„
10„6618 Christen mit 140 Priestern. Lebens.“
1 Die Liebeswerke des evangelischen Christentums zeigen sich.
Sonntagsgedanken. N
3 Und wieder ist Frühling. Vom blauen Himmel lacht golden die Sonne über die erwachende Welt, ein Meer von Blumen
„Evangelische Warte“
annimmt, zeigt ein Bericht des Dekans Dr. Lempp aus Eßlingen im„Evangelischen Deutschland“(1926 Nr. 7). Für jeden Stadtbezirk besteht ein besonderer Hilfsver⸗ ein. Er sammelt durch eine große Scharfreiwilliger Helferinnen monatlich ein besonderes Opfer für allge— meine Notstände. Unter Leitung des Bezirksseelsorgers werden diese Gaben verteilt auf die Bedürftigen in Form von Anweisungen auf Lebensmittel, Kohlen, Da die Helferinnen ihre Bezirke genau ken⸗ nen, entdecken sie sofort jeden Fall von Arbeitslosigkeit und wissen auch zu sagen, ob und wie Hilfe angebracht ist. Der kirchliche Nähverein wird in Anspruch genom⸗ Die Kinder aus den Familien der Arbeitslosen Eine Wärmestube ist eröffnet, in der auch kostenlos Kaffee ausgeschenkt wird. Die Zusam⸗ menarbeit mit den städtischen Instanzen ist eine gute. Auch viele unkirchliche Personen geben dem kirchlichen Hilfsverein lieber ihre Gaben als neutralen Organi- Sie sehen, daß die Kirche etwas tut, und haben die Gewißheit, daß die dahin gegebenen Gaben gut, ja besser und nutzbringender als in den kommunalen Armenverwaltungen angewandt werden.
„Stille und einig unter dem Kreuz Christi!“
In München forderten Tausende evangelischer und katholischer Einwohner in einer öffentlichen Kund— gebung die Durchführung der allgemeinen Arbeitsruhe am Karfreitag. Die Redner wiesen darauf hin, daß die 100 000 Protestanten Münchens Fronleichnam und an⸗ dere rein katholische Feiertage ohne Weigern durch Ar— beitsruhe mitbegehen; da sei es nur billig, wenn auch die 500 000 Katholiken den einen, ihnen selbst heiligen Tag der Christenheit mit ihren protestantischen Brüdern feiern. Durch die gemeinsame Karfreitagsfeier solle ein neues Band des Friedens um die Konfessionen ge— schlungen werden:„Christliches Volk, sei stille und einig unter dem Kreuz Christi!“
In Berlin ist diesmal mit dem Karfreitagsschutz voller Ernst gemacht worden, indem alle öffentlichen Aufführungen,„soweit sie nichtreligiöse soder legen⸗ däre Stoffe“ behandeln, verboten wurden. Der„Vor⸗ wärts“ nennt dies einen„Karfreitagsstandal“.„Es ist nicht einzusehen, wie rechtgläubige Protestanten Aer⸗ gernis daran nehmen können, daß Andersgläubige, de⸗ nen der Freitag vor Ostern nichts bedeutet als einen arbeitsfreien Tag, diesen Tag zu der Erholung und Zer⸗ streuung benutzen, die ihren Neigungen entspricht, sei es nun eine fidele Landpartie oder ein flotter Shimmy .Wir erwarten bestimmt, daß die Hauptstadt des Deutschen Reiches in Zukunft nicht noch einmal ge⸗ nötigt wird, auf Grund einer der Wilhelminischen Aera Polizeiverordnung der europäischen Kulturwelt zum Spott zu dienen.“
Die kleineren Religionsgesellschaften.
Ein demokratischer Antrag im preußischen Landtag ersucht die Staatsregierung um Vorlegung eines Gesetz⸗ entwurfes,„durch den nach Artikel 137, 5 der Reichs⸗ verfassung den kleineren Religionsgesellschaften, soweit sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten, die Stellung von Körper⸗ schaften des öffentlichen Rechts gegeben werden kann“.
Aus unserer Bewegung.
Schotten, 14. April. Am gestrigen Abend hatte die E. V. zu einer öffentlichen Versammlung im Hessischen Haus dahier eingeladen. Als erster Redner sprach Herr Apotheker Veesen⸗
über das Thema:„Warum ist die E. V. not⸗
fe such sach der Regierungsstatistik in folgenden Zahlen: 2516 Sonn⸗
10 lagsschulen mit 152 245 Kindern, 193 Kindergärten mit 8740
U
unte Schülern, 55 Volksschulen mit 15 013, 15 Mittelschulen mit 7213,
al 2 Mädchenschulen mit 7499, 13 Hochschulen mit 2233 Schülern. . Es bestehen ferner: 11 Waisenhäuser mit 799 Kindern, 3 Heime 95 ih für 70 Blinde, 50 Blöde und 50 Aussätzige, 4 Heime für ent⸗ 0 lassene Gefangene mit 590 Insassen, 2 Frauenheime mit 210 In⸗
mei sussen und 3 Asyle für Obdachlose mit 1069 Besuchern und 1 17 Krankenhäuser mit 44 Aerzten, 335 Betten und 71515 Patien⸗ 99 en. Das katholische Christentum unterhält 11 Kindergärten zusclß mit 6680 Schülern, 8 Volksschulen, 6 Mittelschulen, 16 Mädchen⸗
00
10 Ihulen und eine Hochschule(die Zahlen der Schüler fehlen).
15 Wie wenig leisten nach diesen amtlichen Angaben die großen, ö leichen, alten Religionen gegenüber der jungen, christlichen Be⸗
10 e vegung. 12. t hab 4 2. Die Liebeswerke, welche heute bei diesen alten Religionen 0 ih. orhanden sind, sind fast alle erst Schöpfungen der neuen Zeit b u, ind tafsächlich Wirtungen des christlichen Geistes. Denn ert eit l urch die Konkurrenz des Christentums zu neuem Leben aufge⸗ 10 1156 lüttelt, haben die alten Religionen nach dem christlichen Vor⸗ 70 gen ilde diese Werke geschaffen. Daß dies nicht zuviel gesagt ist, mi igt ein Urteil des buddhistischen Schriftstellers Or. Suma in Gl% er, Deutsch⸗japanischen Revue“ vom Jahre 1922(Nr. 2):„Auch „6 ind christliche Ideen und Begriffe, wie ich schon bemerkt habe, un b volkstümlich in verschiedenen Veröffentlichungen, daß ich be⸗ ag A, daupten kann, daß der intellektuelle, geistige Einfluß des Christen⸗ fut nuums selbst im Volke schon tiefe Wurzeln geschlagen hat als eine
führende, soziale Macht; und das hängt, wie ich glaube, stark mit dem Weitblick der christlichen Propaganda in Japan zusam⸗ men. Tausende sind befreit worden, irrende Frauen und Ge⸗ fangene; Krankenhäuser sind entstanden und gewachsen, Sonn⸗ tagsschulen wurden ins Leben gerufen. Menschlichkeit und Barmherzigkeit mit den Menschen, ein bis dahin nahezu unbe⸗ kannter Begriff, wird denen geboten, die sie so nötig brauchen. Ich kann wohl das Ergebnis des Christentums in Japan mit seinen bekannten Worten zusammenfassen:„Es ist nicht nur auf unseren Lippen, sondern in unsern Herzen“. Barmherzigkeit zusammen mit einer höheren Bewertung des Lebens, sind jetzt charakteristische Merkmale des japanischen
Daß auch heute noch das Christentum auf sozialem Gebiete führend ist, daß also die großen, alten Religionen hier einen auffallenden Mangel zeigen, hat noch 1921 der damalige Minister des Innern Tokonami bestätigt. Er hat gesagt:„Mehr als technische Wissenschaft und Praxis tut not, daß wirklich soziale Arbeit geleistet wird. Diese erfordert in erster Linie die Fähig⸗ keit der Selbstaufopferung und der selbstlosen Dienstbereitschaft. Für Männer und Frauen solcher Art hängt die Regierung mehr und mehr vom Christentum ab.“ Alice Schalek(a. a. O. S. 167) hebt die unbestreitbare Tatsache hervor, daß man diejenigen Stellen in den japanischen Ministerien, die sich mit Fürsorge⸗ werken befassen, mit Christen besetzt, die sonst im Staatsdienst nicht allzu gute Aussichten haben.“(S. 167.)
Der Schintoismus steht religiös und sittlich zu tief, der Buddhismus zu weltverneinend und lebensfremd, um starke, positive Liebeskräfte im Volksleben zur Wirkung zu bringen. Da⸗ her erklärt sich die Armut an Liebe im öffentlichen Volksleben Japans. Im Jahre 1917 schrieb der Japaner Fujitani Schucho in der Zeitschrift„Yuben“(Beredsamkeit) in einem Aufsatz über „RNeligibse Reform“:„Ich bitte zu bedenken, daß die Religion mehr eine Sache für diese Welt ist als für die nächste. Einige buddhistische Sekten glauben, daß diese Welt ein Tränental ist. Wir glauben, daß sie ein Garten voll Freude und Hoffnung ist.“ „Früher mag es für die Religion genug gewesen sein, die Seelen für die nächste Welt vorzubereiten, aber jetzt brauchen wir einen Glauben, der uns stark macht in den Kämpfen dieser Welt. Alte
wendig?“ An Hand zahlreicher Beispiele wies er überzeugend ihre Existenzberechtigung nach und erbrachte den Nachweis, daß die E. V. umso berechtigter sei, als die evangelischen Belange gegenüber den ultramontanen Interessen von den bestehenden politischen Parteien in durchaus ungenügender Weise seither ver⸗ treten und gewahrt worden seien. U. a. erinnerte er in diesem Zusammenhange daran, daß der hessische Staat trotz größter Geldkalamität an die Schaffung zweier katholischer Professuren in Gießen und Darmstadt bei der Technischen Hochschule heran⸗ getreten sei, während man es auf der anderen Seite für not⸗ wendig erachtet habe, durch Abbau von 200 Schulstellen ebenso⸗ viele Junglehrer wirtschaftlichem Elend anheimzugeben. Im Anschluß hieran referierte der Reichsgeschäftsführer, Herr Pfarrer Weidner-Oberlais, über den Stand der neuen Bewegung in Hessen und im Reich. Unschwer gelang es ihm, ergangene Verdächtigungen gegen die E. V. bezw. ihre hauptsächlichsten Vertreter zu negieren. Nicht etwa persönlicher Ehrgeiz und Eigennutz, sondern inneres Ueberzeugtsein von ihrer guten Sache und deren Notwendigkeit gegenüber dem immer mehr Einfluß gewinnenden Ultramotanismus sei es, welches die Schaffung der E. V. zur Naturnotwendigkeit habe werden lassen. Aufgabe aller bewußt Evangelischen sei es, sich hinter die neue Bewegung und ihre Führer zu stellen, die nichts anderes bezwecke, als die sittlichen Grundsätze des Evangeliums im politischen, wirtschaft⸗ lichen, sozialen und kulturellen Leben unseres Volkes zur Gel— tung zu bringen. Der Redner begrüßte es, daß es trotz ver⸗ hältnismäßig geringer Propaganda bei den Kommunalwahlen des letzten Herbstes gelungen sei, fünf Mandate zu erringen. Die letzten Erfolge in Nassau und Rheinhessen, die ihren Aus- druck gefunden haben in der Bildung starker Ortsgruppen in Höchst a. M., Mainz, Wendelsheim und anderen Orten, würden gerade durch die Anteilnahme der verschiedensten Bevölkerungs- kreise überzeugend dartun, daß man für die Berechtigung der E. V. volles Verständnis habe. Inzwischen habe die Bewegung in vielen anderen Teilen des Reiches festen Fuß gefaßt(so in Berlin, Schlesien usw.) und sei auf dem besten Wege, ein beach⸗ tenswerter Faktor im politischen Leben zu werden. Nicht nur konfessionelle, sondern auch wirtschaftliche Gründe seien es, welche weite Bevölkerungskreise zu Anhängern der neuen Bewegung als einer Partei des Mittelstandes werden lasse. Ergänzend zu C(Cãͤã addddddddbdwbdbßbbdß(fßf(/ßãĩ( ã(c ooç(ß0ßbßbbec
5 Marburg.
Von Eduard Heise.
Im Blütenschmuck grüß ich dich wieder, Dich, Stadt, am Felsen hingeschmiegt, In deinem bunten Frühlingsmieder, Das jetzt in Blütenträumen liegt.
Es jauchzt mein Herz in sel'ger Freude, So ganz erfüllt von Frühlingslust, Seh ich dich froh, wo Blüten streute Der Lenz auf's neu in deine Brust.
Du Musenstadt im Blütenkleide, Du aller Burschenherrlichkeit, Ich gern durch deine Gossen schreite, In lenzgeschmückter, froher Zeit.
Dann rauscht in mir die Jugend wieder Und alte Liebe neu erwacht, Zu dir, du Stadt im duft'gen Flieder Mit neu verjüngter, alter Macht.
Seh ich dich, Lahn, mit deinen Wellen, Bricht mir die alte Wunde auf, So daß der Sehnsucht Lieder quellen Aus meiner Seele tief herauf.
Drum greife ich zu meinem Becher, Der mir voll goldnen Weines winkt, Es lebe Marburg!„Stadt der Zecher!“ Wo jetzt der Frühling singt und klingt.
schen wollen Kraft für die Herzen haben. Die Religionsdiener müssen Fühlung haben mit den Forderungen ihrer Zeit.“ 5. Beweise für die Erfolge des Christentums.
1. Die obigen Urteile über den weitreichenden Einfluß des Christentums in geistiger Hinsicht zeigen, wie stark das Christen⸗ tum auf die innere Umgestaltung des japanischen Geistes und Lebens wirkt. Neue Belege dafür bringt dauernd in dem Ab⸗ schnitt„Aus der Mission der Gegenwart“ unsere„Zeitschrift für Missionskunde und Religionswissenschaft“(Preis 6 Mark für 12 Hefte zu 32 Seiten).
2. Die japanische Regierung hält seit 1912 jedes Jahr eine amtliche Konferenz mit den Vertretern der drei Landesregierun⸗ gen ab, des Schintoismus, des Buddhismus und des Christen⸗ tums. Sie zieht die Christen also zu den großen Volksaufgaben heran. Auf der letzten Religionskonferenz(1924) haben die Buddhisten der Regierung den Vorwurf gemacht, sie bevorzuge das Christentum.
3. Die Zahl der Christen ist dauernd im Wachsen. Auch der Krieg hat daran gar nichts geändert. Ueber dies Wachstum bringen unsere Ostasien-Jahrbücher stets das neueste Material. Im Jahre 1913 betrug die Zahl der evangelischen erwachsenen in Kirchen organisierten Christen im eigentlichen Japan 90 463, in Formosa 12 790, in Chosen(Korea) 120 602, im ganzen also 223855. Im Jahre 1923 gab es evangelische Christen im eigentlichen Japan 119 367, in Formosa 15691, in Chosen (Korea) 258 149, im ganzen also 392 207. Man bedenke, daß in vollem Sinne die Mission in Japan erst seit 1899 Freiheit zur Arbeit im ganzen Lande hat. Etwa 5 Millionen weitere Japaner leben außerdem mit Ernst als Christen, ohne überzu⸗ treten.
J. Menschen aller Stände gehören zu den Christengemeinden. Außer vielen schlichten Leuten gehören auch zu unseren Gemein⸗ den sehr fein gebildete Männer in angesehenen Stellungen, die sich freudig zum Christentum bekennen, auch für dasselbe öffent⸗ lich werben. In Tokyo gehört z. B. zu unserer Gemeinde der Anwalt am obersten Reichsgericht Professor Dr. Abiko. In Kyoto ist uns ein treuer Christ der bekannte Professor der Medi⸗ zin Dr. Fujinami. In Osaka bilden drei Aerzte und ein Fabri⸗ kant die Seele unserer Gemeinde.
Leute mögen Trost für das Herz suchen, aber wir jungen Men⸗
(Fortsetzung folgt.)


